03.02.2017

Die Ketzerbraut Elena Uhlig: "Reden wir jetzt über Jungen oder über Männer?"

Foto: Erika Krüger

Elena Uhlig meint, mit Bauch lebe es sich viel befreiter. Diese Frau ist erfrischend anders! Mit uns spricht sie über Figur, Männer und Frisur.

Das sagt Elena Uhligs Ehemann zu ihrer Dauerwelle

BILD der FRAU: Frau Uhlig, Ihre Locken sind aber neu, oder?

Elena Uhlig: Ja, ich habe seit dem Sommer Dauerwelle. Ich habe entschieden, dass jetzt Feierabend ist mit dem glatten, tantenhaften Look (lacht).

Warum denn das?

Wenn man halblange Haare hat, kommt immer einer mit dem Lockenstab und zaubert dir so eine halbe Welle in die Haare. Das war mir zu bieder. Ganz ehrlich: Ich will schon seit Jahren eine Dauerwelle haben. Mehr Volumen in die Haare, damit der Kopf zum Körper passt (lacht).

Aber Dauerwelle ist doch so Retro...

Ja, zurück in die 80er. Da lebe ich hervorragend, denn ich kann von den Klamotten anziehen, was ich will.

Heißt?

Oversize Shirts, die locker fallen, bunte Hosen, Leggings – wunderbar. Und es muss nichts zusammenpassen. Diesen Stil habe ich für mich neu entdeckt, seit ich letztes Jahr das Buch „Mein Gewicht und ich“ geschrieben habe. Und ich finde mich so wunderhübsch. Das habe ich früher nicht gedacht.

Was sagt Ihr Mann dazu?

Der Fritz hat ja auch Locken. Er findet es toll. Und mein ältester Sohn Emil sagt morgens zu mir: ‚Mama, du bist so schön“. Was will ich mehr.

Die Locken passen ja auch hervorragend zu Ihrer Rolle der Walpurga in „Die Ketzerbraut“.

Genau. Da habe ich mir auch eine echte, handgeknüpfte Echthaar-Perücke gewünscht. Und diese wahnsinnig wilden Locken.

Walpurga ist eine böse Frau. Mochten Sie die Figur?

Mögen ist was anderes. Aber es hat mir Spaß gemacht, Walpurga mit ihren schmutzigen Zähnen zu spielen. Ich wollte sogar unbedingt hässlich aussehen.

Elena Uhlig hat keinen Stress mehr um ihre Figur

In Ihrem Buch schreiben Sie darüber, dass Sie sich keinen Stress mehr um die Figur machen möchten. Haben Sie diese Offenheit manchmal bereut, weil Ihnen jetzt dadurch solche Rollen angeboten werden?

Im Gegenteil. Das ist doch das Tolle. Ich darf die interessanten, die dunklen Charaktere spielen. Nein, seit diesem Buch lebe ich ein wirklich befreites Leben. Ich finde mich viel erotischer. Früher habe ich immer nur daran gedacht, dass man bloß keinen Bauchansatz sieht. Heute denke ich: Wenn jemand ständig an sich rumzuppelt, ist er nicht bei sich. Und das spürt man. Das wirkt nicht attraktiv.

Aber Männer schauen sich vielleicht lieber die schöne 20Jährige an als die 40Jährige mit kleinem Bauchansatz...

Entschuldigung, so denke ich gar nicht. Reden wir jetzt über Jungen oder über Männer?

Wie definieren wir das?

Als ich 20 Jahre alt war, fand ich Männer bis Ende 20 toll. Heute interessieren mich keine Männer mehr, die so jung sind, sondern die so alt sind wie ich. Und die denken anders.

Aber die Männer in unserem Alter wollen doch eine 20Jährige.

Nein, das glaube ich nicht. Natürlich schauen sich Männer und auch Frauen Menschen gerne an, die schön sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Personen mich erotisch abholen. Ich kann versichern, dass sich genug Männer nach mir umschauen, weil ich zu mir stehe, weil ich Witz habe, weil ich was erlebt habe.

Elena Uhlig will Männer, keine Jungs

Sie haben mit Ihrem Mann, dem Schauspieler Fritz Karl, 3 Kinder. Er hatte bereits drei Kinder. War Ihnen das wichtig?

Wichtig war mir, dass er ein guter Vater ist und sich auch mit mir noch Kinder vorstellen konnte. Na klar. Genau deshalb habe ich ihn mir ausgesucht. Meine Devise: du kannst einen Mann nicht umstimmen. Höre genau hin, was er am Anfang sagt. Und gehe, so lange es noch geht. Will er keine Kinder, wird das auch so bleiben. Wir Frauen haben ja immer das latente Problem, dass wir glauben, wir können den Mann umstimmen. Das klappt aber nie.

Waren Sie immer so geradlinig?

Nein, natürlich bin ich früher auch den falschen Kerlen hinterhergerannt. Aber seit meinem Buchzwei Jahren mache ich nur noch das, was ich für mich als richtig erachte. Ich mache nicht mehr alles mit.

Thema: Glaube. Das Hauptthema des Films. An was glauben Sie?

Ich glaube an eine positive Kraft. Ich mag Kirchen, weil sie ein Ort der guten Energie sind. Aber ich muss sagen, ich spüre auch schnell schlechte Energie. In der Burg, in der wir gedreht haben, ist im Mittelalter viel Schlimmes passiert. Und ich schwöre: im Kerker hörte ich die Wände schreien. So was gibt es. Und deshalb meide ich negative Energien und Dinge, die mir nicht gut tun.

Was tut Ihnen gut?

Gute Menschen, gutes Essen und gute Gespräche. Ich gehe liebend gerne gut essen und jetzt kommt’s: Ich liebe es, Rabattmarken aufzukleben. Ich drehe durch, wenn ich im Supermarkt Rabattmarken bekomme. Da gehe ich dann so oft einkaufen, bis ich die Prämie in der Einkaufstasche habe (lacht).

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Seit 2006 liebt Elena Uhlig Schauspieler Fritz Karl (48). Das Paar hat drei Kinder: Emil (9), Gustav (fast 6) und Frida (knapp 2).

TV-Tipp: Die Ketzerbraut, 14.2., Sat.1

>> Die "Ketzerbraut" zerrissen zwischen Glauben und Liebe

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Dieser Artikel erschien auch in der BILD der FRAU Nr. 6.

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