10.06.2016 - 10:03

Royale Kolumne Prinz Philip: Der Mann an der Seite der Queen

Foto: Imago

Während seine Frau am Wochenende mit Trooping The Colour ihre dritte öffentliche Geburtstagsfeier beging, begnügte sich der Prinzgemahl mit nur einem Fest.

Mit dem Ja-Wort hat sich Prinz Philip auch für ein Leben in der zweiten Reihe entschieden. Er repräsentiert, schüttelt Hände, eröffnet – und steht dabei seiner disziplinierten Frau in nichts nach. Mit auch 95 Jahren gönnt sich Prinz Philip nur wenige Ruhepausen. Hoch gewachsen und kerzengerade absolviert er Termin für Termin – und hat im Laufe seines langen Lebens immer mehr Sympathien beim Volk gewonnen. Denn die waren anfänglich über die Wahl ihrer zukünftigen Königin nicht begeistert.

Eine Liebe gegen den öffentlichen Willen

Am 10. Juni 1921 wird Philippos Andreou Prinz von Griechenland und Dänemark auf Korfu geboren. Er ist der Sohn von Prinz Andreas von Griechenland und Prinzessin Alice von Battenberg. Als seine Eltern sich trennen, geht Philip mit seiner Mutter nach Frankreich. Ihre schwere angeschlagene Psyche macht es ihr aber unmöglich, sich um ihren Sohn zu kümmern. Philip wächst in Internaten auf und besucht mit 18 Jahren das Royal Navy College in Dartmouth. Zu diesem Zeitpunkt trifft er das erste Mal auf die damals 13-jährige Prinzessin Elizabeth. Es soll von ihr Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Doch galt es viele Hürden zu überwinden.

Für seine Frau stellt er sich in die zweite Reihe

Der Prinz besitzt kaum nennenswertes Vermögen und seine drei Schwestern sind mit Deutschen verheiratet, die als Anhänger des Nationalsozialismus gelten. Sein Onkel Lord Louis Mountbatten gilt als treibende Kraft. 1947 geben Prinz Philip und die Thronfolgerin ihre Verlobung bekannt und heiraten noch im selben Jahr. Vorher nimmt Philip die britische Staatsbürgerschaft an, konvertiert zum Anglikanismus und macht den Mädchennamen seiner Mutter – Battenberg – in der englischen Übersetzung zu seinem Nachnamen: Mountbatten. Auf die Bezeichnung Prinz von Griechenland und Dänemark verzichtet er, bekommt aber mit Wechsel des Eherings am 20. November 1947 den Titel Prinz of Edinburgh verliehen. Bereits ein Jahr später freut sich das Volk über einen weiteren Thronfolger: Prinz Charles ist geboren. 1950 folgt Schwester Anne, 1960 Prinz Andrew und 1964 Prinz Edward. Acht Enkelkinder und fünf Urenkel sind heute der ganze Stolz und das ganze Glück des Prinzen.

Prinz Philip im Dienst der "Firma"

Als 1953 Elizabeths Vater, König George VI., stirbt, befindet sich das Paar auf einer Reise durch Afrika. Prinz Philip ist der Überbringer der schlechten Nachricht. Von nun an übernimmt seine Frau die Rolle der Königin und er hat sich voll und ganz den Aufgaben der "Firma", wie er das Königshaus auch nennt, zu widmen. Das tut er bis in sein heutiges hohes Alter. Etwa 900 Ehrenämter hat er inne und die Themen um den Umweltschutz und den Schutz gefährdeter Tierarten sind seine Leidenschaft. Auch, wenn er zum 90. ankündigte, etwas kürzer treten zu wollen. Es sind zum Glück nur wenige gesundheitliche Probleme, die den Prinzen von seinen Aufgaben abhalten. Eine Herz-OP, eine Blasenentzündung und auch unmittelbar in der Woche vor seinem 95. Geburtstag muss ein Termin abgesagt werden.

Duke of Hazzard oder König der Fettnäpfchen

Mit dem sicheren Tritt in das eine oder andere Fettnäpfchen hat der Prinzgemahl so manche Schlagzeile gemacht. Ob er den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl als deutschen Reichskanzler begrüßt, oder einer philippinischen Krankenschwester in einem Londoner Spital sagt: "Die Philippinen müssen ziemlich leer sein, ihr seid ja alle hier in unseren Krankenhäusern". Dieser durchaus auch als trocken zu verstehende Humor bringt ihm den Beinamen "Duke of Hazzard" (Herzog des Risikos) ein. Doch würde Queen Elizabeth nie ein Risiko eingehen und so kann sie sich voll und ganz auf den Mann an ihrer Seite – oder manchmal ein paar Schritte hinter ihr, je nach dem, wie es das Protokoll verlangt, verlassen.

Er hat die Hosen an

Auch, wenn sie in der Öffentlichkeit im Rang über ihm steht, daheim, so heißt es aus Insiderkreisen, habe er die Hosen an. Dass die Queen ihm diesen Raum lässt, scheint eines der vielen (Geheim-)Rezepte für die beständige Ehe des Paares zu sein, die auch nach fast 70 Jahren noch von Harmonie, Respekt und Vertrauen erfüllt zu sein scheint. Einst sagte der Prinz: "Im Krieg verschont geblieben zu sein und den Sieg erlebt zu haben, die Möglichkeit bekommen zu haben, mich selbst neu zu justieren, mich komplett und uneingeschränkt verliebt zu haben, lässt all meine persönlichen Sorgen, wie auch die der ganzen Welt, nichtig und klein wirken.“ Die Queen ohne den Prinzen? Der Prinz ohne die Queen? Unvorstellbar! Herzlichen Glückwunsch, Prinz Philip!

Hier sein Leben an der Seite der Queen:

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