19.09.2019 - 18:12

Um benachteiligten Kindern zu helfen Mariella Ahrens, Caroline Beil und Tina Ruland bitten zur Kasse

Die drei Damen von der Kasse: (v.l.) Tina Ruland, Caroline Beil und Mariella Ahrens engagieren sich für "Deutschland rundet auf".

Foto: Deutschland rundet auf

Die drei Damen von der Kasse: (v.l.) Tina Ruland, Caroline Beil und Mariella Ahrens engagieren sich für "Deutschland rundet auf".

Zum Weltkindertag sitzen Mariella Ahrens, Caroline Beil und Tina Ruland an der Kasse einer Netto-Filiale und fordern Kunden auf, einige Cents für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu spenden. BILD der FRAU hat mit ihnen über ihr Engagement gesprochen.

Am 20. September ist Weltkindertag – der passende Anlass, um ein Herz für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu zeigen. Und dagegen etwas zu unternehmen. Das dachten sich auch die Schauspielerinnen Mariella Ahrens und Tina Ruland sowie Moderatorin Caroline Beil – und nehmen an diesem Tag an der Kasse einer Berliner Netto-Filiale Platz, um Kundinnen und Kunden zu Mini-Spenden aufzurufen. BILD der FRAU hat im Vorfeld mit ihnen gesprochen.

Zum Weltkindertag: Mariella Ahrens, Tina Ruland & Caroline Beil bitten zur Kasse

Es sind alarmierende Zahlen: Laut Kinderschutzbund sind 4,4 Millionen Kinder in Deutschland von Armut betroffen! Zum internationalen Weltkindertag ruft die gemeinnützige Spendenbewegung "Deutschland rundet auf" zum wiederholten Male mit prominenter Unterstützung dazu auf, nach dem Einkaufen "Aufrunden bitte!" zu sagen. Für den guten Zweck kassieren Mariella Ahrens, Caroline Beil und Tina Ruland am 20. September deshalb ehrenamtlich in einer Charlottenburger Netto-Filiale hoffentlich ordentlich ab. Dabei ist jeder mit nur wenigen Cents gefragt, einen Beitrag gegen Kinderarmut und für Chancengerechtigkeit in Deutschland zu leisten.

BILD der FRAU: Liebe Mariella Ahrens, Caroline Beil und Tina Ruland, was war Ihnen bei Ihrem Engagement für "Deutschland rundet auf" besonders wichtig?

Tina Ruland: Dass man Menschen vermitteln kann: Jeder einzelne Cent zählt! Einen größeren Betrag zu spenden, kann sich nicht jeder leisten, aber ein paar Cents schafft eigentlich fast jeder Mensch, und in der Summe wird es dann zu einem Betrag, der wirklich was bewegen kann.

Mariella Ahrens: Zu helfen, wenn es den eigenen Kindern so gut geht, ist sehr wichtig. Eine Vorbildfunktion in Sachen Engagement zu übernehmen, ist gerade dann ein Muss.

Haben Sie sich Sätze für Ihren Job an der Kasse zurechtgelegt, mit denen Sie die Leute wachrütteln wollen?

Caroline Beil: Ich habe mir schon ein, zwei Sätze überlegt. Ich glaube, am besten ist es, die Menschen zu fragen, ob sie Kinder haben und wie sie es finden, dass es in Deutschland Millionen Kinder gibt, die nicht mal ein Frühstück bekommen vor der Schule.

Schlimm: Besonders oft sind Kinder alleinerziehender Mütter betroffen

Wie erklären Sie sich Kinderarmut in einem reichen Land wie Deutschland?

Tina Ruland: Auch wenn Deutschland ein reiches Land ist, haben es viele Familien sehr schwer und können kaum das Nötigste bezahlen. Da bleibt z.B. gesundes Essen komplett auf der Strecke.

Mariella Ahrens: Wo Reichtum ist – gibt’s auch die andere Seite. Viele machen davor die Augen zu, anstatt nach ihren Möglichkeiten zu helfen.

Caroline Beil: Besonders schlimm finde ich, dass 80 Prozent der Personen, die in Deutschland unter der Armutsgrenze leben, alleinerziehende Mütter sind.

Was müsste dringend geändert werden, um diesen Missstand zu beheben?

Tina Ruland: Alleinerziehende Mütter müssten beispielsweise finanziell ganz anders unterstützt werden, gerade wenn die Väter sich nicht finanziell verantwortlich fühlen.

Caroline Beil: Außerdem müssten ausreichend Krippen- und Kitaplätze für alle Kinder zur Verfügung stehen. Gebundene Ganztagsschulen wären auch wichtig, um sozial schwache Kinder besser zu integrieren und Familien zu entlasten.

Kinderarmut ist ein Armutszeugnis für dieses Land!

Was bringt Sie in Zusammenhang mit Kinderarmut richtig auf die Palme?

Mariella Ahrens: Das Denken, dass es in Deutschland so was nicht geben könnte. Viele schauen gerne weg und unterstützen solche Kinder nicht.

Caroline Beil: Projekte wie z.B. der BER in Berlin, der nie fertig wird und Milliarden verschlingt – täglich 1 Million Euro! Und für Kinder, Bildung und Soziales wird sehr viel weniger ausgegeben. Bildungspolitisch hat sich in diesem Land seit den 70er Jahren fast nichts getan. Das ist eine absolute Katastrophe und ein Armutszeugnis für dieses Land und diese Regierung! Da fängt Ungerechtigkeit doch an. Es muss viel mehr getan werden!

