24.05.2018

Es sollte witzig sein... Ist das geschmacklos? Post zur Hochzeit von Meghan & Harry

Meghan Markle, fast immer strahlend, fast immer lachend. Ob sie sich über den Facebook-Post von Storck auch amüsiert hätte...?

Foto: Dominic Lipinski/PA Wire

Meghan Markle, fast immer strahlend, fast immer lachend. Ob sie sich über den Facebook-Post von Storck auch amüsiert hätte...?

Dieser Facebook-Post von "Super Dickmann's" ging wohl schief: Das Süßwaren-Unternehmen zeigte seinen Schaumkuss pünktlich zur Traumhochzeit von Meghan und Harry im Brautkleid – und erntet nun Rassismus-Vorwürfe.

Der unbedachte Umgang mit Wort- und Farbwahl in Zeiten, in denen immer und überall der Rassismus-Vorwurf lauert, ist ein heikles Spiel. Das jüngste Beispiel dafür lieferte jetzt Süßigkeiten-Hersteller Storck mit seinem Produkt "Super Dickmann's" – nämlich zur Hochzeit von Meghan und Harry anhand eines Facebook-Posts, der gründlich daneben ging...

Geschmacklos? Facebook-Post von "Super Dickmann's" zur Hochzeit von Meghan und Harry

Wie der Screenshot eines Twitter-Users dokumentiert, wurde auf der Facebook-Seite von "Super Dickmann's" pünktlich am 19. Mai der beliebte braune Schokokuss in einem weißen Kleid mit Schleier gezeigt, darüber prangte der Schriftzug "Ein Schaum in Weiß" – in Anlehnung an den Ausdruck "Ein Traum in Weiß".

Und um auch jedes Missverständnis auszuschließen, stand mit einem Smiley daneben: "Was guckt ihr denn so... Wollt ihr heute etwa nicht auch Meghan sein?"

Gemischte Reaktionen in den Kommentaren

Zum Screenshot schrieb der Twitter-User: "Eine Sache sollte man bei seiner Arbeit immer bewahren: Haltung. War das echt Euer Ernst? Eure Idee? Die des Kunden? Ich schüttle nur noch den Kopf. Unfassbar." Dazu setzte er den Hashtag #rassismus. Prompt hagelte es via Facebook jede Menge Kritik von allen Seiten.

Allerdings finden viele den Vorwurf auch vollkommen überzogen. Die Mehrheit an Usern in den Kommentaren zum oben genannten Tweet ist sich einig: in diesem Fall ist der Rassismus-Vorwurf an den Haaren herbeigezogen. Manche Kommentatoren antworten bissig, manche belustigt, und einige treiben die Debatte auf die Spitze:

  • Ist es eigentlich Rassismus, wenn ich lieber Weißbrot als Schwarzbrot esse?
  • In einer derart unschuldigen Grafik Rassismus zu erkennen, ist der wahre Rassismus
  • Zu 99% regt sowas nur die Leute auf, die weißer sind als ihre eigenen Zähne

Unternehmen reagiert auf Rassismus-Vorwürfe

Storck hat auf den Shitstorm hin bereits reagiert und zwei Tage später erklärt: "Eine dicke Entschuldigung! Die Welt von 'Super Dickmann's' ist bunt und vielfältig und fern von rassistischen Gedanken. Wir werden das Bild heute mittag von unserer Seite nehmen. Danke für Eure Beiträge und Hinweise."

Unternehmenssprecher Bernd Rößler bezeichnete das Bild laut dem Magazin "BZ" als "blöd und peinlich".

Auch H&M sah sich kürzlich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt: Für eine neue Kollektion trug ein schwarzer Junge einen Kapuzenpulli mit einer verunglimpfenden Aufschrift darauf.

Warum die Bildwahl von "Super Dickmann's" unglücklich ist

Man mag den Rassismus-Vorwurf überzogen finden: Fakt ist, dass das Bild unüberlegt und vor allem unglücklich gewählt war. Denn zum einen ist Meghan Markle die erste Frau innerhalb der Royal Family mit afro-amerikanischen Wurzeln – eine Tatsache, die im Vorfeld der Hochzeit und am großen Tag selbst in zahlreichen Berichterstattungen immer wieder hervorgehoben und als erwähnenswert erachtet wurde. Welche andere "Gemeinsamkeit" gibt es nun aber zwischen der Braut und dem Schaumkuss?

Zum anderen liegt dunkler Hautfarbe in Assoziation mit Schokolade ein dunkles Kapitel der Geschichte zugrunde: sie kommt aus Kolonialzeiten, als exotische Produkte, unter anderem Schokolade, häufig mit dunkelhäutigen Menschen dargestellt wurden, die sie in unterwürfiger und dienender Pose zu präsentieren hatten. Diese Herabwürdigung in Wort und Bild ("Sarotti-Mohr", "Negerkuss", "Mohrenkopf"...) hat sich lange gehalten – bis sie vor nicht allzu langer Zeit erst gestoppt wurde. Eine Tatsache, mit dem das Unternehmen samt seinem Schaumkuss schließlich selbst Erfahrung gemacht hat...

Wir finden: Man muss nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Andererseits darf man von einem großen Unternehmen aber etwas mehr Sensibilität erwarten. Insofern schließen wir uns der Meinung eines Twitter-Users an, der ebenfalls einen Beitrag zur hitzigen Debatte lieferte:

"Ernsthaft: Die Idee zu diesem Motiv ist eher lächerlich, man muss als Unternehmen nicht auf jeden Zug aufspringen. Vor allem, wenn das eigene Produkt überhaupt nicht zum medialen Ereignis passt. Aber mit Rassismus hat das nichts zu tun. Dieser Vorwurf ist genauso lächerlich."

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Für einen Shitstorm hat neulich auch Discounter Lidl mit seinem sexistischen Muttertagsangebot gesorgt. Und wegen Tierquälerei brach über einen russischen Fußballverein ein wahrer Shitstorm herein.

Wollen Sie lieber die schönsten Augenblicke der Traumhochzeit noch einmal sehen? Zur Hochzeit des Jahres von Meghan Markle und Prinz Harry geht's hier. Und hier finden Sie noch viel mehr Artikel rund um die Royals und Hochzeiten.

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