12.02.2018

Wallemähne olé Locken pflegen: So definieren Sie Ihre Haare

Jedes Haar ist anders – und gerade Frauen mit Locken pflegen Ihr Haar auf ganz bestimmte Weise. Denn Locken sind schnell spröde und trocken. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Mähne schön definieren.

Foto: iStock/GlobalStock

Jedes Haar ist anders – und gerade Frauen mit Locken pflegen Ihr Haar auf ganz bestimmte Weise. Denn Locken sind schnell spröde und trocken. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Mähne schön definieren.

Wer Naturlocken hat, kennt das Problem: Die Haare sind kaum zu bändigen, von definierter Lockenpracht keine Spur. Wie Sie Ihre Locken richtig pflegen und sie auf Dauer gesund halten, erfahren Sie hier.

Lockige Haare sind schön. Da werden die meisten von Ihnen mit glatten Haaren zustimmen. Wer aber selbst Locken hat, wird wissen, wie schwer die Pflege der Naturkrause ist und wie schwierig es ist, die Mähne zu bändigen und schön aussehen zu lassen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Locken pflegen und auch trockene Haare zum Glänzen bringen können.

Definierte Locken pflegen: So klappt’s am besten

Lockige Haare neigen häufig zur Trockenheit. Daher reicht es auch, wenn Sie Ihre Lockenpracht nur zweimal die Woche waschen. Denn Shampoos enthalten Tenside, die zwar reinigen, aber auch die natürliche Schutzschicht entfernen. Der natürliche Fettfilm mag anfangs ungewohnt sein und Sie fühlen sich möglicherweise unsauber. Natürliches Kopfhautfett schützt die Haare aber und nährt sie. Nach einiger Zeit reguliert sich das auch. Sind Ihre Haare häufiges Waschen gewöhnt, fetten sie auch schneller nach.

Spülung statt Shampoo: Curly Girl Methode

Haarpflege ohne Shampoo wird immer mehr zum Trend – und auch Locken tut diese Haarroutine gut. Allerdings sollten Sie ein wenig Geduld für die Umgewöhnung mitbringen.

Dass Silikon den Haaren auf Dauer schadet, da es sie mit einer Schicht ummantelt und keine Pflege mehr an die Haarstruktur heran lässt, ist mittlerweile recht bekannt. Aber auch die in Shampoo enthaltenen Sulfate können gerade lockiges Haar stark angreifen und austrocknen.

Auf einen Trick greift dabei die Curly Girl Methode zurück. Hier werden die Haare ausschließlich mit silikon- und sulfatfreien Pflegeprodukten behandelt. Außerdem wird auf bestimmte Alkohole und andere austrocknende Inhaltsstoffe verzichtet. Der Clou: Sie können Ihre lockigen Haare auch mit Spülung waschen. Denn viele Conditioner verzichten auf Sulfate, aber auch auf Silikone & Co. Stattdessen erholen sich die Haare mit der Zeit dank natürlichem Fett. Wer die Umgewöhnung, die durchaus ein paar Wochen dauert, übersteht, kann mit definierten Locken glänzen.

Verzicht ist Trumpf: Diese Stoffe sollten Sie meiden

Die Suche nach entsprechenden Produkten kann ein wenig frustrierend sein, aber wenn Sie darauf achten, dass folgende Inhaltsstoffe fehlen, sind Sie gut beraten:

  • Sulfate: Beispielsweise Alkylbenzene Sulfonate, Ammonium Laureth oder Lauryl Sulfat, Sodium Lauryl Sulfoacetate, Sodium Laureth, Myreth oder Lauryl Sulfate, Sodium C14-16 Olefin Sulfonate, Ammonium Sodium Xylenesulfonate, Sodium cocoyl Sarcosinate, TEA-Dodecylbenzenesulfonate, Dioctyl Sodium Sulfosuccinate.
  • Silikone & Co.: Inhaltsstoffe, die auf die Endung -cone, -conol oder -xane enden (Cetearyl methicone, Cetyl Dimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethicone, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Amodimethicone, komibiniert mit Trideceth-12 und Cetrimonium Chloride, Trimethylsilylamodimeticone, Polyquaternium-Arten, Mineralöl, Rizinusöl, Petrolatum, Bienenwachs, Lanolin, Candelilla wax.
  • Alkohole: Denatured alcohol, SD alcohol 40, Witch hazel, Isopropanol/Isopropyl alcohol, Ethanol (manchmal einfach als "Alkohol" bezeichnet), SD Alcohol, Propanol/Propyl alcohol.

Übrigens: Steht die Abkürzung "PEG" vor einem der oben genannten Silikone, ist dieses auswaschbar und daher weit weniger tragisch. Bei Sulfaten sollten Sie aber auch dann einen Bogen um das Mittel machen. Mehr zur Haarpflege ohne Silikone erfahren Sie hier.