Tina Ruland: Zu viele "reiche" Menschen negieren dieses Thema komplett und sind der Meinung, dass in Deutschland niemand in Armut leben müsste. Aber die Realität sieht anders aus.

Haben Sie Kinderarmut selbst schon einmal in Ihrem Umfeld erlebt?

Tina Ruland: Ich kenne einige Familien, die jeden Monat um die Mietzahlung kämpfen müssen und am Monatsende nicht mehr wissen, wie sie dringend benötigte Dinge bezahlen sollen.

Mariella Ahrens: Ich unterstütze den Verein Straßenkinder e.V. und habe dort erlebt, wie es den Kindern geht, auch was die Bildung betrifft.

Beim Thema soziale Ungerechtigkeit versagt die Politik immer wieder

Sie sind ja selbst Mutter: Hat sich Ihre Sicht auf Kinderarmut seitdem geändert?

Mariella Ahrens: Ich engagiere mich seitdem mehr dort, wo Kinder Hilfe brauchen. Ich war mit World Vision schon in den armen Gebieten Afrikas und haben dort Waisenheime und Schulen besucht. Kinderarmut gibt es leider überall.

Caroline Beil: Selbstverständlich. Es berührt mich sehr, wenn ich unschuldige Kinder leiden sehe.

Tina Ruland: Nein, auch bevor ich meine Kinder bekommen habe, war es mir sehr wichtig, Kindern zu helfen und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Was erschüttert Sie am meisten bei dem Thema?

Tina Ruland: Das Wegschauen der Politiker.

Caroline Beil: Dass Kinder noch keine Stimme haben, sich zu wehren oder bestimmte Dinge einzufordern. Wenn sie in einen Haushalt hineingeboren werden, der sozial schwach ist, sind diese Kinder zum Scheitern verurteilt. Dass sich dieser Zustand seit den 60er-Jahren nicht geändert hat, finde ich schrecklich. Hier versagt die Politik immer wieder!

Mariella Ahrens: Dass es kleine Menschenwesen sind, denen wir helfen müssen, da sie selbst dazu nicht in der Lage sind. Dass es viel Reichtum gibt und trotzdem oft nicht geholfen wird.

Ihr Appell an alle Leserinnen, was "Deutschland rundet auf" betrifft?

Caroline Beil: Es muss für Kinder einfach mehr gemacht werden, sozialschwache Familien besser unterstützt, Alleinerziehenden intensiver geholfen werden! Wenn jeder einen klitzekleinen Beitrag dazu leisten kann, indem er an der Kasse sagt "Aufrunden bitte!", der hilft, diesen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Mariella Ahrens: Jeder Cent hilft, den Kleinen ein besseres Leben zu ermöglichen – bitte erzählen Sie es weiter und helfen Sie an diesem Tag mit, die Welt der Kinder in Deutschland ein wenig rosiger zu machen.

Tina Ruland: Liebe Leserinnen, es ist ein tolles Gefühl, mit ein paar Cents an der Kasse, die aufgerundet werden, ein wichtiger Teil des großen Ganzen zu sein, Kinderarmut zu bekämpfen und ganz konkret Kinder zu unterstützen.

Das ist "Deutschland rundet auf"

Die gemeinnützige Stiftung "Deutschland rundet auf" will sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Deutschland faire Chancen bieten und Kinderarmut Einhalt gebieten. Bei der deutschlandweiten Spendenbewegung können sich Kundinnen und Kunden bei allen "Deutschland rundet auf"-Partnern, darunter Netto Marken-Discount, Kaufland, BabyOne und Jochen Schweizer, in Form von Mikrospenden beteiligen, indem sie ihre Rechnungsbeträge an der Kasse durch die Worte "Aufrunden bitte!" um maximal 10 Cent erhöhen. Am Weltkindertag verdoppelt Netto sogar alle Kundenspenden!

Alle gesammelten Spenden werden zu 100 Prozent an geprüfte, gemeinnützige Projekte in Deutschland weitergeleitet, die Kinder und ihre Eltern durch Angebote wie frühkindliche Bildung, Mentoring- und Patenschaftsprogramme oder Elternbildung unterstützen. Seit Start im März 2012 wurde bereits über 195 Mio. Mal gespendet – so kamen bislang mehr als 9,3 Mio. Euro zusammen, so dass etwa 74.000 Kinder dadurch Chancen auf eine bessere Zukunft erhalten.

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Vor einiger Zeit hat BILD der FRAU mit der Geschäftsführerin der Stiftung "Deutschland rundet auf" über Kinderarmut, die Gründe dafür und Spendenbereitschaft gesprochen.

Wussten Sie, dass arme Menschen meist mehr Herz zeigen als reiche? Warum das so ist, lesen Sie hier.

Dreifache Frauenpower für den guten Zweck stellen Caroline Beil, Tina Ruland und Mariella Ahrens da auf die Beine. Toll, dieses Engagement! Noch viel mehr über starke Frauen – auch solche, die sich von Äußerlichkeiten und Normen nicht (mehr) beeindrucken lassen, lesen Sie hier.

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