05.04.2017

Silikone und Co. Entlarven Sie giftige Inhaltsstoffe in Cremes und Kosmetik

Bei Kosmetik lieber auf natürliche Inhaltsstoffe setzen.

Foto: zoranm / iStock

Bei Kosmetik lieber auf natürliche Inhaltsstoffe setzen.

Hinter komplizierten Bezeichnungen verbergen sich in Beauty-Produkten oft bedenkliche, teilweise sogar giftige Inhaltsstoffe.

Kaum jemand durchschaut die kryptische Zutatenliste bei Kosmetik-Produkten. Dabei stecken selbst in teuren Cremes oder auch solche die mit „Natur“ beworben werden zweifelhafte Inhaltsstoffe. Wir verraten, wie Sie mit nur einem Blick Konservierungsstoffe, Hormone, allergieauslösende Zusätze oder Erdöle enttarnen können.

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Parabene – allergieauslösende Konservierungsmittel

Parabene sind billig und sorgen dafür, dass Bakterien und Keime dem geöffneten Tiegel fern bleiben. Im Prinzip eine gute Sache, doch stehen künstlich hergestellte Parabene im Verdacht, Brustkrebs und Allergien auszulösen. Da sie zu den hormonähnlichen Stoffen gehören, greifen sie nachweislichen in den weiblichen Östrogen-Haushalt ein.

Je nach Studie bewerten Experten das als mal mehr und mal als weniger schlimm. Die Entscheidung, ob Parabene auf die Haut gehören oder nicht, muss deshalb jede Konsumentin selber treffen.

Tarnen sich als: Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben, Isopropylparaben, Isobutylparaben

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Silikone – Gift für Grundwasser und Poren

Silikone sorgen dafür, dass unsere Haare nach dem Waschen scheinbar gesund glänzen und die Haut sich nach bereits einmaligem eincremen seidig-weich anfühlt. Schon allein das sollte ein Grund zur Skepsis sein. Kritiker warnen, dass dieser Sofort-Effekt nur ein zweifelhafter Trugschluss ist.

In Wahrheit verstopfen Silikone die Poren, verhindern langfristig die Hautatmung – und belasten dazu auch noch die Umwelt. Silikone aus Shampoos sind nicht im Wasser löslich und nicht biologisch abbaubar. Da sie nur schwer aus dem Grundwasser zu entfernen sind, werden Felder teilweise mit silikonhaltigem Grundwasser versorgt. Immer mehr Shampoos und Kosmetika werben deshalb damit, frei von Silikonen zu sein.

Tarnen sich als: Dimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentoxilase, Dimethiconol, Amodimethicone, Polysilox

Künstliche Duftstoffe – synthetische Allergie-Auslöser

Cremes sollen gut riechen, aber wollen wir wirklich synthetisch hergestellte Düfte an unsere Haut lassen? Leider sind ihre Auswirkungen nur unzureichend erforscht, sodass sich keine klare Aussage über Langzeitfolgen machen lässt. Dass einige von ihnen Allergien auslösen können, ist allerdings unbestritten. Ziel ist einzig, den Kunden mittels einem guten Geruch von der Qualität der Creme zu überzeugen.

In zertifizierter Naturkosmetik sind solche Stoffe nicht ohne Grund tabu. Außerdem überdeckt künstliches Parfum die Pheromone, welche nachweislich unterbewusst wesentlich betörender wirken als jeder Laborduft.

Tarnen sich als: Linalool, Farnesol, Citronellol, Benzyl Cinnamate, Benzyl Benzoat, Anise Alkohol, Isoeugenol, Geraniol, Eugenol, Coumarin, Citral, Cinnamal, Cinamyl Alkohol, Benzyl Salicylate, Benzyl-Alkohol

Mineralöle und Erdöle – Verstopfen die Poren und schädigen die Umwelt

Mineralöle und Erdöle (auch Paraffine) sind ohnehin ein knappe Ressource und man sollte sich zu Recht fragen, was sie in unseren täglich genutzen Hautcremes zu suchen haben. Paraffine haben die Eigenschaft, die Haut vor äußeren Einflüssen abzudichten. Bei medizinischen Salben hat das durchaus seinen Grund, denn so können die Arzneistoffe besser wirken.

In der Kosmetik werden sie oft eingesetzt, um die Haut aufzuquellen, was den Eindruck vermittelt, dass Fältchen und Trockenheit sofort gelindert werden. Auf die Dauer lässt das eher Falten entstehen als verschwinden. Es gibt keine Creme, die unsere Haut über Nacht zu einem pfirsichweichen Erlebnis werden lässt.

Tarnen sich als: Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline

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Tenside und Emulgatoren – Freie Fahrt für Schadstoffe

Tenside und Emulgatoren sind billig herzustellen und helfen dabei, dass eigentlich nicht mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser, fein miteinander vermengt werden können. Das sorgt für eine geschmeidige Textur. Außerdem machen sie die Haut durchlässiger für sämtliche andere Inhaltsstoffe.

Das bedeutet aber auch, dass Umweltgifte schneller durch die Poren eindringen können. Die Folge: Die Haut wird immer trockener. Vergessen wir einmal das Eincremen, führt das zu unangenehmen Spannungsgefühlen auf der Haut. Wer bewusst auf Kosmetika ohne Tenside und Emulgatoren umsteigt, muss erstmal für einige Tage einen mitunter unangenehmen Entzug durchmachen.

Tarnen sich als: Sodium-Lauryl-Sulfat, PEG-8, Ceteareth, Steareth, Sodium Laureth Sulfate und alle weiteren Inhaltsstoffe, die den Zusatz PEG tragen

Aluminumsalze – Im Verdacht, Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen

Kaum ein Inhaltsstoff wurde in den letzten Jahren derart kritisch unter die Lupe genommen, wie die vorrangig in Deodorants eingesetzten Aluminiumsalze. Die Wissenschaft streitet sich bis heute darüber, in wie weit das Aluminium über die Haut in unseren Organismus eindringt und dort Schaden anrichten kann. Aluminium hemmt nachweislich die Schweißbildung, ist aber auch ein Schwermetall und damit ein Nervengift, das in Verdacht steht, Brutkrebs und Alzheimer auszulösen.

Grundsätzlich sollten Deos mit Aluminiumsalzen niemals auf frisch rasierte Achseln gesprüht werden. Immer mehr Hersteller verzichten deshalb auf diesen umstrittenen Inhaltsstoff.

Tarnt sich als: Aluminium Chlorohydrate, Aluminum Chloride, Aluminium Stearate, Aluminum Powder, Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex

Noch ein Hinweis: Eine gute Kosmetikerin hat meist sämtliche Produkte mit den genannten Inhaltsstoffen aus ihrer Palette verbannt und berät ihre Kundinnen gerne und ausführlich über ihre Wünsche und Bedürfnisse. Wundercremes gibt es nicht und eine gesunde Haut hat immer auch viel mit ausgewogener Ernährung und einer positiven Einstellung zum Leben zu tun. Kleine Fältchen sind übrigens ein Teil davon.

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