21.09.2018 - 15:07

Der Schauspieler im Interview Elmar Wepper: Permanent glücklich zu sein, kann man nicht aushalten

Von Wibke Thiedemann

Elmar Wepper sprach mit BILD der FRAU über seinen neuen Film "Grüner wird's nicht", das Verhältnis zu seinem Bruder Fritz und ganz private Dinge.

Foto: imago/SKATA

Elmar Wepper sprach mit BILD der FRAU über seinen neuen Film "Grüner wird's nicht", das Verhältnis zu seinem Bruder Fritz und ganz private Dinge.

Seit rund 60 Jahren steht Elmar Wepper schon vor der Kamera – jetzt ist der 74-Jährige mit "Grüner wird's nicht" im Kino zu sehen. Im Interview mit BILD der FRAU sprach der Schauspieler über die wichtigen Dinge des Lebens.

Während sein großer Bruder Fritz gern mal auffällt, liebt Elmar Wepper die leisen Töne. Der 74-Jährige, der von 1974 bis 1976 Kriminalhauptmeister Erwin Klein in der ZDF-Serie "Der Kommissar" spielte, punktet mit Gefühl und Tiefgang – auch in seinem neuen Film "Grüner wird's nicht". Darin spielt er Schorsch, der in der Krise steckt: Ehe kaputt, Firma pleite – und dann soll auch noch sein Flugzeug gepfändet werden. Kurzentschlossen fliegt er davon. Und bändelt auf seiner Reise Richtung Nordkap mit Hannah an... Im Interview mit BILD der FRAU sprach Elmar Wepper über seinen aktuellen Film, das Älterwerden – und Glück.

Interview mit Elmar Wepper über die wirklich wichtigen Dinge im Leben

Lieber Herr Wepper, wollten Sie auch schon mal abhauen?

Nein, da muss ich Sie enttäuschen (strahlt).

Aber Gärtner "Schorsch", die Hauptfigur in Ihrem neuen Film; der fliegt einfach weg, als ihm alles zu bunt wird.

Ja, immer, wenn es eng wird in seinem Leben, dann steigt er in seinen alten Doppeldecker und fliegt 'ne Runde. Und diesmal gibt's eben diesen Knall: Der Kunde will nicht zahlen, er ist pleite und hat dazu auch noch Streit daheim. Wenn ich, was ich nicht glaube, jemals so weit käme, würde ich spätestens nach fünf Minuten denken: "Das kannst du nicht machen! Du hast doch eine Frau zu Hause, und einen Hund hast auch – die zwei kannst du nicht alleine lassen." Ich würde sofort wieder landen.

"Schorsch" will ans Nordkap, wo würden Sie gern mal hin?

Ich war schon fast überall auf der Welt, Australien und Neuseeland fehlen, das wäre noch was. Aber es ist kein Traum, ich bin mit dem, wie mein Leben so ist, mehr als zufrieden. Und wenn ich zu meiner Frau sage: "Lass uns nach Südtirol fahren", dann erfüllt mich das. Auf die Freunde, die in meinem Alter noch Kanufahrten auf dem Mekong machen, bin ich nicht neidisch.

Sie sind vernünftiger?

Heute würde ich sagen, ich bin vor allem gelassener. Ich muss nicht überall dabei sein. Generell war ich schon immer ein eher vorsichtiger Mensch. Ging es darum, irgendwo runterzuspringen, habe ich gesagt: "Ich lass das lieber. Wer weiß, wie ich da aufkomme oder was mich erwartet."

Im Unterschied zu Elmar Wepper haben sich viele Promis einen neuen Namen zugelegt. Wie die Stars in Wahrheit heißen, erfahren Sie hier:

So heißen die Promis wirklich
So heißen die Promis wirklich

Im Film geht's auch um die Liebe zur Natur. Sind Sie ein guter Gärtner?

Na ja, man pflanzt, man schneidet, man sät und man macht auch viel verkehrt. Wir haben einen schönen Garten – alles sieht aus, als wenn es wild gewachsen wäre, und genau da musst du viel Pflege reinstecken. Wir sind viel draußen, irgendwas gibt es immer zu schneiden, zu reparieren – oder wir naschen Tomaten vom Strauch.

Es gibt Leute, die sprechen mit ihren Pflanzen. Sie auch?

Ich nicht, aber ich hatte einen Freund, den Georg, der hatte mal eine Pflanze mit nur zwei Blättern. Georg fing dann an, die Pflanze zu besprechen. Nach zwei Wochen sind auch die letzten Blätter abgefallen (lacht). Aber ich glaube schon an eine Kraft, die von Pflanzen ausgeht. Meine Frau umarmt auf unseren Spaziergängen gerne Bäume. Ich stehe dann daneben mit dem Hund und warte. Das sind schöne Momente.

Sie sind glücklich.

Ja, ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich habe. Aber ich weiß nicht, ob es im Leben darum geht, permanent glücklich zu sein. Als Dauerzustand könnte man das gar nicht aushalten. Man muss auch wissen, was es heißt, unglücklich zu sein, um das Besondere zu schätzen. Viele Menschen sind heute unzufrieden, weil sie nicht erkennen, was sie haben, weil ihnen ununterbrochen vermittelt wird, dass die anderen mehr haben. Diese Unzufriedenheit ist die größte Hürde fürs Glück.

Wie ist es mit der Arbeit: Denken Sie daran, kürzer zu treten?

Ach, alles will ich nicht mehr machen, ich reduziere seit Jahren. Wenn man älter wird, wird Zeit wirklich kostbar. Vor 30 Jahren war es so, dass man dachte: Im Februar fliege ich auf die Malediven – und wir haben erst Oktober, das dauert ja noch ewig. Was für ein Frevel, so mit Zeit umzugehen.

Heute wissen Sie die Zeit richtig zu schätzen?

Sehr sogar. Ich bin froh darüber, mich von meinem Beruf nie so abhängig gemacht zu haben. Ich weiß, ich kann ohne ihn leben – erfüllt und freudig. Ich habe meine Frau, meine Familie, meine Freunde...

Apropos Familie und Hobbys: Gehen Sie mit Ihrem Bruder Fritz noch Fliegenfischen?

Oh ja, am liebsten an der Traun. Wir stehen dann in unseren Wathosen nebeneinander im Fluss und schwingen die Ruten (lacht). Wir genießen es, miteinander zu schweigen. Und wenn wir was gefangen haben, dann werfen wir unser Räucheröfchen an, öffnen eine Flasche richtig guten Wein –für "nur" guten Wein sind wir zu alt, sagt Fritz – und haben eine Viertelstunde später frischen, lauwarmen Fisch auf dem Teller. Mehr braucht's nicht.

_______________

Lesen Sie noch mehr Promi-Interviews – zum Beispiel mit Maren Gilzer, die verrät, warum sie bei ihrem Namen und Alter geschummelt hat. Und Roy Peter Link alias Dr. Niklas Ahrend aus "In aller Freundschaft" hätte nie gedacht, dass er mal einen Oberarzt spielen würde.

Promis und Royals

Promis und Royals

Alle News und Fakten aus der Welt der Royals, Stars und Sternchen.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe