02.01.2017

WIR ERINNERN UNS... Um diese Promis trauern wir 2016

Debbie Reynolds

Foto: imago

Debbie Reynolds

Debbie Reynolds, Carrie Fisher, George Michael – 2016 haben wir uns von einigen der ganz Großen aus Film, Politik, Musik, Mode und Fernsehen verabschieden müssen. mehr

Trügt der Eindruck oder ist 2016 das Jahr, in dem uns so viele Prominente wie noch nie verlassen haben? Wir blicken zurück auf die vergangenen Monate und stellen die internationalen und nationalen Größen vor, die vor ihrem Tod unsere Kultur und Gesellschaft maßgeblich geprägt haben.

Wir nehmen Abschied von...

  • 28.12.2016: Debbie Reynolds
  • 27.12.2016: Carrie Fisher
  • 25.12.2016: George Michael
  • 18.12.2016: Zsa Zsa Gabor
  • 02.12.2016: Gisela May
  • 07.11.2016: Leonard Cohen
  • 21.10.2016: Manfred Krug
  • 10.10.2016: Tamme Hanken
  • 28.08.2016: Gene Wilder
  • 25.08.2016: Sonia Rykiel
  • 12.07.2016: Miriam Pielhau
  • 11.07.2016: Jana Thiel
  • 04.07.2016: Martina Servatius
  • 27.06.2016: Bud Spencer
  • 19.06.2016: Götz George
  • 19.06.2016: Anton Yelchin
  • 10.06.2016: Christina Grimmie
  • 03.06.2016: Muhammad Ali
  • 15.05.2016: Erika Berger
  • 11.05.2016: Peter Behrens
  • 30.04.2016: Uwe Friedrichsen
  • 28.04.2016: Annemarie Dose
  • 21.04.2016: Prince
  • 07.04.2016: Hendrikje Fitz

Dezember

Debbie Reynolds: Debbie Reynolds: Der Hollywood-Star starb nur einen Tag nach ihrer Tochter

*01.04.1932 - †28.12.2016

Ihr ist das Schlimmste wiederfahren, das Eltern erleben können: Den Tod des eigenen Kindes. Nur einen Tag, nachdem ihre Tochter Carrie Fisher an Herzversagen verstarb, erlitt Debbie Reynolds einen Schlaganfall, dessen Folgen sie nicht überlebte. „Sie ist nun bei Carrie“, trösten sich Familie und Fans des US-Stars.

>> Schlaganfall: Die richtige Vorsorge ist entscheidend

Vom Beauty-Contest auf die Leinwand

Debbie Reynolds wurde am 1. April 1932 in Texas als Mary Frances Reynolds geboren. Ihre Eltern zogen mit der Familie Ende der 30er-Jahre nach Kalifornien. Dort gewann die heranwachsende Beauty mit 16 Jahren einen Schönheitswettbewerb, der auch die Aufmerksamkeit mehrerer Filmstudios mit sich brachte.

In ersten Filmen spielte Debbie Reynolds an der Seite von Bette Davis, Fred Astaire und vielen anderen namenhaften Stars ihre ersten kleineren Rollen. Internationalen Durchbruch erlangte sie an der Seite von Gene Kelly in dem Film-Klassiker „Singin’ in the Rain“. Der Grundstein für eine Weltkarriere war gelegt und zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen – u.a. für den Oscar und den Golden Globe – sind das Zeugnis für ihre Welt-Karriere.

Karriereknick in den 70ern

In den 70er- und 80er-Jahren wurde es etwas ruhiger um die Schauspielerin. Man sah sie in Braodway-Produktionen, Talkshows oder ihrem eigenen Tanzstudio, doch der ganz große Erfolg blieb aus. Fehlinvestitionen sorgten auch für finanzielle Tiefschläge. Ende der 90-Jahre feierte Debbie Reynolds – wenn auch mit nur unregelmäßigen Gastauftritten - in der Serie „Will & Grace“ ein großes Comeback und wurde und wurde dafür sogar für den Emmy nominiert.

Verlassen für Elizabeth Taylor

1955 heiratete Debbie Reynolds den Sänger Eddie Fisher. Nur ein Jahr später kam Tochter Carrie Fisher auf die Welt, die in die beruflichen Fußstapfen ihrer Mutter trat und zu der sie lebenslang ein zwiegespaltenes Verhältnis hatte. 1958 wurde ihr Sohn Emmanuel Todd Fisher geboren. Kurze Zeit später verließ Eddie Fisher seine kleine Familie und begann eine Beziehung mit Elizabeth Taylor, einer guten Freundin von Debbie Reynolds. Auch die zwei weiteren Ehen des Hollywood-Stars scheiterten.

Laut Angaben ihrer Familie, war Debbie Reynolds gerade dabei, die Trauerfeierlichkeiten für ihre Tochter festzulegen, als sie einen Schlaganfall erlitt. Ein Rettungsteam brachten die 84-Jährige sofort ins Krankenhaus, doch die Ärzte dort konnten ihr nicht mehr helfen. „Sie ist nun bei Carrie“, damit versuchen sich die Familie und die Fans des Hollywood-Stars nun zu trösten. Tragisch, dass ihr letzter Tag der sicher schlimmste in ihrem Leben war.

Carrie Fisher: Die ewige Sternen-Prinzessin

*21.10.1956 - †27.12.2016

Das Talent wurde Carrie Fisher in die Wiege gelegt. Als Tochter einer Film-Schauspielerin und eines Sängers, blieb ihr wohl gar nichts anderes übrig, als eine Künstler-Karriere zu machen. Nicht immer war das ein Segen, wie sie in ihrer Autobiografie bekannt hat. Mit ihrer Rolle als Prinzessin Leia schrieb sie Filmgeschichte. Nun starb Carrie Fisher mit nur knapp 60 Jahren an Herzversagen.

Auch Carrie Fisher kämpfte ein Leben lang

Carrie Fisher wurde am 21. Oktober 1956 als Tochter des Sängers Eddie Fisher und der Schauspielerin Debbie Reynolds geboren. Ihr Vater verließ die Familie schon früh und heiratete Film-Legende Elizabeth Taylor. Carrie Fischer war gerade mal 21 Jahre alt, als sie die Rolle der Prinzessin Leia in George Lucas' Star Wars Trilogie übernahm.

Insgesamt vier Mal verkörperte sie diese heroische Figur, die ein Leben lang mit ihr unzertrennlich verbunden sein sollte. Auch, wenn Carrie Fisher nie wieder an den Erfolg der Star Wars Filme heranreichen konnte, sind im Laufe der Jahre mehr als 40 Filme mit ihr entstanden. Dabei drehte sie mit den ganz großen der Filmgeschichte: Julie Andrews Laurence Olivier, Warren Beatty – und war ganz wunderbar als beste Freundin in "Harry & Sally".

Doch Schauspielerei war nur eines von zahlreichen künstlerischen Begabungen. 1987 veröffentlichte Fisher ihren ersten Roman, der autobiografische Teile enthielt: "Postcards From The Edge" wurde später mit Meryl Streep, Shirley McLaine und Dennis Quaid in den Hauptrollen veröffentlicht. Darin geht es nicht nur um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, sondern auch um den Kampf gegen die Alkohol- und Drogensucht, den Fisher einen Großteil ihres Lebens kämpfte. Ihre Lebensgeschichte präsentierte Fisher später auch in der Show "Wishful Thinking" auf dem Broadway. Erst im November erschien ihre letzte Biografie "The Princess Diarist" – schon an dem Titel mag man erkennen, dass die Rolle der Prinzessin Leia sie nie wirklich losgelassen hat.

War es ein Rückfall?

Am Tag vor Weihnachten flog Fisher von London nach Los Angeles. Kurz vor der Landung erlitt sie einen schweren Herzinfarkt und wurde umgehend ins Krankhaus gebracht. Dort schien sie sich zunächst zu erholen – nach Aussagen ihrer Mutter. Am frühen Dienstagmorgen hörte Carrie Fishers Herz dann endgültig auf zu schlagen. Ob ein Rückfall in die Drogen. Und Alkoholsucht der Auslöser war, muss nun die Obduktion klären.

