05.08.2016 - 15:27

FRAUENRECHT So sieht ein Feminist aus: Barack Obama schreibt über Frauen

"Ich bin ein Feminist" - Barack Obama

Foto: Imago

"Ich bin ein Feminist" - Barack Obama

Zu seinem Geburtstag machte der US-Präsident den Frauen ein besonderes Geschenk: Ein Essay darüber, was er von den Frauen in seinem Leben lernen konnte.

Barack Obama wurde am Freitag 55 Jahre alt. Doch das schönste Geschenk hat er nicht sich, sondern seinen Töchtern, seiner Ehefrau und vielleicht sogar den Frauen auf der ganzen Welt gemacht. In dem amerikanischen Magazin "Glamour" veröffentlichte er unter einem Jugendfoto von sich ein Essay mit dem Titel "So sieht ein Feminist aus".

Es hat sich schon vieles verändert

"Ich habe erlebt, wie Frauen die Freiheit erlangt haben, eigene Entscheidungen zu treffen, darüber, wie sie ihre Leben leben, über ihren Körper, ihre Bildung, ihre Karriere und ihre finanziellen Mittel. Die Zeiten, in denen eine Frau einen Mann brauchte, um eine Kreditkarte zu bekommen, sind vorbei." Der zweifache Familienvater blickt optimistisch in eine emanzipierte Zukunft für seine Töchter. "Die Fortschritte, die wir in den letzten 100 Jahren, 50 Jahren, sogar in den vergangenen acht Jahren gemacht haben, haben das Leben meiner Töchter im Vergleich zu meiner Großmutter deutlich besser gemacht." Er wünscht sich, dass man diesen Erfolg nicht aus den Augen verliert. "Das wäre ein schlechter Dienst an denjenigen, die für Gerechtigkeit gekämpft haben." Doch der US-Präsident sieht auch, dass es noch ein weiter Weg ist, bis wirklich Gleichberechtigung herrscht.

"Es ist wichtig, dass meine Töchter wissen, dass ich ein Feminist bin, weil sie das nun von allen Männern erwarten können"

"Doch die Veränderungen, die noch passieren müssen, haben nicht immer mit der Verabschiedung neuer Gesetze zu tun. Denn die wichtigste Veränderung, die passieren muss, ist, dass wir uns verändern." Stereotypen seien es, die Männer und Frauen in ein festgefahrenes Rollenbild pressen. Vor allem als Vater zweiter Töchter sei ihm klar geworden, welchen Einfluss diese Rollenbilder auf die Gesellschaft haben. Die Verantwortung, den Sexismus im Alltag zu bekämpfen, sieht er vor allem bei den Männern. "Es ist wichtig, dass meine Töchter wissen, dass ich ein Feminist bin, weil sie das nun von allen Männern erwarten können", schreibt Barack Obama.

Allein unter starken Frauen

Er selbst sei in seinem Leben immer von starken Frauen umgeben gewesen, die Großes geleistet hätten. Seine alleinerziehende Mutter, seine Großmutter und nicht zuletzt seine Ehefrau Michelle. "Wie viele berufstätige Mütter war sie besorgt, wie sie den Erwartungen an sie gerecht werden würde – gleichzeitig wissend, dass meine Entscheidung nur von wenigen Menschen in Frage gestellt werden würde." Seine Mithilfe in der Familie richtete sich klar nach seinem Zeitplan und seinen Bedingungen. "Die Belastung war ungerecht verteilt und fiel auf Michelle." Er sei sich über die Herausforderungen, denen sich Frauen stellen also schon früh bewusst gewesen. "Das hat meinen Feminismus geprägt."

Steht auf für Eure Rechte!

In seinem Essay ruft Barack Obama die Menschen – Männer wie Frauen – dazu auf, für ihre Rechte einzustehen. "Als Eltern müssen wir unseren Kindern helfen, diese Grenzen zu durchbrechen. "Michelle und ich haben unsere Kinder dazu erzogen, das Wort zu ergreifen, wenn sie Doppelmoral erkennen, oder sich ungerecht behandelt fühlen auf Grund ihres Geschlechts oder ihrer Rasse – oder wenn sie sehen, dass das jemand anderem widerfährt."

Als einen weiteren Meilenstein im Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen, sieht Barack Obama die Kandidatur von Hillary Clinton für das Amt der Präsidentin. "Das ist ein historischer Augenblick für Amerika! Und es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie weit die Frauen auf ihrem langen Weg gekommen sind."

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