09.03.2017 - 12:46

Medialer Gewichtsverlust „The Biggest Loser“: So halbiert man sein Körpergewicht

Gruppenbild mit den 16 Kandidaten, die in das "The Biggest Loser"-Camp einziehen durften. Ihr Ziel: So viel Gewicht wie möglich verlieren!

Foto: SAT.1/Guido Engels

Gruppenbild mit den 16 Kandidaten, die in das "The Biggest Loser"-Camp einziehen durften. Ihr Ziel: So viel Gewicht wie möglich verlieren!

Bei der Sat.1-Show „The Biggest Loser“ kämpfen Kandidaten um eine Siegprämie von 50.000 Euro. Die Herausforderung: Abnehmen! So viel es geht.

Dass Abnehmen keine leichte Aufgabe ist, weiß jeder, der schon einmal ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hatte. Es ist ein ewiger Kampf gegen den inneren Schweinehund, ein ewiger Appell an seine eigene Disziplin. Und selbst wenn es nur ein paar wenige überflüssige Pfunde sind, so lautet die magische Erfolgsformel am Ende doch immer gleich: Sport machen und auf die Ernährung achten. Aber ist es damit sogar möglich, dass man sein Körpergewicht halbiert?

Bei der Sat.1-Show "The Biggest Loser" (immer sonntags um 17.45 Uhr) versuchen viele der Kandidaten genau dieses Ziel zu erreichen. Denn die Teilnehmer haben nicht nur ein paar wenige, sondern deutlich zu viele Kilos mehr auf den Rippen haben. Ihr Ziel: möglichst viel Gewicht binnen kurzer Zeit abnehmen und am Ende als Sieger des Formats eine Prämie von 50.000 Euro mit nach Hause nehmen.

Doch was zunächst nach einer machbaren Herausforderung klingt, erweist sich für viele der Kandidaten als teilweise unlösbare Aufgabe, müssen sie mithilfe von zwei Fitnesscoaches und einem Ernährungsexperten ihr Leben komplett neu strukturieren.

Die meisten Kandidaten werden voraussichtlich an diesem Vorhaben früher oder später scheitern. bildderfrau.de hat mit einem ehemaligen Kandidaten gesprochen. Bernd Oehmke (49) hat 2016 bei "The Biggest Loser" teilgenommen, der Versicherungsagent halbierte während der Zeit sein Gewicht. Er startete damals mit 154,8 Kilogramm und wog am Ende nur noch 75,3 Kilogramm. Er hat somit 51,36 Prozent seines Körpergewichts verloren. Bernd erklärt uns, wie das möglich war.

Bernd, wie halbiert man sein Körpergewicht?

Bernd: "Ich hatte anfangs zu mir gesagt: Wenn schon, dann richtig. Mit 155 kg bei 180 cm wäre ein Gewicht unter 80 Kilo schon ein passendes Ziel. Also habe ich mir ausgerechnet, was ich pro Tag bzw. pro Woche bzw. pro Monat abnehmen muss, um mein Ziel der Halbierung in einem halben Jahr zu schaffen. In Excel-Tabellen habe ich jeden Tag mein Gewicht notiert. So konnte ich jeden Tag sehen, ob ich noch in meinem persönlichen Ziel bin.

Außerdem habe ich mir jeden Tag meine zugeführten Kalorien mit den beinhalteten Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen durch Ernährung notiert. Zu guter Letzt hatte ich einen guten Überblick über meine verbrannten Kalorien durch Sport. Unterm Strich kannte ich meine tägliche Kalorienbilanz und konnte durch meine Erfahrung fast immer auf das Gramm genau mein Gewicht am nächsten Tag vorhersagen.

Das hört sich alles ziemlich viel und umständlich an, aber wenn man sich mit sich selbst bezüglich Ernährung und Sport so intensiv beschäftigt, dann wird das Abnehmen so etwas wie ein Hobby, das zum täglichen Ablauf dazugehört und Spaß macht."

Was ist das größte Problem bei Abnehmen?

"Das größte Problem ist meiner Meinung nach das Durchhalten, also so lange weitermachen, bis man am Ziel angelangt ist. Am Anfang gibt es schnelle tolle Abnehmerfolge, die einen wahrlich beflügeln. Nach zwei bis vier Wochen stellt man aber fest, dass man nicht so schnell weiter abnimmt, wie man sich das vorher erhofft. Eine Abnahme von 500 Gramm oder weniger pro Woche kann ernüchternd und demotivierend auf die Psyche wirken. Also habe ich nicht darüber nachgedacht und einfach weitergemacht. Nicht nachdenken, machen! Einfach weitermachen! Irgendwann ist man am Ziel und genießt."

Welchen Tipp hast du für andere Menschen, die abnehmen wollen?

"Beim Abnehmen ist das Wichtigste ein bewusstes Nachdenken und Planen, was man genau will. VOR dem Abnehmen MUSS man wissen, was ist das eigentliche Ziel! Das Ziel muss etwas Echtes und Greifbares sein. Ein schicker Anzug in Größe M, ein Belohnungsurlaub, ein Tanzkurs, halt irgendetwas Reales. Nicht xx Kilo in yy Monaten. Das reicht nicht. Man muss das Ziel stets vor Augen haben. Bei mir war und ist es ein Sixpack, so wie der von meinem Vorbild Daniel Aminati, der mich sehr inspiriert hat."

16 Kandidaten zogen in dieser Staffel ins "The Biggest Loser"-Camp ein. Wir zeigen Ihnen die 10 schwersten Teilnehmer – hier klicken:

Der Anfang ist meist das schwerste. Wie schafft man den?

"Mein Tipp ist: Suche dir ein greifbares Ziel, überlege dir vorher, was du bereit bist, dafür zu tun und wenn du beginnst, dann nicht nachdenken, sondern einfach machen. Nicht mit sich selbst diskutieren, da kann man nur verlieren, sondern einfach machen! Von nix kommt nix, also los geht´s und einfach machen."

Wie qualvoll ist die Zeit des Abnehmens? Vor allem für die Kandidaten im "The Biggest Loser"-Camp?

"In der Abnehmzeit muss man einige Entbehrungen akzeptieren. Keine Süßigkeiten, kein Faulenzen, kein Schlemmen. Aber je länger die Ernährungsumstellung läuft, desto normaler wird es, auf die früheren Sünden zu verzichten. Man entwickelt einen gewissen Stolz auf sich selber, je länger man durchgehalten hat.

Im Biggest-Loser-Camp ist meiner Meinung nach das Schlimmste, dass man seine Familie bzw. Lieblingsmenschen nicht um sich hat. Ich habe damals meine Familie sehr vermisst."

Essen ist beim Abnehmen nicht der Feind

Eine, die die Kandidaten im Camp hautnah erlebt und ihnen in schwierigen beisteht, ist Fitness-Trainerin Mareike Spaleck. Sie ist seit 2016 bei "The Biggest Loser" dabei. Sie sagt, dass vor allem der mentale Faktor, der ausschlaggebend für den Erfolg ist. Spaleck: "Wir Coaches unterstützen die Teilnehmer hauptsächlich darin, ihnen einen neuen Lebensstil beizubringen. Natürlich steht dabei immerzu der Wettkampf im Fokus, allerdings liegt uns viel darin, dass unsere Kandidaten langfristige Erfolge feiern und diesen gesunden Lifestyle beibehalten."

Sie betont aber auch, dass Hungern keine Lösung ist. Viel mehr ist eine gesunde Ernährung der Schlüssel zum Erfolg. "Es wichtig zu verstehen, dass Essen keinesfalls der Feind ist. Ich bin absolut kein Fan vom Kalorienzählen. Das ist nur bei den sehr übergewichtigen Menschen am Anfang sinnvoll, um ihnen ein Gefühl dafür zu geben, was im Körper mit welchen Lebensmitteln passiert“, so Spaleck.

