08.05.2016

Muttertag-Spezial Cheryl Shepard: Die fünffache Mama ist am Muttertag allein

Normalerweise wird der "Rote Rosen"-Star am Muttertag sehr verwöhnt. Warum Cheryl Shepard in diesem Jahr allein bleibt, verrät sie im Interview.

BILDderFRAU.de: Cheryl, Sie haben fünf Kinder. Werden Sie am Muttertag verwöhnt?

Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Und das nicht nur am Muttertag. Meine Kinder sagen und zeigen mir das ganze Jahr, wie lieb sie mich haben. Es ist schön, wie sie ihre Liebe und ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Der Kleinste ist sieben Jahre alt und sprudelt gerade über. Mein Großer ist 17. Der sagt mir auch, dass er mich liebt, aber es ist seltener geworden. Das ist aber ganz normal. Die drei ganz Großen sind 23, 25 und 29 sind natürlich weniger Zuhause, aber auch wir haben ein enges Verhältnis. Alle fünf sind toll in ihrer Art, im Umgang mit mir als Mutter.

Sie sind in den USA geboren und in der Schweiz aufgewachsen. Kennen Sie den Muttertag auch aus Ihrer Kindheit?

Natürlich. Der wird in den USA und in der Schweiz genau so gefeiert, wie in Deutschland. Und natürlich haben auch wir den Muttertag mit unserer Mutter gefeiert.

Was gab es da für Traditionen?

Das war sicher der Standard. Kleine Basteleien aus der Schule. Später dann Blumen und Frühstück. Damit war der Muttertag bei uns auch meistens vorbei. Meine Mutter hat da nie ein großes Thema daraus gemacht. Vielleicht weil wir ihr das ganze Jahr gezeigt haben, wie sehr wir sie lieb haben. Mir geht es genau so. Uns ist eine Umarmung und ein Kuss wichtiger, als Geschenke am Muttertag. Aber es ist natürlich trotzdem schön, überrascht zu werden. (lacht)

Fünf Kindern und einem Beruf gerecht zu werden - das kann sicher ganz schön viel Kraft kosten?

Ich versuche jedem Kind alles zu geben. Vor allen Dingen, genau das, was es in DIESEM Moment braucht. Das ist jeden Tag ein bisschen Kraft und Energie oder an einem Tag ganz viel. Ich achte sehr darauf, dass keiner zu kurz kommt. Das habe ich bei meiner Mutter schon sehr bewundert. Wir sind insgesamt drei Mädchen - und nie hatte eine das Gefühl, sie könnte einen davon lieber haben, als die anderen. Heute weiß ich, dass dieses Gefühl nicht selbstverständlich ist und es Mütter gibt, denen das nicht gelingt.

Worin ist Ihnen Ihre Mutter ein Vorbild?

Als meine Mutter meine Zwillingsschwester und mich bekam, war sie schon über 40. Was heute normal ist, war in den 60ern durchaus ein "späte Mutterschaft". Aber vielleicht hatte meine Mutter durch dieses Alter auch eine gewisse Reife. Sie stand mit beiden Beinen im Leben und strahlte Ruhe und Vertrauen aus. An richtige Kämpfe, wie man sie als Kind mit den Eltern erleben kann, kann ich mich eigentlich gar nicht erinnern. Sie ließ uns an der langen Leine laufen. Wenn sie dann allerdings „Nein“ gesagt hat, dann bedeutete das auch ein „Nein“.

Wofür sind Sie ihr besonders dankbar?

Da gibt es so vieles. Natürlich für die Art, wie wir aufgewachsen sind. Liebevoll und behütet und dennoch selbstständig. Aber auch heute ist sie immer für mich da. Für meine Kinder auch. Sie hat mir in all den Jahren sehr geholfen. Sie schenkt mir ihre Zeit, ihr Vertrauen, ihr Ohr und ich genieße es, wann immer wir zusammen sind.

Was können Sie von Ihrer Mutter lernen?

Sie ist unfassbar tolerant und lässt die Menschen so, wie sie sind. Sie mäkelt nicht dauernd an ihnen herum. Außerdem ist sie offen für alles. Ich werde nie vergessen, wie meine Schwester und ich, wir waren etwa 14 Jahre alt, nachts auf der Straße ein paar südamerikanische Musiker kennengelernt haben. Die haben wir nach Hause gebracht und meine Mutter hat sich in die Küche gestellt und ihnen etwas zu Essen gemacht. Danach haben sie bei uns übernachtet. Aus diesen Fremden wurden Freunde, die noch viele Jahre in unserem Haus willkommen waren. Zwei meiner Kinder sind Pflegekinder. Manchmal denke ich, das kommt nicht von ungefähr. Von meinen Eltern habe ich gelernt, Menschen, die in Not sind, zu helfen.

Wie werden Sie den Muttertag in diesem Jahr verbringen?

Tatsächlich zum ersten Mal alleine. Meine Mutter ist in der Schweiz und meine fünf Kinder sind verteilt. Mein Mann spielt bis Samstagabend in Wien und ich drehe „Rote Rosen“. Somit schaffe ich es auch nicht nach Leipzig zu fahren. Der Sonntag ist für mich Vorbereitungstag für die Dreharbeiten – somit werde ich arbeiten. Den Muttertag holen wir dann nach.

Und wie lautet Ihre persönliche Liebeserklärung an alle Mütter?

Die richtet sich vielleicht eher an die Kinder: Auch, wenn eine Mutter mal aus der Haut fährt, mit den Nerven etwas durchhängt oder ungerecht erscheint: Das kann passieren. Eines ist aber klar: Die Liebe einer Mutter ist bedingungslos und man wird sie in dieser Intensität niemals wieder auf der Welt finden. Es ist einzigartig, wozu Mütter fähig sind und das sollte man als Kind immer im Auge haben. Diese Fähigkeit zu verzeihen und immer wieder von vorne anzufangen - das können nur Mütter!

---

Wir bedanken uns bei Cheryl Shepard für das Interview und Ihre inspirierenden Worte!

Mehr zum Thema Muttertag

Seite