11.10.2018

Kinderbuchautorin Collien Ulmen-Fernandes: "Es gibt zu wenig Superheldinnen!"

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Moderatorin und Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes über ihr Buch, Handynutzung und Geschlechterrollen.

Foto: imago/Future Image

Moderatorin und Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes über ihr Buch, Handynutzung und Geschlechterrollen.

Ihr Kinderbuch "Lotti und Otto" will mit Geschlechter-Klischees aufräumen. Warum Collien Ulmen-Fernandes das so am Herzen liegt, erzählt sie im Interview mit BILD der FRAU.

Wir kennen sie vor allem als Moderatorin, Schauspielerin und Model. Nun hat Collien Ulmen-Fernandes (36) ihr zweites Buch veröffentlicht – ein Kinderbuch – und sie gehört zur Jury des kürzlich verliehenen "YouTube Goldene Kamera Digital Awards". Anlass also für ein Gespräch über Klischees und Smartphones.

Collien Ulmen-Fernandes ist nicht handysüchtig – dafür ihr Mann

BILD der FRAU: Liebe Collien, YouTube ist ja vor allem bei Teenagern ein Hit. Was gefällt Ihnen auf YouTube?

Collien Ulmen-Fernandes: Vieles, und genau deswegen finde ich es super, dass es diesen YouTube Goldene Kamera Digital Award gibt. Denn: Wir schmeißen nicht den Leuten die Preise hinterher, die besonders viele Abonnenten haben, sondern wir achten in erster Linie auf Qualität. In der Kategorie der Lehrvideos habe ich viel gesehen, was richtig gut war.

Das Internet gilt heute als einer der größten Zeiträuber – bei Ihnen auch?

Da muss ich Sie enttäuschen. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die im Internet versinken. Dafür ist bei uns mein Mann zuständig. Der sitzt stundenlang vorm Computer und guckt, was Leute bei Instagram gepostet haben. Meins ist das nicht.

Mit Ehemann Christian Ulmen (43) ist Collien Ulmen-Fernandes seit 2011 verheiratet. Die beiden haben eine 6-jährige Tochter.

Also schalten Sie Ihr Handy auch einfach mal aus?

Ja, wenn ich drehe zum Beispiel. Ich finde, wir könnten alle mal einen Gang runterschalten und uns wieder mehr Zeit lassen für die Sachen, die wir im echten Leben machen.

Gibt es bei Ihnen zu Hause Zeiten, in denen Handys absolut verboten sind?

Das wäre was! Ein Traum. Aber das lässt sich mit einem handysüchtigen Ehemann leider nicht machen.

Was ganz anderes: Sie haben das Kinderbuch "Lotti und Otto – Eine Geschichte über Jungssachen und Mädchenkram" veröffentlicht. Darin wollen Sie mit Geschlechter-Klischees aufräumen.

Es geht mir darum, das Sichtfeld zu erweitern. Ich möchte, dass allen Kindern die ganze Welt offen steht. Als Mädchen kommt man aber nicht auf die Idee, ein Erfinderset auszuprobieren, wenn es nur in der Jungs-Abteilung steht. Diese Dinge werden Mädchen leider viel zu wenig geschenkt. Stattdessen gibt es: ein Plüsch-Einhorn.

Mädchenkram.

Genau. Aber was mir wichtig ist: Ich will den Mädchen diese Sachen gar nicht wegnehmen, ich möchte etwas hinzufügen. Warum bekommen wir Mini-Bügeleisen und Jungs ein Mikroskop? Das ist verkehrt! So machen wir eine Rolle rückwärts ins Frauenbild der 50er-Jahre.

Was tun Sie selbst im Alltag gegen diesen Trend?

Meine Tochter hat bereits ein Bewusstsein dafür entwickelt. Ihr fällt auch auf: Mama kocht immer, macht die Wäsche. Dann marschiert sie zu Papa und sagt: "Ich verlange von dir, dass du auch mal wäschst."

Und: Hat sich was geändert?

Lassen wir das (lacht). Sie kam auch mal aus dem Kindergarten und sagte: "Mama, manche Sachen sind Jungssachen, die können Mädchen nicht machen." Da habe ich gefragt: "Was denn?" Dann hat sie aufgezählt: Skateboarden, Superhelden spielen. Was für ein Quatsch. Jetzt suchen wir uns eben weibliche Superheldinnen-Vorbilder. Die sind aber leider rar gesät.

Dieses Interview erschien zuerst in der BILD der FRAU.

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