Rückkehr auf die Kinoleinwand

Erst vor wenigen Wochen erschien der jüngste Teil der Star Wars Filme in den Kinos – Rouge One erzählt die Vorgeschichte von Star Wars VI, dem ersten Teil, in dem Carrie Fisher als Prinzessin Leia zu sehen war. Sie ist auch in dem neuen Film in einer kurzen Episode zu sehen – allerdings als Computer-Animation, denn man brauchte das Gesicht der damals 21-Jährigen Fisher. Doch Fans dürfen sich auf Star Wars Episode VIII freuen. Die Dreharbeiten dazu sind bereits abgeschlossen und Carrie Fisher wird – in Fleisch und Blut – ein letztes Mal als Prinzessin Leia auf der Leinwand erscheinen – in der Rolle, die ihre Karriere bestimmte und ihr Leben beeinflusste.

George Michael: Die zerrissene Seele

*25.06.1963 - †25.12.2016

Nach außen war er viele Jahre ein Sonnyboy, Frauenschwarm und ein begnadeter Musiker. Doch tief in seinem Inneren kämpfte George Michael ein Leben lang gegen die Alkohol und Drogensucht und brauchte lange, bis er sich als Homosexuell outen konnte. Mit "Last Christmas" schrieben er und Band-Kollege Andrew Ridgeley als "Wham!" musikalische Weltgeschichte. Dass der erst 53-Jährige ausgerechnet an Weihnachten verstarb, mag dabei fast zynisch anmuten. Die Ursache seines viel zu frühen Ablebens klärt nun die Obduktion.

Ein Pop-Duo erobert die Welt – und China

George Michael wird am 25. Juni 1963 als Georgios Kyriakos Panagiotou im britischen Middlesex geboren. Mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley gründete er die Band "Wham!", die als erste westliche Popband sogar die Volksrepublik China eroberte. "Wake Me Up Before You Go Go", "Club Tropicana" und "Careless Whisper" werden bis heute immer wieder gespielt und mit "Last Christmas" schrieb das Duo eines der erfolgreichsten Weihnachtslieder aller Zeiten. 1986 trennten sich "Wham!" und George Michael startete als Solist voll durch. Zahlreiche Nummer-eins-Platzierungen folgten. Der Sänger wurde mit dem Grammy, MTV Music Award, MTV Video Award und vielen anderen Preisen ausgezeichnet.

Die Kehrseite der Medaille

Doch der Ruhm hatte auch Schattenseiten. George Michael versuchte seine Homosexualität geheim zu halten. 1991 lernte er seinen späteren Lebensgefährten Anselmo Feleppa kennen und lieben. Sein viel zu früher Tod und der nur kurze Zeit später folgende Krebstod seiner Mutter brachten Michael vollkommen aus der Bahn. Er hatte Depressionen, Alkohol-, Medikamenten und Drogenprobleme. Immer wieder geriet er in die Schlagzeilen – beispielsweise, als er 1998 auf einer Herrentoilette wegen "unsittlichen Verhaltens" verhaftet wurde. Erst danach bekannte er sich auch öffentlich zu seiner Homosexualität. In den letzten Jjahren trat er nur noch selten auf. Zuletzt konnte die große Öffentlichkeit ihn bei den Olympischen Spielen in London 2012 erleben, wo er bei der Schlussfeier ein paar Lieder seines letzten Albums "Symphonica" vorstellte.

Last Christmas

Am 25. Dezember wurde George Michael in seinem Haus im britischen Oxfordshire tot von seinem Freund aufgefunden. Er sei friedlich eingeschlafen, gibt sein Agent im Namen der Familie bekannt.

Zsa Zsa Gabor: Eine große Diva ist tot

*06.02.1917 - †18.12.2016

Wie alt Zsa Zsa Gabor wirklich war, dieses Geheimnis hat sie mit ins Grab genommen. Sie war der erste große Star, der eigentlich nur für sein Star-Sein berühmt war. Was heute als It-Girl und Reality-VIP bezeichnet wird, hat die gebürtige Ungarin womöglich ganz unbewusst erfunden. Nur 50 Tage vor ihrem angeblich 100. Geburtstag verstarb Zsa Zsa Gabor in ihrer Wahlheimat Los Angeles. Und bis zu ihrem Tod an ihrer Seite: Ehemann Nummer acht, neun oder zehn (auch dieses Geheimnis bleibt ungelüftet) Prinz Frédéric von Anhalt.

Am 6. Februar 1917 (so behaupten es zumindest die meisten Quellen) erblickte Zsa Zsa Gabor in Budapest das Licht der Welt. Sie ist die mittlere von drei Töchtern, die im Haus des Garde-Offiziers Vilmos Gábor und der Schauspielerin Janci Gábor heranwachsen. Nach der Schule absolviert sie eine Ausbildung an der Wiener Muskakademie. Bereits die erste Ehe mit einem türkischen Diplomaten scheiterte und so folgte Zsa Zsa Gabor 1941 ihrer Schwester Eva ins aufregende Hollywood, um dort als Schauspielerin zu arbeiten.

Die teuerste Kurtisane seit Madame Pompadour

Bekanntheit erlangte sie in den kommenden Jahren allerdings weniger durch ihre Mitwirkung an großen Film-Produktionen, als durch ihre unzähligen Affären, Hochzeiten und Scheidungen mit den wohl vermögendsten und einflussreichsten Männern der Welt – u.a. Hotel-Mogul Conrad Nicholson Hilton, Barbie-Erfinder Jack W. Ryan, Schauspieler George Sanders. 1986 ehelichte sie dann ihren letzten Ehemann, Prinz Frédéric von Anhalt, der zu seinem Namen durch eine Adoption gekommen ist. Der Profit, den sie aus jeder Trennung schlug umfasste Bar-Vermögen, Häuser und Schmuck und brachte Zsa Zsa Gabor auch den Beinamen "teuerste Kurtisane seit Madame Pompadour" ein.

"Sie hatte keine Schmerzen"

Seit einem Verkehrsunfall vor 14 Jahren, bei dem ihr zwei Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen wurden, war Zsa Zsa Gabor an den Rollstuhl gefesselt. Vor allem in den letzten Jahren wurde ihr Gesundheitszustand zunehmend besorgniserregender. Einzig über ihren Ehemann wurde die Öffentlichkeit auf dem Laufenden gehalten.

Leider auch mit Äußerungen, die eher Entsetzen hervorriefen als alles andere – beispielsweise, als der Prinz noch vor fünf Jahren eingefrorene Eier der Gabor suchte, um sie befruchten zu lassen und eigene Kinder mit ihr zu haben. Sicher nicht zuletzt wegen solcher Behauptungen, befand sich Prinz Frédéric von Anhalt mit seiner Stieftochter Francesca Hilton bis zu deren Tod vor einem Jahr (die Folgen eines Schlaganfalls) in ständigen Rechtsstreitereien.

Mal ging es um ein vermeintlich gefälschtes Testament, mal um Besuchsrecht. Am 18. Dezember starb eine der größten Diven, die die Welt je gesehen hat, an den Folgen eines Herzinfarkts. "Sie hatte keine Schmerzen, alles ging ganz schnell. Alles war in Ordnung und plötzlich wurden ihre Hände kalt. Aber sie war nicht mehr zu retten. Sie haben alles versucht, ihr Herz wieder in Bewegung zu bringen, Beatmung alles und auch im Krankenhaus noch, aber das hat alles nichts mehr gebracht", sagt von Anhalt der "BILD" gegenüber. Nun hat er nur noch sich.

Gisela May – die Grande Dame des Chansons

*21.05.1924- †02.12.2016

Sie war Schauspielerin, Diseuse und eine der letzten großen Brecht-Darstellerinnen: Gisela May. Noch vor zwei Jahren feierte die damals 90jährige große Erfolge mit ihren Gesangs-Abenden. Am 2. Dezember 2016 trat die Grande Dame des Chansons in Berlin endgültig von der Bühne des Lebens ab.

