14.11.2017

Nach der Trennung Bernhard Bettermann: „Fehler gehören zur Liebe“

Schauspieler Bernhard Bettermann am Rande von Dreharbeiten der ARD Serie In aller Freundschaft am 16.10.2017 in Erfurt.

Foto: imago/STAR-MEDIA

Schauspieler Bernhard Bettermann am Rande von Dreharbeiten der ARD Serie In aller Freundschaft am 16.10.2017 in Erfurt.

Der Serien-Star aus „In aller Freundschaft“ ist seit Kurzem wieder Single. Jetzt sprach er über starke Frauen, Verletzungen und die Kraft des Verzeihens.

Als Bernhard Bettermann und Mimi Fiedler im September die Trennung bekannt gegeben hatten, war das ein Schock. Galten sie anfangs als Traumpaar, hielt die Beziehung zwischen dem "In aller Freundschaft"-Star und der "Tatort"- Kommissarin am Ende nur drei Jahre. Trotz der emotionalen Enttäuschung entpuppt sich der Schauspieler in unserem Interview als echter Frauenversteher.

"Ich gehöre zu den Männern, die Frauen für das stärkere Geschlecht halten."

Sie waren gerade Gast bei unserer GOLDENE BILD der FRAU Gala. Wie hat Ihnen der Abend gefallen?

Es war Gänsehaut pur, was diese Frauen bewegen, wie sie helfen, wie sie deutlich machen, dass Ideen und Handeln die Welt besser machen können. Manche mussten selbst schlimme Verluste oder Ängste überstehen – und haben genau daraus neue Kraft gezogen. Einfach stark! Ich gehöre ohnehin zu den Männern, die Frauen für das stärkere Geschlecht halten.

Und damit haben Sie auch kein Problem?

Überhaupt nicht. Alle Männer mit ein bisschen Grips in der Birne haben sich ja längst einverstanden erklärt, die Frau auf Augenhöhe zu akzeptieren. Was wir jetzt brauchen, sind mehr Männer, die diese Gleichheit nicht nur akzeptieren, sondern auch unterstützen. Männer sind auch schon viel familienfreundlicher geworden, den Kindern zugewandter. Eine gute Entwicklung für den Mann.

Diesem Dilemma sieht sich die Frau von heute konfrontiert

Trotzdem kämpfen Frauen immer noch um Gleichberechtigung im Job.

Ja, da wird die Lage den Stärken der Frauen noch nicht gerecht. Immerhin haben wir aber schon sehr lange eine Bundeskanzlerin. Und Frauen bekommen Rechte zugestanden, für die meine Mutter vor 45 Jahren noch schwer kämpfen musste. Leider stecken viele Frauen ja jetzt in einem neuen Dilemma.

Inwiefern?

Arbeiten, sich verwirklichen, Mutter sein: Die richtige Balance zu finden, stelle ich mir nicht einfach vor. Ich habe gehört, dass es Frauen gibt, die mit 20 ihre Eizellen einfrieren, um auch nach einer intensiven Jobzeit mit 45 oder 50 noch ein Kind bekommen zu können. Im ersten Moment klingt das verrückt, aber dann denkt man: eigentlich gerecht. Eine starke Frau muss sich heute fragen, wie sie mit solchen Themen umgeht.

Anmerkung der Redaktion: Fühlen Sie sich in Ihrer Rolle als Berufstätige, Hausfrau und Mutter überfordert? Gestresste Frauen finden hier einige Tipps.

Sind Sie deshalb froh, dass Sie zwei Söhne haben?

Mir gefällt, und das sehe ich an meinen Söhnen, dass die Geschlechterfrage nicht mehr so klar abgetrennt ist. Alle Männer sind nicht gleich und alle Frauen auch nicht.

Das nervt den Frauenversteher am anderen Geschlecht

Gibt es etwas, das Sie an Frauen nervt?

Ich glaube, dass Männer schneller verzeihen können. Wenn Fünfe gerade sind, dann sind sie gerade! Frauen vergessen nicht so schnell. Mir ist klar, dass sie viele Dinge ernster nehmen, tiefer empfinden. An sich gut. Aber in der Partnerschaf kann das zu großen Missverständnissen führen. Frauen haben ein Elefantengedächtnis, was Vergehen und Fehler der Männer angeht. Ich denke, eigentlich würden sie oft gerne verzeihen. Aber dann kommt die Verletzung immer wieder hoch – und behindert einen Neuanfang. Dabei gehören Fehler zur Liebe.

>>Bernhard Bettermann: Streiten gehört zu einer Beziehung

Sie haben gerade eine Trennung hinter sich. Glauben Sie noch an die Liebe?

Ja. Ich bin ein normaler Mensch, mit Fehlern behaftet, dem mal etwas gelingt und dem Dinge nicht gelingen. Das gehört zur Berg und Talfahrt meines Lebens. Wie es weitergeht, werden wir sehen. Die letzten Monate gehören nicht zu den glücklichen meines Lebens. Aber das gehört zu meiner Geschichte und zur Geschichte eines jeden.

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