19.12.2016 - 17:21

Interview TV-Koch Frank Buchholz: „Bio ist für mich kein Gütesiegel“

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Sternekoch Frank Buchholz hat sich zehn Jahre lang ausbilden lassen.

Foto: Justyna Krzyzanowska

Sternekoch Frank Buchholz hat sich zehn Jahre lang ausbilden lassen.

Sternekoch Frank Buchholz sagt, ein gutes Gericht entsteht während des Kochens. Die Qualität hängt für ihn nicht von einem Bio-Gütesiegel ab.

Frank Buchholz: Mich hat der Zwang gestört, dass die Gäste diesen enorm hohen Anspruch hatten. Irgendwann war das alles nur noch so aufdiktiert, sodass es mir keinen Spaß mehr gemacht hat. Da schleift dann einfach irgendwann die Leidenschaft, wenn Du das Gefühl hast, Du bist nicht mehr frei in dem, was Du tust. Klar waren viele Stammgäste dabei, die das sehr schade fanden, aber diese Location gibt es ja nach wie vor, sodass ich dort hin und wieder Kochkurse gebe oder besondere Events veranstalte. Dann sieht man sich immer mal wieder.

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Wie war die Reaktion von Kollegen aus der Sterneküche auf dieses klare Statement?

Da höre ich generell eigentlich eher weg, als dass ich zuhöre. Gute Freunde aus der Sternegastronomie wie beispielsweise Cornelia Poletto, Björn Freitag, Sven Elverfeld oder Mario Gamba hatten dafür Verständnis, andere Kollegen haben mir die Frage gestellt, ob ich mir wirklich sicher sei. Man darf nur einfach nicht vergessen, dass das Leben endlich ist, sodass man irgendwann gucken muss, wie man jede einzelne Lebensphase definiert. Für mich hat es Priorität, kommunikativ und entspannt zu essen und genau das war nach meinem Empfinden in meinem Sternerestaurant nicht mehr möglich.

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Du hast lange Lehrjahre in beeindruckenden Restaurants hinter Dir. Warum hast Du Dich ganze zehn Jahre ausbilden lassen? Das ist ja deutlich länger als die Regelzeit...

Nun, ich gehöre zur 67er-Generation und das war damals halt die Motivation, mit der wir Dinge angegangen sind. Ich war gepackt von der Neugier. Zudem bin ich auch der Meinung, dass Dinge ihre Zeit brauchen – insbesondere, wenn man sich orientieren muss. Ich war lange unterwegs, um die Speerspitzen der europäischen Küche ausfindig zu machen, daher habe ich es, ehrlich gesagt, gar nicht als so lange Ausbildungszeit empfunden. (lacht)

Welcher Posten in der Küche reizt Dich ganz besonders und warum?

Ich mag jeden Posten gern und mache auch alles gleich gut. Für mich ist alles gleichgewichtig, den Service miteingeschlossen. Ich denke, in der heutigen Zeit kann man es sich als Unternehmer gar nicht mehr leisten, sich nur auf ein Handwerk zu spezialisieren. Es ist wichtig, sowohl in der Küche als auch im Service Bestand zu haben. Als Koch sorgst Du Dich zwar durch Qualität und gutes Essen um das Wohl der Gäste, Du bist aber eben auch Gastgeber und solltest Deine Gäste kennenlernen. Daher ist jeder einzelne Posten von Bedeutung.

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Du bist ein großer Fan von gutem Olivenöl. Welche Faktoren machen ein solches besonders gut für Dich?

Das ist immer eine Sache des Geschmacks. Allerdings wird guter Geschmack meiner Meinung nach anerzogen. Ich hatte das große Glück, dass mein Ziehvater (Anmerkung der Redaktion: Leiblicher Vater von Frank Buchholz ist früh verstorben) aus Apulien stammte und mich immer alles ausprobieren und testen ließ, wodurch ich schon früh ein Gespür für Qualität bekam. Dadurch habe ich einen großen Bezug zu Olivenöl und mag tatsächlich besonders gern das aus Apulien.

