11.07.2017

Schicksal Gaby Köster: "Wenn man stirbt, ist das auch nicht schlimm"

Neun Jahre nach dem Schlaganfall kommt Gaby Kösters Bestseller „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ ins Fernsehen.

Foto: imago/Horst Galuschka

Neun Jahre nach dem Schlaganfall kommt Gaby Kösters Bestseller „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ ins Fernsehen.

2008 wurde Comedy-Star Gaby Köster mitten aus ihrem Leben gerissen – ein Schlaganfall. Aber die taffe Kölnerin kämpfte sich tapfer zurück.

"Andere haben wesentlich größere Probleme in der Reha, als ich." Gaby Köster ist ein Mensch, der offensichtlich auch dem härtesten Schicksalsschlag noch etwas Positives abgewinnen kann. Vor neun Jahren riss ein Schlaganfall sie mitten aus dem Leben. Sie war gerade im Bad, prallte mit dem Kopf gegen einen Heizkörper. Erst Wochen später wachte sie wieder auf – halbseitig gelähmt, auf Hilfe angewiesen. Und nichts war mehr, wie es mal war.

Drei Jahre blieb der Comedy-Star von der Bildfläche – im wahrsten Sinne – verschwunden, wurde sogar von einigen Medien für tot erklärt, bevor Köster 2011, gestützt von Steffen Hallaschka, das "Stern TV"-Studio von RTL betrat. "Tot", so sagte die Schauspielerin damals in gewohnt schnodderiger Art, "bin ich noch nicht. Eigentlich ist meine Körpertemperatur recht angenehm". Und sie hat eine Message im Gepäck, möchte anderen Menschen, die ähnliches erlebten, helfen. "Gebt nicht auf!"

"Ein Schnupfen hätte auch gereicht"

Aufgegeben hat auch Köster nicht. Es ist ein langer Weg aus dem Krankenhaus zurück vor die Kamera. Einen, den sie in ihrem Buch "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" (erschienen im Scherz Verlag), eindrucksvoll beschreibt. "Alles hatte dieser verfluchte Schlaganfall mir genommen. Die Macht über meinen Körper, meine Selbstständigkeit. Meinen Stolz. Mein bisheriges Leben. Und jetzt auch noch meine Würde. Ich sah aus wie ein Freak", heißt es darin.

Schritt für Schritt kämpft sie sich zurück. Vieles muss sie neu lernen. Vor allen Dingen, es langsamer angehen zu lassen. "Zack, zack", wie die Mutter eines Jungen es gewohnt war, geht es eben nicht mehr. Während sie früher alles im Alleingang gemacht hat, war sie zu Beginn ihrer Krankheit sehr auf Hilfe durch andere angewiesen und ist es auch heute noch teilweise. Gar nicht so einfach für so einen temperamentvollen Menschen. Doch ihre Mutter und ihr Sohn waren und sind ihr eine große Stütze.

Es macht Köster keine Angst, ihre Endlichkeit vor Augen zu haben. "Am Anfang hat man schon mehr Angst davor, aber das hört nach einer Weile auch wieder auf. Ich weiß nur, dass die Endlichkeit nichts Schlimmes ist, vor dem man Angst haben müsste. Selbst wenn man stirbt, ist das auch nicht schlimm", verrät die gebürtige Kölnerin im Interview mit der Redaktion "Meins".

"Ich muss meine Straße des Lebens neu entdecken"

Als Comedian ist Köster nicht auf die Bühne zurückgekehrt. Sie malt heute Aquarelle unter dem Künstlernamen "La Manca" und veröffentlichte 2016 ihren ersten Roman. "Ich bin sehr happy, dass ich meine Familie um mich habe. Dass ich Dinge wieder allein kann, die ich früher für selbstverständlich genommen habe." Sie sagt: "Es ist gut, neue Wege zu suchen und zu gehen. Ich muss auch einen neuen Weg finden, meine Straße des Lebens neu entdecken, gestalten und anlegen."

Wir wünschen ihr dabei weiterhin viel Kraft und gutes Gelingen.

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