17.05.2016 - 11:19

Promi-Geburtstag Udo Lindenberg: Der Panik-Rocker ist 70!

Foto: imago

Heute (17.05.2016) feiert Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag. Für ihn ist es nur eine Zahl - denn Zeit für Ruhestand hat der Musiker keine.

Man könnte meinen, wenn jemand 70 wird, schaut er auf sein Leben zurück und erfreut sich am Ruhestand. Aber „normal“ entsprach noch nie dem Leben von Udo Lindenberg und so überrascht der Jubilar zu seinem 70. Geburtstag mit dem Album „Stärker als die Zeit“, das seit Ende April auf dem Markt ist, und der Neuigkeit, dass sein Musical „Hinter dem Horizont“ von Berlin nach Hamburg zieht. Nach einem Refresh feiert das erfolgreichste Musical der Hauptstadt am 10. November Premiere im Operettenhaus. Damit ist es in der Stadt beheimatet, in der der gebürtige Nordrhein-Westfalener nicht nur sein Zuhause - im Hotel Atlantik - gefunden, sondern auch die ersten Erfolge seiner jahrzehntelangen Karriere gemacht hat.

Vom Kellner zum Panik-Rocker

Vom Kellner zum Panik-Rocker - so könnte man die Karriere von Udo Lindenberg zusammenfassen. Er wurde am 17.Mai 1946 in Gronau geboren. Nach der Schulzeit begann er eine Ausbildung zum Kellner in einem Düsseldorfer Hotel. Nebenbei ging er seinen musikalischen Ambitionen als Schlagzeuger nach. Der Musik folgte er mit kleinen Auftritten durch Deutschland nach Frankreich und schließlich nach Libyen. Zurück in der Heimat begann er Mitte der 60er Jahre sein Studium an der Musik-Akademie in Münster. 1968 kam Lindenberg nach Hamburg. Erste Bands und zahlreiche Buchungen als Gast- und Studiomusiker mit Größen wie Klaus Doldinger sicherten ihm das Einkommen.

Seinen kommerziellen Durchbruch erlange Udo Lindenberg mit seinem dritten Album 1973: „Andrea Doria“ - der ersten Zusammenarbeit mit seinem Panikorchester. Seine Alltagsgeschichten, zwischenmenschliche Texte und die pointierte Betrachtung des Zeitgeists, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben, trugen zur großen Beliebtheit Lindenbergs bei. In all den Jahren seines künstlerischen Schaffens versammelte Udo Lindenberg immer große Namen aus dem kreativen Business um sich: Peter Zadek inszenierte seine „Dröhnland-Symphonie“ Tour, mit Regisseur und Drehbuch-Autor Horst Königstein übertrug er Rock ’n‘ Roll Klassiker ins Deutsche. In Hamburg hatte Lindenberg zeitweise mit Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen eine WG in einer Stadthausvilla in einer der edelsten Straßen der Hansestadt. Die Künstler inspirierten sich gegenseitig und erlebten die Hochzeit ihres Erfolgs.

Sonderzug nach Pankow

Udo Lindeberg ist politisch - nicht nur interessiert, sondern auch aktiv. Waffenabrüstung, Friedensbewegung, Umweltschutz und rechte Strömungen sind nur einige Dinge, zu denen er seine Meinung kundtut. Legendär sind auch seine Bemühungen, die innerdeutschen Mauern zu überwinden. Seine Forderung formulierte er mit dem Song „Sonderzug nach Pankow“. Und tatsächlich: 1983 durfte Udo Lindenberg - zwar vor einem ausgewählten Publikum - in Ostberlin auftreten. Eine für 1984 geplante Tour musste allerdings abgesagt werden. Erst nach dem Fall der Mauer trat Udo Lindenberg wieder im Osten der Stadt auf - gemeinsam mit Pink Floyd, Michael Jackson und Nina Hagen.

In den 90er Jahren wurde es etwas stiller um den Mann, dessen Hut längst zum Markenzeichen geworden ist. Vertonungen von Hesse-Texten, Ausflüge in den Chanson-Bereich und vor allem vermutlich die Suche nach sich selbst bestimmten diese Zeit. Er war nie ganz weg, konnte aber auch an die großen Erfolge nicht anknüpfen. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme. Ein Herzinfarkt und vor allem das, wie er selber zugibt, exzessive Leben mit Alkohol und Drogen bestimmten sein Dasein. „Ich war hauptsächlich Trinker, Sänger nur nebenbei“, bekennt er in einem Interview.

Und plötzlich war er wieder da

2002 gelang Udo Lindenberg womit wohl keiner mehr gerechnet hatte: ein Comeback. Für das Album „Atlantic Affairs“ arbeitete er mit angesagten Künstlern wie Yvonne Catterfeld, Ellen ten Damme und Helge Schneider zusammen, das folgende Album „Panikpräsident“ enthielt neue Interpretationen alter Songs, mit Duetten mit Nena, Peter Maffay und den Toten Hosen. Es folgten Zusammenarbeiten mit Jan Delay, Max Herre, Ich + Ich, Silbermond, Till Brönner. Udo Lindenberg umgab sich mit jungen Künstlern und alten Hasen und schaffte so die künstlerische Umgebung, um sich noch einmal neu zu erfinden.

Seit den 90er-Jahren macht sich Udo Lindenberg auch als Maler zunehmend einen Namen. Seine Bilder sind von den Kritikern hoch geschätzt. Für den leicht skurrilen Lindenberg-Faktor sorgen dabei die Farbmischungen, die zum Teil mit Alkohol - beispielsweise Eierlikör und Blue Curaçao - angereichert werden. Auf diese Weise verarbeitet der Pionier der deutschen Rockmusik auch seine umfangreichen Stasiakten mit sogenannten Likörellen.

Udo Lindenberg - Stärker als die Zeit

Heute, am 17. Mai feiert Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag. Bei seinem Lebenswandel, dass weiß Udo Lindenberg, keine Selbstverständlichkeit. „Es ist eine geile Sache, 70 zu werden.“ Zu seinem Geburtstag bedankt er sich in einem Interview mit n-tv bei einem, der ihm durch alle Hochs und Tiefs die Treue gehalten hat - „meinem Body. Den hab ich reichlich geschunden, war nicht immer nett zu dem. Auf der anderen Seite war mein Body aber irgendwie auch immer mein Bodyguard, der mich durch alle Exzesse und Marathon-Partys gebracht hat.“

Statt zu trinken, joggt er heute lieber - Nachts, denn morgens muss er lange schlafen. Zigarren sind immer noch sein Laster. Alkohol wird nur noch zum Malen oder Gurgeln verwendet. Die Zigarren sind ein kleines, verzeihbares Laster. Feiern wird er seinen Ehrentag nicht außergewöhnlich groß. Das schönste Geschenk hat er seinen Fans ohnehin schon gemacht, als nach acht Jahren im April ein neues Album auf den Markt gekommen ist. „Stärker als die Zeit“ - es scheint, als wäre der Titel ein treffendes Lebensmotto für den Panik-Rocker Udo Lindenberg. Happy Birthday!

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