16.01.2019

Der Panikrocker im Interview Udo Lindenberg: Runter vom Sofa, rauf auf die Straße – für den Frieden!

Auch mit 72 Jahren ist Udo Lindenberg allgegenwärtig – ein echter Rock'n'Roller, immer in Bewegung. Im Interview spricht er über aktuelle Projekte und das Altern.

Foto: Christian Marquardt/Getty Images

Auch mit 72 Jahren ist Udo Lindenberg allgegenwärtig – ein echter Rock'n'Roller, immer in Bewegung. Im Interview spricht er über aktuelle Projekte und das Altern.

Neben seinem neuem Album geht er auf Tour und kommt dieses Jahr sogar ins Kino. Udo Lindenberg im Interview mit BILD der FRAU.

Stillstand? Gibt's bei ihm nie. Der Panikrocker hat auch mit 72 Jahren noch richtig viel vor: Udo Lindenberg plant eine neue Tour, hat ein neues Album und voraussichtlich 2020 gibt es einen Kinofilm, der die Geschichte des jungen Musikers auf dem Weg zum Star erzählt. Wie er das alles schafft, verrät er im Interview mit BILD der FRAU.

Udo Lindenberg über seine Aktivitäten

BILD der FRAU: Die erste Single vom neuen Album heißt "Wir ziehen in den Frieden". Rufen Sie zur Friedensdemo auf, Udo?

Udo Lindenberg: Na klar. In so einer verrückten Welt braucht es eine mächtige Friedensbewegung. Ich kann gar nicht verstehen, dass so viele teilnahmslos auf dem Sofa sitzen. Wir müssen endlich losziehen für den Frieden, die Freiheit und die Menschlichkeit. Wir haben doch nicht die Mauer eingerissen, damit die Politiker jetzt wieder neue bauen. Wir brauchen doch gerade jetzt gemeinsame Verantwortung für die Welt.

Sie setzen sich seit Jahren für die Verständigung ein. Jetzt gibt's wieder ein neues Album, 2019 gehen Sie auf Tour, und es kommt ein Film "Lindenberg! Mach dein Ding" in die Kinos. Woher nehmen Sie Ihre Energie?

Ich habe die Sauferei eingetauscht gegen die Bühne. Die ist für mich ein Eldorado. Diese ganzen Projekte, die großen Konzerte, all das gibt mir wahnsinnig viel Power. Und ich gehe nachts joggen, mache EMS-Training und habe ein Rudergerät in meiner Suite stehen.

Udo Lindenberg über das Altern

Gibt es noch ein weiteres Anti-Age-Geheimnis?

Meine Fans. Die sprechen mich auf der Straße an und sagen: "Wir brauchen neuen Stoff, wir brauchen 'Udopium'. Neue Songs, die uns nach vorne bringen." Nach so einer Ansage bin ich hochmotiviert.

Wie altert man würdevoll als Rockmusiker?

Jetzt macht es keinen Sinn mehr aufzuhören. Ich ziehe das weiter durch mit anderen Zeitlosen. Darum habe ich den Club der 100-Jährigen gegründet (lacht).

Und ernsthaft, lieber Udo?

Wenn ich andere 70-Jährige sehe, denk ich: Das is ja 'ne ganz andere Generation. Das sind eben keine Rock'n'Roller. Auf meiner Seelen-Rutschbahn fühle ich mich zeitlos: Ich bin ein Hippie-Kind und gleichzeitig ein weiser, alter Indianer.

Udo Lindenberg über die beste Lebenseinstellung

Ihre Liedtexte trösten bei Liebeskummer und anderen Sorgen. Was hören Sie, wenn es Ihnen nicht gut geht?

Ich höre gern Robert Schumann und AC/DC - und denke dann, wie bescheuert es wäre, wenn ich schlechte Laune hätte, bei all den tollen Dingen, die ich erlebe.

Sie sind durch tiefste Täler gegangen. Was hat Ihnen immer wieder geholfen?

Mein Grundgesetz ist mein eisenharter Optimismus, dass ich alles irgendwie und irgendwann hinkriege.

Muss man wirklich sein Ding machen, wie Sie in einem Ihrer Lieder singen?

Unbedingt. Viele können das NOCH nicht. Aber man sollte immer versuchen, sein Glück zu machen. Das ist so 'ne Art Chefsache, und Chef in seinem Leben ist man ja selbst.

Sie sind immer von Menschen umgeben. Brauchen Sie nie Zeit für sich allein?

Doch – nachts auf der Autobahn in meinem Porsche-Raumschiff oder wenn ich nachts alleine durch die endlosen Hotelkorridore lustwandele.

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Hier erklärt Udo Lindenberg, warum er keine Kinder hat. Auch Nana Mouskouri wird mit fortgeschrittenem Alter nicht ruhiger, letztes Jahr brachte sie mit 83 Jahren ein neues Album heraus.

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