Gisela May wurde am 31. Mai 1924 in Wetzlar geboren. Ihre Eltern – der Schriftsteller Ferdinand May und die Schauspielerin Käte May – müssen ihr das Talent in die Wiege gelegt haben. Nach dem Besuch der Höheren Mädchenschule und einer Hauswirtschaftsschule, zog es die junge Frau an die Leipziger Schauspielschule. Erste Engagements folgten in Dresden, Halle und Schwerin.

Zu Beginn der 50er-Jahre wechselte Gisela May an das Deutsche Theater in Berlin, zehn Jahre später fand sie ihr künstlerisches Zuhause am Berliner Ensemble, dem sie mehr als 30 Jahre angehörte. Vor allem mit ihrer Darstellung der "Mutter Courage" feierte Gisela May große Erfolge und gehörte seitdem zu den bedeutendsten Brecht-Darstellerinnen der Republik. Dem TV-Publikum war sie vor allem durch ihre Rolle in "Adelheid und ihre Mörder" ein Begriff.

Welterfolg als Chansonette

Ende der 50er-Jahre entdeckte Hanns Eisler das musikalische Talent von Gisela May und ihr besonderes Gespür für Chansons. Was zu DDR-Zeiten begann, konnte die Schauspielerin auch nach der Wende erfolgreich fortsetzen und wurde weltweit – unter anderem in New York –mit ihren eigenen Programmen gefeiert. Zahlreiche Preise und Ehrungen zeugen von dem besonderen Talent der Künstlerin– unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Filmband in Gold und der Verdienstorden des Landes Berlin.

Das Berliner Ensemble ist in Trauer

Trotz ihres fortgeschrittenen Alters, sah man die Schauspielerin und Chansonette immer wieder auf der Bühne. Privat hatte sie sich in einer Seniorenresidenz ein Zuhause gesucht. Sie starb am Freitagmorgen in Berlin im Alter von 92 Jahren. Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles sagte anlässlich ihres Todes der Deutschen Presse-Agentur: "Mit ihr stirbt eine der großen Künstlerinnen der untergegangenen DDR. Das Berliner Ensemble ist in Trauer."

November

Leonard Cohen: Und ewig klingt sein "Hallelujah"

*21.09.1934 - †07.11.2016

Er war Musiker, er war Poet: Leonard Cohen. Seine Texte berührten die Seele, seine Stimme erzählte von Liebe, Schmerz und Sehnsucht. Mit 82 Jahren starb einer der berühmtesten Singer-Songwriter, den die Welt je gesehen hat. Und auch für seinen nahenden Tod fand Cohen die richtigen Worte - auf seinem gerade erst erschienen Album "You Want It Darker".

Song-Poet Leonard Cohen gestorben

Leonard Cohen wurde am 21. September 1934 im kanadischen Montreal als Sohn einer sehr vermögenden jüdischen Familie geboren. Nach späteren Erzählungen, brachte er sich als Teenager das Gitarrenspiel selber bei, um ein Mädchen zu beeindrucken. Kleinere Auftritte folgten und an der Universität spielte Leonard Cohen in seiner ersten Band. Trotz seines musikalischen Erfolgs, zog Cohen zunächst eine Karriere als Schriftsteller in Erwägung – ein Gedichtband erschien 1956, weitere Romane in den 60er-Jahren. Die Bücher fanden so großen Anklang – international – das Cohen von dem Erlös reisen konnte.

Der zweite Bob Dylan

Von 1960 bis 1967 lebte Cohen auf der griechischen Insel Hydra – zeitweise mit der Norwegerin Marianne Ihlen, die auch als seine Muse galt und wenige Monate vor ihm verstab. 1967 ging Leonard Cohen nach New York und startete hier seine Karriere als Musiker und Songwriter. Sein Debut als Sänger hatte er auf dem Newport Folk Festival und wurde sofort als der zweite Bob Dylan von einer Plattenfirma entdeckt. Sein erstes Album hieß "Songs Of Leonard Cohen" und enthielt bereits eines seiner bis heute erfolgreichsten Lieder: "Suzanne". Mit seinen späteren Alben konnte Leonard Cohen auch in Europa als Musiker Fuß fassen. Was zunächst als Einnahmequelle gedacht war, um das Schreiben zu finanzieren, wurde schon bald Cohens Berufung.

"Ich bin bereit zu sterben"

In den 90er-Jahren zog sich Cohen immer weiter aus der Öffentlichkeit zurück und ordinierte in einem buddhistischen Kloster zum Zen-Mönch. Erst 2001 erschien wieder ein Album mit Texten von Cohen – mit seinem Comeback hatte niemand gerechnet. Es folgten Tourneen durch Amerika, Australien, Europa. Im Oktober 2016 erschien Cohens letztes Album. "You Want It Darker" stürmte sofort die Charts – unter anderem in Österreich und Kanada. In Interviews zur Veröffentlichung bemerkte Cohen, auf die Düsterheit der Titel angesprochen, dass er sich dem Tod sehr nahe fühle. "Ich bin bereit zu sterben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu ungemütlich. Das ist es dann auch schon für mich."

Er starb am 7. November 2016 in Kaifornien. Seinen Tod hielt man vor der Öffentlichkeit so lange geheim, bis der beliebte Singer-Songwriter am 10. November auf dem jüdischen Friedhof in der Familiengrabstätte in Montreal seine letzte Ruhe gefunden hatte. "Die Musik von niemand anderem klang oder hat sich so angefühlt wie die von Leonard Cohen. Trotzdem berührte sein Werk Generationen", schrieb Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau bei Twitter. "Kanada und die Welt werden ihn vermissen."

Oktober

Manfred Krug: Liebling Kreuzberg ist tot

*08.02.1937 - †21.10.2016

Er war einer der wenigen DDR-Stars die es schafften, nach ihrer Ausreise auch im Westen berühmt zu werden: Manfred Krug. In den letzten Jahren hat er sich aus gesundheitlichen Gründen sehr zurückgezogen. Nun plante der Schauspieler und Sänger eigentlich auf die Bühne zurückzukehren. Am 21. Oktober ist Manfred Krug im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.

>> Manfred Krug: Sein Leben in Stichpunkten

Vom Stahlschmelzer zum Publikums-Liebling

Manfred Krug wurde am 8. Februar 1937 in Duisburg geboren. Sein Vater, Eisenhütten-Ingenieur, zog mit der Familie anschließend in die Nähe von Osnabrück und später nach Berlin. Seine Eltern trennten sich und Krug ging mit seinem Vater 1949 in die gerade gegründete DDR. Seine Lehre zum Stahlschmelzer absolvierte er in Brandenburg an der Havel – aus der Zeit stammt auch die Narbe, die Manfred Krugs Stirn zierte.

Doch sein Herz galt der Schauspielerei und so machte er erst das Abitur an der Abendschule und studierte anschließend Schauspiel an der Staatlichen Schule in Berlin. Sein erstes Engagement führte ihn gleich mit dem Berthold Brecht Berliner Ensemble zusammen. Und ab 1957 machte der 20-Jährige auch Karriere vor der Kamera. Zwei Hauptrollen reichten, in "Fünf Patronenhülsen" und "Die Spur der Steine", um in der DDR zum Star zu werden. Auch als Sänger – vorwiegend Jazz – konnte er sich dort einen Namen machen.

Ein Neustart im Westen

Als Krug 1976 eine Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieb, fand allerdings seine eigene Karriere ein jähes Ende. Er beantragte daraufhin die Ausreise und verließ 1977 mit seiner Familie – er war seit 1963 mit Ottilie Krug verheiratet, das Paar hatte drei gemeinsame Kinder, Manfred Krug hatte zusätzlich ein uneheliches Kind - die DDR.

Im Westen konnte Krug schnell an alte Erfolge anknüpfen, machte als Anwalt "Liebling Kreuzberg", als Fernfahrer in "Auf Achse" und als Ermittler im "Tatort" Karriere. Die Telekom verpflichtete ihn für die Werbung anlässlich ihres Börsengangs – ein Engagement, für das sich Krug Jahre später im Stern "offiziell" entschuldigte, weil viele Menschen ihr Geld in die nicht sonderlich erfolgreiche Aktie investierten.

