05.04.2018

Schauspielerin im Interview Barbara Wussow über lange Drehzeiten, Heimweh, Familienglück

In den letzten Jahren war Barbara Wussow vor allem auf den Theaterbühnen zu sehen. Jetzt steht sie für "Das Traumschiff" vor der Kamera. Die neue Hauptrolle bringe aufregende und lange Drehzeiträume mit sich.

Foto: imago/Sven Simon

In den letzten Jahren war Barbara Wussow vor allem auf den Theaterbühnen zu sehen. Jetzt steht sie für "Das Traumschiff" vor der Kamera. Die neue Hauptrolle bringe aufregende und lange Drehzeiträume mit sich.

"Das Traumschiff" gehört zu den erfolgreichsten Sendungen im deutschen Fernsehen. Seit 1981 macht sich das Kreuzfahrtschiff auf den Weg zu den schönsten Orten der Welt. Seit April 2018 geht auch Film- und Theaterschauspielerin Barbara Wussow zur festen Crew. BILD der FRAU hat mit ihr gesprochen.

Sie heuert als Hoteldirektorin an: Ab April 2018 gehört Barbara Wussow zur festen "Traumschiff"-Crew und tritt in die Fußstapfen von Heide Keller, die seit 1981 an Bord des "Traumschiffs" als Chefhostess Beatrice ging und nun bei der erfolgreichen Sendung aufhört. "Heide ist nicht zu ersetzen und soll auch nicht ersetzt werden. Meine Rolle ist eine andere, ich habe als Hoteldirektorin auch ganz andere Aufgaben. Ich bin die weibliche Nachfolgerin im Team", erzählt Barbara Wussow im Interview. Zur Traumrolle gehört auch eine viermonatige Trennung von der Familie – BILD der FRAU erreichte die Schauspielerin telefonisch auf hoher See.

Barbara Wussow: Rückkehr zum "Traumschiff" und Wiedersehen mit dem Film-Ehemann

BILD der FRAU: Sie haben ja bereits "Traumschiff"-Erfahrung, haben in zwei Folgen 1997 und 2004 mitgespielt. Freuen Sie sich, nun immer dabei zu sein?

Barbara Wussow: Aber sicher. Ich freu mich total, denn ich reise sehr gerne. Ich fühl' mich reich beschenkt durch diese wundervolle Aufgabe. Besonders liebe ich Gegenden, in denen es über 30 Grad warm ist. Mein Mann hatte mich immer gebeten, in Skiorte zu fahren, was ich gar nicht mag.

Nein?

Nein, ich habe aus lauter Liebe zu ihm mit 28 Jahren Skifahren gelernt. Bin aber am Ende immer auf den Skihütten geblieben und habe auf ihn gewartet. Das war unser Agreement. Ich war auf Skiern eine Gefährdung für die Menschheit.

Es gab ja offensichtlich bei den Dreharbeiten zu Ihrem "Traumschiff"-Debut als Hoteldirektorin gleich eine kleine Katastrophe, dass Sie zur falschen Insel geflogen wurden. Erzählen Sie doch mal..

Ich sollte auf die Kapverdischen Inseln fliegen, weil dort das Schiff auf mich wartete. Allerdings gibt es dort zwei Inseln, die ähnlich heißen, Sal und Sal de Rey. Man schickte mich nach Sal, aber ich wurde auf der anderen Insel erwartet. Beide liegen acht Seestunden voneinander entfernt. Katastrophe. Wir, die Kostümbildnerin und ich, wurden dann abends in einem kleinen Fischerbötchen aufs offene Meer geschickt. Wir wussten nicht einmal, ob das alles richtig war, mitten in der Nacht. Irgendwann tauchte am Horizont ein Punkt auf, das Kreuzfahrtschiff. Wir mussten dann von der Nussschale eine Strickleiter vier Meter hochklettern. Ich hatte keine Wahl, ich musste ja rauf. Diese Szene wurde dann später sogar nachgedreht.

So verlief die erste "Traumschiff"-Episode mit Barbara Wussow in der Hauptrolle als Hanna Liebhold.

