01.08.2018 - 11:36

„Solche Assis!“ RTL-Show „Zahltag“: Harte Kritik an Ilka Bessin und Co.

Die Experten von "Zahltag" sollten eigentlich mit Rat und Tat zur Stelle sein (v.l.n.r.): Felix Thönnessen, Ilka Bessin und Heinz Buschkowsky.

Foto: MG RTL D / Gordon Mühle

Die Experten von "Zahltag" sollten eigentlich mit Rat und Tat zur Stelle sein (v.l.n.r.): Felix Thönnessen, Ilka Bessin und Heinz Buschkowsky.

Am Dienstag lief die letzte Folge von "Zahltag! Ein Koffer voller Chancen!". Lesen Sie hier, wie es mit den Hartz-IV-Familien so lief – und warum die Experten in der Kritik stehen.

Die RTL-Sendung "Zahltag! Ein Koffer voller Chancen!" hat einen ernsten Hintergrund. Ex-Hartz IV-Empfängerin und Moderatorin Ilka Bessin, Heinz Buschkowski (Ex-Bürgermeister von Neukölln) und Gründungsexperte Felix Thönnessen sollten drei Familien auf ihrem Weg raus aus Hartz IV und hin in ein normales und geregeltes Leben unterstützen. Die Protagonisten bekamen dafür eine finanzielle Starthilfe zwischen 25.000 und 33.000 Euro. Ein Jahr lang wurden sie begleitet und ihre Entwicklung dokumentiert. Am Dienstag lief nun bei RTL die dritte und letzte Folge. Lesen Sie hier, wie es den drei Familien zum Abschluss des Hartz-IV-Experiments ergangen ist.

"Zahltag! Ein Koffer voller Chancen!" – so lief die letzte Folge

Familie Metz, Familie Kempe und Familie Bergmann haben bei "Zahltag" teilgenommen. Vor allem bei Familie Metz ist der Weg raus aus Hartz IV von Anfang an sehr schwer. Der Großteil der 30.000 Euro, die sie erhalten haben, ist futsch, der mühsam aufgezogene Laden für Second-Hand-Kindersachen muss nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden.

Und auch privat gibt es Probleme. In der Beziehung kriselt es, was die Liebe auf den Prüfstand stellt. Eine weitere Baustelle: Um Miete zu sparen, zieht Familie Metz aus ihrer baufälligen Unterkunft aus. Aber die nächste Bleibe ist auch nicht viel besser, und schnell flattert vom Vermieter die Kündigung für die Wohnung ins Haus, weil die Familie zwei Monatsmieten im Rückstand ist.

Gründerberater Felix Thönnessen bringt das Fazit auf den Punkt: "Man hat ja das Gefühl, das werden bei denen mehr Probleme statt weniger."

Im Leben von Familie Metz herrscht Chaos, leider konnte da auch das Geld und die Unterstützung der sogenannten Experten nicht helfen. Heinz Buschkowsky fasst zusammen: Da können wir noch drei Koffer hinbringen, da wird sich nichts ändern", und er fügt hinzu: "Außer, dass die Koffer irgendwann leer sind."

Aber: Obwohl alles verloren schien, gibt es noch ein Happy End bei Familie Metz: In der letzten Folge zeigt RTL, dass die Familie erneut umgezogen ist und nun über dem eigenen Laden wohnt.

Familie Bergmann hat sich eine Imbissbude gekauft

Bei Familie Bergmann gibt es im Laufe des Jahres ebenfalls viele Veränderungen: sie konnte sich dank der Sendung eine Existenz aufbauen. Trotz mehrerer Rückschläge mit der Imbissbude halten sie durch – zumindest für das eine Jahr und bis zum Abschluss der Dreharbeiten.

Familie Kempes steht jetzt auf eigenen Beinen

Auch Familien Kempe hat den Weg raus aus Hartz IV geschafft. Die Experten hatten im Laufe des Jahres versucht, den Kommunikationsexperten Yves zu einer beruflichen Neuausrichtung zu bewegen. Aber die Mühen waren vergebens. Yves hielt an seinem Job fest, er stellte sich in zahlreichen Kitas als Kommunikationstrainer vor. Die positive Nachricht: Yves konnte so einige Kunden gewinnen und ist aktuell nicht mehr auf Unterstützung vom Amt angewiesen. Auch Christiane hat einen Job gefunden, sie arbeitet halbtags als Erzieherin.

Und die beste Nachricht: Die Kempes haben tatsächlich noch ungefähr 10.000 Euro aus ihrem Geldkoffer übrig und kommen mit dem Geld, das Christine als Erzieherin und Yves als Coach verdient, über die Runden.

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Fazit: Ende gut, alles gut?

Das Fazit zur Sendung: Alle drei Familien kämpfen für eine neue Chance im Leben. Allerdings haben sie das zu größten Teilen ihrem eigenen Engagement zu verdanken. Die Experten tauchen in den seltensten Fällen bei den Familien auf, sondern kommentieren im Fernsehstudio, was die Familien so treiben.

Yves Kempe geht hart mit den Experten ins Gericht, nachdem Experte Thönnessen ihm zu erklären versucht, dass die Familie noch zu wenig Geld verdienen würde. "Ich find's unverschämt, wie Sie hier als Experten auf Ihrer faulen Haut sitzen", legt Yves Kempe los und er erklärt weiter: "Ich hab' Sie nicht als Experten wahrgenommen." Kempe hat genug von "Zahltag" und verabschiedet sich mit den Worten: "Solche Assis!"

Beim Zuschauer bleiben Fragen offen

Auch bei den Zuschauern bleiben einige Fragen offen. So wird nicht erklärt, wie Familie Metz den Weg aus ihren Problemen rausgeschafft hat und nun eine Wohnung über dem Laden hat. Und wie sie genug Geld verdienen können, so dass sie nicht mehr auf Hartz IV angewiesen sind. Bei den Bergmanns ist ebenfalls unklar, ob der Imbiss dauerhaft funktionieren wird. Trotzdem planen sie bereits zu expandieren, von einem möglichen Crepes-Stand ist die Rede. Ob die Familien wirklich dauerhaft den Weg aus Hartz IV schaffen, bleibt also mehr als fraglich.

Und wie fanden die Experten das Experiment?

Die Experten fällen natürlich ein positives Fazit. Buschkowsky: "Ich glaube, dass das Experiment ein Gewinn ist und dass es funktioniert hat." Und deshalb scheint RTL bereits die zweite Staffel zu planen und neue Hartz IV-Familien zu suchen.

Ilka Bessin hat erfolgreich den Weg aus Hartz IV geschafft. Hier erzählt sie, wie schlecht es ihr damals ging und warum sie 36 Kilo zugenommen hat.

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