03.01.2017

Promi-Interview Andreas Gabalier: Fans lieben mich für meine Normalität

Andreas Gabalier mit Erika Krüger

Foto: Erika Krüger

Andreas Gabalier mit Erika Krüger

Andreas Gabalier, der Mann der starken Töne - nicht nur auf der Bühne. Im BILD der FRAU-Interview erklärt der Volks-Rock-’n’-Roller, warum er so gern putzt, auf Frauen im Dirndl steht und sich eine große Familie wünscht.

Bild der Frau: Andreas, vom Stadl zum berühmten Plattenlabel „MTV Unplugged“. Unter diesem Label singen die großen Stars. Ist das eine Ehre für Sie?

Andreas Gabalier: Das ist das Schönste, was einem Musiker passieren kann. Ich kann da noch ganz andere Seiten von mir zeigen. Da schwingt auch ein besonderer Mythos mit. Ich fühle mich schon sehr geehrt. Besonders als erster Österreicher, der so ein Album macht. Das ist richtig cool.

Heben Sie da nicht ab?

Nein, ich habe 90 Kilo (lacht). Die halten mich am Boden.

Sie standen für die Aufnahmen mit 40 Orchestermusikerin auf der Bühne. Ändern Sie jetzt Ihr Image?

Das war auf alle Fälle heroisch. Aber ich bleibe der Andreas, ist doch klar.

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Bricht nun eine neue Zeit an für den Volks-Rock’n-Roller?

Ach nein, ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Alle fragen mich, was soll jetzt noch kommen. Ich glaube, jetzt kommt nichts mehr (lacht).

Sprechen wir über die Heimat. Wie erden Sie sich?

Ich komme heim, hänge meine Lederhosen auf die Wäscheleine. Setze mich aufs Fahrrad oder gehe wandern. Und die Nachbars-Oma, die Hermine, macht mir ein Schnitzel. Da ist dann alles beim Alten. Das dauert keine fünf Minuten und ich fühl mich zuhause. Dort bin ich nicht Andreas Gabalier. Dort bin ich der Andi. Meine Familie, meine Verwandtschaft, meine Freunde erden mich.

Waschen Sie selbst ihre Wäsche?

Aber sicher. Mit der größten Freude schmeiße ich den Staubsauer an. Putzen und den Haushalt erledigen hat für mich den Charme der Normalität. Dann sauge ich meinen Fernseher und meine Stereoanlage ab und fühl mich pudelwohl. Das hat was Beruhigendes. Den letzten Feinschliff mache ich gerne alleine. Ich sauge auch mein Auto liebend gerne aus.

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Können Sie in Graz eigentlich noch unerkannt auf die Straße gehen?

Nein, das geht leider nicht. Aber das Leben ist kein Ponyhof (lacht). Alles kann man nicht haben.

Wie sieht es mit Winterblues aus? Mögen Sie diese Schmuddelkälte?

Ja sicher. Den ganzen Januar habe ich mir freigehalten. Da mache ich nichts anderes als Skilaufen. Da bin ich nur auf der Alm.

Von der Alm in die Stadt: Würden Sie auch in die Großstadt ziehen?

Nein, pfui Teufel. Nie und nimmer. Der ganze Verkehr – das würde mich Wahnsinnig machen. Diese Hektik mag ich nicht. Horror.

Aber Sie haben doch auch Hektik auf der Bühne, wenn Sie vor zigtausend Fans spielen...

Da lasse ich ja nur Dampf ab. Wenn ich die Bühne verlasse, bin ich tiefenentspannt.

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Okay, anderes Thema. Sie sind seit vier Jahren mit Ihrer Freundin Silvia Schneider liiert. Wann wird geheiratet?

Im Moment passt es super, wie es ist. Irgendwann werden wir heiraten, aber nicht zwischen Tür und Angel.

Und wünschen Sie sich auch Kinder?

Sicher. Wenn ich erstmal loslege, werden es schon sechs bis sieben werden. Wir waren die kleinste Familie in unserer Verwandtschaft. Das hat mich immer gestört, denn wir waren daheim nur vier Kinder. Ich mag das, wenn immer wieder was los ist. Aber ich warte noch ein bisschen. Im Moment habe ich zu viel um die Ohren.

Ein Song auf dem neuen Album dreht sich um das Dirndl. Mögen sie dieses Kleidungsstück gerne an Frauen?

Ja sicher. Das ist doch fesch. Adrett. Das ist total egal, ob eine Frau klein oder groß, dick oder dünn ist – jede Frau sieht im Dirndl super aus. Am allerliebsten mag ich Frauen aber, wie Gott sie schuf (lacht). Meine Fans tragen alle Dirndl. Das sehe ich auch als Wertschätzung, wenn sie fesch zu meinen Konzerten kommen.

Warum lieben die Fans Sie eigentlich so sehr?

Ich verkaufe mit meiner Musik ein Lebensgefühl, Lebensfreude und Heimatstolz. Die Leute sehnen sich nach einer gewissen Bodenständigkeit und einer kleinen heilen Welt.

Wie erhalten Sie sich ihre Lebensfreude.

Die muss ich mir nicht erhalten. Die habe ich. Ich finde es schlimm, wenn die Menschen mit der Zeit abgebrüht und zynisch werden.

Letzte Frage: Wie viele Lederhosen haben Sie denn im Schrank?

Acht Stück. Das reicht bislang.

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ZUR PERSON

GEBURTSTAG: 21. 11. 1984 (Skorpion) in Graz/Österreich.

KARRIERE: Durchbruch 2011 mit „I sing a Liad für di“, 2012 Shootingstar-„Bambi“. 2014 TV-Show „Sing meinen Song“(VOX), 2015 „Mountain Man“.

PRIVAT: Seit 2013 zusammen mit Moderatorin Silvia Schneider (34).

CD-TIPP

Andreas Gabalier, MTV Unplugged, Universal, um 20 Euro.

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Dieser Artikel erschien in anderer Form in der BILD der FRAU Nr. 50.

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