15.03.2018

Neues Album „Neon“ Rea Garvey: „Ohne meinen Rosenkranz verreise ich nicht“

Rea Garvey: Darum klingt sein neues Album ganz anders

Rea Garvey: Sein neues Album "Neon" klingt ganz anders – im Interview erklärt er, warum das so ist.
Mi, 14.03.2018, 17.09 Uhr

Rea Garvey: Sein neues Album "Neon" klingt ganz anders – im Interview erklärt er, warum das so ist.

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Ende März erscheint das neue Album "Neon" des irischen Künstlers Rea Garvey. Was der Rockstar macht, um abzuschalten und warum er seinen Rosenkranz überall hin mitnimmt, verriet er unserer BILD der FRAU-Reporterin im Interview.

Der 44-jährige Sänger und ehemalige Frontmann der 2010 aufgelösten Band Reamonn hat sich für sein neues Album ordentlich ins Zeug gelegt. Sein Ziel: Menschen in festgefahrenen Situationen neue Perspektiven aufzeigen. Wenn Rea Garvey mal schwarz sieht, hilft ihm übrigens sein fester Glaube an Gott, das Leben wieder positiv zu sehen.

Rea Garvey hat zwei Jahre an seinem neuen Album "Neon" gearbeitet

Bild der Frau: Ihr neues Album "Neon" erscheint jetzt. Was ist neu, was ist anders?

Rea Garvey: Ich habe diesmal mit sieben unterschiedlichen Produzenten zusammengearbeitet. Insofern war es schon eine logistische Herausforderung, formal alles unter einen Hut zu bringen. Im Moment komme ich bildlich gesprochen frisch aus der Dusche und stehe noch nackt vor meinem Publikum. Heißt: es ist alles noch so frisch. Aber ich wünsche mir, dass es Menschen inspiriert, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Wie sind Sie auf den Titel "Neon" gekommen? Was bedeutet er?

Das Album sollte eigentlich "Blacklight" (=Schwarzlicht) heißen. Denn inhaltlich geht es in den Songs darum, die Perspektive zu wechseln. Ich finde, wir sind alle zu sehr darin gefangen, immer alles schwarz oder weiß zu sehen. Und das möchte ich verändern. Mein Vorschlag ist, versuch doch einfach mal, eine Sache aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Auch mal was Neues auszuprobieren. Sich von seinen eingefahrenen Gedanken zu lösen.

Ich habe dann meine zwölfjährige Tochter gefragt, wie sie den Titel findet. Und sie sagte spontan, dass sich Neon besser anhören würde. Ja, und ich finde auch, dass Neon passt, weil es positiv klingt.

Ist das auch Ihr Lebensmotto? Alles immer ein wenig positiver zu betrachten?

Ich schau mir die schlechten Dinge an und frage mich, sind sie wirklich schlecht. Oder erwarten wir nur immer das Schlimmste? Ich möchte jedenfalls einen Weg finden, Dinge, die einem passieren, zu akzeptieren und möglicherweise auch das Gute darin zu sehen. Und vor allem möchte ich andere Menschen akzeptieren. Streit bringt doch nichts.

"Ich bin durch alle Höhen und Tiefen gegangen"

Nächstes Jahr feiern Sie ihr 20jähriges Bühnenjubiläum. Wie fühlt sich das an?

Ich bin total stolz auf meinen Weg. Aber eigentlich beschäftige ich mich nicht mit Jahreszahlen. Ich habe jetzt zwei Jahre an meinem neuen Album gearbeitet und bin durch alle Höhen und Tiefen gegangen, um es hinzubekommen. Weil es so anders klingt. Ich habe mich diesmal mit Hip-Hoppern und vielen anderen Musikern getroffen.

Die Lieder sind diesmal gar nicht typisch irisch. Ich wollte einfach mal eine ganz andere Musik produzieren. Diese harte Arbeit, die ich in dieses Album investiert habe, macht es auch wertvoller. Musik wird heute zu sehr unterbewertet, finde ich. Und ich wollte richtig Herzblut und Arbeit investieren, damit man es auch wertschätzt. Denn Musik ist für mich fast das Einzige, was mich zum Weinen bringen kann.

In diesem Jahr sind Sie bei "Sing meinen Song" dabei. Freuen Sie sich darauf?

