15.11.2019

Brüchig, glanzlos, fettig... Mit diesen SOS-Tipps sehen Haare schön und gepflegt aus

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Brüchig, glanzlos, fettig? Haare brauchen die richtige Pflege, um dauerhaft schön und glänzend zu bleiben. Hier gibt's die besten SOS-Tipps.

Foto: iStock/zest_marina

Brüchig, glanzlos, fettig? Haare brauchen die richtige Pflege, um dauerhaft schön und glänzend zu bleiben. Hier gibt's die besten SOS-Tipps.

Gesundes, glänzendes Haar hätten wir alle gerne. Stattdessen müssen sich die meisten mit Problemen aller Art herumschlagen. Das Gute: Viele lassen sich beheben! Von Schuppen über Spliss bis Haarausfall: Wir verraten Ihnen einfache SOS-Tipps.

Bad Hair Day: die einzige Option, wenn es auf unserem Kopf nicht so aussieht, wie wir es uns wünschen? Das muss nicht sein! Wir verraten Ihnen die besten SOS-Tipps für Haare. Und weil es oft nicht nur ein optisches Problem ist, sondern manchmal medizinische oder psychologische Gründe dahinter stecken können, haben wir außerdem den Hamburger Haar-Spezialist Dr. Welf Prager um Rat gefragt.

Diese SOS-Tipps retten Ihre Haare

Es ist doch wie verhext – immer, wenn es mal drauf ankommt, will die Frisur partout nicht sitzen! Diese fünf Tipps können jetzt Ihren Tag retten:

  1. Platter Ansatz: An manchen Tagen wollen die Haare einfach nicht so wie wir, sondern hängen schlapp und schlecht frisierbar herunter. Jetzt hilft Volumenpuder: Er sorgt für Griffigkeit und zaubert Halt und Standkraft in die Ansätze. Anwendung: Das Deckhaar partienweise anheben, darunter jeweils etwas Puder streuen und mit den Fingern leicht verreiben und sanft einmassieren. Extra-Tipp: Für mehr Dynamik auch in den Längen sorgt ein Lockenspray. Aufsprühen, durchkneten – fertig!
  2. Spröde und glanzlos: Stumpf und strohig mögen wir unser Haar gar nicht! So wird es schnell seidig: Pflegesprays, die nicht ausgewaschen werden (Leave-in-Kuren) glätten die aufgerauten Fasern, sodass das Haar wieder glänzen kann. In die Längen sprühen, gut einkneten und mit schonenden Naturborsten bürsten. Auch gut: über eine große Rundbürste föhnen – das gibt extra Glanz. Extra-Tipp: Das Haar immer vom Ansatz in Richtung Spitzen hin föhnen. Mit kalter Föhnluft abschließen.
  3. Grau blitzt durch: Zum Färben ist die Zeit zu knapp? Keine Sorge, für diesen Fall gibt's schnelle Helfer. Ansatzsprays, Färbestifte, Farbpuder oder Haar-Mascaras kaschieren im Nu graue Ansätze oder einzelne Strähnen und halten bis zur nächsten Wäsche. Erhältlich sind sie für alle Haarfarben von Blond bis Schwarz. Extra-Tipp: Üben Sie vor der ersten Anwendung auf einem Blatt Papier, wie sich das Spray verteilt. Dann erst gleichmäßig über den Scheitel sprühen.
  4. Verfärbt: Sie haben Ihr Haar selbst coloriert und sind mit dem Ergebnis unglücklich? Haarpeelings und Antischuppen-Shampoos waschen ein wenig Farbe wieder heraus. Harmonisieren Sie Ihre Tönung, wenn es eine Nuance dunkler sein darf. Ein Silbershampoo rettet blondes Haar mit Gelbstich. Extra-Tipp: Auch Backpulver kann hilfreich sein. Dazu 1 Tütchen mit warmem Wasser mischen, für 20 Min. auf das trockene Haar geben und gut auswaschen.
  5. Pony verschnitten: Sie wollten nur etwas korrigieren und haben zu viel abgeschnitten? Jetzt heißt es, Ruhe bewahren und schauen, ob noch was zu retten ist. Kleinere Kanten noch mal begradigen. Übrigens: Trocken schneiden ist einfacher als nass. Bleibt der Pony schief (und zu kurz), mit etwas Haargel aus der Stirn frisieren. Ist er nur auf einer Seite kürzer als auf der anderen, seitlich tragen. Extra-Tipp: Accessoires wie Haarbänder, -klammern oder -reifen können den Pony stylish zurückstecken.

