14.09.2017

Bunte Palette The Waterboys geizen nicht mit neuen Songs

Mike Scott ist The Waterboys.

Foto: dpa

Mike Scott ist The Waterboys.

Wer die Waterboys unter Folkrock mit Kelten-Touch einordnet, springt zu kurz. Auf dem neuen Album des Schotten Mike Scott und seiner Band geht es mindestens ebenso sehr um amerikanische Musikstile.

Fast 40 Jahre ist Mike Scott, Frontmann und einzige Konstante der britischen Band The Waterboys, schon im Geschäft. Aber die kreativen Säfte des Songschreibers fließen weiterhin ohne große Staus.

"Zum Glück für mich - und ich hoffe auch für den Hörer - kamen immer mehr Lieder zusammen, und zwar in Pop-Farben", sagt der 58-Jährige über sein neues Doppelalbum. Tatsächlich malt der Singer-Songwriter auf "Out Of All This Blue" mit der buntesten Palette seiner langen, wechselvollen Karriere.

Klassischer Poprock, aber auch Soul und Funk als Prince-Hommage ("If I Was Your Boyfriend"), Rhythm 'n' Blues, Jazz, Americana und irisch-schottischer Folk stehen bei Scott und den derzeitigen Waterboys in üppigen 23 Songs auf der Agenda. Und einige romantische Balladen wie "The Girl In The Window Chair", für die er sich die Streicher und Bläser der begehrten US-Studioband Spacebomb Collective aus Richmond/Virginia zur Hilfe holte.

Der Sänger, Gitarrist und Pianist hatte seine größten Erfolge als Bandleader mit Alben wie "This Is The Sea" und "Fisherman's Blues" in den 80er Jahren. Nach Solo-Jahren in den 90ern belebte er die Band neu und brachte zuletzt mit "An Appointment With Mr. Yeats" (2011) und "Modern Blues" (2015) zwei ambitionierte und auch wieder recht erfolgreiche Platten heraus.

Immer ein Ereignis sind Scotts Texte - vor seiner Musikerlaufbahn studierte er Literatur und Philosophie an der Uni Edinburgh. Auch bei "Out Of All This Blue" lohnt also das genaue Zuhören, selbst wenn die Musik in schwächeren Momenten am Ohr vorbeirauscht.

Fazit: Ein weiteres sehr solides, respektables Waterboys-Werk - doch wie bei den meisten Doppelalben hätte die Beschränkung auf ein Dutzend Songs in 45 bis 50 Minuten (statt der angebotenen knapp 100-minütigen Laufzeit) dem Gesamtergebnis gut getan.

Konzerte im November: 9.11. Hamburg, Laeiszhalle, 14.11. Duisburg, Theater am Marientor

Seite

Kommentare