21.10.2016 - 16:43

FALSCHE PFLEGE Stewardessenkrankheit: Wenn zu viel Pflege krank macht

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Roter, schuppiger Ausschlag um den Mund ist häufig ein erstes Anzeichen für die Stewardessenkrankheit.

Foto: iStock

Roter, schuppiger Ausschlag um den Mund ist häufig ein erstes Anzeichen für die Stewardessenkrankheit.

Für die Schönheit ihrer Haut tun Frauen viel – manchmal zu viel. Denn die falsche Creme oder Pflege können zur Stewardessenkrankheit führen.

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und haben plötzlich unschöne rote Pusteln oder unangenehm schmerzende Bläschen an der Mundpartie. Dabei haben Sie sich am Abend gründlich abgeschminkt, noch eine Maske angewendet und anschließend reichlich Creme aufgetragen. Und genau da liegt das Problem: Denn zu viel Pflege kann das Gegenteil bewirken und die Haut krank machen.

Periorale Dermatitis oder Stewardessen-Krankheit

Der medizinische Fachbegriff beschreibt eine Erkrankung der Haut, die sich perioal (also um den Mund herum oder in der Nähe der Mundöffnung) ansiedelt, meist verursacht durch zu viel oder die falsche Pflege. Wer seine Kosmetika zu häufig wechselt, in Kombination mit unverträglichen Cremes anwendet oder zu viele Produkte gleichzeitig benutzt, kann diese unschöne Krankheit bekommen. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn die Haut durch Kälte und Heizungsluft trockener wird, greifen viele Frauen vermehrt zu fetthaltigen Pflegeprodukten. Statt zarter Haut erreichen sie dann aber das Gegenteil.

Warum Stewardessenkrankheit?

Den Namen verdankt die Mundrose, wie die Krankheit auch genannt wird, den Flugbegleiterinnen, die von ihren Reisen viele Pröbchen und Cremes mitbrachten und auch vieles ausprobierten. Zudem haben Stewardessen besonders mit der trockenen Luft an ihrem Arbeitsplatz während des Fluges zu kämpfen. Eine andere Version besagt, dass die Stewardessen von ihren Flügen kortisonhaltige Cremes aus Amerika mitbrachten. Das Kortison falsch angewendet, kann zu Hautausschlag im Gesicht führen.

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Was sind die Symptome?

Zunächst spannt und juckt die Haut um die Mundpartie und beginnt unangenehm zu jucken und innerhalb weniger Wochen breiten sich Hautrötungen mit kleinen Bläschen bis zum Kinn aus und beginnen zu schuppen. Der Hautausschlag kann aber auch an anderen Stellen vorkommen, es können zum Beispiel die Augenlider betroffen sein, die Stirn oder die Wangen. Betroffene haben das Bedürfnis, noch mehr zu cremen und verschlimmern dadurch das Problem. Ein Teufelskreis.

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Was sind die bekannten Ursachen?

Die genauen Ursachen sind noch unklar. Als wesentlicher Auslöser gilt jedoch die übermäßige Anwendung von Hautpflege-Produkten. Vor allen Dingen Frauen zwischen 20 bis ca. 50 Jahren sind davon betroffen. Durch eine Überpflegung wird der natürliche Schutzfilm der Haut zerstört und die Haut kann keine Feuchtigkeit mehr speichern. Die Gesichtshaut trocknet aus, es bilden sich rote Schuppen, sie spannt und fängt an zu brennen. Die angegriffene Haut ist zudem anfälliger für Krankheitserreger, was weitere Infektionen mit sich ziehen kann. Die Stewardessenkrankheit ist aber nicht ansteckend.

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Wie kann man die Stewardessenkrankheit heilen?

Ganz einfach: Mindestens sechs Wochen lang vollständig auf Hautpflegeprodukte und Kosmetika verzichten. Und genau das dürfte vielen sehr schwer fallen. Denn an das Gesicht darf nur Wasser – und Wasser. Halten sich die Betroffenen an diese sogenannte "Nulltherapie", kann die Mundrose in wenigen Wochen vollständig geheilt werden, ohne das Narben zurückbleiben. Lediglich Produkte, die der Hautarzt verschreibt, dürfen angewendet werden. Machen Sie in jedem Fall einen hohen Bogen um kortisonhaltige Cremes!

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Tipp: Erlaubt sind Kompressen aus schwarzem Tee. Wenn Sie diese 15 Minuten auf die gereizten Stellen legen, kann kräftiger schwarzer Tee Linderung verschaffen und auch eventuell Juckreiz und Brennen lindern. Denn Tee wirkt ebenso wie Salbe antimikrobiell.

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