26.04.2018 - 14:35

Kontroverse So reagieren Promis auf das ECHO-Aus

Am 12. April 2018 hat sicherlich niemand damit gerechnet, zum letzten Mal beim wichtigsten deutschen Musikpreis dabei zu sein. Jetzt kam das ECHO-Aus...

Foto: imago/Stefan Zeitz

Am 12. April 2018 hat sicherlich niemand damit gerechnet, zum letzten Mal beim wichtigsten deutschen Musikpreis dabei zu sein. Jetzt kam das ECHO-Aus...

Vom ECHO-caust zum ECHO-Aus: Der Musikpreis, der in den letzten Wochen aufgrund einer extrem umstrittenen Nominierung und Preisvergabe Schlagzeilen machte, wird abgeschafft – zumindest in seiner jetzigen Form. Lesen Sie, wie Prominente auf das plötzliche Aus reagieren.

Nach einer mehrwöchigen Skandalwelle rund um die Nominierung und Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang gab der Vorstand des Bundesverbands für Musik am 25. April 2018 in einer Pressemitteilung bekannt, dass es den Musikpreis ECHO "nicht mehr geben" wird. Es wird von einem Neuanfang gesprochen – mit überarbeiteten Strukturen sowie Kriterien der Nominierung und Preisvergabe. Das vieldiskutierte Thema ECHO-caust wandelt sich also zum ECHO-Aus...

Diese plötzliche – immerhin gibt es ihn seit 1992 –, brachte schnell viele Reaktionen mit sich. Auch einige Prominente haben sich bereits dazu geäußert.

Prominente Reaktionen zum ECHO-Aus

Der Musikproduzent Thomas Stein sagte gegenüber der BILD-Zeitung: "Ich finde es höchst bedauerlich, dass nach 26 Jahren wegen eines einzigen Vorfalls ein Preis abgeschafft wird, der den Stolz einer ganzen Branche widergespiegelt hat." Ganz anders sieht es der Star-Dirigent Justus Frantz, der ebenfalls in BILD sagt: "Ich bin froh über die Abschaffung des Echos, weil ein Preis, der Antisemitismus zulässt, keinen Platz in unserer Gesellschaft hat." Und auch Sängerin Vicky Leandros sieht das ECHO-Aus positiv und äußert gegenüber BILD: "Es ist die beste Entscheidung, dass der Echo abgeschafft wird. Antisemitische und frauenfeindliche Äußerungen dürfen nicht auch noch mit einem Preis honoriert werden!"

Auch auf Twitter haben wir einige kommentierende Promis gefunden. So verlangt Fernsehmoderator Hugo Egon Balder: "#Echo weg reicht nicht. Verantwortlicher bei Universal muss auch weg." Der bekannte Hip-Hop-Musiker Jan Delay fragt sich hingegen: "wieso nicht statt echo lieber antisemitismus abschaffen??" Die Meinung teilt anscheinend auch der Moderator Jan Köppen – er twittert: "Gut, dass das Problem mit dem Antisemitismus jetzt gelöst ist, indem der Echo nicht mehr existiert. Puh."

Eher optimistisch blickt der Sänger Andreas Bourani dem Neuanfang des Musikpreises entgegen und twittert mit den Hashtags "ECHO" und "Veränderung" eine seiner bekanntesten Liedzeilen: "Ein Hoch auf das was vor uns liegt :)".

Der Fernsehmoderator und Autor Niels Ruf äußert sich wie gewohnt provokativ: "Konsequent: Wenn man eh keine Preise an Antisemiten verteilen darf, kann man genauso gut gleich den ganzen #Echo einstampfen." Satirisch reagiert hingegen Harald Schmidt: "Musikpreis #Echo wird abgeschafft. Laut Volkswagen hätte auch ein Softwareupdate gereicht."

Thomas D von den Fantastischen Vier kann zum ECHO-Aus nur noch "Der Echo wird abgeschafft?!?!?! Hahahahahahahahahahahahah" twittern und trifft damit wohl die Reaktion vieler.

Warum wird der ECHO abgeschafft?

Vor, während und nach der diesjährigen Preisverleihung wurden die Verantwortlichen stark für die Nominierung und Preisvergabe der Rapper Kollegah und Farid Bang kritisiert, da sich auf dem ausgezeichneten Album Zeilen finden, die von vielen Seiten als antisemitisch eingestuft werden. Einige Musiker, vor allem aus dem klassischen Musikbereich, gaben den ECHO aus Protest nach der Veranstaltung zurück.

Als Gründe für das ECHO-Aus nennt der Vorstand des Bundesverbands für Musik, dass die Marke ECHO "stark beschädigt worden" sei und die Preisverleihung nicht als "Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung" wahrgenommen werden soll. Naja, das hätten sich die Verantwortlichen auch vorab überlegen können bzw. schon früher Stellung zur Kontroverse beziehen müssen.

Ob das ECHO-Aus eine Notwendigkeit oder lediglich ein Rückzieher ist, bleibt vorerst subjektiv zu betrachten. Konkrete Details zu den Änderungen des Musikpreises sind bislang nicht offiziell bekannt gegeben worden, der Vorstand will sich dafür "die erforderliche Zeit" nehmen. Der Bundesverband für Musik lässt jedoch verlauten, dass er an der "gesellschaftlich notwendige(n) Debatte über die Kunstfreiheit und ihre Grenzen" teilnehmen und diese mitgestalten will.

Schlagerstar Helene Fischer wurde in ihrer Karriere mit insgesamt 17 ECHOs ausgezeichnet. Nachdem sich die negativen Stimmen vermehrten und Helene Fischers Schweigen zum Musikpreis-Skandal kritisiert wurde, meldete sie sich dann via Facebook doch zu Wort.

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