07.07.2016

Nachgespürt Was wurde eigentlich aus...Nadja abd el Farrag alias Naddel?

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Nadja ab del Farrag ist mittlerweile schon seit 27 Jahren in den Medien präsent.

Foto: imago

Nadja ab del Farrag ist mittlerweile schon seit 27 Jahren in den Medien präsent.

Nadja abd el Farrag (Naddel) hat in ihrem Leben schon viele mediale Schlammschlachten durchstehen müssen. Uns gibt sie ganz exklusive Einblicke.

bildderfrau.de: Liebe Nadja, Sie sind in der Promi-Szene bekannt wie eh und je. Selbst wenn sie mal für eine Zeit von der Bildfläche verschwinden, können Sie sich der Aufmerksamkeit sicher sein, wenn Sie wieder einen öffentlichen Auftritt haben. Woran liegt das?

Das frage ich mich, ehrlich gesagt, auch, woran das wohl liegt. (lacht) Mittlerweile bin ich jetzt ja schon seit 27 Jahren in dem Business unterwegs, vielleicht erkennen mich die Leute deshalb einfach schneller. Eigentlich ist es fast egal, wo ich mich aufhalte, irgend jemand reagiert immer auf mich – sogar Omis oder Teenies. Ich polarisiere aber eben auch ganz schön. Fünfzig Prozent lieben mich und die andere Hälfte hasst mich, von daher gibt es immer etwas zu reden.

Was macht für Sie den Reiz aus, in der Öffentlichkeit zu stehen?

Ursprünglich wollte ich nach meiner Beziehung mit Dieter Bohlen (Anmerkung der Redaktion: Bohlen und abd el Farrag trennten sich 2001) nur noch zwei bis vier Jahre weitermachen mit dem Showbusiness, aber irgendwie bin ich nicht davon losgekommen. Prinzipiell finde ich es schon toll, im Rampenlicht zu stehen, das öffnet einem viele Türen. Aber manchmal nervt es auch ganz schön, dass man eigentlich nie allein sein kann und stetig von Paparazzi verfolgt wird. Inzwischen traue ich mich sogar kaum noch mit meinem Hund raus und frage manchmal eine Freundin, ob sie mit ihr (Anmerkung der Redaktion: Golden Retriever-Dame „Lilly“) Gassi gehen kann.

Wie geht es Ihnen heute? Jüngste Schlagzeilen behaupten, Ihr Zustand wäre bedenklich...

Mein Zustand ist alles andere als bedenklich, mir geht es meinen momentanen Lebensumständen entsprechend gut. Ich habe zur Zeit zwar keine Wohnung und beziehe Arbeitslosengeld, aber gesundheitlich bin ich fit. Ich habe liebe Freunde in Hamburg, die mich bei sich aufgenommen haben, das bereichert mich unheimlich. Und was die jüngsten Schlagzeilen betrifft, so kann ich nur noch einmal betonen, dass ich meine Alkoholabhängigkeit überwunden und nur Apfelschorle getrunken habe. Ich war einfach sehr müde nach meinem Auftritt und dann sind diese ungünstigen Fotos entstanden.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie solche Schlagzeilen über sich selber lesen?

Ich lasse das nicht mehr an mich rankommen. Ich weiß ja, von wem diese Bilder kommen und da mich eben diese gewissen Fotografen schon seit Jahren verfolgen und ihr Geld damit verdienen, wenn sie mich blöd darstellen, ist es mir egal. Ich nehme es mit Humor und versuche, mich nicht fertigmachen zu lassen. Diese gewissen Fotografen sind leider immer schon darauf aus gewesen, mich in die Pfanne zu hauen. Dabei ist es doch völlig verständlich, dass man nach einem anstrengenden Auftritt in „Krümels Stadl“ in Paguera (Anmerkung der Redaktion: Bar auf Mallorca) müde und kaputt ist, zumal ich ja auch noch eine lange Zeit Autogramme gegeben habe.

Sie mussten in der Vergangenheit medial ziemlich viel einstecken, sind aber immer wieder aufgetreten. Woher kommt diese Stärke?

Ich habe mir über die Jahre ein ziemlich dickes Fell angeschafft und versuche, immer positiv zu denken. Mich kriegt so schnell keiner unter, da beweise ich viel lieber das Gegenteil und sage: jetzt erst recht!

Wie ist Nadja abd el Farrag wirklich? Oder hat die Presse Recht?

