07.08.2019 - 13:01

Magier bis heute gezeichnet Siegfried & Roy: Darum war das Tiger-Drama damals keine Attacke

So kennt man sie bis heute: Das legendäre Duo Siegfried & Roy ist durch die Auftritte mit weißen Löwen und Tigern weltberühmt geworden. Jetzt haben sie sich nach vielen Jahren zum Interview zurückgemeldet.

Foto: Peter Bischoff/Getty Images

So kennt man sie bis heute: Das legendäre Duo Siegfried & Roy ist durch die Auftritte mit weißen Löwen und Tigern weltberühmt geworden. Jetzt haben sie sich nach vielen Jahren zum Interview zurückgemeldet.

2003 wurde Roy, Teil des berühmten Magier- und Dompteur-Duos "Siegfried & Roy", während einer Show von einem weißen Tiger fast zu Tode gebissen. Jetzt erklärte Siegfried, warum es sich dabei aber nicht um einen Angriff gehandelt habe.

Es trug sich am 3. Oktober 2003 zu: In Las Vegas stehen Siegfried & Roy, das wohl berühmteste Zauber- und Dompteur-Duo aller Zeiten, in ihrer auch nach 13 Jahren immer noch ausverkauften Show "Siegfried & Roy at The Mirage" auf der Bühne. Mit dabei: ihre vielen weißen Löwen und Tiger. Dann passiert das schreckliche Unglück: Roy, der an dem Tag auch seinen 59. Geburtstag feiert, wird von einem gewaltigen Tiger gepackt und von der Bühne geschleift. Der Magier entrinnt nur ganz knapp dem Tod. Jetzt hat sich Siegfried nach langer Zeit noch einmal zu dem tragischen Geschehen geäußert – und erklärt, warum es sich dabei nicht um einen Angriff gehandelt hat.

Siegfried & Roy: Darum war es damals kein Tiger-Angriff, sondern ein Unfall

Reichlich Spekulationen hat es seitdem rund um das tragische Unglück gegeben, doch das Geschehen ist schon lange her, von den Magieren war lange nichts mehr zu hören. Doch jetzt haben die aus Deutschland stammenden Illusionisten dem US-Sender "Abc News" ein Interview gegeben. Zunächst will die Moderatorin wissen, ob es in all den Jahren keine Anzeichen dafür gab, dass es eben ein Risiko ist, mit Wildtieren zu arbeiten, zumal mit einem rund 200 Kilogramm schweren Tier wie dem weißen Tiger Manacore, der Roy so schwer verletzt hat.

Siegfrieds Antwort: "45 Jahre lang ist mit den Tieren auf der Bühne nichts passiert, nur dieses eine Mal, und das war ein Unfall." Und er erklärt, warum es Unsinn ist, was die Medien damals schrieben – nämlich, dass der Tiger Roy attackiert hätte: "Wenn ein Tiger wirklich angreift, braucht er nur zwei Sekunden, um Dich zu töten."

Stattdessen sei es so gewesen, erzählt Siegfried: "Mantacore hat darauf gewartet, mit seinen Vorderpfoten auf Roys Schultern zu steigen und dafür seine Belohnung zu bekommen." Doch Roy habe "nein, nein, nein, nein" zu dem Tiger gesagt, als er bereits vor ihm aufgerichtet stand, woraufhin das riesige Tier verwirrt gewesen sei, Roy im Nacken gepackt und dorthin geschleppt habe, wo Roy üblicherweise Mantacore nach einem Auftritt hinbringe, nämlich hinter die Bühne.

Ehemaliger Tiger-Trainer des Duos: Roy trägt große Schuld am Unglück

Nicht alle teilen die Auffassung von Siegfried. So hat der ehemalige Tier-Trainer des Duos, Chris Lawrence, der an dem Unglückstag dabei war, dem Magazin "The Hollywood Reporter" gegenüber vor wenigen Monaten schwere Anschuldigungen gegen Roy vorgebracht. Denn der Magier habe, sagt er, Mantacore nicht im Kreis laufen lassen, wie er es sonst immer getan hätte, sondern ihn zu einer Art Pirouetten-Bewegung aufgefordert, was den Tiger verwirrt und ihn schließlich hätte rebellieren lassen. Außerdem hätte er sich immer weniger mit den Tieren beschäftigt: "Ich bin mir sicher, dass Roys immer nachlässiger werdende Beziehung zu Mantacore ein Schlüsselfaktor für den Angriff war", so das Fazit von Chris Lawrence.