Total. Das wird eine tolle Herausforderung. Ich habe richtig Lust darauf. Bei Musikern kreuzen sich immer die Wege – egal, wie unterschiedlich sie in ihren Musikstilen sind . Deshalb wird es auch spannend, wenn ich einen Song von Mary Roos performe.

Rea Garvey: Darum ist die TV-Show "Sing meinen Song" so emotional für ihn

"Sing meinen Song": Rea Garvey erzählt im Interview über seine Teilnahme bei der TV-Show. Er verrät, wann es für ihn besonders emotional wird.

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Wussten Sie, dass Michael Schulte, der deutsche Kandidat für den Eurovision Song Contest 2018, von Rea Garvey entdeckt wurde?

"Ich bin sehr gläubig, ohne in einer Kirche zu sein"

Ihr reist jetzt nach Südafrika. Sie sind ja generell viel unterwegs. Was haben Sie immer dabei?

Meinen Laptop und meinen Kopfhörer. Darum dreht sich in meinem Leben momentan alles. Ich höre die ganze Zeit Musik. Und ich habe auch immer ein Buch dabei. Natürlich auch meinen Rosenkranz.

Einen Rosenkranz? Beten Sie?

Ja, jeden Tag. Wenn es um meine irischen katholischen Wurzeln gehen würde, wäre ich vermutlich nicht mehr gläubig. Es liegt eher an meiner persönlichen Beziehung zu Gott. Ich bin sehr gläubig, ohne in einer Kirche zu sein.

Wie kann man glauben, wenn um einen herum die Welt bedrohlicher wird?

Gerade dann wird es wichtiger. Durch meinen Glauben kann ich vieles positiver im Alltag sehen. Ich sage zu Gott: "Führ mich, denn ich weiß nicht, wo das alles hinführen soll." Dann überlasse ich mein Schicksal dem lieben Gott. Ich habe diese Beziehung jahrelang aufgebaut – das ist wie in einer langjährigen Freundschaft, die man auch pflegen muss. Der Glaube ist ein fester Teil in meinem Leben.

Würde man nie von einem Rockstar erwarten. Was brauchen Sie, wenn Sie nach einer langen Tour nach Hause kommen?

Die Natur. Ich gehe liebend gerne raus an die frische Luft. Ich liebe entspannte Spaziergänge – das muss jetzt nicht sportlich sein. Einfach nur entspannt gehen und dann noch einen Kaffee trinken. Und ich liebe es, zuhause mit der Familie zu quatschen.

Privat liebt der Sänger Gemütlichkeit, Geselligkeit

Und wie sind Sie zuhause eingerichtet? Was mögen Sie für einen Stil? Gemütlich oder modern?

Ich liebe alte Möbel. Ich liebe Holz und mag es, wenn ich Möbel wieder etwas restaurieren kann. Das habe ich von meiner Mutter. Allerdings beherrsche ich das nur auf einem ganz niedrigen Niveau. Ich liebe den Kolonialstil. Und ich mag große Tische, an dem ich mit vielen Freunden sitzen kann. Die Stühle müssen dann auch bequem sein, damit man eine Nacht durchquatschen kann.

Wie gemütlich. Wie wichtig sind Ihnen dabei Trends?

Sind mir nicht wichtig. Ich bin grundsätzlich der Letzte, der schnallt, dass etwas ein Trend ist. Das war schon so, als ich noch ein Kind war. Ich mag das, was ich mag. Und ich mag nicht, was andere für 'in' erklären.

Sie engagieren sich für die Umwelt? Warum?

Wenn wir nicht kapieren, dass wir uns um unsere Welt kümmern müssen, wird sie uns eines Tages ausspucken. Ich versuche in kleinen Dingen etwas zu ändern. Ich kaufe Bio und dadurch weniger. Ich laufe sehr gerne und fahre mit der Bahn. Ich reduziere meinen Müll und trenne ihn auch.

Jeder muss in sich selbst hineinhorchen und ein Gefühl für richtig und falsch bekommen. Mein Vater nannte es 'Geld sparen', wenn wir das Licht ausmachten. Heute nennt man es umweltbewusst.

Das sind die beliebtesten Schlagerstars Deutschlands:

Beim Eurovision Song Contest hören wir dann eines der Talente, die Rea Garvey während seiner Karriere bereits entdeckt hat. Wir sind gespannt, wie Michael Schulte abschneiden wird.

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