19.05.2017

Der Schlagerstar ganz privat Anna-Maria Zimmermann hätte gerne mit Roger Cicero gesungen

Anna-Maria Zimmermann hat jetzt ihr neues Album "himmelbLAu" herausgebracht.

Foto: Mewes Produktions GmbH/ Frank Fastner

Anna-Maria Zimmermann hat jetzt ihr neues Album "himmelbLAu" herausgebracht.

Von DSDS zum Schlager: Anna-Maria Zimmermann macht seit mehr als zehn Jahren Musik. Mit bildderfrau.de spricht sie über ihr neues Album und ihr Vorbild – außerdem verrät sie, welche Musik sie privat gerne hört.

Anna-Maria Zimmermann gehört zu den DSDS-Kandidaten der ersten Stunde: bei der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" mit Dieter Bohlen landete sie 2006 auf dem sechsten Platz und startete danach eine Solokarriere als Sängerin. 2010, sagt sie, war ihr Erfolgsjahr schlechthin: sie war in zahlreichen TV-Shows zu sehen, überall mit dabei – bis sie ein schwerer Unfall im Oktober 2010 für Monate aus der Bahn warf.

Doch die Powerfrau stand schon 2011 wieder auf der Bühne. Jetzt hat die 28-Jährige ein neues Album auf den Markt gebracht, für das sie sich eine Auszeit in Los Angeles nahm. Die Stadt und das kalifornische Lebensgefühl haben sie extrem inspiriert, sagt sie. Im Interview mit bildderfrau.de geht es um ihre Anfänge bei DSDS und Ballermann-Auftritte – sie verrät, was sie nebenbei studiert, ob sie dem Schlager auf ewig treu bleiben will, und sie spricht natürlich über ihr neues Album.

bildderfrau.de: Hat Sie Ihre DSDS-Zeit beeinflusst, was Ihre weitere Karriere angeht?

Anna-Maria Zimmermann: Es war ein toller Startschuss, das Sprungbrett zu all dem, was danach passiert ist, aber es folgte sehr viel harte Arbeit. Viele DSDS-Kandidaten meinen, dass ihnen danach die Welt zu Füßen liegt und sich die ganze Musikbranche um sie reißt. Das ist definitiv nicht so.

>> Anna-Maria Zimmermann kommt zum Schlagercountdown!

Zwei, drei Sätze über Dieter Bohlen?

Ich habe ihn gar nicht wirklich kennengelernt – aber in den Momenten, die wir hatten, war er ein höflicher, zuvorkommender und netter Mann, der uns immer gesagt hat, dass wir uns nicht jeden Spruch zu Herzen nehmen sollen, weil das zur Show gehört. Von daher kann ich über Dieter eigentlich gar nichts Schlechtes sagen.

Sie treten ja immer noch am Ballermann auf?

Ich habe mir irgendwann mal geschworen, nur das zu tun, was mir Spaß macht und was ich will. Am Ballermann aufzutreten war eine freie Entscheidung. Neun Jahre später bin ich immer noch dort, weil ich es toll finde und weil ich diese Party und das Feeling dort einfach liebe.

Was reizt Sie am Genre Schlager, der "urdeutschen Musikform"?

Ich habe schon immer gesagt, dass wir deutsche Songs singen sollten – das wurde 2006 noch belächelt. Mittlerweile ist der Schlager Gott sei Dank „in“. Jeder kann Schlager mitsingen, und bei Partys kennen auch Nicht-Schlagerfans spätestens nach dem dritten Bier den Text und singen mit. Man kann einfach zum Schlager die coolsten Partys in Deutschland feiern.

Wollen Sie auch mal in einer anderen Sprache singen, oder bleiben Sie bei deutsch?

Ich habe mich nach der DSDS-Zeit mal im Studio mit vielen verschiedenen Produzenten ausprobiert und ein paar englischsprachige Songs rausgebracht, aber das liegt mir einfach nicht. Ich mag bei deutschsprachiger Musik, egal ob Schlager, Pop oder Rock, dass Gefühl und Herzblut anders rüberkommt. Deshalb würde ich nie wechseln.

Beruflich andere Wege gehen? Eher nicht

Können Sie sich vorstellen, auch mal das Genre zu wechseln? Oder gar den Beruf?

Ja, ich habe ja schon ein Kinderalbum aufgenommen – das ist immer noch ein Genre, das mich fasziniert. Irgendwann mal selbst Kinderlieder zu schreiben: das würde mich reizen. Aber ich werden diesen Job nie wechseln – so lange mich die Leute auf der Bühne sehen wollen.

