14.09.2018

„Zwischen Tüll & Tränen“-Star Brautmoden-Profi Uwe Herrmann: Warum tun sich Frauen Shapewear an?

Uwe Herrmann ist der heimliche Star der Vox-Serie "Zwischen Tüll und Tränen". Was der Brautmodenpapst im Interview mit BILD der FRAU alles verrät, lesen Sie hier.

Foto: Stefanie Schumacher (www.schoko-auge.de)

Uwe Herrmann ist der heimliche Star der Vox-Serie "Zwischen Tüll und Tränen". Was der Brautmodenpapst im Interview mit BILD der FRAU alles verrät, lesen Sie hier.

"Zwischen Tüll und Tränen" hat den populären Brautmodenpapst Uwe Herrmann noch berühmter gemacht. Im Interview mit BILD der FRAU spricht der 53-Jährige über den plötzlichen Tod einer Mitarbeiterin, die Farbe von Brautkleidern, Notfalltipps für den großen Tag – und warum er Shapewear völlig überflüssig findet.

Uwe Herrmann ist ein echter Brautmoden-Profi: In der Vox-Show "Zwischen Tüll und Tränen" steht der 53-Jährige Hochzeitspaaren als Berater zur Seite, und in seinem Dresdner Laden gehen jährlich rund 2500 Kleider über den Ladentisch. Unterstützt wird er dabei von rund 30 Mitarbeiterinnen. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass eine von ihnen gestorben ist.

Im Interview mit BILD der FRAU hat "Zwischen Tüll und Tränen"-Star Uwe Herrmann über den schmerzlichen Verlust seiner Mitarbeiterin, die Farbe von Brautkleidern, Problemzonen und Notfalltipps für den großen Tag gesprochen.

Interview mit "Zwischen Tüll und Tränen"-Star Uwe Herrmann

Herzliches Beileid zum Tod von Frau Hosemann, lieber Herr Herrmann

Danke. Der Tod von unserer "Hose" geht uns allen sehr nahe, das können Sie auch auf meinem Facebook-Post vom 10. September sehen. Unsere Frau Hosemann war eine langjährige Mitarbeiterin in meinem Geschäft. Sie ist vor kurzem in Rente gegangen und hat mit Freude hier noch stundenweise gearbeitet. Als Madame Couture war sie eine Bereicherung für unser Geschäft. Sie träumte immer von Glitzerkleidern! Wenige Tage vor ihrem Tod hatten wir mit Frau Hosemann noch ein großes Fotoshooting in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Superillu".

Wie geht es jetzt weiter ohne sie?

Sie hat eine große Lücke hinterlassen! Wie es in Zukunft weitergeht, kann ich erst sagen, wenn der erste Schock vorbei ist. Dann müssen wir sehen, wie und ob wir diese Lücke schließen können.

"Zwischen Tüll und Tränen"-Star Uwe Herrmann trauert um seine langjährige Mitarbeiterin Birgit Hosemann.

Warum nicht auch in Rot heiraten – wenn's gefällt?

Sie sind seit vielen Jahren im Brautmoden-Geschäft. Was meinen Sie: Müssen Brautkleider eigentlich immer weiß sein?

Nein. Mir persönlich gefällt eine weiße Braut zwar auch besser, aber wenn die Frau sich in ihrem Kleid wohlfühlt und es authentisch ist, ist die Farbe aus meiner Sicht schnurzpiepegal. Früher, noch bis vor etwa 100 Jahren, waren Brautkleider übrigens schwarz – aus ganz pragmatischen Gründen, das war pflegeleichter, und das Kleid wurde zu feierlichen Anlässen weiterhin getragen.

Wenn eine Braut sich also beispielsweise in meinem Haus bei den Festkleidern umschaut, dabei ein, sagen wir mal, rotes Schützenfestkleid findet und darin heiraten will: warum nicht? Unsere Schneiderei macht ihr auf Wunsch vielleicht noch einen Schleier dazu: fertig.

Was ist Ihnen bei der Beratung von Brautpaaren besonders wichtig?

Ich gehe auf das soziale Umfeld ein. Ich beobachte das Paar, gehe bei der Beratung intuitiv und instinktiv vor. Ich habe da einen philosophischen Ansatz, und das funktioniert ganz gut. Man könnte auch sagen: man muss wissen, wie eine Frau riecht.

In der Regel weiß ich auch sofort, wie ich eine Kundin kleiden würde, wenn ich sie zum ersten Mal sehe. Natürlich kommt mir da auch meine jahrelange Erfahrung zugute. Die bringe ich auch in die Folgen von "Zwischen Tüll und Tränen" ein, wo ich ja auch berate.

Warum tun sich Frauen so etwas wie Shapewear an?

Was halten Sie davon, wenn Bräute Problemzonen wegkaschieren wollen?

Ich tue mich ehrlich gesagt schwer damit: Frauen sollten sich lieber treu bleiben, außerdem ist Shapewear gar nicht nötig beim richtigen Schnitt des Brautkleides. Überhaupt: Warum tun sich Frauen so was an? Eine Hochzeit ist doch kein Laufsteg!

Dann wird der Busen womöglich noch höher geschnürt, die formende Strumpfhose tut ein Übriges, nur: Nach dem Ausziehen entpuppt sich die Frau dann als völlig anderer Mensch. Das ist doch nicht Sinn der Sache.

Welches Accessoire ist für Sie unverzichtbar?

Der Schleier. Einfach, weil er schon so eine lange Tradition hat.

Sicherheitsnadeln und Blasenpflaster bei der Hochzeit nicht vergessen

Was sollte eine Braut am Hochzeitstag auf jeden Fall dabei haben?

  • zum Fleck entfernen I: heißes Wasser (in der Thermoskanne, oder es sollte griffbereit stehen)
  • zum Fleck entfernen II: Bleichmittel (falls das Kleid weiß ist)
  • zum Fleck entfernen III: 2 Baumwolltücher, eins zum Reinigen, eins zum Trockentupfen
  • zum Fleck entfernen IV: Reisebügeleisen und zwei Löschblätter
  • Mini-Notapotheke mit Pflaster, Blasenpflaster, Kopfschmerztabletten
  • Deo
  • etwas Geld (Taxi, Noteinkauf etc., man weiß nie)
  • Nähzeug und Sicherheitsnadeln

Und eine letzte Frage: Kann eine Frau alles tragen?

Ja – wenn sie das Selbstbewusstsein hat und von sich sagen kann: das bin ich. Und sich dabei nicht vom Zukünftigen, der Familie und Freunden reinreden lässt.

Auf der Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid? Lassen Sie sich von diesen aktuellen Brautmoden-Trends inspirieren:

Brautmoden-König Jörg Michels von "Zwischen Tüll und Tränen" sagt von sich, er habe den schönsten Beruf der Welt, denn er hilft dabei, das wichtigste Kleid im Leben zu finden.

Maritta Emser aus "Zwischen Tüll und Tränen"führt drei Brautmoden-Geschäfte und kleidet gern alle Frauen ein. Auch Promis und sogar eine Prinzessin haben bei ihr schon das perfekte Kleid gefunden.

Viele weitere Tipps für die perfekte Hochzeit – vom Hochzeitsoutfit über Geschenkideen zu hilfreiche Checklisten – finden Sie auf unserer umfassenden Themenseite.

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