Ursachen für Haarprobleme – ein Experte klärt auf

Haar-Spezialist Dr. Welf Prager verrät, welche Ursachen Auslöser für häufige Haarprobleme sein können. Denn nicht selten signalisieren uns unsere Haare, wenn wir die Pflege nicht richtig angehen oder es durch andere Einflüsse belasten, etwa durch falsche Ernährung oder Stress.

"Das allein zeigt schon, dass Haare eine sorgsame Außen- und Innenpflege, z.B. durch richtige Ernährung, ja sogar Stress-Management, brauchen, um gesund, kraftvoll, glänzend zu sein", so Dr. Prager.

Ist beides nicht im optimalen Bereich – und belasten dann auch noch Krankheiten oder Medikamente – leiden die Haare sichtbar, können krank werden, sogar ausfallen. Hier sind die wichtigsten Ratschläge und Tipps für die häufigsten Haarprobleme.

Meine Haare haben Spliss und sind brüchig

Mögliche Ursachen für splissiges und brüchiges Haar können aggressive Shampoos, zu heißes Föhnen oder Färbemittel sein. Gerade Letzteres setzt den Haarspitzen zu und führt zur Materialermüdung des Keratins.

Haar-Spezialist Dr. Prager rät: Keine Billig-Kämme mit Pressnähten, Bürsten mit Metallborsten zu benutzen. Besser wären Naturborsten oder Hornkämme. Vergessen Sie außerdem nicht, das nasse Haar trocken zu tupfen. Anschließend können Sie ein paar Tropfen hochwertiges Argan-, Mandel-, Jojoba-Öl in die Haarspitzen kneten.

Auch Pflege-Masken sind gute SOS-Hilfen fürs Haar und können wahre Wunder bewirken. Dazu 3 EL Olivenöl mit 2 EL Honig mischen und ins feuchte Haar geben. Anschließend 10 Minuten wirken lassen, ausspülen.

Wussten Sie, dass auf Seidenkissen schlafen Ihr Haar nicht zusätzlich aufraut? Probieren Sie außerdem natürliche Lebensmittel für schönere Haare aus.

Mein Haar glänzt plötzlich nicht mehr

Schilddrüsen-Probleme oder Infektionen können oft glanzloses Haar hervorrufen. Nicht selten liegt dieses Haarproblem auch an einem Mangel an Vitamin H (Biotin), Zink, Selen oder Eisen.

Dr. Prager ist der Meinung, dass Sie einen leichteren Mangel sehr gut durch die Ernährung ausgleichen können. Essen Sie deshalb viel Nüsse, Haferflocken, Milchprodukte (vor allem Käse), Rindfleisch, Meeresfrüchte, Fisch, Mais, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne , Naturreis, Rotkohl, Spargel, Champignons.

So beugen Sie außerdem einen Eisenmangel vor.

Fisseliges, dünnes Haar – und die Frisur hält nicht

Dünnes Haar kann viele Ursachen haben: z. B. eine Unterversorgung mit Eiweißen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen durch ungesunde Diäten oder Durchfall.

Dünnes Haar kann auch häufig Symptom einer Schilddrüsenstörung oder eines Infekts sein.

Der Experte rät deshalb dazu, sich von einem Arzt durchchecken zu lassen, sollten diese Probleme länger als sechs Wochen anhalten. Findet er nichts, bitte zum Haarspezialisten (Dermatologen) gehen, damit keine bleibenden Schäden an den Haarwurzeln entstehen.

Auch interessant für Sie: Top-Friseur Manfred Kraft klärt 10 Fragen rund um dünnes Haar und wie Sie es stylen.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit Haarproblemen und ihren Ursachen, z.B. schnell fettende, strohige oder ausfallende Haare. Blättern Sie einfach um.

 

Schnell fettendes Haar und seine Ursachen

Hormonstörungen z.B. in den Wechseljahre können dazu führen, dass die Talgdrüsen zu viel Fett produzieren. Auch austrocknende Haarpflege kann schuld am fettigen Haaransatz sei.