Angeschlagene Gesundheit

1997 erlitt Manfred Krug einen Schlaganfall und zog sich aus dem Fernsehen vorübergehend zurück. Er veröffentlichte zwei Biografien, Gedichte und sang immer wieder vor größerem und kleinerem Publikum. 2014 ging er nach einer Herzklappenoperation sogar wieder auf Tournee. Nicht ganz unschuldig empfand er sich an seinem Gesundheitszustand, wie er in einem Interview mit Markus Lanz einmal einräumte.

"Wir essen nicht gesund, machen nicht ausreichend Sport. Da müssen wir uns nicht wundern, irgendwann einen Schlaganfall zu kriegen." Am 21. Oktober starb Manfred Krug umgeben von seiner Familie. Wie die "BILD" berichtete, an den Folgen einer Lungenentzündung.

Tamme Hanken: Der friesische Riese mit den sanften Händen

*16.05.1960 - † 10.10.2016

Seine Hände konnten Knochen einrenken, Nervenbahnen ertasten und Seelen berühren: Tamme Hanken. Sein Beruf war seine Berufung. Als Chiropraktiker half er Tier und Mensch auf der ganzen Welt. Seit 2008 wurde er dabei auch von den Kameras des NDR und KabelEins begleitet. Am 10. Oktober starb Tamme Hanken für alle plötzlich und unerwartet an Herzversagen. Nicht nur seine vierbeinigen Patienten werden ihn vermissen.

"Wenn ich etwas anfasse, dann kommen Bilder."

Tamme Hanken wird am 16. Mai 1960 geboren. Seine Eltern betreiben eine Landwirtschaft, die Hanken zunächst übernimmt, doch dann einen Reha-Hof für Pferde daraus macht. Das Handwerk des Chiropraktikers lernt er von seinem Großvater. Seine eindrucksvolle Größe von 206 Zentimetern und das stattliche Körpergewicht von 140 Kilo sind sicher dienlich bei dieser schweren körperlichen Arbeit und bringen Tamme Hanken den Spitznamen "XXL-Ostfriese" ein. Hankens Ruf reicht schließlich weit über die Landesgrenzen hinaus und er verbringt die meiste Zeit des Jahres im Ausland, wo er auch die Pferde des britischen Königshofes und von arabischen Scheichs behandelt.

>> Tamme Hanken überraschend gestorben

Seine Methoden sind dabei häufig etwas unkonventionell und Behandlungen mit Bieröffnern, um Reflexe zu testen, werden manchmal kritisch beäugt. Seine Fähigkeiten beschreibt Tamme Hanken mit folgenden Worten: "Wenn ich etwas anfasse, dann kommen Bilder. Ich scanne und ich fühle. Temperatur, Geruch, Gucken, Fühlen. Das ist die Kunst des Knochenbrechens." Und nicht nur Pferde sind bei ihm – im wahrsten Sinne – in den besten Händen. Ob Zwergkaninchen oder Vollbluthengst – Tamme half ihnen allen. Und nicht selten kurierte er die Probleme ihrer Zweibeiner gleich mit. "Die Arbeit mit Tieren macht mir mehr Spaß", sagte er einmal. "Sie sind ehrlicher."

>> "Ich heiße Tamme, nicht Gott!"

Tamme Hanken ist ein Freund der schönen Dinge: Gutes Essen, gerne mal ein kaltes Bier. Hübsche Frauen begrüßt er immer mit einem freundlichen "Schätzelein". Doch sein Herz gehörte schon seit vielen Jahren Ehefrau Carmen. Nun hat dieses große starke Herz aufgehört zu schlagen. Völlig plötzlich und überraschend. Die weltweite Anteilnahme ist so groß, dass sogar seine Witwe darin einen kleinen Trost für ihren und unseren großen Verlust findet: "Ich bin glücklich, dass Tamme so viele Menschen berührt hat."

August 2016

Gene Wilder – Er brachte die Welt zum Lachen

*11.06.1933 - † 28.08.2016

"Was für ein Komiker, was für ein witziger Typ, all das Zeug! Ich bin's nicht. Echt nicht. Außer in Filmkomödien", sagte Gene Wilder einmal in einem Interview.Sich selber fand er eigentlich überhaupt nicht witzig, doch für seine Fans war er einer der besten Comedians der Welt. Am Sonntag verstarb der Schauspieler im Alter von 83 Jahren an den Folgen seiner Alzheimer Erkrankung.

Eine Bilderbuch-Karriere

Gene Wilder wurde am 11. Juni 1933 in Milwaukee, Wisconsin geboren. Als Schüler der Lee Strassberg Schauspielschule, startete er seine schauspielerische Laufbahn in den 60er-Jahren am New Yorker Broadway. Dort wurde er auch für den Film entdeckt. Sein Debüt gab er in einer kleinen Nebenrolle in dem Gangsterklassiker "Bonnie und Clyde". Schon für seine nächste größere Rolle in dem Mel Brooks Film "Frühling für Hitler" wurde Wilder 1968 für einen Oscar nominiert. Eine weitere Nominierung folgte sechs Jahre später. Diese Rolle war auch sein Durchbruch als Komiker. "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten", "Frankenstein Junior" und "Die Frau in Rot" sind nur einige seiner bekanntesten Filme, mit denen er in den 70er- und 80er-Jahren zum international gefeierten Star avancierte. In den 90er-Jahren zog sich Wilder aus Hollywood an die Ostküste zurück und trat, wenn überhaupt, nur noch in Fernsehserien auf.

Er wollte seine Fans nicht enttäuschen

Seine große Liebe fand Gene Wilder in seiner Schauspielkollegin Gilda Radner, die er 1984 heiratete. Sie starb 1989 an Krebs. Bis zu seinem Tod war der Komiker mit der Kostümbildnerin Karen Boyer – es war seine vierte Ehe – verheiratet. Sein Neffe Jordan Walker-Pearlman teilte am Montag mit, dass Gene Wilder am Tag zuvor an Komplikationen infolge seiner Alzheimer Erkrankung verstorben sei. Mit seiner Krankheit ging der Star nicht an die Öffentlichkeit – er wollte seine Fans nicht enttäuschen.

Sonia Rykiel - Die Königin des Stricks

*25.05.1930 - † 25.08.2016

Die Modewelt kürte sie zur "Königin des Stricks" - dabei konnte Sonia Rykiel selber gar nicht stricken. Doch die Kollektionen, die sie entwarf wurden auf der ganzen Welt gefeiert. Ein Leben lang war sie bemüht, in ihren Entwürfen auch einen Teil ihres Lebens darzustellen. Am 25. August starb die Designer im Alter von 86 Jahren in Paris.

Mit Schwangerschaftsmode fing alles an

Ihre Karriere als Designerin hat Sonia Rykiel eigentlich nur einigen Zufällen zu verdanken. Verheiratet mit dem Boutique-Besitzer Samuel Rykiel, erwartete die gelernte Schaufenster-Dekorateurin ihr erstes Kind. Doch der angebotenen Schwangerschaftsmode konnte die werdende Mutter nichts abgewinnen. Und so beauftragte sie einen Kunden ihres Mannes, einen Pullover nach ihrem Entwurf zu fertigen. Anfang der 60er-Jahre entstand dann die erste Umstandsmoden-Kollektion, die sie in der Boutique ihres Mannes verkaufte. Nur sechs Jahre später war ihre Mode so erfolgreich, dass Sonia Rykiel ihre erste eigene Boutique eröffnete.

Schneiderin der Weltstars

Nachdem die großen Modezeitschriften über ihre außergewöhnliche Mode berichteten - Strickpullover waren damals Männersache, weil grob und unförmig - war der Erfolg der extravaganten Französin nicht mehr aufzuhalten. Zu ihren Kundinnen zählten Audrey Hepburn, Catherine Deneuve, Brigitte Bardot. Erst in den 80er-Jahren entwickelte Sonia Rykiel das Markenzeichen, das bis heute für ihre Mode steht: Ringelstreifen. 1993 stellte man bei Sonia Rykiel die Krankheit Parkinson fest. Nach und nach übergab sie die Zügel an ihre älteste Tochter Nathalie und zog sich immer mehr zurück. "Ich fürchte mich davor, ein anderes Bild abzugeben als das, was ich seit je her präsentiere", sagte die Designerin 2012 in einem Interview mit der französischen Elle anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches "N'oubliez pas que je joue", in dem sie das Schweigen über ihre Erkrankung zum ersten Mal brach. Als Sonia Rykiel am 25. August starb, ist die Welt um einen bunten Paradiesvogel ärmer geworden.

