Aktualisiert: 23.10.2019 - 16:19

Tod durch Sterbehilfe Paralympics-Star Marieke Vervoort hat ihr Leben beendet

Von

2012 konnte sie sich noch über ihre sportlichen Erfolge freuen. Jetzt ist die belgische Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort gestorben – wie sie es sich seit langer Zeit gewünscht hat.

Foto: Robert Daemmrich Photography Inc / Kontributor

2012 konnte sie sich noch über ihre sportlichen Erfolge freuen. Jetzt ist die belgische Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort gestorben – wie sie es sich seit langer Zeit gewünscht hat.

Lange plante Marieke Vervoort ihren Tod. Der Paralympics-Star litt an Tetraplegie, seit 2000 saß sie im Rollstuhl. Da die Krankheit immer weiter fortschritt, beschloss sie, ihr Leben zu beenden – und nun war dieser Tag gekommen. Sie starb im Alter von 40 Jahren durch Sterbehilfe.

Es kam, wie sie es sich vorgenommen hatte: Marieke Vervoort, die seit ihrem 14. Lebensjahr an einer fortschreitenden Tetraplegie litt, hat ihren Plan in die Tat umgesetzt und ihr freiwillig Leben beendet – mit einem Sektglas in der Hand, wie sie es sich gewünscht hatte. Marieke Vervoort starb im Alter von 40 Jahren per Sterbehilfe.

Marieke Vervoort ist tot: Sie wurde 40 Jahre alt

Diversen Medienberichten zufolge war es Vervoorts Leibarzt Wim Distelmanns, der den Tod der Sportlerin bestätigte. Demnach starb sie im Alter von 40 Jahren in ihrem belgischen Heimatort Diest. "Bis zu ihrer letzten Minute führte sie Regie über ihr Leben", so der Arzt im Gespräch mit der belgischen Zeitung "De Standaart".

Regie über ihr eigenes Leben – tatsächlich ist es schon seit knapp zwei Jahren bekannt, dass die Sportlerin ihr Leben beenden wollte. Sie wollte nicht mehr leiden, war depressiv. Deshalb beschloss sie, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen – und in ihrem Heimatland Belgien ist diese bereits seit dem Jahr 2002 legal.

Noch vor vier Tagen postete Marieke Vervoort ein Foto auf Instagram, auf dem sie bereits sehr von ihrer fortschreitenden Krankheit gezeichnet ist. Das Bild ist versehen mit den Worten: "Kann die guten Erinnerungen nicht vergessen!" Nun hat ihr Leiden ein Ende... und ihre Erinnerungen bleiben ihr auf ewig erhalten.

Die Beerdigung des Paralympics-Stars soll im engsten Kreise stattfinden. Ihre Asche soll angeblich auf Lanzarote verstreut werden.

_______________________

So berichtete BILD der FRAU am 2. Januar 2018...

Marieke Vervoort: "Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr leiden"

Aber die Krankheit schränkt ihr Leben immer mehr ein. Ihren Sport kann die Belgierin mittlerweile nicht mehr ausüben. Durch die Lähmung sind nicht nur ihre Gliedmaßen, sondern auch ihre Augen beeinträchtigt. Schwere Krämpfe machen Vervoort ebenfalls zu schaffen. Zudem könne sie sich nur noch von Pudding ernähren, weil sie sich sonst übergeben müsse.

Vervoort hat den Entschluss gefasst, dass sie so nicht mehr weiterleben möchte. "Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr leiden", sagte Vervoort der englischen Zeitung "The Telegraph". Sie werde immer depressiver durch die Krankheit: "Ich hatte dieses Gefühl vorher noch nie. Ich weine sehr viel."

Vervoort: "Es ist sehr schwer festzulegen, wann der Termin sein soll"

Vervoort hat beschlossen Sterbehilfe – die in Belgien erlaubt ist – in Anspruch zu nehmen. Aber der Prozess bis dahin war sehr langwierig. Bereits 2008 hatte Vervoort die Unterlagen für ihre Sterbehilfe eingereicht. Voraussetzungen dafür sind, dass die Person eine unheilbare, schwere Erkrankung hat und von mindestens drei Ärzten untersucht wurde, die das bestätigen. Wenn der Prozess abgeschlossen wurde, kann der Patient sein Todesdatum frei bestimmen. Vervoort zum "Telegraph": "Es ist sehr schwer festzulegen, wann der Termin sein soll. Jedes mal, wenn ich es tue, fragen sie mich, ob ich sicher bin. Ob ich mir wirklich sicher bin."

Auch wenn der Zeitpunkt noch nicht genau feststeht, den Moment ihres Abschieds vom Leben hat Vervoort genau geplant. "Ich schlafe langsam ein und wache eben nicht mehr auf. Meine Eltern und Freunde werden am Bett stehen. Mein Testament ist fertig, die Abschiedsbriefe sind geschrieben", sagte Vervoort.

Mehr über Tetraplegie

Definition: Die Tetraplegie ist eine Form der Querschnittlähmung, bei der alle vier Gliedmaßen, also sowohl Beine als auch Arme betroffen sind.

Ursache ist meist eine schwere Schädigung des Rückenmarks im Halswirbelbereich. Sie kann traumatisch, durch einen Tumor, infektiös, erblich oder idiopathisch bedingt sein:

  • Trauma (ca. 60 % aller Fälle)
  • Kinderlähmung
  • Polyneuritis, Polyradiculoneuritis und Polyneuropathien
  • Syringomyelie
  • Thromobose der Arteria spinalis anterior oder Arteria basilaris

(Quelle: Wikipedia)

Lebenstraum bereits 2012 erfüllt

Bereits vor den Paralympischen Spielen in Rio 2016 erklärte Marieke Vervoort, dass sie mit dem Gedanken spiele, ihr Leben freiwillig mittels Sterbehilfe zu beenden. Ihren Lebenstraum, bei den Paralympics Gold zu holen, konnte sie sich bereits 2012 erfüllen.

___________________

Anmerkung der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Sollten Sie depressiv sein, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren bitte umgehend die Telefonseelsorge. Hilfe finden Sie bei kostenlosen Hotlines wie 0800-1110111 oder 0800 3344533.

Promis

Promis

Alle News und Fakten aus der Welt der Royals, Stars und Sternchen.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe