07.12.2018

Auch bei gefärbtem Haar Haare aufhellen: Mit diesen Hausmitteln geht’s!

Sie ist ein Hausmittel, um Haare aufzuhellen: Die Zitrone – übrigens nicht nur bei Blonden!

Foto: iStock/Anetlanda

Sie ist ein Hausmittel, um Haare aufzuhellen: Die Zitrone – übrigens nicht nur bei Blonden!

Man kennt das: Die Haarfarbe ist plötzlich viel zu dunkel – oder man wünscht sich einfach mal natürlichere Reflexe. Manchmal kann man da zu Hause nachhelfen – und zwar ohne teure, chemische Haarfärbemittel.

Gründe für hellere Haare gibt’s unzählige – da sind die individuellen Ausgangspositionen gänzlich verschieden. Ob nun der Wunsch nach blondem Haar ganz oben steht oder man einfach die zu dunkel gewordene Haarfarbe wieder aufhellen möchte. Zwingend zu chemischen Haarfarben und Blondierungen müssen Sie aber nicht greifen. Es gibt auch diverse Möglichkeiten, die Haare mit Hausmitteln aufzuhellen! Wir zeigen Ihnen, wie das klappt.

Haare aufhellen: Hausmittel, die jeder zu Hause hat

Chemische Blondierungen stehen nicht umsonst in der Kritik, vor allem solche zum selbstanrühren: Sie entziehen dem Haar Farbpigmente, ohne dass man eine genaue Kontrolle darüber hat. Darüber hinaus können Sie Haare spröde und trocken machen und nachhaltig schädigen. Haben Sie schon einmal vom sogenannten Gummihaar gehört? Das passiert oft nach Blondierungen: Die Haare lassen sich kurz nach der Färbung auf mehr als die doppelte Länge ziehen – und werden dann später spröde, brüchig und stumpf.

Viel besser eignen sich da diverse Hausmittel, die die Haare natürlich aufhellen. Allerdings sollten Sie hier bei dunklen Haaren kein Wasserstoffblond erwarten. Aber wer sich ein paar hellere Strähnchen zaubern oder den Färbeunfall ausgleichen will, ohne direkt zur Chemiekeule zu greifen oder jede Menge Geld beim Frisör zu lassen, der kann sich unsere Tipps genauer ansehen.

Aber beachten Sie: Haare aufhellen ist auch mit Hausmitteln erstmal nicht rückgängig zu machen. Zudem ist jede Haarpracht individuell und reagiert anders auf verschiedene Mittel. Daher sollten Sie auch wie bei chemischer Haarfarbe immer erst an einer kleinen Strähne testen.

Und lieber auch am ganzen Kopf erstmal mit wenig anfangen und dann nach Bedarf wiederholen.

Kamille als sanfter Aufheller

Die Kamille kann ja bekanntlich viel. Sie kann uns als Tee beruhigen – aber auch unseren Wunsch nach hellerem Haar erfüllen.

Für wen? Vor allem für blonde Mähnen; bei dunklen Haaren kann Kamille rötlich-goldene Effekte erzeugen.

So geht’s:

  • Sieben bis acht Teebeutel Kamillentee auf einen Liter kochendes Wasser geben und auf eine angenehme Handwärme abkühlen lassen.
  • Haare wie gewohnt waschen (am besten mit Haarpflege ohne Silikone) und im Anschluss mit dem Kamillensud durchspülen.
  • Haare danach NICHT ausspülen, sondern lufttrocknen lassen. Wer die aufhellende Wirkung verstärken möchte, lässt die Haare in der Sonne trocknen.

Färbeunfall? Zitrone hilft dem Haar

Zitronensäure geht jeglicher Farbe an den Kragen und eignet sich damit für jedes Haar – auch beispielsweise nach Färbeunfällen oder wenn man die chemische Farbe endlich mal loswerden möchte – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Die Säure wirkt so stark, dass sich eine hellere Nuance erzielen lässt.

Für wen? Jede Haarfarbe – auch bereits getönte oder gefärbte Haare

So geht’s:

  • Je nach Haarlänge drei bis zehn Zitronen auspressen und in eine Sprühflasche geben.
  • Gleichmäßig auf die Haare aufsprühen, mit einem Kamm gut verteilen und den Saft ins feuchte Haar einmassieren.
  • Dann für 20 Minuten das Haar unter eine Duschhaube packen oder mit Frischhaltefolie umwickeln – oder ab in die Sonne und lufttrocknen lassen für einen größeren Effekt.

