14.02.2018

Ist das wirklich Betrug? „Bares für Rares“ in der Kritik: Komparsen als Teilnehmer?

Das ZDF arbeitet bei "Bares für Rares" mit Komparsen, um die Teilnehmerreihen aufzufüllen. War das Horst Lichter bekannt?

Foto: Isa Foltin/WireImage

Das ZDF arbeitet bei "Bares für Rares" mit Komparsen, um die Teilnehmerreihen aufzufüllen. War das Horst Lichter bekannt?

Das Gerücht, die in ihrer Form einmalige Trödelshow „Bares für Rares“ engagiere Komparsen, um ihre Teilnehmerreihen aufzufüllen, ist nicht neu. Doch jetzt musste das ZDF zugeben, dass die Jury um Publikumsliebling Horst Lichter nicht nur die antiken Besitztümer von Kandidaten auf ihren Wert schätzen. Sie blicken auch auf bezahlte Statisten in den Warteschlagen…

Wird bei „Bares für Rares“ mit Komparsen geschwindelt? Diese Frage stellten sich treue Zuschauer der ZDF-Nachmittagssendung bereits vor einigen Wochen. Anlass hierfür gab der Goldhändler Ahmed Abou-Chaker, der bereits mehrfach in der Show zu sehen war und sich zuletzt offen über die langen Menschenschlagen wunderte, die sich jedes Mal vor ihm auftaten und tatsächlich nie den Weg bis vor die Experten-Jury schafften. Gegenüber BILD mutmaßte der 35-Jährige über die sonderbare Menschenmasse: „Alles gestellt. Wo die herkommen, weiß ich nicht.“

Auf ihrer offiziellen Facebook-Seite dementierte das ZDF seinerzeit diese Vorwürfe: „Tatsächlich sind aber auch die Leute in der Schlange keine Komparsen bzw. auch sie müssen sich mit ihren Objekten bewerben, auch wenn die Sachen nicht zum Verkauf kommen.“ Soweit – so verständlich. Nicht jeder schafft es mit seinem Trödelobjekt, ob Porzellan der Großeltern, Lampe der Mutti oder verstaubtes Gemälde des Onkels bis nach ganz vorne. Die einstündige Sendezeit bringt es eben mit sich, dass einige Teilnehmer ohne eine Schätzung ihrer vermeintlichen Kostbarkeiten nach Hause geschickt werden.

Es sind doch Komparsen bei „Bares für Rares“!

Nun berichtet „BILD“, dass ein Komparsengesuch des ZDF speziell für „Bares für Rares“ (Mo-Fr 15.05 Uhr, ZDF) im Internet aufgetaucht ist. In der Anzeige auf der Webseite komparse.de wird nach 30 Komparsen (m/w) ab 18 Jahren im Umkreis von Köln/Pulheim gesucht, die sich für 4,5 Stunden in die Sendung stellen – für 50 Euro Brutto. Von selbst mitzubringenden Wertgegenständen ist keine Rede in der Annonce. Die abgelaufene Anzeige stammt von September letzten Jahres.

Sofort war das ZDF wieder gezwungen, in Bezug auf Schummeleine bei „Bares für Rares“ Stellung zu nehmen., und musste sich auf Anfrage der BILD korrigieren. Es gäbe „aus produktionellen Gründen“ im Bildhintergrund tatsächlich Komparsen unter den Teilnehmerschlangen, so der Pressesprecher, aber diese seien „nie direkte Beteiligte der in der Sendung gezeigten Expertisen und Verkaufsprozesse“. Es ging dabei aber nur um den Vorteil für die Abwicklung der Sendung: „Sie stehen uns im Gegensatz zu den Besuchern, die zur Schätzung zu uns kommen, flexibel und zeitlich frei zur Verfügung“, sagte der Sprecher weiter.

Nach dem anfänglichen Dementi und der nun nachgeschobenen Erklärung bleiben bei uns die Zweifel, was in der Sendung um Horst Lichter noch echt ist?

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer denn hinter den Menschen steckt, die den Kandidaten ihre Mitbringsel am Ende abkaufen wollen? Wir stellen Ihnen hier die "Bares für Rares"-Händler genauer vor.

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