05.02.2018

Interview mit Star-Fotograf Steve Parke: „Ich habe viele Facetten von Prince kennengelernt“

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Prince bei seinem legendären Auftritt 2007 beim Super Bowl. Der Musiker verstarb am 21. April 2016 an einer versehentlichen Medikamenten-Überdosis.

Foto: imago/ZUMA PRESS

Prince bei seinem legendären Auftritt 2007 beim Super Bowl. Der Musiker verstarb am 21. April 2016 an einer versehentlichen Medikamenten-Überdosis.

Mit dem plötzlichen Tod von Prince, am 21. April 2016, hat die Welt einen absoluten Ausnahme-Musiker verloren. Prince hat die Musik neu geprägt. In den Songs hat er seine Seele geöffnet, aber wer Prince als Mensch war, das blieb meist verborgen. Der Star-Fotograf Steve Parke hat jahrelang mit Prince gearbeitet. Im Interview mit bildderfrau.de berichtet er über seine Zeit mit Prince.

Steve Parke kannte Prince (†, 57) wie kaum ein anderer. Von 1988 bis 2001 war der Fotograf bei dem Ausnahmekünstler auch als Artdirektor tätig. Neben unzähligen außergewöhnlichen Aufnahmen entstand im Laufe der Jahre eine Freundschaft zwischen Parke und Prince.

In dem Buch "Picturing Prince“ gibt Steve Parke Einblicke in das Leben mit Prince im Paisley Park. Im Interview mit bildderfrau.de spricht Parke über seine Freundschaft mit Prince und über sein musikalisches Werk.

Herr Parke, Sie haben Prince über viele Jahre in einer sehr kreativen Phase begleitet. Haben Sie versucht, die Musik in Ihren Bildern zu visualisieren?

Steve Parke: Oh, ja. Ich habe das von Beginn an gemacht. Ich habe versucht meinen musikalischen Helden zu kreieren, während ich seine Alben gehört habe. Das war für mich ganz klar, dass ich das für Prince tue.

Wie war sein Kommentar, wenn er Bilder von Ihnen nicht mochte?

Er sagte nur ein Wort: LÖSCHEN!

Steve Parke über die Musik von Prince

Was ist Ihr Lieblingssong von Prince? Und warum ist es gerade dieser?

Ich würde sagen "If I Was Your Girlfriend“. Der Song ist eine ganz ungewöhnliche Inszenierung. Er verbindet melodische und lyrische Inhalte und zeigt die außergewöhnlichen Qualitäten, die Prince in seiner Musik ausdrücken konnte.

Die meisten Bands veröffentlichen ein Album in vier Jahren. Von 1988 bis 1998 hat Prince offiziell zwölf Alben herausgebracht. Wie schätzen Sie das ein? War das ein Fehler, so viel auf den Markt zu bringen?

Ich glaube nicht, dass man zu viel Musik veröffentlichen kann. Einfach aus dem Grund, weil ich Musik liebe. Aber aus geschäftlicher Sicht, ist es natürlich so, dass zu viele Alben dem Verkauf schaden können. Den Leuten fehlte die Zeit, richtig in die Musik von Prince reinzufinden, weil ständig etwas Neues kam. Das kann die Leute überfordern. Aber ich für mich finde, dass es nie zu viel Musik gibt. Ich habe immer Lust auf Musik.

Steve Parke: So war Prince privat

Wie war Ihre Beziehung zu Prince? Haben Sie sich auch über private Angelegenheiten unterhalten?

Absolut. Natürlich habe ich viele Facetten von Prince kennengelernt. Aber wenn wir uns unterhalten haben, musste ich immer herausfinden, mit wem ich da jetzt eigentlich spreche: Ist es Prince als mein Boss oder als mein Freund. Aber ja, wir haben über alle möglichen Dinge gesprochen.

Es gibt viele Bootlegs von Prince. Besitzen Sie auch welche?

Ja, Fans haben mir einige über die Jahre geschickt. Aber ich weiß wirklich nicht, ob da irgendwelche Raritäten dazwischen sind.

Hat Prince selber unveröffentlichte Songs verteilt, damit diese als Bootlegs veröffentlicht werden?

Das ist schwer zu sagen. Ich weiß, dass er eine Menge unveröffentlichter Musik auf CD an Freunde verteilt hat. Ich kann mir vorstellen, dass ein Teil davon über diesen Weg in die Hände der Öffentlichkeit gelangt ist.

Steve Parke über Fan-Kritik

Prince stand häufig in der Kritik. Waren die Fans manchmal zu hart zu ihm?

Außer geschäftlich, – wie zum Beispiel, wenn Fans nicht das bekommen haben, was sie bestellt haben – verstehe ich nicht, warum Fans einen Grund hatten, kritisch mit Prince umzugehen. Wem die Musik nicht gefällt, der soll einfach etwas anderes hören. Aber richtige Fans machen das sowieso. Ich weiß nicht, ob die Fans zu hart zu ihm waren. Das einzig Wichtige bei dieser Frage ist doch nur, wie Prince sich dabei fühlte.

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Können Sie ein Geheimnis von Prince verraten?

Ich weiß nicht, ob es ein Geheimnis ist, aber Prince hat gerne Fruchtshakes gemacht. Er hat sie für mich auch für andere Leute gemacht. Aber ob das ein echtes Geheimnis ist, das weiß ich nicht.

Wie war es für Sie, als Sie von Princes Tod erfahren haben?

Das war sehr schwer für mich. Ich konnte es gar nicht wahrhaben. Es zu begreifen und zu akzeptieren fällt mir auch heute noch sehr schwer.

Interview von Thorsten Albers.

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