Juli 2016

Miriam Pielhau – Sie war voller Zuversicht

*12.05.1975 - † 12.07.2016

Sie war so voller Hoffnung und wollte dem Krebs die Stirn bieten: Miriam Pielhau. Doch die hübsche Moderatorin hat es nicht geschafft. Am 12. Juli 2016 verstarb die Mutter einer vierjährigen Tochter mit nur 41 Jahren.

Miriam Pielhau wurde am 12. Mai 1975 in Heidelberg geboren. Sie arbeitete zunächst bei Tageszeitungen als Freie Mitarbeiterin, bevor sie bei verschiedenen Radio- und TV-Sendern tätig war. Anfang der 2000er-Jahre moderierte sie diverse Galas und Shows – unter anderem "taff" auf Pro7 - im Fernsehen und war gern gesehener Gast bei diversen Quiz-Formaten. Auch als Schauspielerin stand Miriam Pielhau einige Male vor der Kamera.

Viele Schicksalsschläge

2004 befand sich Miriam Pielhau zum Zeitpunkt der Tsunamikatastrophe in Khao Lak, Thailand. Nur durch den Umstand, dass sie auf einem Taucherausflug war, blieb sie verschont. Vier Jahre später diagnostizierten Ärzte Brustkrebs bei der jungen Frau. Ihren Kampf gegen die Krankheit schilderte sie in dem Buch "Fremdkörper". Sechs Jahre lang war sie beschwerdefrei, galt als geheilt. Doch der Krebs kam zurück. Stärker als zuvor. Unheilbar, diagnostizierten die Ärzte. Doch das wollte Miriam Pielhau nicht hören. Auch, weil sie für ihre kleine Tochter, die 2012 zur Welt kam, kämpfen wollte. "Dr. Hoffnung – Die Geschichte eines Wunders" heißt das Buch, das sie über diesen zweiten Kampf geschrieben hat. Und ein Wunder sollte wirklich geschehen. Im Frühjahr 2016 sagte eine Ärztin, Miriam Pielhau habe den Krebs besiegt. Langsam fasste sie Vertrauen in die Diagnose, kehrte zurück ins Leben.

Sie hat so sehr gehofft

"Ich habe etwas geschafft, was viele, und ich auch, als Wunder empfinden", sagte sie in einem Interview. "Wenn man aus einem unheilbar ein heilbar machen kann – dann gibt es das doch: Hoffnung." Im Juni nahm sie noch die Auszeichnung der Leading Ladies in der Kategorie "Gesundheit" bei einer Veranstaltung in Österreich entgegen. Dort wünschte sie sich nichts sehnlicher, als die Schlagzeilen "Wir haben den Krebs besiegt". Dieser Wunsch konnte ihr zu Lebzeiten nicht mehr erfüllt werden. Aber die Medizin wird weiter kämpfen.

Mehr über Miriam Pielhau auf bildderfrau.de:

Miriam Pielhau starb an Krebs


Jana Thiel – Sie lebte für den Sport

*17.10.1971 - † 11.07.2016

Zwei Jahre kämpfte Jana Thiel gegen den Krebs und hatte bis zuletzt die Hoffnung auf Heilung nicht aufgegeben. Ihr Tod kam plötzlich und sorgte für erschütterte Reaktionen bei ihrem Haussender, dem ZDF, Sportlern und natürlich ihren Fans.

Schon früh begann die am 17. Oktober 1971 im Kreis Cottbus geborene Jana Thiel mit ihrer journalistischen Karriere. Zunächst arbeitete sie beim Radio, studierte "nebenbei" aber noch Politik- und Sozialwissenschaften. 2000 wechselte sie als Sportmoderatorin zum ZDF-Morgenmagazin und später in die ZDF-Sportredaktion. Jana Thiel berichtete von den Olympischen Spielen, war Reporterin bei der Fußballweltmeisterschaft 2006, hatte sich seit 2005 auf Ski-Alpin spezialisiert und eine große Affinität zum Wintersport im allgemeinen. Noch im Mai moderierte in der ZDF Nachrichtensendung "heute" den Sportteil. Die schwere ihrer Erkrankung merkte man ihr zu keinem Zeitpunkt an. In der Nacht zum 11. Juli 2016 verlor Jana Thiel in der Uniklinik Heidelberg den Kampf gegen den Krebs. Die Kollegen beim ZDF reagierten bestürzt, brachten ihre Trauer sogar bei "heute" und im "heute journal" bewegend zum Ausdruck. Wir schließen uns Gundula Gauses Klebers Worten an: "Das ZDF, wir alle trauern um Jana Thiel."


Martina Servatius – Die Adlige aus "Verbotene Liebe"

*30.10.1954 - † 04.07.2016

16 Jahre lang spielte sie Elisabeth Gräfin von Lahnstein in der ARD-Soap "Verbotene Liebe". Drei Serien-Ehemänner überlebte sie in dieser Rolle und hatte mit vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Doch in ihrem persönlichen Kampf gegen den Krebs konnte sie nicht siegen. Am 4. Juli verstarb die Schauspielerin in Wiesbaden.

Martina Servatius' Schauspielkarriere begann am Theater. Nach Engagements in Krefeld, Mönchengladbach, Wuppertal und Wiesbaden, wurde die gebürtige Ost-Berlinerin für das Fernsehen entdeckt. Gastrollen in der "Stadtklinik", "Ein Fall für zwei", "Die Wache" und anderen beliebten Serien folgten. In Folge 1099 feierte Martina Servatius ihr Debut als Elisabeth Gräfin von Lahnstein in der Daily Soap "Verbotene Liebe". Die Rolle wuchs ihr im Laufe der Jahre sehr ans Herz. In Elisabeths "Hang zur Perfektion und dem offenen Ohr für die Belange anderer" konnte sie sich selbst sehr gut wiederfinden. Privat liebte die Schauspielerin die Arbeit in ihrem Garten und Zeit mit der Familie zu verbringen. Martina Servatius hinterlässt einen Mann und eine Tochter. Und viele schöne Erinnerungen an eine ganz besondere Frau und tolle Schauspielerin.


Juni 2016

Bud Spencer: Mach's gut, Plattfuß

*31.10.1929 - † 27.06.2016

Er war Olympia-Schwimmer, Italo-Western-Held und ein Baum von einem Mann, der privat NIE seine Fäuste sprechen ließ: Bud Spencer. Als Sohn einer wohlhabenden italienischen Familie, erblickt er als Carlo Pedersoli am 31.10.1929 in Neapel das Licht der Welt. Erst, nachdem er bereits einige Erfolge vor der Kamera erzielte, benannte sich der Italiener in Bud (die Kurzform einer von ihm bevorzugten Biermarke) Spencer (nach seinem Lieblingsschauspieler Spencer Tracy) um.

Im Laufe seines Lebens glänzt Bud Spencer in vielen Disziplinen: Als Schüler übersprang er zwei Klassen und studierte später Jura. Er war der erste Italiener, der die 100 Meter im Brustschwimmer in weniger als einer Minute schaffte und startete für Italien sogar bei den Olympischen Spielen 1952 und 1956.

Zum Schauspiel kam Bud Spencer eher durch Zufall. Man suchte einen Westernhelden mit der Statur eines Bären. Bud Spencer war ohne Konkurrenz. Er wollte mit seinen Filmen unterhalten – und das ist ihm über Jahre gelungen. Gemeinsam mit Terence Hill machte er den Italo-Western berühmt und schrieb Filmgeschichte. Die beiden verband bis zu Bud Spencers Tod am 27. Juni 2016 eine enge Freundschaft.

