25.01.2017

Mode-Blog Mode kennt kein Alter: Bunt statt beige ist die Devise!

Modisches Auftreten im Winter: Natürlich ein Muss für Bloggerin Susanne Ackstaller.

Foto: Marie Bauer

Modisches Auftreten im Winter: Natürlich ein Muss für Bloggerin Susanne Ackstaller.

Engagiert, spritzig und humorvoll: Das ist Susanne Ackstaller! Neben ihrer Arbeit als Mode-Kolumnistin und Texterin widmet sie sich auch privat ihren größten Leidenschaften: geschmeidiger Sprache und ausdrucksstarker Mode.

Ganz wichtig hierbei für die quirlige Mode-Bloggerin: der Spaß sollte nicht auf der Strecke bleiben. Auf ihrem Blog Texterella.de richtet sie sich daher auch gezielt an Frauen über Vierzig. Ihr Plädoyer: Frauen, bleibt sichtbar! Im Interview mit bildderfrau.de erzählt Susanne Ackstaller, was sie zum Bloggen bewegt hat und worauf es bei gutem Stil ankommt.

bildderfrau.de: Liebe Frau Ackstaller, Sie sind Mutter von drei Kindern, Texterin, Bloggerin, Gemeinderätin und engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Wie schaffen Sie es, das alles unter einen Hut zu kriegen?

Susanne Ackstaller: Das ist eine Frage, die ich mir auch regelmäßig selbst stelle (lacht). Um ehrlich zu sein – und ich hoffe, Sie sind jetzt nicht enttäuscht: Ich schaffe nicht alles, zumindest nicht immer, und es bleibt eine ewige Herausforderung. Was man bei mir nicht findet: eine stets aufgeräumte Küche und perfekt durchorganisierte Tage. Nicht selten wünsche ich mir, der Tag hätte 48 Stunden. Manches bleibt auch tatsächlich auf der Strecke: Ich mache zu wenig Sport und meine Work-Life-Balance ist verbesserungsfähig.

Sie arbeiten vor allem mit Sprache. Sie sind Texterin, haben Ihre eigene Kolumne in der Zeitung DIE WELT und betreiben Ihren eigenen Mode-Blog Texterella.de. Ist Sprache Ihre Leidenschaft?

Nicht die Sprache – aber das Schreiben. Ja, Schreiben würde ich durchaus als Leidenschaft bezeichnen. Schreiben macht mich glücklich. Ich habe immer einen Notizblock dabei, damit ich mir Gedanken sofort aufschreiben kann. Nichts ist schlimmer als ein guter Text – oder auch nur ein guter Satz –, an den man sich nicht mehr erinnern kann!

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Wodurch zeichnet sich denn ein guter Text aus?

Ein guter Text liest sich leicht und geschmeidig, ohne banal zu sein. Er trifft den Nerv der Zielgruppe. Und hinterlässt beim Leser ein leises Bedauern, wenn er endet.

Vor mehr als sieben Jahren haben Sie sich dazu entschieden, Ihren eigenen Blog zu gründen. Was hat Sie dazu bewegt?

Tatsächlich blogge ich sogar schon seit 2002. Damals waren Blogs ein ganz junges Medium. Erstmals konnte man auch ohne besonderes Technik Wissen im Internet veröffentlichen. Das fand ich sehr reizvoll. Auf Texterella blogge ich „erst“ seit Anfang 2009.

Warum steht Mode im Zentrum ihres Blogs? Was fasziniert Sie daran?

Es ist weniger Faszination als Spaß. Ich finde es einfach herrlich, mit Kleidungsstücken und Accessoires zu „spielen“. Dabei geht es mir weniger um angesagte Trends als darum, auch mit über 50 nicht in der Unsichtbarkeit zu verschwinden. Bunt statt beige – das ist meine Devise und meine Botschaft an meine Leserinnen.

Ist die „Blogger-Welt“ so wie Sie sie sich vorgestellt haben?

Über die „Blogger-Welt“ mache ich mir ehrlich gesagt kaum Gedanken. Ich bin ja ein Teil davon und ich fühle mich dort auch recht wohl. Tatsächlich werde auch ich zu Events eingeladen oder bekomme Produkte geschickt, wenn Sie das mit „Blogger-Welt“ meinen. Eine Chanel-Tasche war aber noch nicht dabei – wobei mir eine von Chloé sowieso lieber wäre (lacht).

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Als Sie mit dem Bloggen anfingen, waren Sie bereits über 40. Haben Sie sich jemals zu alt gefühlt? Was für Reaktionen haben Sie bekommen?

