25.01.2018 - 16:30

Am 25.1. wäre er 75 geworden Roy Black († 48): Das tragische Leben des Sängers

Roy Black im Jahr 1988. Der Sänger ist auch 27 Jahre nach seinem Tod unvergessen.

Foto: imago/Heiko Feddersen

Roy Black im Jahr 1988. Der Sänger ist auch 27 Jahre nach seinem Tod unvergessen.

Am 25. Januar wäre Roy Black 75 Jahre alt geworden. Der Sänger war Ende der 1960er-Jahre ein Riesenstar in Deutschland, doch er litt zeitlebens an seinem Image als Schnulzenkönig.

Heute hätte Roy Black seinen 75. Geburtstag gefeiert. Doch der große Sänger starb viel zu früh vor nunmehr 27 Jahren – er wurde nur 48 Jahre alt. In Erinnerung bleibt er vor allem als Schlagersänger. Dabei hatte Gerhard Höllerich, wie er gebürtig hieß, noch viele andere Facetten.

Roy Black: Die frühen Jahre gehörtem dem Rock'n'Roll

1963 begann der junge Gerhard mit ersten Auftritten, schnell gründete er dann mit fünf Musikerkollegen die Band "Roy Black and his Cannons". Den Vornamen verpasste er sich als Hommage an den Sänger Roy Orbison, eines seiner Vorbilder. Und Blacky wurde der Musiker schon länger genannt – wegen seiner schwarzen Haare. Cover-Versionen aktueller Rock'n'Roll-Bands brachten der Band immerhin einen ersten Platz bei einem Talentwettbewerb und damit die Aufmerksamkeit eines Plattenproduzenten ein.

1966 Durchbruch als Schlagerstar

Schon 1964 hatte Roy Black als Solokünstler bei Polydor einen Plattenvertrag in der Tasche, und nach ersten kleineren Erfolgen kam 1966 mit "Ganz in Weiß" der große Durchbruch: Der Schlagerstar und Schnulzenkönig, nach dem sich deutsche Hausfrauen verzehrten, war geboren.

Es folgten viele Hits, etwa "Wunderbar ist die Welt", "Irgend jemand liebt auch Dich" und 1971 das Duett mit der damals 10 Jahre alten Norwegerin Anita Hegerland "Schön ist es auf der Welt zu sein". Das Lied hielt sich 18 Wochen in den deutschen Top Ten und sollte sein letzter richtig großer Erfolg sein.

Auch für die norwegische Sängerin blieb es das erfolgreichste Lied ihrer Karriere. Die zwei blieben freundschaftlich verbunden, zum 75. Geburtstag ihres verstorbenen Duett-Partners hat die heute 56-Jährige einen liebevollen Post via Facebook veröffentlicht. Dort schreibt sie: "(...) 25 Januar, der 75 Geburtstag von Roy Black. R.I.P. Für immer in meinem Herz lieber Roy. So viele wunderschöne Erinnerungen und so ein Riesenerfolg zusammen damals, in 1971."

Immer wieder auch als Schauspieler aktiv

Roy Black trat nicht nur als Sänger auf – auch im deutschen Fernsehen, vornehmlich in Musikfilmen, war er Ende der 1960er-Jahre immer mal wieder zu sehen. Mehrmals spielte er an der Seite von Uschi Glas, etwa in "Immer Ärger mit den Paukern".

1975 wurde er für das Theaterstück "Warum lügst du, Cherie?" verpflichtet, doch die Tournee wurde wegen ausbleibenden Erfolgs nach 55 Veranstaltungen abgebrochen.

Von 1989 bis zu seinem Tod übernahm er die Hauptrolle des Hotel-Chefs Lennie Berger in der Fernsehserie "Ein Schloß am Wörthersee".

Seine Frauen und seine Kinder

1974 heiratete Roy Black das Fotomodell Silke Vagts, 1976 kommt der gemeinsame Sohn Torsten zur Welt. 1985 wurde die die Ehe der beiden geschieden.

Torsten Höllerich äußerte sich 2012 im Interview mit Bunte über seinen berühmten Vater: "Der Teil, der Gerhard Höllerich war, der das Leben auf dem Land liebte, das Angeln und Grillen, hat mir sehr viel gegeben. Der Vater der mit Liebe kochte, gern auf der Wiese herumtanzte und ansteckend lachen konnte, war ein Vater von dem ich mir vieles abgeguckt habe. Aber der Teil, der Roy Black war – sehr auf sich bezogen, nur um vor seinen Fans gut dastehen zu können –, den mochte ich nicht immer und überall gern.“

1989 lernt er seine 23 Jahre jüngere Lebensgefährtin Carmen Böhning kennen, die Mutter seiner Tochter Nathalie die 25 Tage vor dem Tod ihres Vaters geboren wurde.

Carmen Böhning und ihre Tochter sind heute gemeinsam im Unternehmen "Petsinboxes" beruflich aktiv. 2016 sagte Nathalie Böhning im Interview mit "Bunte": "Wenn man komplett ohne Vater aufgewachsen ist, gibt es nichts, das man vermissen könnte. (...) Natürlich hätte ich ihn gern kennengelernt. Aber meine Mutter hat wirklich immer alles dafür getan, dass ich alles habe."

Seine privaten Probleme

Zart besaitet soll Roy Black gewesen und einen Hang zur Schwermütigkeit gehabt haben. Sein Image als Schlagerbarde und Schnulzenkönig soll ihm nie wirklich zugesagt haben, hinzu kamen Karrieretiefs und die Scheidung von seiner Frau.

Die sagte einmal, dass er mit den wenig ruhmreichen 1970er Jahren nicht umgehen konnte und in der Folge regelrecht depressiv wurde. Alkoholprobleme und wohl auch Tablettenabhängigkeit begleiteten den Sänger immer mehr.

Der 2015 verstorbene Orchesterchef James Last sagte einmal dem Espress gegenüber: "Roy Black war fremdbestimmt. Er konnte nicht das machen, was er wollte. Er war eigentlich Rock’n’Roller. Er hätte gern anderes gesungen."

Roy Blacks Tod war nicht der einzig tragische in der Familie

Ob ihn sein eigenes Unglück in den Tod getrieben hat? Fest steht: Roy Blacks Bruder Walter fand ihn am 9. Oktober 1991 leblos in seiner Fischerhütte – laut Obduktionsbericht hatte er 4 Promille Alkohol im Urin und 3 Promille im Blut, als Todesursache wird allerdings "natürliches Herzversagen" festgehalten.

Seine geschiedene Ehefrau Silke Höllerich nahm sich 2002 wenige Tage vor ihrem 57. Geburtstag in Marbella mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. In der spanischen Küstenstadt hatte sie seit dem Tod Roy Blacks gelebt.

Und auch Roys Vater Georg Höllerich schied freiwillig aus dem Leben – 1990 im Alter von 72 Jahren.

Viele Schicksalsschläge begleiteten den begnadeten Sänger Zeit seines Lebens. Viel zu früh ist er gestorben, doch für seine vielen Fans bleibt er mit seiner Musik unsterblich.

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