Jeder, der mich privat trifft, stellt immer als erstes fest, dass ich ja ganz anders bin, als ich in den Medien dargestellt werden. Ich bin ein sehr lebensfreudiger Mensch, bin lustig und humorvoll. Ich bin weder arrogant, noch zickig, sondern immer aufgeschlossen und freundlich. Zudem verurteile ich niemanden, den ich noch nicht richtig kenne und manchmal würde ich mir wirklich wünschen, dass andere Leute auch mich nicht einfach in eine Schublade stecken würden.

Wenn Sie Ihr Leben bisher Revue passieren lassen, was waren die Highlights?

Ich bin viel um die Welt gereist, habe ich tollen Hotels geschlafen, mich oft auf dem roten Teppich gezeigt. Das war schon eine super Zeit.

Welche negativen Schlagzeilen haben Sie ernsthaft getroffen und warum?

Die Nachrichten über meine Alkoholsucht oder meine Magersucht haben mich schon sehr beschäftigt, wobei ich mir früher tatsächlich auch jede Schlagzeile durchgelesen habe. Würde ich das heute noch tun, wäre ich wahrscheinlich schon depressiv geworden. Ich bin es leid, mich rechtfertigen zu müssen, das mache ich nicht mehr.

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Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie diesen Weg noch mal gehen würden?

Ich habe viele Fehler gemacht und mich vor allem auf die falschen Manager eingelassen. Die meisten waren nur darauf aus, mit mir das schnelle Geld zu machen und haben mich letztendlich abgezockt. Diese Erfahrung möchte ich nie wieder machen müssen, daher würde ich mich von Anfang an selber vertreten und nur noch mein eigenes Ding durchziehen – so wie jetzt eigentlich auch. Damit geht es mir am besten.

Was haben Sie über die Jahre durch das Showbiz gelernt?

Ganz einfach: Vertraue niemandem und lass dich nicht bequatschen! Man muss vor allem an sich selber glauben und nicht auf andere hören. Die großen Bosse lassen einen nämlich schnell fallen wie eine heiße Kartoffel, wenn du nicht mehr in ihr Schema passt.

Manchmal kommt es in der Presse so rüber, als würden Sie sich für nichts zu schade sein und jeden Spaß mitmachen. Wo liegen Ihre Grenzen?

Ich würde nichts machen, was unter der Gürtellinie ist und mit Sex zu tun hat. Pornografische Anfragen oder Schauspiel-Jobs, bei denen ich eine Prostituierte spielen müsste, lehne ich kategorisch ab.

Inwieweit haben sich für Sie selbst die Prioritäten verlagert und wie sehen diese jetzt aus?

Ich mache inzwischen nur noch das, worauf ich Lust habe und nicht, wozu andere mich drängen. Ich sondiere meine Jobs selber und nehme nur noch Anfragen an, die mich bereichern. Generell würde ich sagen, ich bin vernünftiger geworden.

Wie gehen Männer mit Ihnen um, die Sie kennenlernen?

Oh ja, das Männerthema. (lacht) Männer haben eindeutig Angst vor mir. Ich rede halt gern und komme dominant rüber. Das schüchtert den einen oder anderen ein. Daher versuchen viele, mich über meine Freundinnen kennenzulernen und so an meine Nummer dranzukommen. Ich bin allerdings sehr vorsichtig, da ich immer im Hinterkopf habe, dass derjenige nur wegen meiner Bekanntheit mit mir zusammen sein will. Wenn ich dann jedoch ernsthaft verliebt bin, bin ich eine ganz treue Seele und ein sehr bodenständiger Beziehungsmensch.

Welche News werden wir als nächstes von ihnen hören?

Ich habe mit der Marion von „Krümels Stadl“ (Anmerkung der Redaktion: Marion alias „Krümel“ ist die Besitzerin der Bar auf Mallorca) beschlossen, eine gemeinsame Platte aufzunehmen und mit den Songs groß auf Tour zu gehen.

Welche Träume haben Sie noch, die Sie sich auf jeden Fall noch verwirklichen wollen?

Mein größter Traum ist nun erst einmal, eine Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung für meinen Hund „Lilly“ und mich zu finden und meine Miete bezahlen zu können. Daher hoffe ich sehr auf einen neuen Job, der mir in der Hinsicht ein wenig Sicherheit verschafft.

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Liebe Nadja, vielen Dank für dieses ehrliche und authentische Interview. Für Deine nächsten Projekte alles Gute!

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