Auch Ihr Kunststudium ist keine potentielle berufliche Alternative?

Natürlich kann das irgendwann mal eine berufliche Alternative werden, aber das ist eigentlich nicht der Sinn oder das Ziel. Ich habe immer gesagt, dass es mir total egal ist, ob das Studium drei oder vier Jahre geht, weil ich es einfach nur für mich mache und das mein Baby ist, wie ich immer sage.

Warum war Los Angeles für Sie so wichtig? Was hat diese Stadt, was andere nicht haben?

Diese Stadt kombiniert für mich einfach Alles: zum einen Meer und Strand und diesen lockeren Surfer-Lebensstil, auf der anderen Seite den absoluten Hollywood-Glamour – eine ideale Mischung, mit der ich mich sehr gut identifizieren kann. Das sonnige Wetter durchgehend macht einfach gute Laune, auch mein neues Album sollte das versprühen, außerdem ein Sommeralbum werden und „himmelblau“ heißen. Und weil es nirgendwo einen himmelblaueren Himmel als in LA gibt, fiel uns die Entscheidung nicht schwer.

Unterscheidet sich ihr neues Album von ihren früheren?

Ich glaube schon. Ich weiß, das wird immer gerne gesagt, aber es ist das beste Album, das wir bisher gemacht haben. Auch, weil ich mich weiter entwickelt habe, und weil es ganz viele verschiedene Facetten zeigt. Ob jung oder alt, ob Musik zum Kuscheln oder zum Tanzen: auf dem Album sollte für jeden etwas dabei sein – auch ein cooler Partysong, den wir mit der ersten Single ,Himmelblaue Augen' definitiv bekommen haben. Das Album hört sich anders an, meine Stimme klingt anders, es wurde viel mehr Wert auf Aussprache und Klang der Stimme geachtet. So viel Schweiß und Herzblut habe ich noch nie in eines meiner Alben gesteckt.

Anna-Maria Zimmermanns neue Single

Sie mag Helene Fischer und die Fantastischen Vier

Haben Sie ein Vorbild?

Helene Fischer ist für mich eine der krassesten Schlagersängerinnen, die es bisher gab. Sie ist immer professionell, sie gibt immer 200 Prozent, und sie hat nach außen hin nie schlechte Laune. Sie ist immer höflich, wenn ich sie bei einem TV-Dreh sehe, und total offenherzig zu allen. Wenn ich mir dann ihre Tourneen anschaue, denke ich nur: ,Wow, wie schafft diese Frau das?' Sie hat so eine Willensstärke, so eine Ausdauer und Energie. Das ist schon ein bisschen ein Vorbild – und zeigt, dass man im Leben wirklich nur mir harter Arbeit weiter kommt.

>> Helene Fischer und Silbereisen: Liebe auf den ersten Blick?

Verraten Sie uns Ihren persönlichen Musikgeschmack?

Das ist total von meiner Stimmung abhängig. Ich höre viel deutsche Musik, z.B. Ella Endlich, ich brauche natürlich das neue Album von Helene Fischer. Ich höre mir aber auch Ewig und Sarah Connor an. Ich stehe auf die Fantastischen Vier und höre super gerne Pur. Und: Ich brauche immer das neue Matthias-Reim-Album.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir einfach, dass ich mit meiner Musik so erfolgreich bleibe, wie es momentan der Fall ist. Dass die Leute mich noch viele, viele Jahre auf der Bühne sehen wollen und nicht irgendwann genug von der Anna und ihrer Musik haben. Dass sie mit mir noch viele tausend Partys in ganz Deutschland feiern. Und dass dieser Traum, den ich gerade lebe, nicht so schnell zu Ende geht.

Mit wem würden Sie am liebsten mal gemeinsam auf der Bühne stehen?

Das ist leider eine traurige Geschichte: Ich habe immer gesagt, dass ich mal mit Roger Cicero so gerne ein Duett gesungen hätte, er war für mich immer ein absolutes Vorbild und ist es immer noch. Er ist ein Mann, der mich verzaubert und fasziniert hat. Ich war auf vielen seiner Konzerte. Gemeinsam auf der Bühne zu stehen, wird jetzt leider nicht mehr klappen, aber in meinem Herzen bewahre ich den Traum – es wäre bestimmt schön gewesen.

>> Roger Ciceros letzte Aufnahme

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