04.05.2017

Designer meckert über Greenery Kretschmer: Die Trendfarbe des Jahres ist echt schlimm

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Guido-Maria Kretschmer hat mit BILD der FRAU über die modischen Trends des Jahres gesprochen.

Foto: imago/Future Image

Guido-Maria Kretschmer hat mit BILD der FRAU über die modischen Trends des Jahres gesprochen.

Star-Designer Guido-Maria Kretschmer spricht im Exklusiv-Interview über seine modischen Fehlkäufe, Sommer-Trends und seine Rolle als Chef.

BILD der FRAU: Guido, der Frühling ist endlich da! Haben Sie schon neue Kleidung geshoppt?

Guido Maria Kretschmer: Oh ja! Ich habe mir eine super Shorts gekauft – die ich vermutlich nie anziehen werde. (Lacht.)

Warum denn nicht? Fehlkauf?

Nein, ich finde die toll, sie hat einen ganz zarten Fliederton. Aber ich weiß leider genau: Die werde ich höchstens mal privat im Garten anziehen, das wird für mich kein Look für die Straße.

Aber Sie haben sie trotzdem gekauft?!

Ja! Sie hat mich einfach so angelacht, ich habe direkt noch einen wahnsinnig teuren Pullover dazu gekauft – wobei ich bereits im Laden dachte: Den werde ich auch niemals anziehen. Vermutlich sehe ich darin wirklich albern aus, und ich hätte besser sagen sollen: Guido, lass' es einfach. Egal – zur Not gebe ich sie meinem Frank. Ich glaube, ich tobe mich ab jetzt besser im Gartencenter beim Shopping aus.

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Wenn wir Frauen jetzt Geld ausgeben wollen: Welche fünf Teile brauchen wir diesen Sommer im Kleiderschrank?

Ein tolles Sommerkleid, in einem ganz leichten Bohemian-Stil, mit Streublüten und Volants – das finde ich toll. Dazu einen schönen Cardigan oder einen Pullover aus leichtem Garn, der ein bisschen über die Schulter fällt und der nicht aufträgt. Da hat man das Sommergefühl gleich auf der Haut – so macht Mode richtig Spaß!

Was noch, Guido?

Eine schöne Hose – zum Beispiel eine in Zigaretten-Form. Die können auch Frauen tragen, die nicht ganz so dünn sind. Außerdem braucht Frau eine gute Sonnenbrille: Piloten-Brillen sind immer noch hip, nur bitte kein Neon mehr! Stattdessen kommt der Sixties-Look wieder. Und wer dann noch richtig mutig sein will, der kauft sich noch ein Kleidungsstück in Greenery, der Trendfarbe des Jahres.

Das klingt so, als sollten wir diesen letzten Tipp besser nicht zu ernst nehmen.

Stimmt. Wer Bock auf Grün hat und mal richtig blass aussehen will, für den ist diese Farbe richtig. Ich frage mich wirklich, wer sich diesen Trend ausgedacht hat. Ich sehe das so: Grüne Smoothies zu trinken ist super, sie zu tragen ist echt schlimm.

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Welche Farbe ist denn ein Muss?

Immer der Ton, der etwas für die eigenen Augen macht – sie mehr betont und zum Leuchten bringt. Das kann ein schöner Grauton sein, ein Hellblau, zartes Flieder. Ich mag auch die neuen Curry-Farben und Nato-Grün.

Danke für die Shopping-Tipps, dann können wir ja loslegen.

Aber immer dran denken: Man muss nicht alles haben! Konsum allein macht nicht glücklich, manchmal reicht es auch, sich ein paar Minuten in das sündhaft teure Sommerkleid im Schaufenster reinzuträumen.

Gibt es ein Alter, ab dem man keine Trends mehr mitmachen sollte?

Ab dem Zeitpunkt, an dem man nicht mehr allein in die Hose kommt… (Lacht.) Dann sollte man sich überlegen, ob es wirklich so wichtig ist, eine so komplizierte Hose zu tragen. Ansonsten würde ich sagen: So lange man atmen kann, darf man auf jeden Fall alles anziehen, was man möchte. Keine Frau ist zu alt, um ein Fashion Girl zu sein!

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Apropos Fashion: Sie arbeiten jetzt exklusiv mit dem Otto Versand zusammen. Was ist da alles neu?

Ich habe ein neues Zuhause für meine Marke gefunden und kann mich jetzt wieder mehr auf das Kreative konzentrieren. Was auch super ist: Ich habe so viele Anfragen bekommen von Leuten, die gerne meine Kleidung kaufen wollten. Und dann haben die häufig einen Schock bekommen, wenn sie in den Boutiquen gesehen haben, dass das Abendkleid 898 Euro kostet. Jetzt kann ich zusätzlich zu meiner Haute Couture auch andere Preisklassen bedienen. Und das Beste: Ich bin hier Mitarbeiter – das bin ich viel lieber als Chef.

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Echt jetzt? Sind Sie zu lieb zum Chefsein?

Nein. Ich kann meinen Leuten schon gut und klar sagen, was ich will. Aber ich bin jemand, der ungern viel Aufhebens um sich selbst macht. Soll heißen: Meine Prominenz stand dem immer mehr im Weg. Ich will ja ansprechbar bleiben für die Menschen.

Na ja, prominent sind Sie aber immer noch.

Stimmt, das ist auch schön. Ich finde es toll, wenn die Menschen sich um mich kümmern – aber ich mag es noch lieber, wenn die Menschen nett zu mir sind, weil ich auch nett bin. Ich bin nicht so gerne der Star.

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