15.11.2018 - 12:11

So wenig Zeit Diesen Tod wünscht sich Jan Josef Liefers: "Peng – und aus!"

Der Tod seines Vaters brachte ihn zum Nachdenken über den Tod – auch über seinen eigenen. Jetzt fand Jan Josef Liefers dafür bewegende Worte...

Foto: imago/Eibner

Der Tod seines Vaters brachte ihn zum Nachdenken über den Tod – auch über seinen eigenen. Jetzt fand Jan Josef Liefers dafür bewegende Worte...

Jan Josef Liefers spielt einen Todkranken im neuen Kinofilm "So viel Zeit". Über den Tod seines Vaters und sein Wunschszenario fürs Ableben sprach er jetzt in einem Interview…

Die Kernfrage des neuen Kinofilms "So viel Zeit", der am 22. November startet, ist laut Hauptdarsteller Jan Josef Liefers (54) eine der wichtigsten der menschlichen Existenz: "Was würdest du anders machen, wenn dir das Ende deines Lebens angesagt wird?" Das Wissen von unserer eigenen Vergänglichkeit unterscheidet uns von den meisten anderen Lebewesen und doch ist der Tod ein gesellschaftliches Tabuthema. Entsprechend intensiv treffen uns die Überlegungen über den Tod, die der 54-jährige Schauspieler in einem Interview mit der "Hörzu" zum Filmstart äußert…

Darum spricht Jan Josef Liefers über den Tod

In der Tragikomädie "So viel Zeit" spielt Jan Josef Liefers einen alternden Rock‘n’Roller, der es nochmal mit seiner Band wissen will – weil seine Ärztin bei ihm einen Hirntumor gefunden hat und ihm nicht mehr viel Zeit gibt. Doch seine alten Musikkollegen haben sich alle gutbürgerlich niedergelassen und gehen anderen Berufen nach. Trotzdem kann er sie für ein einziges Konzert als Vorband der Skorpions überzeugen. "Für mich", so Liefers gegenüber der "Hörzu", "dreht sich der Film um drei Dinge: erstens um die Kraft der Musik, zweitens um die Kraft der Freundschaft und drittens um die Frage, wie man seine Lebenszeit sinnvoll nutzt."

SO VIEL ZEIT Trailer

Da liegt die Frage nahe, ob sich der vor allem in der Rolle des Münsteraner "Tatort"-Ermittlers Prof. Dr.Dr. Karl-Friedrich Boerne bekannte Schauspieler schon privat mit dem Tod beschäftigt hat. Darauf fand Liefers bewegende Worte…

So reflektiert Jan Josef Liefers über den Tod seines Vaters

"Ja, als mein eigener Vater an Krebs erkrankte und später daran starb“, beantwortet Jan Josef Liefers die Frage der "Hörzu". "Zwischen Diagnose und Tod hatte er noch drei Jahre – aber diese Zeit hat er nicht genutzt, um die ganze Klaviatur der heutzutage angebotenen Therapien durchzugehen, sondern sich für Lebensqualität statt für mehr Lebenszeit entschieden. Während der ihm bleibenden Spanne hat er manches besser gemacht als früher. Er wollte seine Enkel erleben, etwas mit ihnen unternehmen."

Der Tod seines Vaters, des Regisseurs Karlheinz Liefers im Jahre 2006 habe Jan Josef nicht nur bewusst gemacht, dass man seine Zeit besser nutzen sollte, sondern auch, "dass ich nun der einzige lebende Mann in unserer Familie bin.“ Auf die Frage, ob ihm Religion die Kraft geben würde, das Thema zu bewältigen, findet der Musiker harte Worte: "Ich bin kein religiöser Mensch, und ich glaube in diesem Sinne nicht an einen Masterplan. Religion ist ein System, das wir uns geschaffen haben, um uns in einen höheren Zusammenhang zu stellen und gleichzeitig Regeln zu geben. Denn es ist schwer zu ertragen, dass wir nur zufällig existieren und dass sich die Evolution einen Scheiß dafür interessiert, ob wir glücklich werden."

Wie stellt sich Jan Josef Liefers seinen eigenen Tod vor?

Auf die Frage, wie er sich selbst am liebsten aus dem Leben verabschieden würde, hätte er die Wahl, zieht er nicht unbedingt den Künstlertod auf der Bühne vor. Für ihn ist nur wichtig, dass es schnell über die Bühne geht: "ohne Ankündigung mitten aus dem bunten Leben gerissen zu werden fände ich gut. Auch wenn es nicht leicht für die anderen ist. Peng – und aus!"

Das ganze Interview mit Jan Josef Liefers erscheint am 16. November 2018 in der "Hörzu".

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Schauspielerin Eva Habermann sprach in jüngerer zeit über den Tod ihrer Mutter, wie auch Angelo Kelly über den tragischen Krebs-Tod seiner Mutter. Auch Tina Turner reflektierte vor einigen Wochen über den Tod, hier über den ihres Sohnes.

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