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Olivenöl ist die beste Spezialisierung für guten Geschmack. Ich finde es immer wieder abstrus, dass Leute behaupten, Olivenöl sei nicht zum Braten geeignet. Das haben doch schon die Römer dafür verwendet. Man muss sich einfach nur mit Lebensmitteln auseinandersetzen und sich auch tief damit befassen. Ich bin ein sehr ausgewogener und emotionaler Mensch und versuche, den Leuten guten Geschmack mit auf den Weg zu geben. Der Umgang mit guter Qualität führt schließlich auch zu etwas Gutem.

Du bist nicht nur Gastronom, Du führst auch einen Wein- und Delikatessenladen. Welche Schätze findet man dort?

Schätze schon mal gar nicht, die gibt’s beim Juwelier. (lacht) In meinem kleinen Laden verkaufe ich viele besondere Produkte wie beispielsweise Kräuterpestos aus Mainz-Gonsenheim oder ein Pesto aus grünen Tomaten, die bei mir hinter dem Haus wachsen. Hin und wieder gibt es frisch gemachte Pasta, manchmal eingeweckte Steinpilze, zudem gute Weine aus der Rhein-Hessen-Region oder eben Olivenöl aus Apulien. Das Sortiment ist immer ganz individuell, so wie die Öffnungszeiten auch. Wenn jemand da ist, hat der Laden auch auf und wenn nicht, dann eben nicht. Das halten wir ganz spontan. (lacht)

Ohnehin scheinst Du ein echter Genussmensch zu sein. Du beziehst viele Produkte bewusst von kleinen Manufakturen und vertrauensvollen Händlern. Welche Faktoren machen Dich glücklich, um etwas Leckeres zu kochen?

Zeit zu haben und hungrig zu sein und Menschen zu bekochen, die man gern hat. Alles andere ergibt sich dann sowieso immer beim Essen. Den Menschen geht nur leider heutzutage ganz oft die Nähe zum Produkt verloren, da sie sich keine Zeit mehr zum Kochen nehmen. Dabei sollte gerade dieses Handwerk gut gepflegt und dann eben auch der ein oder andere Euro dafür zurückgelegt werden, um wirklich gute Lebensmittel zu verarbeiten.

Geld spielt dabei keine Rolle?

In der Summe achte ich natürlich auch aufs Geld, aber eben in der Hinsicht, dass dieses in gute Qualität investiert wird. Wichtig ist und bleibt der vernünftige Umgang mit dem Produkt. Und auch der Respekt vor dem einstigen Leben des Tieres oder des Gemüses spielt eine große Rolle. Man sollte Essen stets als wertvoll empfinden und die Geschichte verstehen, die sich dahinter verbirgt. Das ist ein echtes Kulturthema, an dem die Deutschen unbedingt festhalten sollten.

Du hast von Deinem Ziehvater schon früh die Qualitätsunterschiede bei Lebensmitteln gelernt. Woran machst Du diese fest?

Ich kann Dir darauf, ehrlich gesagt, keine wirklich seriöse Antwort geben, da man es tatsächlich final immer am Preis erkennt. Ein gutes Produkt kostet oftmals einfach Geld und lässt sich eher selten im Discounter finden.

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Nur was würdest Du denjenigen raten, die sich beispielsweise so eine Qualität nicht leisten können?

Konventionelle Produkte sind ja nicht unbedingt schlecht. Wenn sie mit Liebe und Genuss angebaut werden, sind die sogar manchmal besser als Bio-Lebensmittel. Ohnehin ist Bio für mich kein Gütesiegel. Man kann sich auch für wenig Geld gesundes und frisches Essen kochen, das hängt immer ganz vom eigenen Anspruch und von der jeweiligen Kreativität ab. Es ist halt mehr Arbeit, als sich ein Convenience-Produkt aufzuwärmen. Man muss dafür schon ein wenig Zeit aufbringen.

So viele Top-Köche bezeichnen Currywurst als Ihre Leib- und Magenspeise. Auch Dir kann man damit eine große Freude machen. Was ist das Magische an der Currywurst?

Ich bin Dortmunder und komme aus dem Ruhrgebiet. Das gehört zu meiner Kultur. (lacht) Die Wurst muss halt vernünftig und die Currysoße gut gemacht sein und sicherlich sollte man sich das nicht jeden Tag gönnen. Aber eine Currywurst ist ehrlich gutes Essen, die muss man einfach mögen. (lacht)

Dieser Currywurst-Hype kam ja eigentlich auch erst vor sechs bis sieben Jahren bundesweit so richtig auf. Weil ich aber schon sehr viel früher in meine Wahl-Heimat Mainz gezogen bin und hier damals keine leckere Wurst finden konnte, habe ich kurzerhand meine eigene kreiert. Das ist eine super Kalbscurrywurst. Die musst Du unbedingt mal probieren, dann wirst auch Du zum überzeugten Currywurst-Fan! (lacht)

Inwiefern kann man als einstiger Sternekoch auch noch Freude für richtige Food-Sünden wie Pommes oder Burger empfinden?

Oh, sehr gut sogar. Man darf sich das nur noch jeden Tag genehmigen, sondern sollte lernen, sowas ab und an zu genießen. Beim Essen geht es ja um Vielfältigkeit und da ploppen natürlich auch Food-Sünden immer mal wieder auf. Die eignen sich hervorragend als kleiner Puffer gegen Stress. (lacht) Zumal ich beispielsweise Pommes auch sehr gern mal esse. Die dürfen nur nicht latschig oder in ranzigem Fett gemacht worden sein. Und eine gute Mayo dazu ist wichtig!

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Du hast kürzlich ein neues Kochbuch veröffentlicht. Allerdings erscheint „Querfeldein“ mir kein Werk für die breite Masse zu sein. Die Gerichte sind schon sehr anspruchsvoll. Wen möchtest Du mit Deiner neuen Fibel erreichen?

Ich möchte damit all diejenigen ansprechen, die über Essen und Trinken nachdenken, sich dafür interessieren, wo das Essen herkommt und Produkte adeln. So besonders umfangreich sind meine Rezepte gar nicht, sie sind vor allem ehrlich.

Warum kein Mainstream-Kochbuch, mit dem jeder etwas anfangen kann?

Naja, mal ehrlich, wenn man unter normalen Umständen großgeworden ist, dann hat man eigentlich auch alles schon mal gegessen. Daher sind die Leute, die sich meine Kochbücher zulegen, ohnehin kein Mainstream, sondern haben gewisse Ambitionen, sich weiterzuentwickeln und sich mit gutem Essen zu beschäftigen. Und über Qualität erzählen am besten diejenigen, von denen ich meine Produkte beziehe, daher haben diese Menschen in diesem Kochbuch einen großen Stellenwert. Mir geht es dabei übrigens nicht um den wirtschaftlichen Aspekt, sondern viel mehr um den aufklärenden Hintergrund.

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Was genau macht die Raffinesse Deiner Kochkunst aus?

Ganz klar das bewusste Weglassen. Die Rezepte in meinem neuen Kochbuch waren beispielsweise ursprünglich eigentlich viel länger, aber am Ende habe ich einfach einiges an Zutaten weggelassen und die Gerichte haben trotzdem geschmeckt. Man muss den Mut haben, ein wenig anders zu sein.

Du hast Dich auf die Kunst des Food Pairings spezialisiert. Was genau reizt Dich an dieser Art des Kochens?

Für mich geht es darum, gewisse Regionen mit gewissen Gerichten ohne Stress zu kombinieren. Ich sehe mich nicht als denjenigen, der traditionelle Gerichte wie beispielsweise eine Rinderroulade noch mal mit eigenem Handwerk pointiert, mir geht es viel mehr darum, aus reiner Neugier mit guten Geschmack umzugehen und damit zu experimentieren.

Woher weißt Du, welche Aromen gut zusammenpassen?

Das muss man beim Kochen ausprobieren und genau dazu soll auch mein neues Kochbuch animieren. Man geht aus einer Emotion heraus einkaufen und aus den Produkten entsteht dann ein neues Gericht, ohne dass man sich vorher darüber groß Gedanken gemacht hat. Neue Produkte schmeißen das eigentliche Grundkonzept immer wieder um, man muss die Dinge manchmal einfach laufen lassen. (lacht) Dabei ist alles erlaubt. Gibt es beispielsweise zu einer Rinderroulade kein Rotkraut, schaut man, welche Gemüsesorten als Alternative in derselben Jahreszeit gegessen werden und nimmt dann in dem Fall eben entweder Pastinaken, Schwarzwurzel oder Sellerie.

