06.09.2018

Exklusiv-Interview Maren Gilzer: Darum habe ich bei meinem Namen und Alter geschummelt

Sicher kennen Sie das Ex-Model Maren Gilzer noch aus der Kultsendung "Glücksrad". Nach dem Dschungelcamp kommen nun neue, spannende Projekte.

Foto: imago/APress

Sicher kennen Sie das Ex-Model Maren Gilzer noch aus der Kultsendung "Glücksrad". Nach dem Dschungelcamp kommen nun neue, spannende Projekte.

Im Interview spricht Maren Gilzer über falsche Namen, falsches Alter und den Preis des Ruhms. In ihrem noch unfertigen Buch will sie den Stars von Morgen erklären, mit welchen Konsequenzen sie in der Promi-Welt rechnen müssen.

Für viele ist und bleibt sie das schönste Gesicht der Kultsendung der 90er Jahre: "Glücksrad". Sie ist aber auch die unerschütterliche Kämpferin, die sich tapfer durch den Promi-Dschungel in Australien geschlagen hat und dabei ganz und gar den Komfort eines prominenten Ex-Models zur Seite gelegt hat. Star-Allüren und Tussi-Gehabe – das wird man bei Maren Gilzer nie erleben. Sie ist eine intelligente, starke und wandelbare Frau, die vor allem eines kann: in Krisensituationen und bei Rückschlägen an das Positive glauben. Ihr Motto: "Es ist völlig normal, dass sich der Wind ab und zu dreht. In jedem Abschied, in jedem Verlust kann man immer auch etwas Positives finden."

BILD der FRAU-Redakteur Sascha Lauterbach hat Maren Gilzer zu Hause im Norden von Berlin besucht und mit der 58-jährigen Powerfrau über ihre Karriere, ihre Projekte und ihre große Liebe gesprochen.

Maren Gilzer – die Frau, die sich ständig neu erfindet und für nichts zu schade ist

BILD der FRAU: Maren, vor kurzem erst bist du von außerhalb nach Berlin-Mitte gezogen, jetzt wieder hinaus in den Norden von Berlin. Ein Hin und Her, wie kommt das?

Maren Gilzer: Ach ja, das ist schon etwas turbulent. Ich bin tatsächlich drei bis vier Mal umgezogen in nur einem Jahr. Das hat aber auch seine Gründe. Ich war ja tatsächlich vier Jahre Single, lebte außerhalb Berlins. Und nach dem Dschungel war ich auf so ziemlich jeder Party eingeladen und musste immer den langen zähen Weg in die Stadt machen. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Teenager, der ganz viel zu erleben hat. Auch Freundinnen haben ständig gesagt, dass man in Mitte oder Charlottenburg viel besser ausgehen, essen oder was trinken könne. Und so stand es für mich schnell fest, ich ziehe um.

Während des Umzuges jedoch lernte ich meinen Verlobten Harry kennen. Es entwickelte sich langsam, aber stetig ein ziemlich festes Band zwischen uns. Irgendwie war uns die gemeinsame Zeit zu zweit wichtiger als die vielen Partys und Events mit den roten Teppichen. Also entschlossen wir uns doch wieder, weiter raus ins Grüne zu ziehen.

Zukunftsplan Inneneinrichterin?

Du lebst hier sehr stylisch, tolle Böden, schicke Möbel und viel individueller Style. Hast du das von einem Profi machen lassen?

Ja, und zwar von mir selbst. Was viele nicht wissen: ich bin gelernte technische Zeichnerin, habe Maschinenbau, Hochbau, Tiefbau und Elektrotechnik studiert. Eines meiner Talente ist tatsächlich, dass ich sehr logisch und sehr komplex Dinge planen kann. Ich weiß genau, welche Handwerker wie lange brauchen und in welcher Reihenfolge ich sie welche Arbeiten machen lassen muss. Ich bin also tatsächlich leidenschaftliche Innenarchitektin. Ich komme in einen Raum, spüre den Charakter bzw. die Energie und kann mir genau vorstellen, wie aus den eigenen vier Wänden eine Wohlfühloase entsteht.

Geht es dir nur um schicke Deko oder reißt du auch Wände ein?

Genau das ist meine Spezialität: Ich verändere alles, bis es wirklich schön ist. Ich sehe sofort, welche Wand mich stört und welches Raumkonzept viel schöner wäre.

Das wäre doch vielleicht auch ein Job für dich, oder?

Tatsächlich ist das geplant. Ich möchte Menschen beraten und ihnen dabei helfen aus ihren Räumen, ihren Wohnungen und ihren Häusern Orte der Erholung und der Entspannung zu zaubern. Und dabei bin ich eben nicht die Deko-Expertin, die nur hübsche Kerzen und Kissen drapiert, sondern ich möchte ein Gesamtkonzept schaffen vom Fußboden über Raumstrukturen bis hin zum Läufer auf dem Tisch. Marens Wohn-Träume für jedermann quasi.

Bei dir steht aber noch mehr an. Stimmt es, dass du planst, ein Buch zu schreiben?

Tatsächlich schreibe ich gerade ein Buch, das momentan noch den Arbeitstitel "Alles für den Ruhm" trägt. Zusammen mit dem österreichischen Ex-It-Boy Clemens Tischler zeige ich dort viele Wege und Möglichkeiten auf, wie man Karriere macht, Ruhm erlangen kann und welchen Preis man dafür dann auch zu zahlen hat.

Maren Gilzer: "Was heute unter deiner Würde ist, ist morgen Trend"

Das klingt nach einem Enthüllungsbuch?

Nein, ganz so ist es nicht. Die Geschichten werden sich an meiner Karriere orientieren, ich werde Dinge erzählen, von Erfahrungen berichten, die spannend und skurril zugleich sein werden. Ich werde keine Namen nennen von Menschen, mit denen ich mich dann im Nachhinein eventuell vor Gericht herumstreiten müsste. Aber ich werde erzählen, welch unterschiedliche Wege Menschen einschlagen, um Ruhm zu erlangen und bekannter zu werden. Auf den unzähligen roten Teppichen und glamourösen Events habe ich genug erlebt, um Bände mit Geschichten zu füllen.

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Wird das dann ein Ratgeber werden oder eine Abrechnung?

Weder noch. Ich möchte nicht verurteilen, aber auch nicht vorschreiben, welcher Weg nun der richtige ist. Ich will einfach aufzeigen, welche Entscheidung zu welcher Konsequenz führt. Micaela Schäfer zum Beispiel hat sich für die erotische Schiene entschieden, sie zeigt viel Haut und steht dazu. Das kann man machen, wenn das für einen okay ist und man weiß, in welche Schublade man gesteckt wird und mit welchen Aufträgen man dann zu rechnen hat.

Ich will den vielen aufstrebenden, hoffenden und vielleicht auch blauäugig denkenden Sternchen von morgen einfach eine Art Erfahrungsbericht mit an die Hand geben, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen. Ich denke, das wird sehr spannend und amüsant zugleich werden.

Du sprichst in dem Buch auch über deine Karriere. Damals warst du ein erfolgreiches Model. Zu Beginn deiner Laufbahn musstest du aber anscheinend auch die ein oder andere Lebenslüge umsetzen, oder?

Mit 24 Jahren oder vielleicht auch mit 25 habe ich als Model so richtig losgelegt. Schon damals wurde mir nahegelegt, mein Alter etwas zu frisieren. Ich war also offiziell Anfang 20 und nicht Mitte 20. Auch mein Name ist direkt geändert worden. Eigentlich heiße ich Marion, aber Maren war wohl besser für die Karriere.

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Würdest du den aufstrebenden Models von heute nun dazu raten, bei ihrem Alter etwas zu mogeln oder nicht?

Ehrlich gesagt hat sich an der Model-Szene nicht viel geändert. Auch heute ist es definitiv nicht von Nachteil, wenn man sich ein paar Jahre jünger macht. Man muss es knallhart sagen: Wenn die Welt um dich herum verarscht werden will, damit du weiterkommst, dann verarsche sie.

Lass uns nochmal kurz auf den Tag zu sprechen kommen, als du dein wahres Alter verraten hast. Wie war das?

Ich war kurz davor, 46 zu werden. Zumindest offiziell. In Wirklichkeit stand mein 50. Geburtstag vor der Tür. Und ich wollte nicht eine große Party mit vielen Freunden machen zu einer unrunden Zahl. Zum 46. Geburtstag eine Big Party, das passt irgendwie nicht. Also entschied ich mich ganz offiziell, meinen 50. Geburtstag zu feiern. Das war wie ein Befreiungsschlag. Zwar hieß es danach in der Presse, ich hätte gelogen und verheimlicht. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass es eigentlich die Branche selbst und die Macher dahinter sind, die so etwas hinnehmen und indirekt auch einverlangen. Denn wer ein 24-jähriges Model nicht bucht, obwohl sie seinen Vorstellungen entspricht, aber exakt dieselbe Person buchen würde, wenn sie vorgibt 20 zu sein, dann hat derjenige ein Problem.

Apropos Alter, du bist 58 und in naher Zukunft 60. Bereitet dir diese Zahl Angst?

Ich würde lügen, wenn ich sage nein. Mein Schatz und ich sind zu meinem 58. Geburtstag am Strand von Thailand spazieren gegangen. Da ist mir bewusst geworden, dass es nur noch zwei Jahre bis zum 60. Geburtstag sind. Tja, und dann nur noch ein Wimpernschlag bis zum Rentenalter. Das hat mir Unwohlsein beschert.

Harry hingegen hat das ganz anders, vor allem positiv gesehen. Er schwärmte davon, wie wir dann mehr Zeit füreinander hätten. Wir würden monatelang in Thailand das Leben genießen, kaum noch Verpflichtungen haben. Einfach nur den Spaß am Leben genießen. Und das klang und klingt für mich plausibel.

Lesen Sie hier weitere spannende Artikel von Sascha Lauterbach. Er war beispielsweise beim 50-jährigen Jubiläum von Udo Walz dabei. Und mit TV-Star Victoria Herrmann hat er über ihr Schlank-Geheimnis gesprochen.

Mehr über Maren Gilzer lesen Sie auf Ihrer Website: www.maren-gilzer.de

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