03.11.2017

Haarpflege selbstgemacht Saure Rinse: Glänzende Haare dank Essig & Co.

Bringt die Haare zum Glänzen, indem sie die Haarstruktur schließt: die saure Rinse hilft nach der Haarwäsche.

Foto: iStock/katielittle25

Bringt die Haare zum Glänzen, indem sie die Haarstruktur schließt: die saure Rinse hilft nach der Haarwäsche.

Mit einer sauren Rinse lassen sich spröde und stumpf aussehende, widerspenstige Haare leicht bändigen. Die Spülung nach dem Waschen gibt dem Haar Glanz und Geschmeidigkeit und stärkt die Kopfhaut. Wir haben Rezepte und Vorschläge für Sie zusammengetragen.

Gerade in Gegenden mit hartem Wasser kann sie Wunder wirken, die saure Rinse. Aber auch sonst bringt sie stumpfe und wirre Haare zum Glänzen und Strahlen und hilft überdies auch noch, die Talgproduktion der Kopfhaut zu regulieren.

Saure Rinse: Was ist das überhaupt?

Als saure Rinse werden Haarspülungen bezeichnet, die aus einem kalten Essig-Wasser-Gemisch bestehen und in der Regel selbst hergestellt werden können.

Nach der Haarwäsche mit (silikonfreiem) Shampoo oder Haarseife ist die Schuppenschicht des Haares aufgeraut. Durch das kalte Essigwasser wird diese Schuppenschicht wieder geschlossen. Das Ergebnis: Das Haar glänzt mehr und lässt sich auch leichter kämmen.

Besonders praktisch sind saure Rinsen zur Haarpflege in Gebieten, in denen hartes Wasser aus der Leitung kommt, also Wasser mit hohem Kalkgehalt. Der Essig in der Rinse löst neben dem Glätt-Effekt auch Kalkrückstände aus den Haaren und macht sie wieder geschmeidig.

Die Herstellung – Spülung schnell zusammengemixt

Eine saure Rinse besteht aus kaltem Wasser und Essig. Dabei können Sie sich aus einer ganzen Auswahl bedienen:

Häufig wird Apfelessig genutzt. Aber auch andere Frucht- oder Kräuteressige sowie Balsamicoessig eignen sich als Zusatz. Wichtig ist, dass Sie die saure Rinse frisch vor dem Haarewaschen vorbereiten.

1-2 EL Essig genügen auf 1 L kaltes, klares Wasser. Wahlweise lässt sich der Essig übrigens auch durch 1-2 EL Zitronensaft oder Zitronensäure (etwa 1 TL, lieber nicht zu viel) ersetzen.

Anwendung direkt nach der Haarwäsche

Nehmen Sie nach dem Haarewaschen – am besten mit silikonfreiem Naturshampoo, Haarseife oder Shampooersatz wie Lavaerde oder Roggenshampoo – die frische Rinsenmischung und spülen Sie Ihre Haare damit durch. Das lässt sich auch wunderbar unter der Dusche machen.

Bedenken Sie allerdings, dass die Flüssigkeit kalt ist. Gerne können Sie die Spülung noch kurz in die Kopfhaut einmassieren – aber nicht zu lange, sonst wird die Talgproduktion angeregt.

Saure Rinsen werden nicht ausgespült. Aber keine Sorge: Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen oder spätestens nach ein paar Stunden. Sie können aber auch ein paar Tropfen ätherisches Öl mit in die Rinse mischen, um den Duft zu variieren. Teebaumöl hingegen tut den Haaren und vor allem der Kopfhaut gut.

Saure Rinse fortgeschritten: Tolle Rezeptideen

Die Essigspülung können Sie auch nach Lust und Laune an Ihre Haarbeschaffenheit anpassen. Ein tolles Rezept gegen sprödes und strapaziertes Haar ist die Zitronenmelisse. Am besten nutzen Sie frische Blätter des Krautes. Aber auch andere Kräuter wie Kamille, Thymian, Rosmarin oder Pfefferminze sowie Brennnessel eignen sich.

  1. Pflücken Sie so viele Blätter ab, wie in ein Einmachglas passen. Am besten nutzen Sie ein dunkles Glas.
  2. Dann waschen Sie das Grünzeug gründlich. Am besten eignet sich eine Salatschleuder – dann werden die Blätter auch direkt wieder trocken.
  3. Im Anschluss hacken Sie die Blätter klein und geben sie wieder in das (saubere!) Einmachglas.
  4. Nun geben Sie so viel Apfelessig hinzu, dass alle Blätter bedeckt sind. Nach ein paar Minuten können Sie noch einmal umrühren. Achten Sie darauf, dass kein Blatt über den Essig hinausragt.
  5. Anschließend verschrauben Sie das Glas gut und stellen es rund zwei bis drei Wochen lang an einen warmen Ort.
  6. Nach dieser Zeit können Sie den Essig mit den Pflanzenauszügen durch einen Filter, beispielsweise ein Teesieb, gießen.

Der Kräuter-Apfelessig lässt sich gut in einem dunklen, gut verschließbaren Gefäß aufbewahren. Kühl und trocken sowie lichtgeschützt hält sich die Mischung ein paar Wochen und lässt sich wunderbar als saurer Zusatz zur Rinse nutzen – schmeckt aber auch gut im Salat.

Mehr zum Thema Haarpflege lesen Sie hier bei uns.

Die Rinse aufpeppen für mehr Pflege

Extratipp: Geben Sie ruhig ein wenig Aloe Vera Gel ins Rinsenwasser. Das pflegt die Haare noch einmal zusätzlich, versorgt sie mit Feuchtigkeit und lässt sie noch einmal mehr glänzen.

Wer einmal etwas anderes ausprobieren möchte, kann die Spülung statt mit Essig auch mit Tee ansetzen.

  • Für dunkle Haare eignet sich Schwarztee ausgezeichnet – auch um grauen Strähnen vorzubeugen. Dieser hilft auch gegen Schuppen und wirkt entzündungshemmend.
  • Brünette und Rothaarige sollten zu Rotbuschtee greifen. Diese Tee-Rinse wiederum kann zusätzlich mit ein wenig Essig oder Zitronensaft angesäuert werden.
  • Ebenfalls für diese Haarfarben geeignet ist der natürlich säuerliche Hibiskustee, der auch die Farbe verstärkt.
  • Blondschöpfen wiederum werden Kamillentee ans Herz gelegt. Dieser verstärkt Blondtöne, wirkt gleichzeitig aber auch entzündungshemmend und beruhigend auf die Kopfhaut. Säure können Sie hier auch ein wenig zusetzen.

Apfelessig ist übrigens ein echtes Allround-Talent – lesen Sie auf unserer Themenseite weiter!

Seite