Dr. Prager sagt, dass Sie mit einer Hormonstörung immer zum Frauenarzt gehen sollten. Darüberhinaus empfiehlt sich ein mildes Anti-Fett-Shampoo, das wenig rückfettende Komponenten hat, dafür aber viele waschaktive Tenside. Auch Kräuterextrakte wie Kamille, Schachtelhalm, Schafgarbe regulieren die Fettbildung.

Unser SOS-Tipps fürs Haar: 1 TL Kraut mit 100 ml Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Abgekühlten Sud kreisförmig in die gereinigte Kopfhaut einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen. An der Luft trocknen und drei- bis viermal die Woche anwenden.

Lästige Schuppen und eine juckende Kopfhaut

Die Kopfhaut erneuert sich alle vier Wochen, abgestorbene Zellen weichen täglich neuen. Läuft dieser Prozess zu schnell ab, entstehen Schuppen. Tägliches Haarewaschen, Föhnen, Tönen, alkoholische Stylingprodukte begünstigen Trockenheits-Schuppen, weil auch die hauteigenen Fette schwinden. Vor allem in den Wechseljahren.

Sie sollten Ihre Haare nur zwei- bis dreimal pro Woche waschen und an der Luft trocknen lassen, so Dr. Prager. Benutzen Sie außerdem harnstoffhaltige Shampoos!

Auch hilfreich: zwei- bis dreimal pro Woche vor dem Schlafengehen einige Tropfen Olivenöl auf die Kopfhaut träufeln, einmassieren und morgens mit auswaschen.

Strapaziertes, strohiges Haar

Während trockenes Haar mit zu wenig Fett aus den Talgdrüsen versorgt wird, schädigen strapaziertes Haar äußere Einflüsse wie Färben (vor allem Blondieren), Dauerwelle, heißes Föhnen, Lockenstäbe, Glätteisen, Sonne (auch Solarium), Salz- oder Chlorwasser.

Das alles raut die schützende Schuppenschicht so sehr auf, dass Feuchtigkeit verdunstet, das Haar spröde, porös, oft auch wie elektrisch aufgeladen wird.

Versuchen Sie, Ihr Haar sanft und seltener zu bürsten. Auch regelmäßige Kopfhaut-Massagen kurbeln die Talgproduktion an, so der Haarspezialist. Und weil das Haar nach dem Waschen zehnmal empfindlicher ist als vorher, beim Kämmen nicht daran ziehen!

Regelmäßig Spülungen und Intensivkuren mit einer Mischung aus Proteinen, Feuchtigkeits- und Fettsubstanzen benutzen und nur mit handwarmem Wasser waschen, mit kaltem Wasser abschließen. Das glättet die Haaroberfläche.

Die Haare pflegen ohne viel Chemie? Das schaffen diese natürlichen Haarkuren. Egal ob Ihre Haare splissig, strapaziert oder zu fettig sind: Schauen Sie mal in unsere Bildergalerie rein.

Meine Haare fallen aus

Nur wer mehrere Wochen lang täglich über 100 Haare verliert, sollte sich Sorgen machen. Bei rund 30 Prozent der Frauen lichtet sich der Schopf durch einen anlagebedingten Haarausfall , der meist von der Mutter vererbt wird.

Er zeigt sich vor allem nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Weitere häufige Auslöser können aber auch Stress, die falsche Pille, Blutdrucksenker oder Eisenmangel sein

Dr. Prager ist sich sicher: das Problem sollte ein Hautarzt abklären. Er kann mit einem Trichogramm an den Haarwurzeln die Ursachen aufspüren. Beim anlagebedingten Haarausfall überzeugt der Wirkstoff Minoxidil, auch ein Micro-Needling der Kopfhaut.

Das hochdosierte Mineral Silizium (Kieselerde) oder orthomolekulare Medizin aus der Apotheke kann unterstützend helfen. Auch Entspannungsübungen können bei stressbedingtem Haarausfall helfen.

Versuchen Sie es doch auch mal mit unseren Anti-Stress-Tipps zum Entspannen.

Mehr zum Thema Haarpflege finden Sie außerdem auf unserer Themenseite. Sie suchen verschiedene Frisuren-Inspirationen? Schauen Sie auch dazu auf unserer Seite vorbei.

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