09.03.2017

Mediale Gewichtsabnahme The Biggest Loser: So halbiert man also sein Körpergewicht

Die 18 Kandidaten von "The Biggest Loser" brachten zum Start der neunten Staffel insgesamt 2664,3 Kilo auf die Waage.

Foto: SAT.1/Martin Rottenkolber

Die 18 Kandidaten von "The Biggest Loser" brachten zum Start der neunten Staffel insgesamt 2664,3 Kilo auf die Waage.

Bei der Sat.1-Show „The Biggest Loser“ kämpfen Kandidaten um eine Siegprämie von 50.000 Euro. Die Herausforderung: Abnehmen! So viel es geht.

Dass Abnehmen keine leichte Aufgabe ist, weiß jeder, der schon einmal ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hatte. Es ist ein ewiger Kampf gegen den inneren Schweinehund, ein ewiger Appell an seine eigene Disziplin. Und selbst wenn es nur ein paar wenige überflüssige Pfunde sind, so lautet die magische Erfolgsformel am Ende doch immer gleich: Sport machen und auf die Ernährung achten.

So auch bei der Sat.1-Show The Biggest Loser (immer sonntags um 17.45 Uhr) – nur, dass sich bei dieser Sendung ausschließlich Kandidaten bewerben, die nicht ein paar wenige, sondern deutlich zu viele Kilos mehr auf den Rippen haben. Ihr Ziel: möglichst viel Gewicht binnen kurzer Zeit abnehmen und am Ende als Sieger des Formats eine Prämie von 50.000 Euro mit nach Hause nehmen.

Doch was zunächst nach einer machbaren Herausforderung klingt, erweist sich für viele der 18 Kandidaten als teilweise unlösbare Aufgabe, müssen sie mithilfe von zwei Fitnesscoaches und einem Ernährungsexperten ihr Leben komplett neu strukturieren.

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Diäten sind keine Lösung für dauerhaftes Abnehmen

„Ich war eigentlich immer schlank, aber habe angefangen, viel und unkontrolliert zu essen als meine Mutter an Krebs erkrankte. Ich war öfter im Krankenhaus als zuhause und habe durch die ganze Situation damals aufgehört, Fußball zu spielen und sonstigen Sport zu machen. Irgendwann kam ich aus der ‚faulen, unsportlichen, verfressenen Komfortzone’ einfach nicht mehr raus. Obwohl ich von Low-Carb-Diäten bis Almased-Shakes schon alles ausprobiert hatte“, erzählt Teilnehmerin Ananstasia (22), die sich mit einem Gewicht von 118,3 Kilogramm bei „The Biggest Loser“ beworben hatte.

Bei Kandidatin Rosa (29) machte sich der Kilofrust bereits im Teenageralter bemerkbar. Ausschlaggebend für ihre sogenannten Fressattacken war ein Umzug mit der Familie nach Italien. „Ich bin so schwer geworden, weil ich schlechte Ernährungsgewohnheiten hatte. Im September 1999 bin ich mit meiner Familie von Deutschland nach Sizilien gezogen. Ich war damals nur 12 Jahre alt und wog schon 72 Kilo. Dieser Umzug war für mich sehr schlimm, weil ich in Ulm geboren und aufgewachsen bin und ich meine ganze Familie (also meinen Bruder Daniel, Tanten, Onkel Cousins) zurücklassen musste. Aus Frust und Heimweh habe ich angefangen, ohne Kontrolle zu essen“, berichtet die Werbegrafikerin, die zum Start von der neunten Staffel der Abnehm-Show ganze 137,3 Kilo wog.

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Essen ist beim Abnehmen nicht der Feind

Insgesamt machten die 18 Teilnehmer zu Beginn der Sendung am 15. Januar 2017 mit 2.664,3 Kilo von sich reden – eine gewaltige Zahl, die jeder für sich als Ansporn nahm, um fleißig an sich und seiner Figur zu arbeiten. Das Programm: tägliche Trainingseinheiten, ausgewogene Ernährung und stetige Wettkämpfe mit anderen Kandidaten – und das über einen Zeitraum von sechs Monaten, von denen die Männer und Frauen neun Wochen lang zusammen in einem Camp im spanischen Andalusien verbringen.

„Wir Coaches unterstützen die Teilnehmer hauptsächlich darin, ihnen einen neuen Lebensstil beizubringen. Natürlich steht dabei immerzu der Wettkampf im Fokus, allerdings liegt uns viel darin, dass unsere Kandidaten langfristige Erfolge feiern und diesen gesunden Lifestyle beibehalten. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Essen keinesfalls der Feind ist. Ich bin absolut kein Fan vom Kalorienzählen. Das ist nur bei den sehr übergewichtigen Menschen am Anfang sinnvoll, um ihnen ein Gefühl dafür zu geben, was im Körper mit welchen Lebensmitteln passiert“, erklärt Mareike Spaleck, die bei der Sendung seit 2016 als Fitnesstrainerin mit dabei ist. Vor allem, sagt sie weiter, sei es jedoch der mentale Faktor, der ausschlaggebend für den Erfolg sei.

In der vergangenen Staffel hatte die 30-Jährige den stark übergewichtigen Ali auf seiner Reise begleitet und ihm final zum Sieg verholfen. Der Nürnberger hatte 2016 sein Gewicht um knapp 50 Prozent reduzieren können, heute lebt der einst stark adipöse Bayer ein komplett anderes Leben. „Ali war vom ersten Moment an sehr fokussiert und diszipliniert. Er hatte nie Zweifel und wollte die ganze Zeit immer gewinnen. Daher konnte man mit ihm sehr gut arbeiten, da das Verständnis direkt da war und er keinesfalls in sein altes Leben zurückwollte“, erinnert sich Mareike.

