12.04.2018 - 14:11

Kinostart „Steig.Nicht.Aus!“ Wotan Wilke Möhring: So viel Punk steckt noch in ihm

In dem Actionthriller "Steig.Nicht.Aus!" muss sich Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) den Fehlern seiner Vergangenheit stellen, um sein Leben und das seiner Kinder zu retten.

Foto: Andreas Rentz/Getty Images

In dem Actionthriller "Steig.Nicht.Aus!" muss sich Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) den Fehlern seiner Vergangenheit stellen, um sein Leben und das seiner Kinder zu retten.

Punk, Fallschirmjäger, Clubbetreiber: Schauspieler Wotan Wilke Möhring liebt Herausforderungen. Wieviel Mut tatsächlich dazugehört, seine Angst zu überwinden und Verantwortung zu übernehmen, davon zeugt auch seine Rolle im neuen Kinofilm "Steig.Nicht.Aus!". Warum Regeln aber auch durchaus dazu da sind, gebrochen zu werden, erklärt er uns im Interview.

Seit dieser Woche ist Publikumsliebling Wotan Wilke Möhring (50) in dem Actionthriller "Steig. Nicht. Aus!" wieder auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Wotan Wilke Möhring spielt darin den erfolgreichen und skrupellosen Bauunternehmer Karl Brendt.

Wotan Wilke Möhring in neuem Actionthriller "Steig. Nicht. Aus!"

Karrieremäßig erlebt der Geschäftsmann Karl Brendt gerade einen Höheflug. Zu Hause hingegen hängt der Haussegen schief. Seine Ehefrau hat den gemeinsamen 15. Hochzeitstag vergessen und betrügt ihren Ehemann, wie sich später herausstellt, schon seit längerem. Was im Leben seiner zwei Kinder gerade so passiert, davon hat der Geschäftsmann ohnehin keinen blassen Dunst.

Das soll sich jedoch ganz schnell ändern. Als der Bautunternehmer morgens seine Kinder in der Schule abliefern will, erhält er einen anonymen Anruf. Der Erpresser droht damit, eine Bombe in seinem Auto hochgehen zu lassen, sollte Karl seine Forderungen nicht erfüllen. Was folgt, ist eine nervenaufreibende Fahrt durch Berlin, ein wahr gewordener Alptraum, in dem der Familienvater verzweifelt versucht, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wir trafen Wotan Wilke Möhring am Premierentag in Berlin und wollten von ihm wissen, welche Rolle Angst in seinem Leben spielt, und wie er als ehemaliger Punk zu Extremsituationen steht.

Wotan Wilke Möhring über Todesangst und Mut

bildderfrau.de: Hatten Sie selbst auch schon einmal Todesangst?

Wotan Wilke Möhring: Zum Glück nicht, schon gar nicht um das Leben meiner Kinder. Natürlich war ich schon mal in gefährlichen Situationen – ich war ja auch Fallschirmjäger. Auch dieser Moment, diese Sekunde, in der knapp hinter dir eine Bahn entlangfährt, die du nicht gesehen hast, das kennt wahrscheinlich jeder. Das sind aber eher unbewusste Momente der Gefahr gewesen.

Sind Sie ein mutiger Mensch?

Ja, ich würde mich nicht als ängstlichen Menschen bezeichnen. Es gibt keine Angst, die mich länger verfolgt.

"Es ist ganz wichtig, innezuhalten"

Karl Brendt ist als Geschäftsmann immer auf Achse – ihm wird im Laufe des Filmes klar, wie sehr er seine Familie aus den Augen verloren hat. So hat er nicht bemerkt, dass seine Frau schon länger eine Affäre hat. Und auch vom Leben seiner Kinder weiß er nur wenig. Könnte Ihnen das auch passieren?

Das kann durchaus passieren! Der ganze Stress, der von außen auf einen einwirkt, kann leicht dazu führen, dass wir das Wesentliche aus dem Blickfeld verlieren. Ich versuche deswegen, rechtzeitig innezuhalten und mir die Zeit dafür zu schaffen, was mir wichtig ist.