Ja, ich glaube, viele Kolleginnen und Freundinnen waren erst mal überrascht über das Thema. Erstens waren Modeblogs ohnehin etwas Neues und zweitens eher das Metier von schlanken, 20-jährigen Girlies – und weniger das von rundlichen Frauen über 40 (lacht). Ich war auch eine der ersten Ü40-Bloggerinnen, wenn nicht die erste überhaupt. Das Erstaunen hat sich aber bald gelegt. Zu alt habe ich mich nicht gefühlt – warum auch? Es gibt ja keine Altersregel fürs Bloggen.

Im Untertitel ihres Blogs „Texterella“ heißt es: „For Women. Not Girls“. Sie rücken auf ihrem Blog ganz bewusst Frauen über Vierzig ins Zentrum. Warum möchten Sie genau diese Zielgruppe ansprechen?

Ich schreibe für Frauen in meinem Alter. Das finde ich eigentlich sehr logisch. Ich weiß, was diese Frauen bewegt und interessiert – ich bin ja eine von ihnen. Das macht mich als Bloggerin auch glaubwürdiger und authentischer.

Finden Sie, dass Frauen ihren Stil einem gewissen Alter anpassen sollten?

So im Sinne von nicht mehr ärmellos gehen und keine Miniröcke tragen? Nein. Jede Frau sollte in jedem Alter das tragen dürfen, in dem sie sich wohlfühlt. Wenn das Miniröcke sind – warum nicht?

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Waren Sie schon immer stilsicher? Oder haben Sie mit dem Alter auch mehr an Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit gewonnen und einen anderen Stil entwickelt?

Stilsicher weiß ich nicht. Aber ich hatte immer schon einen Hang zur Extravaganz, zu auffälligen Kleidern und Accessoires. Ich mag es gesehen zu werden. Und das ist auch meine Botschaft im Blog: Frauen, bleibt sichtbar! Älter werden ist keine Verpflichtung, zu verblassen und nur noch beige zu tragen. Viele Leserinnen empfinden das als sehr erleichternd und sogar inspirierend.

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Zugegeben: der Spruch „Man ist so alt, wie man sich fühlt“ wirkt etwas banal. Aber finden Sie sich trotzdem in ihm wieder?

Absolut. Im Herzen bin ich erst 35. Manchmal sogar erst 15. Gott sei dank!

Auf ihrem Blog beklagen Sie mangelnde Authentizität, beispielsweise in der Werbung. Man kann schnell den Eindruck gewinnen, dass der Prozess des Älterwerdens so weit wie möglich herausgezögert werden soll. Woher kommt diese Abwehr Ihrer Meinung nach?

Älterwerden ist die natürlichste Sache der Welt. Jedes Lebewesen wird ständig älter. Irgendwann im Laufe des Lebens kommt aber der Zeitpunkt – und das ist meistens so um die 40 oder 50 –, ab dem dieser Prozess mit körperlichem Verfall einhergeht. An dessen Ende der Tod steht. Darüber denkt natürlich niemand gerne nach.

Was halten Sie denn zum Beispiel von Schönheitsoperationen?

Finde ich persönlich absolut akzeptabel, solange das Ergebnis natürlich und nicht übertrieben ist. Und der Körper zum Gesicht passt.

Zurück zur Mode: Wie würden Sie ihren Stil beschreiben?

Farbenfroh und ausdrucksstark.

Woher ziehen Sie Ihre Inspirationen?

Puh. Natürlich werde auch ich beeinflusst – durch Magazine, Blogs, Filme. Aber im Grund kommt mein Stil aus mir selber. Ich habe keine konkreten Vorbilder.

Gibt es ein Kleidungsstück oder Accessoire, auf das Sie nicht verzichten könnten?

Taschen und Schmuck. Und Schuhe. Uuups (lacht).

Kurz und knackig: Auf was kommt es bei gutem Styling an?

Auf das richtige Maß zwischen zu wenig und zu viel.

2017 hat gerade angefangen. An welchem Modetrend kommen wir dieses Jahr nicht vorbei?

Ich habe keine Ahnung! Ich lasse mich da selber überraschen.

Haben Sie einen Geheimtipp für Personen, die nicht Unsummen an Geld für Designerstücke ausgeben wollen?

Ich bin ein sehr großer Fan von Second-Hand- bzw. Vintage-Mode. Gebraucht zu kaufen schont nämlich nicht nur den Geldbeutel, sondern auch unsere Ressourcen. Und es macht Spaß! Ich liebe die Vorstellung, was solche Kleider oder Accessoires aus ihrem Vorleben erzählen könnten!

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Für was können Sie sich noch begeistern – außer Mode?

Ich reise sehr gerne und mag tolle Hotels. Ich liebe das Meer, besonders die Nordmeere. Island reizt mich momentan am meisten.

Haben Sie ein Lebensmotto?

„Das Glas ist halbvoll.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Weltfrieden. Ernsthaft.

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