Vorsicht: Zitronensäure trocknet die Haare aus – eine Feuchtigkeitskur (auch hier am besten wieder ohne Silikone) ist danach Pflicht.

Wer brüchige und sehr trockene Haare hat, sollte den Zitronensaft etwas mit Wasser verdünnen – oder eines der anderen Hausmittel zum Haare aufhellen nutzen.

Honig auf dem Kopf

Dass Honig eine tolle Haarpflege ist, wissen manche vielleicht schon. Aber dass er auch aufhellend wirkt, wissen die wenigsten. Ähnlich wie Zitronensaft schafft auch der Blütennektar es, die Haare rund eine Nuance aufzuhellen, pflegt dabei aber mehr. Nur mit gefärbtem Haar dürfen Sie nicht zu viel erwarten. Wie das alles funktioniert? Im Honig steckt ein Enzym, das bei leichter Wärmeeinwirkung (bis 40 °C) Peroxid entstehen lässt – und das wirkt aufhellend. Die Konzentration im Honig ist aber so gering, dass sie nicht schädlich ist.

Für wen? Für alle Haarfarben, am besten bei nicht vorgefärbtem Haar

So geht’s:

  • Honig evtl. leicht erhitzen (nicht über 40 °C!) und 2 EL zu gleichen Teilen mit einer leichten Haarspülung (silikonfrei) vermischen.
  • Die Mischung gleichmäßig in den Haaren verteilen, am besten mithilfe eines Kamms.
  • Die Haare auf dem Kopf mit Frischhaltefolie umwickeln (oder wieder die Duschhaube aufsetzen) und ein Handtuch herumwickeln.
  • Das ganze können Sie auch über Nacht auf dem Kopf lassen. Am nächsten Morgen gründlich ausspülen.

Backpulver: Aus dem Küchenschrank auf die Haare

Backpulver ist ein echter Alleskönner im Haushalt und auch für den Körper. So mancher schwört darauf, sich die Zähne mit Backpulver zu bleichen. Von diesem Tipp raten wir zwar ausdrücklich ab. Mit den Haaren klappt das mit der aufhellenden Wirkung aber auch – und zwar etwas schonender. Backpulver hilft auch bei Färbeunfällen.

Für wen? Für alle, auch ausdrücklich für dunkle Haarfarben und als Hilfe bei zu dunkel geratenen Färbeunfällen. Entfernt zudem Gelb- und Rotstiche.

So geht’s:

  • Je nach Haarlänge zwei bis vier Päckchen Backpulver in 250 bis 500 Milliliter lauwarmem Wasser verrühren.
  • Den flüssigen Brei in die Haare einmassieren, dabei einen Kamm zur Hilfe nehmen.
  • Etwa 20 Minuten lang einwirken lassen und gründlich auswaschen.

Das basische Backpulver kann so manches Haar aber auch austrocknen. Daher sollten Sie auch hier eine Pflegekur zumindest bereitstehen haben.

Zur Soforthilfe bei Grünstich im blonden Haar nach dem Schwimmbadbesuch hilft übrigens auch Aspirin plus C! Denn das enthaltene Vitamin C, Ascorbinsäure, bekämpft diesen Grünschimmer. Dazu einfach sechs Aspirintabletten in etwa 300 ml Wasser auflösen und das Ganze über das nasse Haar geben.

Wie oft lassen sich natürliche Aufhellmittel anwenden?

Das Gute ist ja, dass die haaraufhellenden Hausmitteln weit sanfter sind als Chemiehaarfarbe. Und auch zu allergischen Reaktionen beim Haarefärben kommt es so seltener. Und auch nicht nur fürs Kopfhaar eignen sich die Mittel. Sie gehören auch zu den natürlichen Methoden, einen Damenbart zu kaschieren.

Erwarten dürfen Sie wie gesagt keine Wunder. Das Haare aufhellen mit Hausmitteln dauert, wie es beim Haare färben ohne Chemie immer ist, auch gerne einmal länger und bedarf mehrerer Anwendungen. Übertreiben sollten Sie es dabei nicht. Folgende Faustregel sollten Sie sich merken: Nach drei Anwendungen sollten Sie Ihrem Haar mindestens vier Tage Pause gönnen – am besten lassen Sie sich aber etwas mehr Zeit und gönnen Ihrem Schopf zwischendrin Extrapflege. Welche Haarpflege-Möglichkeiten es gibt, verraten wir Ihnen auf unserer Themenseite.

Übrigens lassen sich Haare mit Hausmitteln auch dunkler färben: Haare färben ohne Chemie: So einfach geht's!

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