09.02.2018

Exklusiv-Interview Christian Kohlund: Darum ist die 17 meine Glückszahl

Christian Kohlund über seine Rolle im Bergdoktor: "Ich mag so sperrige Figuren."

Foto: imago

Christian Kohlund über seine Rolle im Bergdoktor: "Ich mag so sperrige Figuren."

Christian Kohlund spielt in der ZDF-Serie "Der Bergdoktor" den mysteriösen Ludwig Gruber. Im Interview spricht er über seinen neugeborenen Enkel, seinen verstorbenen Hund und warum seine Glückszahl die 17 ist.

Christian Kohlund ist endlich Opa – und richtig begeistert von seiner neuesten Rolle. Der charmante Schauspiel-Veteran mit der tollen Stimme, geboren 17. 8. 1950 in Basel/Schweiz, gab sein Filmdebüt 1973 in „Der Fußgänger“. Durch tragende Rollen in beliebten Fernsehserien wie „Der Glücksritter“, „Die Schwarzwaldklinik“, „Das Traumhotel“ und „Borcherts Fall“ ist er aus der deutschen TV-Landchaft nicht mehr wegzudenken. Seine neueste Rolle führt ihn zum "Bergdoktor" auf ZDF, wo er den mysteriösen Onkel des Serienprotagonisten Martin Gruber (Hans Stigl) spielt. Im Interview mochte er aber lieber über seine Familie sprechen...

Darum ist die 17 für Christian Kohlund eine Glückszahl

BILD der FRAU: Sie sind im Zürich-Krimi so ungewohnt ruppig? Was mögen Sie an der Figur?

Christian Kohlund: Diese Figur des Anwalts Borchert ist für mich als Schauspieler eine Passion. Er bewegt sich in gesetzlichen Grauzonen. Er war mal ein Idealist und ist heute ein einsamer Wolf. Seine unkonventionelle Art gefällt mir.

Sie haben 2017 sehr viele neue Rollen bekommen, die wir nun sehen dürfen. Woran liegt’s?

Die 17 ist meine Glückszahl. Ich bin am 17. geboren. Und 2017 ist vieles passiert. Ein tolles Jahr. Ich habe vier komplett verschiedene Rollen gespielt. Und es gab auch privat einige Veränderungen.

Was ist passiert?

Mein Enkelkind wurde geboren. Die Francesca hat einen kleinen Sohn zur Welt gebracht. Niklas ist ein ganz entzückender, kleiner Mann. Das war für mich ein persönliches Highlight. Aber ich habe auch ein paar bittere Tränen geweint.

Warum?

Ich habe meinen Hund, meinen Eddy verloren. 13 Jahre alt ist er geworden. Ein süßer Bastard, ich hatte ihn immer dabei. Er hat mich auf jeden Dreh begleitet. Es gab mich nicht ohne den Hund.

Wollen Sie sich denn nicht einen neuen Vierbeiner anschaffen?

Nein. Ich bin ja auch älter geworden. Ein Hund ist ein Freund und ein wunderbares Wesen. Aber man trägt auch eine große Verantwortung. Und vieles in unserem Leben haben wir nach unseren Hunden gerichtet. Wir sind zum Beispiel nicht mehr geflogen. Ich möchte mir jetzt keinen jungen Hund holen, wenn ich nicht weiß, ob sich noch einer um ihn kümmert, sollte ich in 15 Jahren nicht mehr da sein. Jetzt genieße ich mein Leben mit meiner Elke.

Sie wollen also wieder reisen. Gibt es denn noch Traumziele? Sie haben ja so viel von der Welt gesehen, allein durch die Reihe „Das Traumhotel“.

Es gibt noch vieles, was ich sehen möchte. Ich war zum Beispiel noch nie in Patagonien. Vielleicht sollte ich mir auch die Schweiz mal ganz genau anschauen (lacht).

Im „Bergdoktor“ sind Sie jetzt als Onkel von Hans Sigl zu sehen. Warum ausgerechnet als schwarzes Schaf?

Ach, das bringt eine schöne Spannung in die Serie. Und ich mag so sperrige Figuren. Am Theater habe ich immer eher schwierige Typen gespielt, immer schon.

Das zieht Christian Kohlund aufs Land

Sie sind aufs Land gezogen. Warum? Brauchen Sie die Ruhe?

Ja, wir wohnen jetzt im Bayerischen Wald. Dort, wo sich Hase und Igel „Gute Nacht“ sagen. Wahnsinnig schön ist es dort. Unsere Kinder sind aus dem Haus. Und meine Frau und ich haben uns immer einen Ruhepol gewünscht. Denn wir sind ja trotzdem noch sechs Monate im Schnitt unterwegs. Es tut gut, in dieser anderen Welt zu leben.

Beschreiben Sie mal…

… wenn ich in der Früh die Tür öffne, höre ich die Vögel zwitschern. Der Bauer fährt mit dem Trecker vorbei. Und ansonsten herrscht dort Ruhe. Das tut mir gut. Wir sind inzwischen einfach gerne Zuhause.

Und Sie sind seit über 30 Jahren mit Ihrer Frau Elke glücklich. Verraten Sie uns Ihr Glücksgeheimnis?

Es hat mit Liebe zu tun (lächelt). Und mit einem grundsätzlichen Einverständnis zur anderen Person. Man muss die Bereitschaft haben, die Entwicklung der anderen Person über die vielen Jahre zu respektieren. Man bleibt ja nicht stehen. Das erfordert Geduld und ist auch Arbeit. Aber ich muss sagen: auf meine Familie bin ich wirklich stolz. Auch unsere Kinder sind wunderbar. Wir kämpfen für eine Sache, für unsere Familie.

Die Opa-Gefühle von Christian Kohlund

Wie finden Sie es, dass Sie nun Opa sind?

Daran musste ich mich erstmal gewöhnen (lacht). Aber es ist wunderschön. Ich sehe das kleine Wesen und sehe ein Wunder. Ich bin spät aus dem Theater ins Krankenhaus gefahren, als sich die Geburt ankündigte. Nachts kam dann der kleine Mann zur Welt. Wir waren einfach glücklich.

Sie haben bestimmt schon viele Ideen, was Sie mit ihm Ihrem Enkel unternehmen möchten.

Das werden wir sehen. Jetzt soll die junge Familie erstmal ihr Glück genießen.

Sehen Sie Ihre Kinder regelmäßig?

Immer. Wir telefonieren täglich. Das Erstaunliche ist, dass beide immer zeitgleich anrufen. Wenn sich die Francesca meldet, kann ich Ihnen garantieren, dass kurz danach der Luca anruft.

Das ist ja magisch.

Das ist es. Wir sind tief miteinander verwurzelt. Langweilig wird es bei uns nicht. Und irgendwie haben Elke und ich wohl alles richtiggemacht.

Spannende Fakten rund um den "Bergdoktor" sehen Sie im Video:

Fakten über den Bergdoktor

Wussten Sie das über den Bergdoktor?

Fakten über den Bergdoktor

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TV-Tipp: Der Zürich-Krimi. Borchert und die Macht der Gewohnheit. 15.2., 20.15 Uhr, ARD
Der Bergdoktor, immer donnerstags, 20.15 Uhr, ZDF

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Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 7.

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