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Pauschalpläne zum Abnehmen funktionieren nicht

So ein Ergebnis wollen auch die diesjährigen verbleibenden Teilnehmer erreichen, auch wenn es bis dahin noch einige Hürden zu überwinden gibt. „Ich habe viele Staffeln mitverfolgt und immer wieder zu meinem Mann gesagt, dass ich auch diesen Tritt in den Hintern und Antrieb brauche, so dass er uns eines Abends ganz heimlich angemeldet hat“, so Zoi (36), deren Mann Kamil (37) mittlerweile jedoch bereits ausgeschieden ist. Die Hausfrau wog zum Drehbeginn im September 2016 119,2 Kilo und hatte sich vorgenommen, im Rahmen von „The Biggest Loser“ rund 50 Kilo abzuspecken.

„Die Ernährung ist das A und O, wenn die jetzt einmal eingespielt ist, werde ich nichts mehr daran ändern. Die Liebe zum Sport habe ich ja jetzt wiedergefunden und das wird jetzt ein großer Teil meines Lebens sein“, sagt die Baden-Württembergerin entschlossen. Und Kandidatin Alexandra (33) ergänzt: „Die körperliche Veränderung zu beobachten und das wachsende Selbstbewusstsein was damit einhergeht, ist besonders spannend. Ebenso die Fitness zu spüren, die man erlangt hat. Wenn es nicht mehr so ermüdend ist, zehn Minuten joggen zu gehen, hat man auch Lust 15 Minuten draufzusetzen. Das Gefühl, stolz auf sich zu sein, war und ist super motivierend!“

Einstellungen, die Fitnesscoach Mareike gefallen: „Es geht eben nicht nur darum, abzunehmen, sondern auch frisch, gesund und aktiv zu sein. Wir erstellen von jedem Kandidaten eine individuelle Analyse, da wir der Meinung sind, dass Pauschalpläne nicht funktionieren. Niemand kommt dick auf die Welt, aber wir überreden auch niemanden, hier mitzumachen. Wenn der Leidensdruck nicht groß genug ist, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Diejenigen, die sich hier bewerben, haben den Wunsch nach Veränderung und klar ist das hin und wieder auch eine Art Entzugsbegleitung, da beispielsweise Cola und Süßigkeiten von heute auf morgen gestrichen sind“, erläutert Mareike.

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Moderatorin Christine Theiss ist für viele ein Vorbild

Allerdings hält aber eben auch nicht jeder diesem großen Druck stand. Zois Mann Kamil gab in der letzten Folge bei der Challenge im Wasser auf, was nicht nur ihm selber, sondern vor allem auch Moderatorin Christine Theiss bitter aufstieß. „Ich weiß, was es heißt, tagtäglich Sport zu treiben, auf ungesunde Sachen zu verzichten und mit viel Disziplin meine Ziele zu erreichen. Ich meine es ernst. Ich möchte, dass unsere Kandidaten es schaffen, ein gesünderes Leben zu bekommen.

Und ich stehe nicht nur da und rede, sondern ich lebe es ihnen tagtäglich während unserer gemeinsamen Campzeit vor“, meinte die 37 Jahre alte Camp-Chefin, die aufgrund ihrer Profi-Karriere und ihres eisernen Willens für viele Teilnehmer ein Vorbild ist. Dennoch, im Fall Kamil half es alles nichts.

Obwohl die ehemalige Kickbox-Weltmeisterin, die seit 2012 „The Biggest Loser“ moderiert, ihm gut zusprach und ihn mit seinem sturen Verhalten konfrontierte, stand sich der Busfahrer am Ende selbst im Weg. Da schließlich auch sein Abnahmegewicht prozentual zum Aufnahmegewicht das schlechteste war, musste der Ehemann von Zoi die Show verlassen.

Männer zeigen mehr Durchhaltevermögen in der Show, Frauen hingegen im Alltag

Prinzipiell sind es bei der Abnehm-Show jedoch eher die Männer, die mehr Durchhaltevermögen beweisen, waren es in den letzten acht Staffeln stets Gewinner und keine Gewinnerinnen, die die 50.000 Euro mit nach Hause nahmen.

Die Frauen hingegen haben auf langfristige Sicht den größeren Erfolg, bestätigt Moderatorin Christine Theiss: „Hier habe ich im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Frauen meistens im Wettkampf bei ‚The Biggest Loser’ hinter den Männern zurückbleiben. Dafür schaffen sie es aber besser als die Jungs, ihren Alltag danach umzukrempeln und nehmen meist noch weiter und vor allem dauerhafter ab. Sie scheinen das neue Lebensgefühl mehr zu genießen und es nicht mehr hergeben zu wollen.“

Derzeit kämpfen noch sieben Kandidaten um den obersten Platz auf dem Siegerpodest. Mit dabei sind unter anderem auch noch Anastasia, Rosa, Zoi und Alexandra, die es sich zum Ziel gemacht haben, die bisherige, männerdominierende Siegerquote zu unterbrechen und den Kilokampf als erste Frau für sich zu entscheiden. Demnach bleibt es spannend, wer sich dann beim Finale am 2. April (Sat.1, 20.15 Uhr) über die größte Gewichtsabnahme freuen kann.

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