13.02.2018

St. Josef am Berg Harald Krassnitzer: Mit Smartphones kann ich nichts anfangen

Harald Krassnitzer spielt in der neuen ARD-Familienserie "St. Josef am Berg" den intriganten Patriarchen. Im Interview spricht er über seinen Verzicht auf Smartphones, seine Wertschätzung für Wuppertal und seine Begeisterung für Waldmeister-Limonade.

Warum Harald Krassnitzer zuletzt Haare lassen musste

Bild der Frau: Herr Krassnitzer, Sie haben ja wieder Haare. Wie schön!

Harald Krassnitzer (lacht): Finde ich auch! Zum Glück wächst es gerade nach. Ich hatte gehofft, die Glatzen-Zeit hätten die meisten Menschen nicht mitbekommen.

Wir schon. Warum hatten Sie denn plötzlich Glatze?

Weil ich für meine zwei letzten Rollen ständig die Haare färben musste: Erst dachsgrau, dann senfgelb wie der US-Präsident! Und dann kam auch noch ein Film, für den ich eine Tonsur wie ein Mönch tragen musste. Spätestens da habe ich mich entschlossen, alles radikal abzurasieren.

Oje, wie hat Ihre Frau das aufgenommen?

Wer schläft schon gerne neben einem räudigen Dachs oder einem glatzköpfigen Bären, der schnarcht? Beides ist nicht zwingend auf fruchtbarem Boden gefallen. Aber jetzt hat sie ja ihren echten Harald wieder. (lacht)

Über seine Vaterrolle und "St. Josef am Berg"

In Ihrer neuen Familienreihe „St. Josef am Berg“ sehen wir Sie als intrigantes Familienoberhaupt. Da gibt’s innerhalb der Familie einen ordentlichen Generationskonflikt. Wie ist das bei Ihnen daheim: Mischen Sie sich auch mal ins Leben Ihres Stiefsohnes ein?

Der Reflex ist schon da, das gebe ich zu. Leonard ist gerade in seiner Findungsphase: Er hat im Sommer Abi gemacht und war bis November auf Pilgertour auf dem Jakobsweg unterwegs. Das finde ich super, denn als junger Mensch ist es heutzutage gar nicht so einfach, sofort den richtigen Berufszweig für sich zu finden.

Denken Sie da manchmal, dass Sie es früher leichter hatten?

Das nicht. Aber ich denke schon, dass wir früher eher eingebettet waren in ein noch überschaubares Gefüge. Die Welt war ohne Handy, Internet und günstige Flugverbindungen noch viel kleiner. Und damit waren auch die Möglichkeiten viel geringer. Heute reden wir über globale Herausforderungen, da müssen sich die Jüngeren schon ganz anders aufstellen.

Harald Krassnitzer über Heimatgefühle

Nochmal zurück zu Ihrem Film: Da sehen wir Berge, blauen Himmel, saftige Wiesen – vermissen Sie manchmal die Bergidylle? Haben Sie dann Heimweh nach Österreich?

Gar nicht. Ich liebe die Abwechslung, ich reise gerne und habe großen Spaß daran, neue Regionen für mich zu entdecken. Ich habe immer nur Fernweh. (lacht)

Hier einige Bilder aus der neuen ARD-Abendserie:

Und dann leben Sie ausgerechnet seit zwanzig Jahren in Wuppertal?

Ja! Wuppertal ist sicher nicht die schönste, aber dafür die charmanteste Stadt für mich. Ich finde es ganz wunderbar, dass wir in einer überschaubaren Kleinstadt zuhause sind. Ich treffe dort ganz normale, einfache Menschen – sie geben mir ein angenehmes Gefühl der Erdung. Ich brauche keine Szene-Großstadt wie Berlin oder Hamburg, das wäre mir zu laut und zu anstrengend.

Über seine kulinarischen Vorlieben und Smartphones

Und was ist, wenn Sie in Wuppertal doch mal Ihre Wurzeln vermissen? Gibt’s dann Schlemmereien aus Österreich?

Klar, ich bring schon mal einen Rehrücken, Wein, Brot oder Käse mit. Aber wissen Sie, was mich bei meinem letzten Heimatbesuch wirklich am meisten gefreut hat: Ich habe etwas wiederentdeckt, was bei mir totale Kindheitserinnerungen weckt.

Wir sind gespannt …

Waldmeister-Limonade – köstlich! Die gibt es nur in Salzburg in einer kleinen Brauerei. Jahrelang habe ich die gesucht, jetzt haben sie die Brause neu aufgelegt, und sie schmeckt wie damals. Da habe ich mir ein paar Kisten mitgebracht. Keine andere schmeckt so gut.

Sie mögen ja das direkte Treffen mit Menschen. Wie gehen Sie eigentlich damit um, dass immer mehr per Smartphone miteinander kommuniziert wird?

Ich mache da einfach nicht mit. Ich kann damit nichts anfangen, und ich hasse es, wenn ich ständig auf mein Smartphone gucken muss, weil es piept und brummt. Deswegen habe ich mir jetzt wieder einen ganz altmodischen Nokia-„Knochen“ besorgt. Damit kann ich nur telefonieren und eventuell noch eine SMS verschicken. Und wenn ich mit jemandem quatschen will, dann sage ich: Komm, lass uns auf einen Kaffee in der Stadt treffen.

TV-Tipp: "St. Josef am Berg" am 16. und 23. Februar 2018, jeweils 20:15 Uhr, ARD

---

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der BILD der FRAU Nr. 7.

Seite

Kommentare