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Götz George: Ein Rauhbein mit Seele tritt ab

*23.07.1938 - † 19.06.2016

98 Prozent aller Deutschen kannten ihn: Götz George. Bekannt wurde der Ausnahme-Schauspieler vor allem als Tatort-Ermittler Schimanski. Doch egal, ob er einen Kriminalbeamten, KZ-Arzt oder Reporter verkörperte, egal ob Thriller, Drama oder Komödie – George legte in jede Rolle sein Herz und seine Seele.

Geboren wurde George am 23. Juli 1938 in Berlin. Dort stand er auch mit zwölf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne und seine Karriere nahm ihren Lauf. In "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" feierte der gerade mal 14-Jährigen an der Seite von Romy Schneider sein Film-Debut. Schauspielunterricht, Engagements an verschiedenen Theatern und immer mehr TV- und Kino-Rollen formten den jungen Mann zu einem der besten Schauspieler, die dieses Land je gesehen hat. Als Horst Schimanski lockte er regelmäßig ein Millionenpublikum vor die Fernseher und ist in dieser Rolle bis heute einer der beliebtesten Tatort-Kommissare in der Geschichte.

"Das ist Lebenszeit, die mir am Ende fehlt"

Doch George überzeugte auch in anderen Filmen: In "Schtonk!" – einer Satire über die gefälschten Hitler-Tagebücher, in "Der Totmacher", wo er einen homosexuellen Kindermörder spielte, als KZ-Arzt Josef Mengele in "Nichts als die Wahrheit". Für seine Rollen erhielt Götz George zahlreiche Auszeichnungen national und international: Bambi, Bundesverdienstkreuz, Bayerischer Filmpreis, Adolf-Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis und viele andere. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um Götz George. Nach einer schweren Herz-OP wollte er etwas zurücktreten von den vielen Dreharbeiten. "Das ist Lebenszeit, die mir am Ende fehlt", sagte er in einem Interview 2012. Zum letzten Mal stand George 2015 für "Böse Wetter" (Ausstrahlungstermin ist noch nicht bekannt) vor der Kamera. Privat hat er, nach einer gescheiterten Ehe mit der Schauspielerin Loni von Friedl (sie haben eine gemeinsame Tochter), noch einmal sein Glück an der Seite von Marika Ullrich gefunden, die er vor zwei Jahren heiratete. Gemeinsam lebten sie in Hamburg, Berlin und auf Sardinien. Götz George starb, umgeben von seiner Familie, nach einer kurzen Krebserkrankung am 19. Juni 2016. Als die Öffentlichkeit davon erfuhr, war er bereits beigesetzt. So war es sein Wunsch.

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Anton Yelchin: Ein tragischer Unfall kostet ihn das Leben

*11.03.1984 - † 19.06.2016

Bekannt wurde Anton Yelchin mit seiner Rolle als Chekov in Star Trek. Der einzige Sohn russischer Einwanderer starb am 19. Juni 2016, nachdem er in seiner Einfahrt von seinem eigenen Wagen überrollt wurde. Wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte, ist bislang nicht geklärt. Sein plötzlicher und tragischer Tod hat viele Fans und Kollegen fassungslos zurück gelassen.

Anton Yelchin wurde am 11. März 1989 in Leningrad geboren. Seine Eltern wanderten mit ihrem Sohn nur ein halbes Jahr später in die USA aus. Bereits als Teenager spielte Anton Yelchin in ersten Filmen mit, war gerade mal 14 Jahre alt, als er den Young Artist Award für seine Darbietung in "Hearts In Atlantis" gewann. 2009 spielte Yelchin zum ersten Mal Pavel Chekov in der Star Trek Verfilmung – die Rolle, mit der er international berühmt wurde. Vier Jahre später folgte mit "Star Trek Into Darkness" der zweite Auftritt. Auch in der neusten Verfilmung, "Star Trek Beyond", verkörpert Anton Yelchin den berühmten Navigationsoffizier. Nicht nur wenn der Film am 22. Juli in den USA Premiere feiert, werden viele seiner Fans und Kollegen an ihn denken.

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"Star Trek"-Schauspieler Yelchin von eigenem Auto erdrückt


Christina Grimmie: "The Voice"-Star wurde erschossen

*12.03.1994 - † 10.06.2016

Am 12. März 1994 kam Christina Grimmie in New Jersey zur Welt. Auf YouTube kannte man sie zunächst als zeldaxlove64 – dort veröffentlichte sie Cover-Versionen bekannter Künstler. Einen größeren Bekanntheitsgrad erzielte die Sängerin mit dem Duett "Just A Dream" von Nelly, das sie gemeinsam mit Sam Tsui gesungen hat und der millionenfach in den sozialen Netzwerken geteilt wurde. 2011 tourte Christina Grimmie sogar mit Selena Gomez, mit der sie schließlich auch eine Freundschaft verband. 2014 nahm Christina Grimmie an der sechsten Staffel der amerikanischen Ausgabe von "The Voice" teil und belegte den dritten Platz. Am 10. Juni gab die 22-Jährige in Orlando, Florida, ihr Konzert. Bei einer anschließenden Autogrammstunde wurde sie von Kevin James Loibl erschossen. Der Täter nahm sich danach das Leben. Christinas Bruder Marcus war Zeuge der schrecklichen Tat. Obwohl er zwischenzeitlich mit dem Täter rang, konnte er seine Schwester nicht retten. Christina Grimmie starb noch am selben Abend in einem Krankenhaus in Orlando. Als Tatmotiv vermutet man "unverhältnismäßige Vernarrtheit."


Muhammad Ali: Die größte Box-Legende ist tot

*17.01.1942 - † 03.06.2016

Er galt als der bedeutendste Boxer des 20. Jahrhunderts: Muhammad Ali und war in den Herzen seiner Fans unsterblich. Doch er war eben nicht unbesiegbar. Seit 1984 kämpfte der Schwergewichtsmeister gegen Parkinson. Eine Blutvergiftung soll der Auslöser für seinen Tod am 3. Juni gewesen sein.

>> Blutvergiftung: Wie man ihre Anzeichen erkennt und Leben rettet

Cassius Marcellus Clay Jr., wie Muhammad Ali ursprünglich heißt, wird am 17. Januar 1942 in Arizona geboren. Als Teenager begann er mit dem Boxen, um für das harte Leben auf der Straße gewappnet zu sein. Schnell erkannte man sein Talent und er erkämpfte alle Amateurtitel in kürzester Zeit.. 1960 wechselte er zum Profiboxen und gewann die olympische Goldmedaille in Rom - der Startschuß für eine Weltkarriere. Den Weltmeistertitel holte er sich 1964 erstmals gegen Sonny Liston und feierte den Höhepunkt seiner Karriere. Doch, weil er den Wehrdienst verweigerte, wurden ihm 1967 alle Titel aberkannt und auf Grund einer Sperre, die 1970 aufgehoben wurde, erhielt er keine Boxlizenz mehr. Danach konnte er an seine alten Erfolge anknüpfen und feierte ein sensationelles Comeback – darunter die legendären Kämpfe "Rumble in the Jungle", "Fight of the Century" und "Thrilla in Manila". Als einziger schaffte Muhammad Ali es, den Titel "Unumstrittener Boxweltmeister" drei Mal im Laufe seiner Karriere zu gewinnen. 1981 beendete Muhammad Ali seine Karriere. Seine damals bereits schwerfällige Aussprache führte man auf Folgen des Boxens zurück. Doch Ali litt damals bereits an Parkinson. Trotz fortschreitender körperlicher Einschränkungen trat er noch lange öffentlich auf, setzte sich für Bürgerrechte und Religionsfreiheit ein.

Gekämpft hatte Muhammad Ali auch außerhalb des Boxrings. Er sprach sich öffentlich gegen den Vietnamkrieg aus, unterstütze den Kampf der Afroamerikaner gegen die Unterdrückung und konvertierte zum Islam und polarisierte sein ganzes Leben lang. Seinen Boxstil beschrieb er am besten mit eigenen Worten: "Schwebe wie ein Schmetterling und stich wie eine Biene". Nicht nur dafür wählte ihn das Internationale Olympische Komitee 1999 zum "Sportler des Jahrhunderts". Am 3. Juni 2016 verlor Muhammad Ali seinen letzten Kampf. Die Welt trauerte mit seiner Familie – Ali war vier Mal verheiratet und hinterlässt neun Kinder - und seinen Freunden um den wohl größten Boxer aller Zeiten.

