Aktualisiert: 04.09.2021 - 17:24

Made in Germany Mode aus Deutschland: 10 Designer:innen, die Sie kennen sollten

Von Nadja von Bossel

Deutsche Designer:innen wie Kaviar Gauche machen sich durch ihre einzigartige Schneiderkunst einen Namen auf der ganzen Welt.

Deutsche Designer:innen wie Kaviar Gauche machen sich durch ihre einzigartige Schneiderkunst einen Namen auf der ganzen Welt.

Geballte Style-Power, die direkt aus Deutschland kommt? Wir zeigen Ihnen die aufregendsten deutschen Designer:innen, die sich auf dem internationalen Modemarkt etabliert haben.

Denkt man an Mode, kommen einem direkt Bilder aus Mailand, Paris oder New York in den Kopf. Hier sitzen die berühmtesten Modehäuser, hier trifft sich die internationale Modeszene jährlich zur Fashion Week. Doch Mode geschieht auch außerhalb der großen Metropolen. Auch hierzulande sind junge Designer:innen voller Inspiration und erschaffen einzigartige Mode, die auf dem internationalen Markt bestand hat. Wir zeigen Ihnen 10 Designer:innen aus Deutschland, die Sie kennen sollten, und schauen hinter ihr Erfolgsrezept.

Designer:innen aus Deutschland: Deshalb sind sie so rar

Deutschland war nicht immer Stiefkind der internationalen Modeszene. Zu Beginn der 1920er-Jahre galt Berlin als Metropole für Mode, Design und Kultur. Doch der zweite Weltkrieg veränderte das Land für immer – Mode und Extravaganz hatten in einer kaputten Gesellschaft keinen Stellenwert mehr. Frankreich etablierte sich als Land der höchsten Schneiderkunst und brachte Weltgrößen wie Dior, Chanel oder Yves Saint Laurent hervor.

Doch Mode und Design gingen in Deutschland nie ganz verloren. Noch heute ist etwas von dem 20er-Jahre-Flair in Berlin zu finden. Die meisten Labels auf dieser Liste haben dort ihren Firmensitz und schöpfen ihre inspirierende Kraft aus der bunten Vielfalt der Hauptstadt.

1. Kaviar Gauche

Seit 2004 designen Alexandra Fischer-Roehler und Johann Kühl einzigartige Brautmode in Berlin. Die beiden lernten sich während ihres Modestudiums in Berlin kennen und sind mittlerweile in über 10 Ländern vertreten, darunter die USA, England, Frankreich, Japan und Nordkorea.

Ihre Mode zeichnet sich durch Extravaganz und Romantik aus, ist dabei jedoch stets tragbar. Gegenüber dem Magazin "Myself" beschrieben die beiden Designerinnen ihr Label so: "Kaviar Gauche steht für modernen Luxus, genau das impliziert der Begriff ‘gauche caviar’, wenn man ihn frei übersetzt".

lala Berlin

lala Berlin ist eines der bekanntesten deutschen Labels, die derzeit existieren. Gründerin Leyla Piedayesh startete ihr Unternehmen im Jahr 2003 mit einer simplen Idee auf einem Flohmarkt. Damals entdeckte sie gestrickte Pulswärmer, die sie dazu inspirierten, selbst Mode zu entwerfen. Ihre erste eigene Kollektion bestand ausschließlich aus Strickmode und war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Noch heute steht das Label für farbenfrohe Strickkunst. Außerdem mixt Piedayesh gerne verschiedene Materialien und setzt auf mutige Prints. Ihre Entwürfe überzeugen nicht nur deutsche Stars wie Heidi Klum, sondern auch internationale Kunden. Das Label ist derzeit in über 60 Ländern erhältlich.

William Fan

2015 gründete William Fan in Berlin sein gleichnamiges Label. Der Designer mit Hong Konger Wurzeln verbindet in seiner Mode europäisches Design und chinesische Schneiderkunst. All seine Kollektionen lässt er in Familienbetrieben in Hong Kong und China herstellen.

Für den Designer kann es gar nicht spektakulär genug sein. Seine Modenschauen gelten als legendär, da sich Fan immer wieder unerwartete Locations wie den Berliner Fernsehturm oder eine Karaokebar aussucht. Auch seine Designs zeichnen sich durch einen ganz eigenen Charakter aus. Er selbst sagte gegenüber dem Magazin "Elle": "Ich möchte Investment-Pieces schaffen, die lange relevant bleiben. Deshalb werden viele Styles weiterentwickelt, überarbeitet."

