02.10.2018

Sie verbot Kontakt zur Enkelin Nach Michelle Hunzikers Sektenbeichte: So kämpfte ihre Mutter um sie

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Ineke Hunziker (l.) kämpfte um ihre Tochter Michelle Hunziker, die sich jahrelang einer Sekte verschrieben hatte.

Foto: imago/APress

Ineke Hunziker (l.) kämpfte um ihre Tochter Michelle Hunziker, die sich jahrelang einer Sekte verschrieben hatte.

Michelle Hunziker war jahrelang Mitglied einer Sekte, in der sie manipuliert wurde und sich von ihrer Familie entfremdete. Wie schlimm diese Zeit auch für ihre Mutter war, erzählte diese jetzt in einem Interview.

Wenn es um die eigenen Kinder geht, kämpfen Mütter wie eine Löwin – davon kann auch Ineke Hunziker, Mutter der schweizerisch-italienischen Entertainerin Michelle Hunziker, ein Lied singen. 14 Jahre sind inzwischen vergangen, seit sich die 41-Jährige aus den Fängen einer gefährlichen Sekte befreien konnte, der sie fünf Jahre lang angehörte. Eine fürchterliche Zeit, auch für ihre Mutter, die ohnmächtig mitansehen musste, wie sich die Tochter von ihr entfernte. "Ich habe immer wieder SMS geschrieben, angerufen, obwohl sie mir gesagt hat, dass sie mich nicht mehr sehen will", erinnert sich Ineke Hunziker im Doppelinterview mit dem Magazin "Bunte" an jene Zeit, in der die tapfere Mutter ihre Tochter Michelle Hunziker beinahe an eine Sekte verloren hätte.

Michelle Hunziker in den Fängen einer Sekte: Konflikt mit der Mutter eskaliert

Einmal habe sie sich sogar mit einem Baseballschläger bewaffnet auf den Weg gemacht, um "diese böse Frau zusammenzuschlagen", so Ineke Hunziker weiter. Gemeint ist die Sektenführerin, die Michelle Hunziker in ihrem Buch "Ein scheinbar perfektes Leben: Wie ich aus Liebe zu meiner Tochter den Fängen der Sekte entkam" nur "Clelia" nennt.

Vollends eskalierte der Konflikt dann, als Michelle ihrer Mutter den Umgang mit der "geliebten Enkeltochter Aurora" (21, im Foto links zu sehen neben ihrer Mutter und ihren beiden Halbschwestern) verbieten wollte. Daraufhin habe Ineke "ein Interview" gegeben und sei "vor Gericht" gezogen. Und während die Mutter hoffte, die Tochter würde dadurch "aufwachen", machte es umgekehrt für Michelle "alles noch schlimmer". Denn die Sekte interpretierte Inekes Aktionen als "Hass" und "öffentliche Bloßstellung".

Ineke Hunziker setzte der Konflikt schwer zu. "Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr arbeiten", erinnert sie sich an die düstere Phase. "Irgendwann war ich so verzweifelt, dass ich mir einredete, Michelle sei tot." Eine Psychologin hatte ihr als "eine Art Trauerbewältigung" dazu geraten. Das sei allerdings "noch grausamer" für sie gewesen, da sie ihre Tochter ja "im TV, in Zeitungen, überall gesehen" habe. "Nur für mich war sie unerreichbar."

Michelle Hunziker war von Sektenführerin abhängig

Wie schlimm die Sekten-Erfahrung für Michelle Hunziker selbst war, hat die 41-Jährige jetzt in einem Buch festgehalten. Schon während ihrer Zeit als Mitglied hatte sie Zweifel: "Tief in meinem Herzen wusste ich, dass ich einen gewaltigen Fehler mache und dass ich mich vor allem von meiner Familie entfernte", schreibt sie. "Aber sie (Clelia, Anm. d. Red.) war einfach so verführerisch, so weich, so duftend und heimelig. Und ich war so schwach, dass ich ihr folgte. Ich war von ihr abhängig."

Michelle konnte sich befreien – und im Nachhinein, sagt sie, versteht sie ihre Mutter und ihren damaligen Noch-Mann Eros Ramazzotti vollkommen, auch ihre Ängste im Umgang mit der Situation. "Sie haben alles getan, was ihrer Ansicht nach gut für Aurora war", lobt sie die beiden denn auch in ihrem Buch. Und sie hält als Fazit für sich fest: "Ich denke, die einzige Möglichkeit, jemandem zu helfen, der in den Fängen einer Sekte ist, ist letztlich die Liebe."

Heute lebt Michelle Hunziker eine Familienidylle wie im Bilderbuch

Doch das ist alles längst Geschichte – Ineke Hunziker und ihre Tochter sind heute wieder ein Herz und eine Seele, wie auch das Foto rechts unschwer erkennen lässt. Michelle Hunziker gelang der Ausstieg aus der Sekte, nachdem ihre Tochter Aurora irgendwann zu ihr gesagt habe: "Ich will meine strahlende, schöne Mami zurück." Das sei der Anfang vom Ende gewesen, erinnert sich die beliebte Moderatorin.

Einen ganz neuen Anfang wagte Michelle Hunziker dann mit dem Trussardi-Erben Tomaso Trussardi (35). Die beiden verlobten sich 2013, heirateten 2014, haben inzwischen zwei Töchter – Sole (4) und Celeste (3) – und machen kein Hehl daraus, dass sie sich auch noch einen Sohn wünschen. Mit dem italienischen Schmusesänger Eros Ramazzotti (54) war Hunziker von 1998 bis 2009 verheiratet. Die beiden bekamen zusammen Tochter Aurora.

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Bildhübsch, immer gut gelaunt, strahlend: Kaum zu glauben, dass Michelle Hunziker auch mal gemobbt wurde! Die 3-Mädels-Mama über das, was Frauen stark macht.

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