28.11.2018

Perfekte Übereinstimmung? "Hochzeit auf den ersten Blick": Schummel-Vorwurf beim Matching

Alles gelogen bei "Hochzeit auf den ersten Blick"? Eine ehemalige Kandidatin erhebt Schummel-Vorwürfe, was das  Matching in der Sendung angeht.

Foto: SAT.1/Claudius Pflug

Alles gelogen bei "Hochzeit auf den ersten Blick"? Eine ehemalige Kandidatin erhebt Schummel-Vorwürfe, was das Matching in der Sendung angeht.

Bei "Hochzeit auf den ersten Blick" heiraten Paare, die sich nicht kennen, aber hohe Matching-Ergebnisse erzielen, also perfekt zueinander passen. Alles Quatsch, sagt eine Ex-Kandidatin: Paare mit wenig Übereinstimmung würden zusammengeführt, damit die Sendung interessanter – und die Quote besser wird. Was Sat.1 dazu sagt.

Seit November läuft die fünfte Staffel von "Hochzeit auf den ersten Blick" – das Konzept der Sat.1-Kuppel-Show: Heiratswillige Kandidaten sehen sich erst vor dem Traualtar zum ersten Mal. Die zahlreichen Kandidaten werden von Experten aufwendig gematcht, sprich: potentielle Partner werden zusammengestellt, die möglichst perfekt zueinander passen sollen. Doch immer wieder werden Vorwürfe laut, dass beim Matching manipuliert wird, damit die Show spannender wird...

Schummel-Vorwurf bei "Hochzeit auf den ersten Blick": Werden Matchings manipuliert?

Ex-Kandidatin Jutta ist überzeugt davon, dass die Macher nicht das perfekte Matching, sondern die Quote im Blick haben – und die ist nun mal besser, je mehr Drama die Sendung zu bieten hat. Im Interview mit OKmag.de sagt die 35-jährige Sozialarbeiterin aus Staffel 2, es ginge letztlich nur darum, "Quote zu machen, indem man Paare matcht, die nicht so recht zusammenpassen."

Natürlich ist das Risiko, nicht auf die wahre Liebe zu treffen, in der Sendung sehr hoch – das ist auch Jutta bewusst: "Mir war klar, vielleicht verliebe ich mich nicht, oder er verliebt sich nicht, aber das wäre für mich okay gewesen. Aber zu sehen, dass das von vornherein gar keine Chance gehabt haben kann, das ist etwas, was für mich diesen traumatischen Effekt irgendwie ausmacht. Dass letztendlich mit Hoffnungen gespielt wurde."

Die Sozialarbeiterin hatte Kraftverkehrsmeister Marko in der Kuppel-Show Ende 2015 geheiratet, im März 2017 ließ sie sich scheiden.

Bei diesen beiden scheint aber tatsächlich sofort gefunkt zu haben: Das süße "Hochzeit auf den ersten Blick"-Paar Aron und Selina hat am Sonntag geheiratet.

Die Leute sollen sich streiten und verletzen

Dass Paare häufig so gar nicht matchen, belegt sie auch am Beispiel von Karin und Frank aus der vierten Staffel: er ein tätowierter Motorrad-Freak, sie ein Hello-Kitty-Fan. "Da haben die Experten ja wirklich vor der Kamera gesagt: Das wird dann ein richtiges Experiment."

Ihre traurige Bilanz, welche Intention dahintersteckt: "Es geht darum, dass der Zuschauer guckt. Und glückliche Paare, Friede-Freude-Eierkuchen möchte keiner sehen. Man möchte Action sehen. Man möchte sehen, dass Leute sich streiten, man möchte sehen, dass Leute verletzt werden."

Die meisten Paare von "Hochzeit auf den ersten Blick" trennen sich wieder

Auch Kandidatin Kathrin, die in Staffel 3 den Bund der Ehe eingegangen ist, hat mittlerweile ihre Zweifel an dem Format. Bei OKmag.de wird sie so zitiert: "Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in dieser Situation 'Nein' sagt, ist sehr gering (...), ich kann nicht sagen, dass ich an dem Tag in der Lage war, einen klaren Gedanken zu fassen. In die Realität kommt man erst nach einigen Tagen wieder zurück. Da versteht man erst, was alles passiert ist." Sie würde nicht noch einmal mitmachen – auch hätte sie sich falsch dargestellt gefühlt.

Aus den ersten vier Staffeln sind nur drei von 17 Paaren noch zusammen. Bei Tamara und Sascha aus der aktuellen Staffel kam es sogar zum Eklat: Bei dem Paar aus "Hochzeit auf den ersten Blick" hieß es erst ja, dann nein – jetzt folgt wohl die Blitz-Scheidung.

Spricht das alles für die Behauptung, die Jutta aufgestellt hat?

So äußert sich Sat.1 zu den Vorwürfen

Ein Sprecherin von Sat.1 erklärte der Huffington Post gegenüber: "Unsere Experten haben nur die Singles gematcht, bei denen sie der einstimmigen Meinung waren, dass sie aus wissenschaftlicher Sicht sehr gut zusammen passen. Inwiefern sich die Singles nach der Hochzeit auf das Experiment einlassen oder auch nicht, ist ihre eigene Entscheidung."

Das Portal singleboersen.biz bewertet die Sendung so: "Liebe zu erzwingen, funktioniert nicht, auch nicht, wenn wissenschaftliche Tests dahinterstehen. Dazu ist der Mensch viel zu eigen, und gerade bei tiefergehenden Bindungen spielen oft Dinge hinein, die wir uns nicht erklären können." Doch der Schlusssatz trifft es auf den Punkt, weshalb das Format trotzdem so gut läuft: "Unterhaltsam ist Hochzeit auf den ersten Blick allemal."

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