Wann und warum hast Du festgestellt, dass Du Deinen Kochstil weiterentwickeln musst?

Das kam mit der Lebenserfahrung und dem Handwerk. Umso einfacher das Essen im Geschmack ist, desto nachhaltiger bleibt es in Erinnerung. Viele Sachen auf einmal zu verarbeiten und daraus irgendwelche Kunstwerke zu zaubern, kann nicht der Schlüssel sein.

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Was versuchst Du den Hobbyköchen in Deiner Kochschule beizubringen? Was kann man von Dir lernen?

Respektvoll mit den Produkten umzugehen und verlässliches und gutes Essen zu machen. Das Gericht muss ein Erlebnis in Form des Geschmacks sein.

Was macht Dich als TV-Koch aus? Welche Skills bringst Du für die Zuschauer mit?

Vielleicht meine Ehrlichkeit. Ich stehe öfters für das „ARD Buffet“ vor der Kamera – ein reines Service-Format. Die Leute müssen dabei einen Mehrwert für sich zuhause erkennen und die Motivation bekommen, Dinge anzufassen, die sie sonst nie kochen würden. Ich denke, diesen Gedanken zu vermitteln, bekomme ich gut hin.

Welches TV-Projekt würde Dich noch mal reizen und warum?

Hmm...am liebsten eine Sendung, bei der man viel dazulernt – sowohl als Koch als auch als Zuschauer. Und es müsste natürlich auch mit niveauvollem Essen und Trinken zu tun haben.

Du hast zwei Söhne (15 und 17 Jahre). Inwiefern hoffst Du, dass auch in Deiner Familie in puncto Kochen irgendwann mal ein Generationswechsel stattfindet? Immerhin waren Deine Eltern ja auch schon in der Gastronomie tätig...

Meine Eltern haben sich, ehrlich gesagt, damals total gewundert, dass ich Koch werden wollte. (lacht) Ich würde mich natürlich geschmeichelt fühlen, wenn meine Kinder sich beruflich in meine Richtung entwickeln, allerdings würde ich ihnen als erstes alle negativen Dinge aufzählen, die mit diesem Beruf einhergehen, damit sie genau wüssten, worauf sie sich einließen. Man benötigt sehr viel Liebe, Engagement und Energie, um Koch zu sein.

Ich will aber definitiv nicht, dass meine Jungs den Eindruck bekommen, sie müssten die Meinungserfüller ihrer Eltern sein. Das finde ich schräg. Die sollen sich selber entscheiden, was sie wollen. Mein Ältester macht G8, der hat dann im nächsten Jahr, wenn alles gut läuft, mit gerade mal 18 Jahren sein Abitur in der Tasche. Das wird ohnehin schwer genug, sich für den richtigen Weg zu entscheiden.

Welche Gerichte wünschen sich Deine Kinder immer mal von Dir? Was ist das typische Papa-Gericht?

Oh, das ist bei meinen beiden Jungs tatsächlich ganz unterschiedlich. Mein Ältester ist eher so die Fleischpflanze, der braucht keine Beilagen. (lacht) Und mein Kleiner, der Leo, der isst lieber Fisch (am liebsten Steinbutt!) und Gemüse. Das Thema Blut ist für ihn eher eine Hemmschwelle.

Womit machst Du Deiner Familie essenstechnisch an Heiligabend eine Freude?

Da bin ich gerade noch am überlegen. Ich habe noch eine Gans eingefroren und es wäre sehr schade drum, die nicht zu essen. Bei uns stehen im Moment außerdem Trüffel-Nudeln hoch im Kurs, die man damit wunderbar kombinieren könnte. Als Nachtisch würde ich dann noch einen Rotwein-Kuchen mit Zimtblüten-Eis kredenzen. Mal sehen, wo wir am Ende landen, die finale Entscheidung fällt eh erst an Heiligabend. (lacht)

Welche Kekse dürfen bei Dir keinesfalls an einem Adventssonntag fehlen?