Verwenden dürfen Sie stattdessen Produkte mit folgenden Inhaltsstoffen (vorausgesetzt, die oben genannten fehlen):

  • Alkohole: Behenyl alcohol, Cetearyl alcohol, Cetyl alcohol, Isocetyl alcohol, Isostearyl alcohol, Lauryl alcohol, Myristyl alcohol, Stearyl alcohol, C30-50 Alcohols, Lanolin alcohol.

Haare umgewöhnen: Erst einmal grundreinigen

Wenn Sie damit anfangen wollen, Ihre Haare ohne Shampoo zu waschen, aber zuvor Produkte mit Silikonen genutzt haben, sollten Sie noch einmal auf ein sulfathaltiges, aber silikonfreies Shampoo zurückgreifen. Danach kann es mit Spülung oder Naturmitteln weitergehen. Statt auf Shampoo greifen Sie dann eben auf Conditioner ohne Sulfate und Silikone zurück. Wenn Sie die Kopfhaut dabei gut massieren, entfernen Sie auch so Schmutz und überschüssigen Talg.

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Kaltes, klares Wasser: So geht die Reinigung weiter

Auch auf das Bürsten sollten Sie weitgehend verzichten, wenn Sie Ihre Locken pflegen wollen. Jetzt, während der Einwirkzeit Ihres Conditioners, können Sie die Haare mit einem grobzinkigen Kamm entwirren. Ansonsten, vor allem im trockenen Zustand sollten Sie Bürste & Co. liegen lassen.

Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, können Sie übrigens auch gänzlich auf natürliche Produkte umsteigen – oder sogar die Haare ganz ohne Shampoo waschen .

Tolle Haarkuren können Sie auch aus natürlichen Mitteln selbst machen. Das meiste davon haben Sie sicher sogar schon zuhause:

Extratipp: Haare, auch Locken, glänzen besonders, wenn die Schuppenschicht der Haare geschlossen ist. Das erreichen Sie, indem Sie dem Haar möglichst wenig Hitze zumuten – das trocknet sie nämlich auch aus. Spülen Sie Ihre Haare nach dem Waschen am besten noch einmal mit kaltem oder zumindest lauwarmem Wasser nach. Auch eine saure Rinse hat sich bewährt – und hilft zudem noch, Kalkablagerungen von hartem Wasser aus dem Haar zu entfernen und verhindert Schuppenbildung.

Fertig mit Waschen: Jetzt geht’s ans Trocknen

Ein wenig Leave-in-Conditioner (am besten frei von den oben genannten Stoffen) hilft gegen Frizz und gibt den Locken Sprungkraft. Auch Öle oder Lockencremes halten das Haar geschmeidig und pflegen – am besten ins handtuchtrockene Haar gegeben. Aber übertreiben Sie es nicht, zu viel Pflege macht das Haar schwer. Am besten probieren Sie ein bisschen aus, wie Ihr Haar auf Pflege reagiert.

Wenn es dann ans Trocknen der Lockenpracht geht, sollten Sie nach Möglichkeit ebenfalls auf (zu starke) Hitze verzichten. Am besten tut den Haaren immer noch das Trocknen an der Luft. Schneller geht das, wenn Sie die Haare nach dem Waschen erst einmal für 15 Minuten in ein Mikrofaser-Handtuch einschlagen. Wenn Sie kein solches Handtuch haben sollten, tut’s auch ein sauberes, altes T-Shirt. Beim sogenannten Plopping wickeln Sie die Haare so ein, dass bereits so schon Locken entstehen. Anfassen sollten Sie die Locken beim Trocknen nicht.

Sollten Sie es aber einmal eilig haben, geht’s auch mit Föhn – aber nur mit Diffusor-Aufsatz, denn so wird die Luft besser verteilt und kommt nicht ganz so heiß direkt ans Haar. Nutzen Sie zudem die niedrigste Temperaturstufe.

Pflegeroutine beibehalten: Locken olé!

Beim Frisieren mit Sprays und Co. sollten Sie, um Ihre Locken zu pflegen, auch darauf achten, dass die oben genannten Inhaltsstoffe nicht vorhanden sind. Oft ist Alkohol enthalten, darauf sollten Sie verzichten.

Nach einer Gewöhnungsphase, die übrigens bei jedem unterschiedlich lang dauert, sollten Sie mit dieser "Locken pflegen"-Routine mit schönen, definierten Locken oder Wellen beschenkt werden.

Extratipp: Kennt sich Ihr Friseur mit Locken aus? Das sollten Sie in Erfahrung bringen. Denn je nach Schnitt fallen Locken unterschiedlich. Auch nach den Inhaltsstoffen der Pflegeprodukte sollten Sie fragen und bei Bedarf Ihre eigenen mitbringen. Haben Sie einen guten Frisör gefunden, sollten Sie regelmäßig, am besten alle sechs Wochen, mindestens alle sechs Monate, Ihre Spitzen schneiden lassen.

Mehr Haarpflege-Tipps hält unsere Themenseite für Sie bereit.

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