Gerade in Beziehungen kommt es ja oft vor, dass man denkt: „Was mache ich hier gerade eigentlich? Wie rede ich mit dem Menschen, der mir am meisten am Herzen liegt?" Es ist ganz wichtig, immer mal wieder innezuhalten und sich aus der Situation herauszunehmen, sie von außen zu betrachten und dann zu schauen, wo der Fehler liegt.

Sehen Sie Ihre Kinder so oft, wie Sie möchten?

Ich versuche, alle freie Zeit, die mir zur Verfügung steht, mit meinen Kindern zu verbringen. Bis Ende Mai habe ich noch eine sehr arbeitsintensive Zeit vor mir, aber danach steht der Sommer bevor, der vor allem meinen Kindern gewidmet ist.

Sind Sie ein strenger Vater?

Ich hoffe, ich verdiene mir das Prädikat "gerecht". Man erfindet die Regeln ja nicht neu, aber man trägt die Verantwortung für jede Entscheidung. Und der muss man sich als Elternteil auch stellen.

Ich bin aber nicht besonders streng. Vielmehr bin ich auch ein großer Fan davon, Regeln zu brechen. Manche Regeln machen natürlich durchaus Sinn, aber es muss auch Ausnahmen geben, das ist ganz wichtig.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel, dass man so flexibel ist, den Plan, den man gerade noch hatte, auch mal über den Haufen zu werfen. Oder man isst doch einfach mal im Bett, obwohl man eigentlich am Tisch essen wollte. Das sind so Kleinigkeiten, die den Kindern zeigen, dass ihre Eltern auch Menschen sind. Kleinigkeiten, die zeigen, dass wir nicht da sind, um Regeln zu erfüllen, sondern dass Regeln dafür da sind, unser Zusammenleben zu gestalten.

Als Punk bei der Bundeswehr

Sie selbst haben ja in ihrer Punk-Jugend auch gerne Regeln gebrochen, waren danach als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr und haben einen illegalen Club in Berlin betrieben. Lieben Sie Extreme?

Das klingt mir zu sehr nach Adrenalin-Kick. Ich brauche keinen besonderen Kick, aber mich interessiert der Randbereich von Dingen genauso wie ihr Kernbereich. Ich fühle mich eben nicht nur in der Mitte wohl.

Deswegen sind Sie auch als Punk zur Bundeswehr gegangen?

Ja, weil ich das in diesem Moment als größte Herausforderung betrachtet habe. Alle haben gedacht, ich sei total bescheuert.

Wogegen würden Sie sich heute noch auflehnen?

Mich regt nach wie vor Ungerechtigkeit auf, also die Ausnutzung von Schwäche. Und außerdem, wenn sich jemand in der Pseudoerfüllung einer Pflicht seiner Verantwortung entzieht. Wenn jemand etwa sagt: „Tut mir leid, das machen wir hier schon immer so. Ich mache hier ja nicht die Gesetze, ich mache hier nur meinen Job.“ So etwas finde ich zum Kotzen.

Sie waren ja auch nie verheiratet. Finden Sie heiraten spießig?

Überhaupt nicht. Das stand einfach nicht zur Debatte.

Im Film spielen Sie Ihre Vaterrolle sehr leidenschaftlich. Sind eigentlich weitere Kinder in Planung?

Ich habe ja schon drei tolle Kinder. Und das ist natürlich in einer neuen Beziehung auch immer eine gemeinsame Entscheidung. Aber Kinder sind grundsätzlich willkommen.

______

Kinostart von "Steig.Nicht.Aus!" mit Wotan Wilke Möhring ist am 12. April 2018.

Mehr über .

Promis und Royals

Promis und Royals

Alle News und Fakten aus der Welt der Royals, Stars und Sternchen.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe