13.04.2017 - 10:19

Vatersein Ben Becker: Die Vater-Tochter-Beziehung ist etwas Besonderes

Schauspieler Ben Becker mit seiner Tochter Lilith.

Foto: imago/Future Image

Schauspieler Ben Becker mit seiner Tochter Lilith.

Ben Becker, der Schauspieler mit der markanten Stimme ist froh, dass seine Tochter Lilith (16) nicht nach dem Vater kommt und für Skandale sorgt.

BILD der FRAU: Der Ost-West-Konflikt liegt fast 40 Jahre zurück. Und aktuell hat man das Gefühl, dass die Atmosphäre gesellschaftlich wieder kälter wird. Wie sehen Sie das?

Ben Becker: Ich finde es momentan schon bedrohlich. Und ich habe auch das Gefühl, dass die Überwachung wieder größer wird. Man fragt sich schon, wie intensiv man privat schon ausgehorcht wird. Zum Beispiel auch über die sozialen Netzwerke.

Ben Becker hat keine Zeit für Social Media

Sind Sie da aktiv?

Nein, überhaupt nicht. Da habe ich auch keine Zeit zu. Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe und möchte und muss mich nicht über „Instagram“ mitteilen.

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Wie sieht es mit Ihrer Tochter Lilith aus? Sie ist ja mit 16 in einem Alter, wo man auf Facebook und Co aktiv ist.

Du kannst den Kindern heutzutage doch nicht das Handy wegnehmen. Ich sage ihr natürlich schon, dass sie aufpassen soll, was sie für Inhalte im Netz verbreitet. Meine Frau und ich lassen sie schon in Ruhe, achten aber auch darauf, was sie da macht.

Kann man das denn überhaupt kontrollieren?

Schwierig. Die Kinder haben ihre Clique und sitzen den ganzen Tag vor ihren Smartphones. Das fängt ja schon morgens vor der Schule an. Man kann nur immer wieder mit ihr darüber reden.

Sind Sie ein besorgter Daddy?

Muss ich glücklicherweise bei meiner Tochter nicht sein. Da muss ich auch meiner Frau danken. Sie kümmert sich sehr um Lilith. Und Lilith ist ein Pferdemädchen – die hat mehr ihr Tier im Kopf als andere Dinge.

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Lilith Becker geht gerne zur Schule, nicht wie der Vater

Geht sie lieber zur Schule als Sie in dem Alter?

Aber natürlich. Ich bin überhaupt nicht gern zur Schule gegangen.

Interessanterweise ist es ja so, dass man ab dem Moment, wo man selbst ein Kind hat, andere Maßstäbe hat, oder?

Das stimmt. Ich bin sehr froh, dass sie gerne zur Schule geht. Klar, manchmal denke ich, womit habe ich das verdient. Meine Mama hatte mit mir sicher mehr Sorgen. Momentan ist sie 16 und sehr lieb.

Sie und ihre Frau leben ja in getrennten Wohnungen. Hat sich dieses Wohnkonzept als gut bewährt?

Absolut. Ich sitze nicht jeden Morgen mit am Frühstückstisch. Das ist nichts für mich, und ich bin ja auch viel unterwegs. Aber ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meiner Tochter. Die Vater-Tochter-Beziehung ist ja immer eine besondere. Wir führen tolle Gespräche und sind uns sehr nah. Dennoch bin ich kein Erzieher. Das macht alles meine Frau.

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Das machen Vater und Tochter Becker gerne zusammen

Gibt es denn ein Vater-Tochter-Ritual?

Wir gehen unheimlich gerne auf Konzerte. Ich nehme sie mit zu den Rolling Stones, und sie nimmt mich mit zu Adele.

Hat Ihnen Adele gefallen?

Tierisch. Ich habe nur geheult und die Kleene hat gefragt: Was ist los mit dir. Und auf dem Weihnachtsmarkt lassen wir uns jedes Jahr mit dem Weihnachtsmann fotografieren. Ach, und sie liebt es, meine Schubladen zu öffnen, wenn ich nicht da bin. Ich mag es, dass sie das macht. Ich würde nie sagen: Finger weg. Im Gegenteil: daran merke ich ja, dass sie sich für Papa interessiert. Das finde ich toll.

Sie spielen in dem Dreiteiler einen Führungsoffizier, haben aber privat Probleme mit Obrigkeiten. Was reizt Sie dann daran?

Ich habe immer schon Angst vor bösen Menschen gehabt. Aber gerade deswegen kann ich sie so gut spielen, weil ich selbst nicht so bin. Das Böse zu verkörpern, fasziniert ja jeden. Ich habe mich früher bei den Edgar Wallace Filmen gefürchtet und trotzdem auf Klaus Kinski gewartet.... Diese Figuren faszinieren jeden. Trotzdem finde ich es manchmal auch schade, dass mir die Rolle des Clowns seltener angeboten wird.

Ihre Figur, Ralf Müller, kann sich überhaupt nicht in andere Menschen einfühlen. Wie wichtig ist Ihnen Empathie?

Sehr wichtig. Ich liebe und beobachte Menschen ganz genau. Deshalb habe ich auch Angst vor dem Rechtsruck in diesem Land. Ich finde Krieg und Militär furchtbar.

>> Alexander Bommes: Nach Julia Westlake keine Zeit für Privates

Sie sind jetzt 52. Was haben Sie für Pläne?

Ich habe noch viel vor. Und ich möchte mehr auf mich aufpassen. Ein Freund von mir liegt mit 54 im Sterben. Das will ich nicht. Ich möchte noch viele schöne Filme machen und meine Tochter auf ihrem Weg begleiten.

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Dieser Artikel erschien auch in der BILD der FRAU Nr. 13.

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