Ich bin prinzipiell nicht so der Süßmensch und habe es mir ein wenig abgewöhnt, weil ich sonst irgendwann platzen würde. (lacht) Ich neige nämlich dazu, maßlos zu werden und bei solchen Dingen wie Keksen durchzudrehen, wenn zu viele davon auf dem Tisch stehen. Deswegen nehme ich mir immer nur mal vier Stück und lege die vor mir hin, damit ich nicht die ganze Keksdose auf einmal leermache. Besonders gern mag ich übrigens Vanillekipferl.

Würdest Du uns zum Abschluss noch ein Weihnachtsrezept und eins Deiner Lieblingsgerichte verraten?

Na klar. Ich habe Euch mal ein leckeres Weihnachtsmenü zusammengestellt, mit dem Ihr bei der Verwandtschaft bestimmt punkten könnt. (lacht) Genießt es!

Forelle / Radieschen / Pak Choi / Anis (für 4 Personen)

Zutaten:

FISCHE

100 g Meersalz

150 g Zucker

30 g Anissamen

2 Sternanis

Abrieb von zwei unbehandelten Zitronen

Abrieb von einer unbehandelten Orange

400 g Goldforellenfilets

100 g Dill, fein geschnitten

RADIESCHEN

12 Radieschen

10 ml Rotweinessig

Meersalz

20 ml Mineralwasser

1 Thymianzweig

30 ml helle Balsamico-Vinaigrette

KOHL

2 kleine Köpfe Pak Choi

Butter

Meersalz

Zucker

Abrieb von ½ unbehandelten Zitrone

ANISCREME

30 ml Weißwein

30 ml trockener heller deutscher Wermut

30 ml Pernod

5 g Anissamen

1 Sternanis

150 g Schmand

Meersalz

etwas Zitronensaft

ANRICHTEN

20 g Forellenkaviar

Zubereitung:

Für die Fische Meersalz, Zucker, Anissamen, Sternanis, Zitronen­ und Orangenabrieb in einem Mixer kurz mixen. Anschließend auf den Forellenfilets verteilen und 12 Stunden im Kühlschrank beizen. Den Fisch aus der Beize nehmen, vom Salz befreien, mit Dill bestreuen und in vier lange Streifen schneiden.

Zehn Radieschen mit Rotweinessig, Salz, Mineralwasser und Thymian in einen Topf geben und circa 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Abgießen und in Ecken schneiden. Restliche Radieschen in dünne Scheiben schneiden und mit der Balsamico­Vinaigrette (Grundrezept: 100 ml Rapsöl, 65 ml heller Balsamico-Essig, 35 g mittelscharfer Senf, Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 50 g Zucker, 150 ml mildes Olivenöl) marinieren.

Für den Kohl die Strünke vom Pak Choi entfernen. Die Blätter in einer Pfanne in etwas Butter anschwitzen und mit Salz, Zucker sowie Zitronenabrieb abschmecken. Für die Aniscreme Weißwein, Wermut sowie Pernod mit Anissamen und Sternanis auf 20 ml einkochen. Schmand zugeben, durch ein Sieb streichen und kalt stellen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Anrichten: Forellenstreifen auf Teller legen, Aniscreme mithilfe eines Spritzbeutels in Tupfen darauf verteilen. Radieschenecken und ­scheiben daraufgeben. Forellenkaviar darüber verteilen und Pak Choi dazulegen.

Lammrücken / Olivenkrokant / Artischocken / Paprika (für 4 Personen)

Zutaten:

KROKANT

30 g brauner Zucker

80 g getrocknete, schwarze Oliven ohne Stein

Abrieb von 1 unbehandelten Orange

5 g Fleur de Sel

ARTISCHOCKEN

8 Artischockenböden

etwas Olivenöl

30 g Schalotten, fein geschnitten

1 Knoblauchzehe, geschält und fein gewürfelt

30 g Petersilie, gehackt

150 g rote Paprikaschote, in feine Streifen geschnitten

150 ml Geflügelfond

20 g kalte Butter

30 g Parmesan, fein gerieben

Meersalz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

FLEISCH

500 g Lammrücken, sauber pariert

Meersalz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

etwas Fett zum Braten

etwas Butter

etwas gezupfte Petersilie

30 g Senf

Zubereitung:

Für den Krokant den Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Oliven dazugeben, durchschwenken und auf Backpapier auskühlen lassen. Anschließend nicht zu fein durchhacken, Orangenabrieb dazugeben und das Fleur de Sel darüberstreuen.

