03.05.2019

Der Schauspieler im Interview Hinnerk Schönemann: Großstadt halte ich nicht mehr aus

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Hinnerk Schönemann macht sich nichts aus Rampenlicht: privat ist der Schauspieler lieber auf dem Land.

Foto: imago/Nordphoto

Hinnerk Schönemann macht sich nichts aus Rampenlicht: privat ist der Schauspieler lieber auf dem Land.

Auf Trubel steht er nicht, Glamour braucht er nicht: Nichts genießt Hinnerk Schönemann nach Drehschluss mehr als sein Leben auf dem Land.

Hinnerk Schönemann kennen Sie garantiert: Der 45-Jährige ist regelmäßig in zwei Krimireihen zu sehen – seit 2008 in "Marie Brand", seit 2014 in "Nord bei Nordwest". Privat hat der Schauspieler die Großstadt gegen ein Leben auf dem Land eingetauscht. Im Interview mit BILD der FRAU spricht Hinnerk Schönemann über Trecker, Tiere und Familienanschluss.

Hinnerk Schönemann im Interview: lieber Natur als Rampenlicht

BILD der FRAU: Glückwunsch zum Krimi-Jubiläum, Herr Schönemann. Sie ermitteln zum 25. Mal mit Mariele Millowitsch in "Marie Brand"!

Hinnerk Schönemann: Vielen Dank, wir freuen uns wirklich sehr. Ich mag meine Rolle sehr, Kommissar Simmel gibt mir Selbstvertrauen.

Wenn Sie nicht drehen, sind Sie auf Ihrem Hof in Mecklenburg-Vorpommern. Wie passt das zusammen: glitzernde Filmwelt und pures Landleben?

Gar nicht – aber für mich ist das genau richtig so. Wenn ich zu Hause bin, bin ich den ganzen Tag draußen, arbeite auf dem Hof. Schauspielerei hat da nichts zu suchen.

Zum Schauspieler-Leben gehören auch Rampenlicht und Aufmerksamkeit – genießen Sie das gar nicht?

Eher selten. Wenn ich nicht drehe, dann bin ich am liebsten privat. Allerdings merke ich natürlich, wie die Leute mich wahrnehmen. Man wird ja doch erkannt und kann fast nichts mehr unbeobachtet machen. Daran muss ich mich immer wieder gewöhnen.

Aber bei Ihnen auf dem Dorf fahren noch nicht die Reisebusse vorbei, oder?

Keine Reisebusse, nee. Aber hin und wieder passiert das schon mal, dass die Leute gucken wollen, wie ich lebe.

Hinnerk Schönemann über das Landleben

Und wie darf man sich Ihr Hofleben vorstellen?

Gestern habe ich zum Beispiel einen alten Brunnen weggerissen, am Tag davor habe ich Bäume aus dem Wald geholt, die hatten wir vorher gefällt. Viel Arbeit – ja. Man merkt es abends schon, dass man körperlich geschuftet hat.

Wenn Sie unterwegs sind, wer kümmert sich dann um Hühner, Pferde, Hunde?

Die Pferde leben in offener Stall-Haltung, sie sind Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit draußen. Die Hühner haben einen automatischen Wächter: Da geht eine Klappe zum Füttern automatisch auf und zu. Und meine Hunde, die nehme ich meistens mit.

Wie entspannen Sie?

Das ist nicht vorgesehen …

Aber jeder Mensch braucht doch auch mal ’ne Pause.

Ich nicht (strahlt). Ich bin zufrieden, wenn ich was geschafft habe. Wenn ich die Bäume, die ich gerade gefällt habe, jetzt drin habe, gesägt, gespalten und aufgestapelt in unserem Schuppen – das Gefühl danach lässt mich entspannen. Und sonst, klar, ich gucke auch mal einen Film und bin einfach gerne mit meiner Familie zusammen.

Das denkt er über die Großstadt und moderne Kommunikation

Könnten Sie sich vorstellen, in der Stadt zu leben?

Ich habe Jahrzehnte in der Stadt gewohnt und ich weiß, dass ich diesen Trubel, Lärm und Dreck nicht brauche. Dieses hektische Leben, da wundere ich mich schon, wie die Menschen das aushalten in der lauten Stadt.

Worauf verzichten Sie noch? Handy, Internet?

Ich bin doch kein Waldschrat (lacht). Handy und Internet sind meine wichtigsten Kommunikationsmittel, weil ich ja sonst nicht so viel mit anderen zu tun habe.

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Auch Schauspielkollegin Tanja Wedhorn wohnt auf dem Land – zumindest teilweise. Im Interview mit BILD der FRAU plaudert die 47-Jährige über ihre Familie, Landflucht – und ihr geliebtes Trampolin.

Noch viel mehr über unsere Lieblings-Stars und -serien aus dem Fernsehen lesen Sie auf unserer Themenseite TV-Sendungen.

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