Pauschalpläne zum Abnehmen funktionieren nicht

Es gibt keinen Masterplan fürs Abnehmen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, den er dauerhaft umsetzen kann. Denn nur wer sein Leben langfristig ändert, wird erfolgreich Pfunde verlieren und das neue Gewicht halten können. Spaleck: "Es geht eben nicht nur darum, abzunehmen, sondern auch frisch, gesund und aktiv zu sein." Damit das im Camp gelingt, gehen die Coaches auf jeden Teilnehmer gesondert ein. "Wir erstellen von jedem Kandidaten eine individuelle Analyse, da wir der Meinung sind, dass Pauschalpläne nicht funktionieren. Niemand kommt dick auf die Welt, aber wir überreden auch niemanden, hier mitzumachen. Wenn der Leidensdruck nicht groß genug ist, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Diejenigen, die sich hier bewerben, haben den Wunsch nach Veränderung und klar ist das hin und wieder auch eine Art Entzugsbegleitung, da beispielsweise Cola und Süßigkeiten von heute auf morgen gestrichen sind“, erläutert Spaleck.

Männer zeigen mehr Durchhaltevermögen in der Show, Frauen hingegen im Alltag

Prinzipiell sind es bei der Abnehm-Show jedoch eher die Männer, die mehr Durchhaltevermögen beweisen In den ersten acht Staffel von "The Biggest Loser" haben immer Männer gewonnen. Doch im letzten Jahr gab es eine große Überraschung. Mit Alexandra konnte erstmals eine Frau gewinnen. Die 34-Jährige begann mit einem Startgewicht von 103,4 Kilogramm, nahm während der Show sagenhafte 53,2 Kilo ab – und gewann die 50.000 Euro.

Durch die Show hat sich das Leben von Alexandra komplett verändert. Sie macht eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin und sie gibt Workshops, um anderen beim Abnehmen zu helfen.

Moderatorin Christine Theiss: "Hier habe ich im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Frauen meistens im Wettkampf bei 'The Biggest Loser’ hinter den Männern zurückbleiben. Dafür schaffen sie es aber besser als die Jungs, ihren Alltag danach umzukrempeln und nehmen meist noch weiter und vor allem dauerhafter ab. Sie scheinen das neue Lebensgefühl mehr zu genießen und es nicht mehr hergeben zu wollen.“

Wer gewinnt in diesem Jahr "The Biggest Loser"?

Das ist natürlich die große Frage und der Weg zum Sieg ist für die Kandidaten noch sehr weit. Der schwerste Kandidat der diesjährigen Staffel ist übrigens Michael L. aus München. Der 49-Jährige ging mit einem Startgewicht von 204,7 Kilogramm ins Rennen. Er hat einen Wunsch: Michael möchte in einen Mini reinpassen.

"Das wäre ein Traumauto von mir. Aber der ist einfach zu klein für einen großen, dicken Mann wie mich“, sagt er. Zu den überflüssigen Pfunden ist Michael vor allem durch Frustessen gekommen. Während der Jugend konnte er das noch mit Sport kompensieren – inzwischen klappt das nicht mehr. Der Single-Mann hofft, dass es nach The Biggest Loser 2018 dann auch endlich mit der Liebe klappt. So wie Michael L. haben sich alle Kandidaten ganz persönliche Ziel gesetzt. Diese sollen den Weg zum "The Biggest Loser"-Thron trotz der ganzen Qualen und Schmerzen ein bisschen leichter machen.

" The Biggest Loser " – jeden Sonntag um 17.45 Uhr in SAT.1.

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Übrigens: Wollen Sie mehr über Bernd erfahren? In unserem großen Interview hat der Rekordhalter von "The Biggest Loser" erzählt, wie es ihm heute geht. Und wer mehr Tipps von Bernd haben möchte, der kann ihn gerne über seine Facebookseiten anschreiben – hier klicken.

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