Siegfried sagt im Interview mit "Abc News" dazu, Roy habe, wie es damals schon durch die Presse ging, kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten, ihm wurde schwindlig, deshalb habe er "nein" zum Tiger gesagt. Das Tier habe gespürt, dass etwas nicht stimme, habe seinem Dompteur helfen wollen. Warum ihr einstiger Trainer Chris Lawrence solche Lügen über das Duo verbreite, könne er nicht nachvollziehen: "Er hatte Probleme mit sich, seinem Leben", so Roys Erklärungsversuch.

So geht es Roy heute

Nach dem Unfall war es lange Zeit nicht klar, ob und wie Roy seine schweren Verletzungen überleben würde. Bis heute, erzählt Siegfried im "Abc News"-Interview, berühre es ihn, wenn er daran denke, wie er Roy am Tag nach dem Unglück in der Klinik besucht habe, über und über verbunden und mit Schläuchen und Kabeln versehen: "Er hatte all dieses Zeug um sich herum, ich schaute ihn an – da war keine Bewegung in seinem Gesicht – nur Tränen rannen über seine Wangen."

Doch Roy erholt sich nach und nach – allerdings nicht vollständig. Bis heute ist der mittlerweile 75-Jährige teilweise gelähmt, sitzt häufig im Rollstuhl, auch wenn er gelegentlich ein paar Schritte laufen kann. Es soll damals ein schweres Trauma erlitten, sich zurückgezogen haben. Wenig in der Öffentlichkeit ist der Magier, der auch Schwierigkeiten mit dem Sprechen hat, nach wie vor. Doch beim Interview mit dem US-Nachrichtenportal ist er dabei, antwortet auf die Frage, ob er nach dem Unfall einen Widerwillen gegen Tiger entwickelt hätte, mit einem knappen "nein". Ob es ihm gutgehe, er glücklich sei, mit einem schlichten "sehr".

Kommt die Geschichte von "Siegfried & Roy" auf die Leinwand?

Das aufregende Leben der Magier Siegfried & Roy wird verfilmt, teilte die Agentur dpa schon vor einiger Zeit mit. Produzent Nico Hofmann ("Unsere Mütter, unsere Väter") habe sich die Verfilmungsrechte an der Weltkarriere der Künstler gesichert, hieß es damals aus der Produktionsfirma UFA Fiction. "Wir sind begeistert und fühlen uns sehr geehrt, dass Nico Hofmann, der erfolgreichste deutsche Filmproduzent, unsere Lebensgeschichte verfilmen wird", zitierte UFA Fiction Siegfried & Roy.

Doch vor einem Monat erteilte der WDR-Rundfunkrat dem Projekt eine Absage – und das nach zweijähriger Entwicklungsarbeit. Mittlerweile gibt es aber wieder Hoffnung, wie das Medienmagazin "DWDL" mitteilte: Demnach sei jetzt offenbar Michael "Bully" Herbig mit an Bord, der zuvor selbst eine Verfilmung angestrebt habe. So könnten die Dreharbeiten schon Anfang 2020 beginnen, der Film über die Show-Legenden 2021 in die Kinos kommen.

Apropos Show-Legenden: Die berühmten Kessler-Zwillinge Alice und Ellen waren DIE Stars der 50er- und 60er-Jahre: hübsch, erfolgreich und unzertrennlich. Jetzt sind sie 82 und sprechen darüber, dass sie auch gemeinsam unter die Erde wollen.

Auch er ist eine Ikone des Show-Business, 83 Jahre alt und hat in einem Interview über den Tod gesprochen: Schlagersänger Roger Whittakers größter Wunsch ist es, seine Kinder noch einmal sehen zu dürfen.

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