Sie treffen auch 30 Jahre nach ihrem Durchbruch in der "Schwarzwaldklinik" ihrem Film-Ehemann von einst Sascha Hehn wieder. Wie fühlt sich das an?

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, Sascha wiederzusehen. Natürlich haben wir uns beide verändert. Er ist nach wie vor ein fescher Mann und ein reizender Kollege. Ich fühle mich an der Seite mit den drei Herren Harald Schmidt, Nick Wilde rund Sascha Hehn sehr wohl.

Würden Sie privat auch eine Kreuzfahrt buchen?

Ja, habe ich auch schon gemacht. Ich war mit meiner Familie bereits zweimal auf dem Meer. Es hat eine ganz eigene Dynamik. Man ist im Hotel und trotzdem unterwegs. Herrlich.

Lange Trennungszeit aufgrund der Dreharbeiten

Darf Ihr Ehemann Albert Fortell Sie aufs "Traumschiff" begleiten?

Nein, ich bin jetzt vier Monate an Bord. Er muss bei den Kindern bleiben. Ich bin in Hawaii und auf Japan – da kann ich nicht mal eben in den Ferien nach Hause.

Wird Ihnen der Abschied schwerfallen?

Und wie. Ich bin froh, dass es die neuen Medien wie Skype gibt. Obwohl ich kein Technikfan bin.

Was sagen Ihre Kinder dazu?

Sie sind glücklich, dass die Mami in heiße Gegenden fliegen kann, die sie so sehr liebt. Aber natürlich ist es für eine Zwölfjährige auch nicht einfach, wenn die Mami vier Monate nicht da ist.

Werden sie Heimweh bekommen?

Natürlich. Ich würde die Erlebnisse liebend gerne mit meiner Familie teilen. Deshalb nehme ich auch kleine Erinnerungsstücke mit an Bord. Von meiner Tochter Briefchen und ein Stofftier. Ich bau mir dann in meiner Kabine einen kleinen Altar auf. Und in jedem Hafen werde ich mich melden, denn an Bord ist WLAN unfassbar teuer.

Familienglück

Haben Sie für Ihre Kids auch eine Überraschung dagelassen?

Ja, ich habe kleine Verstecke, die sie nach und nach finden werden. Da sind dann kleine Überraschungen versteckt.

Sie sind seit fast 36 Jahren mit ihrem Ehemann zusammen. Wie lautet Ihr Glücksgeheimnis?

Ich habe das Glück, den richtigen Mann gefunden zu haben. Mein Rat: Es ist ein bisschen wie bei Aquaplaning. Wenn einem alles entgleitet und man nicht bremsen kann, muss man das Lenkrad festhalten, langsam warten, aussitzen, irgendwann greifen die Räder wieder. So ist das bei Beziehungen auch. Man gibt heute viel zu schnell auf.

Wird es schwieriger mit Mitte 50 gute Rollen zu bekommen?

Ich habe in den letzten zwei Jahren nur Theater gespielt. Ich bin in einer kleinen Grauzone. Ich bin für die jungen Mädelrollen zu alt und für die Großmütter-Rollen bin ich noch zu jung. Es kam lange Zeit nichts Interessantes. Jetzt werde ich 57 Jahre alt und freu mich. Denn mein Vater übernahm mit 56 Jahren die "Schwarzwaldklinik". Insofern sehe ich positiv in die Zukunft.

Haben Sie ein Rezept mit dem Älterwerden positiv umzugehen?

Ich habe kein Problem mit dem Altern. Denn ich sehe in jedem Jahrzehnt etwas Positives. Ich nehme es an, wie es ist, denn ich kann ja auch nichts ändern. Manchmal fühle ich mich frühmorgens wie 120 und dann werde ich im Laufe des Tages immer jünger und am Abend bin ich dann gefühlt knappe 40 (lacht).

Machen Sie was Sportliches?

Ehrlich gesagt bin ich ein "fauler Sack". Aber ich bin im Alltag viel in Bewegung.

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Dieses Interview erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 14.

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