10.02.2017

Saphir-Jubiläum Königin Elizabeth II.: Ein Leben für die Krone

Königin Elizabeth II.

Foto: ©imago

Königin Elizabeth II.

Am 6. Februar 1952 wurde aus Prinzessin Elizabeth die Königin von Großbritannien. Seit 65 Jahren lebt die Queen im Dienst der Krone. Diszipliniert wie keine und angeblich mit viel Sinn für Humor.

Am 21. April 1926 erblickte Elizabeth Alexandra Mary in London das Licht der Welt. Damals stand sie hinter ihrem Onkel Eduard und ihrem Vater Albert an dritter Stelle in der Thronfolge. Und hätte Eduard nicht für die Liebe zu einer Bürgerlichen dem Thron entsagt, hätte Elizabeth vermutlich ein beschauliches Leben abseits der Last der Krone führen können. Doch es kam anders: Nachdem sein Bruder abdankte, bestieg Prinz Albert am 11. Dezember 1936 als König George VI. den britischen Thron. Elizabeth wurde Kronprinzessin und auf ihre künftige Rolle als Thronfolgerin vorbereitet.

Den zweiten Weltkrieg verbrachte die Familie in Großbritannien. Vorschläge, die Kinder nach Kanada zu evakuieren, lehnte Elizabeths Mutter kategorisch ab: "Die Kinder werden nicht ohne mich gehen, ich werde nicht ohne den König gehen und der König wird niemals gehen." Ihre erste Rundfunkansprache hält Elizabeth mit 14 Jahren und schließt sich, gerade volljährig, 1945 dem Heimathilfsdienst ATS an, um ihren Dienst fürs Vaterland zu leisten. Sie macht eine Ausbildung zur Automechanikerin und Kraftfahrerin. Das Kriegsende feierte sie inmitten der Bevölkerung ausgelassen auf den Straßen Londons.

Plötzlich Königin

In Philip von Griechenland (94) findet Elizabeth ihre große Liebe. Sie ist gerade mal 13 Jahre alt, als sie sich kennenlernen. Trotz vieler Einwände gegen die Verbindung, gab das Königshaus die Verlobung am 9. Juli 1947 bekannt. Vier Monate später gaben sich die Kronprinzessin und Philip in der Westminster Abbey das Ja-Wort. Bereits ein Jahr später brachte die Prinzessin ihr erstes Kind und damit einen Thronfolger zur Welt: Charles (67). Anne (65), Andrew (56) und Edward (64) folgten.

Am 6. Februar 1952 stirbt König George VI. Prinzessin Elizabeth befand sich gerade mit ihrem Mann auf einer Reise durch Kenia. Sie kehrten unverzüglich zurück. Elizabeth war nun Königin des britischen Commonwealth. Die Trauer um ihren geliebten Vater lässt sich die junge Monarchin nicht anmerken. Ihre Gefühle in der Öffentlichkeit zu beherrschen war Teil ihrer jahrelangen Ausbildung. Am 2. Juni 1953 erfolgte die offizielle Krönung. Weltweit verfolgten etwa 300 Millionen Menschen die Zeremonie, die zum ersten Mal im TV übertragen wurde.

Die Königin der Rekorde

Queen Elizabeth ist mit über 90 Jahren nicht nur die älteste amtierende Königin auf einem Thron. Sie ist mit 65 Dienstjahren auch die am längsten regierende. Diesen Rekord brach Queen Elizabeth im September 2015. In diesen über sechs Jahrzehnten der Regentschaft hat Königin Elizabeth die Monarchie durch viele Krisen geführt. Politische - wie die blutigen Unabhängigkeitskämpfe der IRA – und private – wie die Skandalehen und Scheidungen ihrer Kinder. Mehr als einmal wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Königshaus noch zeitgemäß ist.

Nach dem Tod Dianas und der reservierten Reaktion der Königin, erlitt die britische Monarchie einen erheblichen Imageschaden. Doch nach und nach hat sie es geschafft, dass das Bild sich wieder gewandelt hat. Große Unterstützung erhielt sie darin von ihren Enkeln William und Harry. Die beiden Söhne aus der Ehe von Charles und Diana zeigen, wie das Königshaus mit der Zeit gegangen ist.

Prinz William, Thronfolger nach seinem Vater Charles, hat eine Bilderbuchfamilie gegründet. Kate, eine Bürgerliche aus gutem Hause, wurde vom Volk begeistert aufgenommen und erfüllt ihre Rolle als zukünftige Königin mit einem strahlenden Lächeln – Stilikone. Die beiden Kinder George und Charlotte machen das Glück perfekt. Williams jüngere Bruder Harry hat nach seinen wilden Jahren ebenfalls seinen Platz im Königshaus gefunden und reist heute oft im Auftrag seiner Großmutter, die er, wie er in einem Interview anlässlich ihres 90. Geburtstags verriet, nicht nur als Großmutter, sondern auch als seinen "Boss" sieht. Neben ihrer Familie stehen der Königin die Vierbeiner am nächsten. Die Liebe zu ihren Corgies ist legendär und noch heute sieht man die Jubilarin mit gradem Rücken, hoch zu Ross. Streichelt sie eine Pferdenüster, entrückt ihr ein verzücktes Lächeln.

Die Queen mit den zwei Gesichtern

In der Öffentlichkeit hingegen wirkt die Queen immer ein wenig distanziert. Ihre Auftritte sind Perfektion. Vom Hut bis zur Handtasche ist farblich alles aufeinander abgestimmt. Seit Jahren bleibt die Königin ihrem Stil treu. Das Lächeln ist dabei so kontrolliert und professionell, wie das Pflichtbewusstsein ihrer Majestät groß ist. Da werden Orden verliehen, Krankenhäuser eröffnet und Hände geschüttelt, ohne eine Mine zu verziehen. Der Humor, der ihr so oft bescheinigt wird, findet wohl hinter verschlossenen Türen statt.

Herzlichen Glückwunsch, Queen Elizabeth!

Die Queen ist lebendige Zeitgeschichte. Sie sah Staatsmänner kommen und gehen, überstand Krisen und Skandale. Ihr Leben gehört der Krone. Undenkbar, dass sie eines Tages abdankt. Prinz Charles wird sich also hoffentlich noch etwas gedulden müssen. God save the Queen!

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