28.04.2017 - 14:37

Über Tod seines Bruders König Willem-Alexander: "Eine Narbe, die niemals heilt"

Willem-Alexander ist seit vier Jahren König der Niederlande.

Foto: imago/PPE

Willem-Alexander ist seit vier Jahren König der Niederlande.

Der niederländische König Willem-Alexander hat zum ersten Mal ganz offen über den Tod seines Bruders Johan Friso gesprochen.

So persönlich hat die Öffentlichkeit den König wohl noch nie erlebt. Willem-Alexander sprach bei einem Fernseh-Interview anlässlich seines 50. Geburtstags über den tragischen Tod von Johan Friso. "Das ist eine Narbe, die nie heilen wird", so Willem-Alexander. Was er jetzt vermisse, sei die grobe aber ehrliche Kritik seines Bruders: "Wenn man es nicht mehr hat, vermisst man es erst wirklich", erklärt der niederländische König.

Seine Mutter hat ebenfalls sehr unter dem Verlust gelitten. Die ehemalige Königin Beatrix habe sich nach dem Unglück sehr verändert. Willem-Alexander sagte mit feuchten Augen: "Ich sah, was mit einer Mutter geschieht, wenn sie ein Kind verliert."

So verunglückte Prinz Johan Friso

Wie jedes Jahr, machte die königliche Familie auch 2012 einen gemeinsamen Skiurlaub in Österreich. Bei einer Abfahrt am 17. Februar verunglückte Johan Friso in einem nicht gesicherten Gebiet, als eine Lawine abging. Der Prinz wurde verschüttet, konnte erst nach einer halben Stunde aus dem Schnee befreit werden.

Johan Frisos Gehirn trug schwere neurologische Schäden davon, er fiel ins Koma. Er erlangte das Bewusstsein nicht mehr richtig zurück und verstarb am 12. August 2013 im Alter von 44 Jahren im Krankenhaus.

Willem-Alexander berichtet in dem rund 70-minütigen Fernsehinterview des Senders "NOS", dass er mit seinen Töchtern ins Krankenhaus nach London gefahren sei, wo der im Koma liegende Bruder über ein Jahr versorgt wurde. Jedesmal, wenn er am Bett des Bruders gestanden habe, habe er gehofft, erzählte Willem-Alexander. Aber: "Es gibt einen Augenblick, in dem deutlich ist, dass es keine Fortschritte mehr gibt, dass es wenig Hoffnung mehr gibt."

Als Interviewer Wilfried de Jong ihm eine Aufnahme von der Beerdigung Frisos zeigte, stiegen dem König die Tränen in die Augen.

Willem-Alexander über sein eigenes Leben

Willem-Alexander, der am Donnerstag seinen 50. Geburtstag feierte, sprach in dem Interview nicht nur über seinen Bruder. Er reflektierte auch sein eigenes Leben. Der König beschrieb sich als emotional, schlagfertig und fordernd. Seine Pubertät war eine schwierige Zeit, räumte er ein. Er habe in seinem Leben "viele Fehler gemacht und Grenzen überschritten", sagte er.

Als Beispiel nannte er ein "wildes Leben" als junger Mann. Doch auf diese Weise habe er sich selbst sehr gut kennengelernt. Heute rät er seiner Tochter Amalia, der 13-jährigen Kronprinzessin: "Lern dich selbst gut kennen."

Ein dickes Kompliment bekommt seine Frau Maxima: "Sie ist eine ganz besondere Frau. Ich habe viel Glück, dass ich sie kennengelernt habe. Und es ist noch ein größeres Glück, dass sie ihr Leben mit mir teilen möchte. Mein Glück zu Hause, meine Kinder, alles habe ich ihr zu verdanken. Sie ist kritisch, aber auch sehr fürsorglich und versöhnlich, wenn ich ab und zu mal launisch bin", so Willem-Alexander, der bereits seit 18 Jahren mit der Argentinierin Máxima Zorreguieta glücklich zusammen ist.

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