Mai 2016

Erika Berger – "Sie müssen mit Ihrem Partner darüber reden"

*13.08.1939 - †15.05.2016

Ihr Thema war die vermutlich schönste Nebensache der Welt – der Sex: Erika Berger. Mit ihrer Call-in-Show "Eine Chance für die Liebe" auf RTL, revolutionierte sie wohl so manches eingefahrenes Schlafzimmerverhalten. Denn die Frau mit dem wohl erotischsten Bein-Überschlag der Welt, nahm die Dinge in die Hand und die Worte in den Mund.

Das Thema war ihr übrigens alles andere als in die Wiege gelegt. Denn Erika Bergers Eltern waren sehr konservativ, die gebürtige Münchnerin dachte lange, vom Küssen könne man Schwanger werden. Das wurde sie dann – wenn auch nicht vom Küssen – sehr früh und bekam mit 20 Jahren ihr erstes Kind. Erika Berger musste heiraten, ein zweites Kind folgte, die Scheidung ebenfalls. 1974 traf sie Richard Mahkorn und gab ihm zwei Jahre später das Ja-Wort. Bis zu seinem Tod 2007 führte das Paar eine glückliche Ehe. Erika Berger arbeitete als Kolumnistin für die "Bild" und die "Neue Revue". Ab 1987 sorgte sie dann als Sexpertin für mehr Spannung in deutschen Schlafzimmern. Bei ihrer Live-Sendung "Eine Chance für die Liebe" konnten Zuschauer anrufen und sich zum Thema Partnerschaft und Sex beraten lassen. Ihre Antworten, direkt, unverblümt und manchmal recht ungewöhnlich. Es folgten ab 1991 die Formate "Eine neue Chance für die Liebe" und "Ein flotter Dreier". Nebenbei veröffentlichte sie auch mehrere Sex-Ratgeber. Es wurde medial ein wenig ruhiger um die Aufklärerin der Nation, nur noch selten sah man sie bei Gastauftritten ("Big Brother", "Promi Shopping Queen").

Erika Berger starb am 15. Mai plötzlich und unerwartet. Sie brach vor den Augen einer Freundin in ihrer Kölner Wohnung zusammen. Ihre letzte Ruhestätte hat sie auf dem Melaten Friedhof in Köln, an der Seite ihres Mannes Richard Mahkorn gefunden.

Peter Behrens

*04.09.1947 - †11.05.2016

Wer in den 80ern groß geworden ist, erinnert sich sicher noch ganz genau an den immer traurig guckenden Schlagzeuger der erfolgreichsten Bands der Neuen Deutschen Welle: Peter Behrens. Sein Schlagstil war so "berüchtigt", dass man in Insiderkreisen eigentlich nur sagte: "Spiel mal wie Peter Behrens." Nun starb der Musiker in einem Krankenhaus in Wilhelmshaven.

Peter Behrens wurde am 4. September 1947 in Sanderbusch geboren. Seine Mutter gab ihren Sohn (sein Vater war ein amerikanischer GI) zur Adoption frei und er wuchs bei einer Familie im niedersächsischen Varel auf. Seinen eigentlichen Plan, Grundschullehrer zu werden, verfolgte Peter Behrens nur bis zum Referendariat. Danach tingelte er als Musiker mit verschiedenen Bands durch Deutschland und auch Afrika.

Seinen späteren Bandmitgliedern bei Trio stellte sich Peter Behrens nachdem Stephan Remmler und Kralle Krawinkel eine Zeitungsannonce geschaltet hatten. Die drei schrieben eifrig an ihrer Musik, traten vereinzelt auf, konnten aber erst 1981 ihren ersten Plattenvertrag unterzeichnen. Das wohl bekannteste Lied des Trios "Da Da Da" wurde in insgesamt 30 Ländern veröffentlicht und 13 Millionen mal verkauft. Meist trug Peter Behrens ein weißes Shirt, weiße Hose, rote Hosenträger und legendär ist sein trauriger Blick. Drei Jahre später trennte sich die Band kurzfristig, um eigenen Projekten nachzugehen.

1985 fand man wieder zusammen – doch an alte Erfolge konnte nicht angeknüpft werden, der Hype um die wohl erfolgreichste Band der Neuen Deutschen Welle ebbte ab. Peter Behrens versuchte sich noch mit einigen Soloprojekten, aber ohne Erfolg. Er erlebte eine Zeit mit zu viel Alkohol, zu vielen Drogen und zu wenig finanziellen Möglichkeiten. Arbeitslosigkeit und der soziale Abstieg des Musikers waren vorprogrammiert. 2013 gab es noch einmal ein wenig Presse, als Peter Behrens seine Biografie "Der Clown mit der Trommel" veröffentlichte. Wenige Tage vor seinem Tod wurde Peter Behrens mit Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert. Dort starb er am 11. Mai an multiplen Organversagen. Von dem einstigen "Trio" lebt nur noch Stephan Remmler. Kralle Krawinkel starb 2014 an Lungenkrebs.

Juli 2016

Uwe Friedrichsen: Er war die Stimme der Stars

*27.05.1934 - †30.04.2016

Die TV-Zuschauer schätzten seinen norddeutschen Charme als Zollbeamten Zalukowski, Kinder liebten ihn als Uwe aus der "Sesamstraße" und Kinofans kannten die Stimme des Synchronsprechers aus vielen amerikanischen Filmen: Uwe Friedrichsen. Er starb in einem Hamburger Krankenhaus an den Folgen eines Hirntumors.

Wie es sich für einen Hanseaten gehört, absolvierte auch Uwe Friedrichsen nach der Mittleren Reife eine kaufmännische Lehre. Zunächst spielte er nur nebenbei in einer Laientheatergruppe. Doch die Schauspielerei machte ihm so viel Freude, dass er – gegen den Willen seiner Eltern – privaten Unterricht nahm. Theaterlegende Gustaf Gründgens holte ihn 1956 ans Hamburger Schauspielhaus. Zwölf Jahre gehörte er zum festen Ensemble, wurde aber daneben bereits in vielen Rollen im TV besetzt. Seinen Durchbruch erlebte Uwe Friedrichsen als spröder Zollfahnder Zalukowski in der Serie "Schwarz, Rot, Gold". Und auch die jüngsten Fernseh-Zuschauer eroberte er im Sturm – als Uwe in der "Sesamstraße" an der Seite von Lilo Pulver.

Neben seiner Arbeit vor der Kamera, war Uwe Friedrichsen auch ein begehrter Synchronsprecher. Er lieh unter anderem Peter Falk, Donald Sutherland, Ringo Starr, Danny Glover seine Stimme. Doch seine Liebe galt ein Leben lang dem Theater. Bis ins hohe Alter konnte man den Schauspieler an diversen norddeutschen Bühnen erleben. Bis zu seinem Tod, lebte Uwe Friedrichsen mit seiner zweiten Frau in der Nähe von Hamburg. Am 30. April verstarb er in einem Krankenhaus an den Folgen einer Tumorerkrankung im Gehirn.

Annemarie Dose: "Hilf den Menschen, aber lass ihnen die Würde"

*29.08.1928 - †28.04.2016

Sie ist die Gründerin der Hamburger Tafel e.V. und wurde für ihren unermüdlichen Einsatz 2007 mit der "Goldenen Bild der Frau" ausgezeichnet: Annemarie Dose. Ihrem Prinzip "Hilf den Menschen, aber lass ihnen die Würde", blieb sie bis zu ihrem Tod am 28. April treu.

Annemarie Dose wurde am 29. August 1928 in Sörnewitz, Landkreis Meißen, geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf. In den 50er-Jahren ging sie mit ihrem Mann nach Hamburg und lebte als Hausfrau und Mutter ein glückliches Familienleben. Als ihr Mann 1993 verstarb, wollte sie ihrem Leben einen neuen Inhalt geben, um die Trauer um den geliebten Partner zu überwinden. "Mit Bridge, Golfen und Kaffeekränzchen konnte ich nichts anfangen", sagte sie in einem ihrer Interviews über ihre Motivation, die Hamburger Tafel e.V. zu gründen – die dritte ihrer Art in Deutschland. Annemarie Dose holte damals das Brot noch persönlich in einem Korb beim Bäcker ab und verteilte es an die Bedürftigen.