Für die Artischocken die Böden in Ecken schneiden und in einer heißen Pfanne in Olivenöl anbraten. Schalotten, Knoblauch, Petersilie sowie Paprika zugeben und kurz mitbraten. Mit Geflügelfond ablöschen, kurz einkochen lassen und mit der Butter sowie dem Parmesan binden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Flüssigkeit mithilfe eines Siebs von den festen Zutaten trennen und vor dem Anrichten aufschäumen.

Für das Fleisch den Lammrücken mit Salz und Pfeffer würzen, in Fett in einer Pfanne anbraten. Den Backofen auf 140 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch auf ein Gitter setzen und circa 12 Minuten im Ofen garen. Anschließend herausnehmen und ruhen lassen. Vor dem Anrichten den Lammrücken in Butter nachbraten. Petersilie kurz mitbraten. Mit Senf bestreichen, die karamellisierten Oliven darüber verteilen und das Fleisch portionieren.

Anrichten: Artischocken mit dem aufgeschäumten Fond in tiefe Teller verteilen und das Lamm darauf anrichten. Den Krokant aufstreuen. Mit der Petersilie aus der Lammpfanne garnieren.

Schokoladenkuchen / Ananas / Zimteis / Granatapfelkerne (für 4 Personen)

Zutaten:

SCHOKOLADENKUCHEN

120 g Zartbitterschokolade

120 g weiche Butter plus etwas zum Einfetten

2 Eier

2 Eigelb

50 g Zucker

90 g Mehl (Type 405)

RAGOUT

1 kleine Ananas

50 g brauner Zucker

50 ml japanischer Pflaumenwein

100 ml Portwein

1 Zimtstange

2 Sternanis

6 Kardamom

2 Vanilleschoten

6 bengalische Pfefferkörner

4 Nelken

1⁄2 kleine rote Chilischote

30 g Speisestärke, in kaltem Wasser angerührt

ZIMTEIS

400 ml Milch

40 g Zimtblüten (im Gewürzhandel)

100 ml Sahne

20 g Glukosesirup

6 Eigelb

250 g Zucker

ANRICHTEN

etwas Puderzucker zum Bestäuben

1–2 EL Granatapfelkerne

einige Minzblätter

AUßERDEM

Eismaschine

Zubereitung:

Für den Schokoladenkuchen die Schokolade mit der Butter in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen lassen. Eier, Eigelbe und Zucker mit dem Schneebesen oder Handrührgerät zu einer schaumigen Masse aufschlagen. Beide Massen vermengen und das Mehl in drei Schritten unterheben. In gebutterte Souffléförmchen von 8 cm Durchmesser füllen. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Kuchen kurz vor dem Servieren circa 8 Minuten backen.

Für das Ragout die Ananas schälen, vom Strunk befreien und in 0,5 cm große Würfel schneiden. Braunen Zucker in einem Topf karamellisieren, mit Pflaumenwein sowie Portwein ablöschen. Gewürze und Chilischote zugeben und die Flüssigkeit sirupartig einkochen lassen. Durch ein Sieb geben. Ananaswürfel zufügen, einmal aufkochen lassen. Mit der Speisestärke binden und 1 Minute köcheln lassen. Anschließend auf einem Blech im Kühlschrank auskühlen lassen.

Für das Zimteis die Milch erhitzen. Zimtblüten darin 1 Stunde ziehen lassen. Anschließend Sahne und Glukosesirup zugeben, aufkochen und passieren. Eigelbe und Zucker schaumig rühren und die Flüssigkeit zugeben. Zur Rose abziehen (rühren, bis eine halbfeste Konsistenz eingetreten ist) und in der Eismaschine gefrieren.

Anrichten: Schokokuchen 1 Minute abkühlen lassen und dann auf Teller stürzen. Mit Puderzucker bestäuben. Das Ananasragout um den Kuchen verteilen. Mit einem warmen Esslöffel eine Nocke Zimteis abstechen und dazugeben. Mit Granatapfelkernen und Minzblättern garnieren.

Lieber Frank, vielen lieben Dank für das sehr offene und freundliche Gespräch und viel Erfolg mit Deinem neuen Kochbuch „Querfeldein“!

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