28.03.2017

Social Art Vergoldetes Zimmer als Protest gegen Wohnungsnot

Von

Wohnen wird zum Luxus - das vergoldete Zimmer von Nabil Henid.

Foto: dpa

Wohnen wird zum Luxus - das vergoldete Zimmer von Nabil Henid.

Wer kann sich die Mieten in den Großstädten noch leisten? Der Münchner Künstler Nabil Henid stößt mit einem vergoldeten Zimmer die Diskussion an.

Mit einem vergoldeten Zimmer will der Künstler Nabil Henid ein Zeichen gegen Wohnungsnot in München setzen. "Viele können sich die Mieten nicht mehr leisten, kleine Geschäfte müssen schließen. Die Entwicklung ist sehr problematisch", sagte der Münchner Künstler der Deutschen Presse-Agentur.

Fünf Tage lang hat der 48-Jährige zusammen mit Freunden das Zimmer in einer goldschimmernden Folie eingewickelt.

Am Eingang eine fiktive Wohnungsanzeige: Das 17 Quadratmeter kleine Zimmer sei für schlappe 1150 Euro Kaltmiete zu haben; die Miete steige vierteljährig. Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder und Studenten seien ebenso unerwünscht wie Musik und Lebensfreude. "Es entstehen Stadtviertel ohne Herz und Seele", kritisiert Henid. "Aber wer möchte in so einem München leben?"

Den Raum für das "Zeitalter goldener Immobilien" stellt Ignaz Vogl zur Verfügung. "Es schaut fantastisch aus, besonders nachts", schwärmt der Eigentümer. Das Zimmer glänzt noch bis zum Wochenende vom 8. und 9. April. "Zum Abschied will ich eine Performance organisieren. Ich habe schon viele Ideen für die Abrissparty", verrät der Künstler.

Seite