Was so klein begann, sollte schnell wachsen. Annemarie Dose, die von allen nur liebevoll "Ami" gerufen wurde, fasste das Prinzip einmal selbst zusammen: "Einer hat Geld, einer hat Ware und einer hat Zeit". So können heute mehr als 20.000 Menschen durch die Hamburger Tafel e.V. unterstützt werden, 120 Ehrenamtliche sammeln wöchentlich über 35 Tonnen Lebensmittel ein. Die Gründerin wurde für ihr Engagement 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Zwei Jahre, nachdem die wir sie mit der "Goldenen BILD der FRAU" ausgezeichnet haben.

2012 gab Annemarie Dose den Vorsitz der Hamburger Tafel e.V. an ihren Nachfolger Achim Müller weiter. Dennoch kümmerte sie sich weiterhin aufopferungsvoll um ihr Projekt und die 2002 ins Leben gerufene Annemarie-Dose-Stiftung. Am 28. April verstarb Ami Dose – doch ihr Lebenswerk wird bleiben.

Prince: Er starb an einer Überdosis Schmerzmittel - ein trauriger Unfall

*07.06.1958 - †21.04.2016

Er war einer der größten Popstars des letzten Jahrhunderts: Prince. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer und hinterließ weltweit geschockte Fans und traurige Musikliebhaber. Einige Wochen nach seinem Tod, war auch die Ursache klar: eine versehentliche Überdosis eines Schmerzmittels kostete den genialen Musiker das Leben.

Am 7. Juni 1958 wurde Prince Rogers Nelson in Minneapolis geboren. Sein Vater gab ihm den Vornamen Prince, abgeleitet von dessen Band The Prince Rogers Trio. Schon während der High School spielte der Teenager in Bands und galt als besonders musikalisch begabt. Seinen ersten Plattenvertrag erhielt er bereits vor seinem 20. Geburtstag. Mit dem Album "1999" gelang dem exzentrischen Star 1982 der internationale Durchbruch, zwei Jahre später kam das erfolgreichste seiner Alben auf den Markt – "Purple Rain". Mit seinen Hits - unter anderem "Kiss", "Sign O' The Times", "Purple Rain, "1999" – schrieb Prince Musikgeschichte. Doch sein Erfolg war nicht ganz unbelastet von Turbulenzen.

Erst trennte sich Prince von seiner Band und zeigte sich ab 1983 mit seiner neuen Begleitband The Revolution. Später überwarf er sich mit seiner Plattenfirma, benannte sich in "The Artist Formerly Known As Prince" abgekürzt "TAFKAP" um und schrieb sich "Slave" (zu deutsch: Sklave) auf die Wange. Er wollte sich dem Druck der Musikindustrie nicht aussetzen und wehrte sich - manchmal mit ungewöhnlichen Methoden. Seine Popularität sank mit den Jahren – vor allem in seiner Heimat Amerika.

2004 brachte sich Prince bei der Grammy-Verleihung wieder ins Gespräch, nachdem er mit Beyoncè Knowles "Purple Rain" als Duett präsentierte. In den Folgejahren veröffentlichte er wieder Alben - die es vorher zum Teil ausschließlich im Internet als Download gab - bei seiner Plattenfirma und trat sogar in der Halbzeitpause beim Superbowl auf. Anfang des Jahres berichtete Prince, dass er seine Memoiren beim Random House Verlag veröffentlichen wolle. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Am 14. April gab Prince sein letztes Konzert vor ausverkauftem Haus in Atlanta. Auf dem Rückflug musste die Privatmaschine Notlanden, weil der Star über Schmerzen klagte und das Bewusstsein verlor. Im Krankenhaus wurde er ambulant behandelt – er hatte eine Überdosis eines Schmerzmittels genommen.

Seine Tablettenabhängigkeit rührte von Hüftproblemen, unter denen er schon seit Jahren litt. Am 21. April wurde Prince von zwei seiner Mitarbeiter leblos in seinem Haus aufgefunden. Wiederbelebungsversuche scheiterten. Der Obduktionsbericht, der am 2. Juni veröffentlicht wurde, bestätigt, dass Prince in Folge einer versehentlichen Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl verstoben sei. Der Weltstar wurde eingeäschert. Das Urnengrab befindet sich an einem der Öffentlichkeit unbekannten Ort. Prince wurde im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ein Oscar für die beste Filmmusik, sieben Grammys, sechs BRIT Awards, ein Golden Globe – um nur einige zu nennen.

Hendrikje Fitz: Sie konnte sich noch von der Familie und den Freunden verabschieden

*15.09.1961 - †07.04.2016

Sie hat so tapfer gekämpft und sich von immer neuen Schicksalsschlägen nicht unterkriegen lassen. Hendrikje Fitz (54). 2014 wurde bei der beliebten Schauspielerin Brustkrebs diagnostiziert. Hendrikje Fitz ließ sich operieren, machte eine Chemotherapie. Hoffnungsfroh kehrte sie zurück und glaubte den Krebs besiegt. Doch ein Jahr später erreichte sie eine niederschmetternde Nachricht: Der Krebs war zurück und die Schauspielerin nicht mehr zu retten.

Am 15. September 1961 wird Hendrikje Fitz in Frankfurt geboren. Das Talent wird ihr bereits in die Wiege gelegt: Vater Peter Fitz ist ein großartiger deutscher Bühnen und TV-Schauspieler. Auch ihr Bruder Florian Fitz tritt in Papas Fußstapfen. Hendrikje Fitz beginnt ihre Karriere am Theater, bevor sie 1998 als Pia Heilmann in der Sachsenklinik mit "In aller Freundschaft" einem Millionenpublikum bekannt wurde. Als mitfühlende Physiotherapeutin wuchs sie den Zuschauern in all den Jahren ans Herz. Als der Krebs bei Hendrikje Fitz 2014 das erste Mal ausbrach, nahm sie sich drei Monate frei, um danach wieder ans Set zurück zu kehren. Ihre Kollegen bewunderten die Stärke der fröhlichen Schauspielerin. Die Arbeit schien ihr gut zu tun. Bis ein Jahr später Metastasen in ihrem Kopf gefunden wurden.

Mit bewegenden Zeilen richtete sie sich damals an ihre Facebook-Fans: "Es gibt Ereignisse im Leben, die kommen daher wie eine kleine Naturgewalt, wirbeln alles durcheinander, stellen alles auf den Kopf und plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war... Bei mir war es ein Sommer, der zum ersten Mal nicht mehr mein Freund war - zu quälend die übergroße, nicht endend wollende Hitze, die mir noch dazu immer wieder unerklärliche Schwindel - Anfälle bescherte. Am Ende des Sommers dann Ursachenforschung - ein Hirn CT - eine Diagnose: positiv - Metastasen im Hirn. Zäsur. Nein, kein Schock - eher eine ganz fokussierte Ruhe."

Die Angst vor Schmerzen und einem qualvollen Ende konnten die Ärzte der Schauspielerin ein wenig nehmen. Und es ward Hendrikje Fitz ein Bedürfnis, dem Sterben auch in der Öffentlichkeit einen Raum zu geben. "Darum kann und will ich gar nicht anders, als mit dem, was mir derzeit passiert, in aller Offenheit umzugehen." Sie kehrte sogar zurück an ihren geliebten Arbeitsplatz bei "In aller Freundschaft". Doch die Kraft reichte nicht mehr lange aus. Am 7. April verlor Hendrikje Fitz den Kampf gegen den Krebs. Sie wusste, dass ihre Zeit gekommen war und versammelte Tage vorher noch einmal ihre Familie und Freunde um sich, um Abschied zu nehmen. "Es war sehr schön", erzählt ihr Bruder Florian Fitz später. "Meine Schwester war immer sehr liebevoll. Sie wird uns fehlen." Uns auch.

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