Esther Perbandt

Esther Perbandt ist die Rebellin unter den deutschen Modestars. Ihre Designs sind wie sie selbst: laut, pur und immer etwas dunkel. Seit 2004 kreiert Perbandt "Sophisticated Rock’n’Roll", wie sie ihr Design selbst betitelt. "Was ich an Mode so spannend finde, ist zu beobachten, was Menschen mir durch ihre Kleidung verraten. Was für eine Verbindung sie zu ihrem eigenen Körper haben", verriet sie im Interview mit dem Magazin "Petra".

Auch bei ihren Shows zeigt die Designerin ihren ganz eigenen Stil. Statt übliche Models über den Laufsteg zu schicken, sitzt sie selbst auf der Bühne und singt, während Models jeglichen Alters und jeder Körpergröße um sie herumstolzieren.

Benu Berlin

Hinter dem jungen Label Benu Berlin steht die Modeabsolventin Karen Jessen. Ihre Karriere hat erst vor kurzem begonnen, doch schon jetzt setzt sie neue Standards in der Welt der Mode. Für sie stehen Nachhaltigkeit und faire Produktion ganz oben. Ihre Entwürfe werden ausschließlich aus schon bestehenden Materialien und ohne Abfallerzeugung gefertigt.

Kein einfaches Unterfangen in einer Branche, die von Schnelllebigkeit und Konsum getrieben ist – doch Jessen weiß, wo ihr Fokus liegt. "Meine Kollektionen verstehe ich als Rebellion gegen die Missstände der Bekleidungsindustrie und gegen die Wegwerfgesellschaft", sagte die Designerin im Online-Blog der Berliner Fashion Week.

Rianna + Nina

Seit 2015 entwerfen Rianna Kounou und Nina Kuhn gemeinsam Mode. Auch sie setzen auf Nachhaltigkeit, da ihre Entwürfe aus alten Stoffen und Vintage-Tüchern gefertigt werden. Ihre Kleider, Kimonos und Jacken sind stets farbenfroh und haben einen einzigartigen Wiedererkennunswert. Das kommt so gut an, dass ihre erste Pop-up-Kollektion in einem New Yorker Kaufhaus schon nach wenigen Tagen vergriffen war.

Jedes Stück wird in ihrem Berliner Atelier von Hand gefertigt. Ihre Entwürfe verkaufen die beiden Power-Frauen mittlerweile in über 16 Ländern. Auch internationale Pop-Stars wie Sängerin Rihanna gehören zu ihrem festen Kundenkreis.

Dorothee Schumacher

Schon seit den 1980er-Jahren setzt Dorothee Schumacher unter ihrem gleichnamigen Label auf klassische Eleganz. Die gebürtige Düsseldorferin designt aus ihrem Atelier in Mannheim Mode für die ganze Welt. Unter anderem wurden ihre Entwürfe in dem Hollywood-Streifen "Der Teufel trägt Prada" gezeigt.

Dabei bleibt sie stets ihrer eigenen Linie treu. Ihre Mode zeichnet sich durch hochwertige Stoffe und anspruchvolles Design aus. "Das facettenreiche Leben der Kundin spiegelt sich in der Mode. Wobei das Wort Mode zu wenig ausdrückt, denn es geht ja um einen ganzen Lebensstil", sagt sie gegenüber der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Ottolinger

Beyoncé, Cardi B oder Kim Kardashian tragen die Entwürfe des Neuköllner Labels Ottolinger. Hinter der Marke stehen Cosima Gadient, und Christa Bösch, die sich während ihres Studiums in Basel kennenlernten. 2015 zogen die beiden in die Hauptstadt, wo sie ihr eigenes Label gründeten. Seitdem avancierte ihr Unternehmen zu einem internationalen anerkannten Mode-Label.

Ihre Designs zeichnen sich durch verspielte Schneiderkunst und Dekonstruktion aus. Fast jedes Teil wird gewickelt, geklipst oder gebunden, so wie es der Trägerin beliebt. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt Cosima Gadient: "Weil die meisten Körper nicht ganz symmetrisch sind, unterstreichen wir mit den asymmetrischen Linien in unseren Kleidern die Schönheit der Unregelmäßigkeit".

Marcell von Berlin

Auch Marcell von Berlin kann sich über prominente Kundschaft freuen. Pop-Stars wie Madonna oder Jennifer Lopez sind große Fans des Labels, das seinen Firmensitz mittlerweile in Los Angeles hat. Hier kleidet Marcell Purust Hollywood-Stars ein, die seiner Firma zum Erfolg verhelfen. In der "Welt" erklärt der Designer, der unter anderem in New York studierte: "Wenn internationale Celebrities etwas von mir in der Öffentlichkeit tragen, steigt die Nachfrage nach dem Teil sofort".

Er selbst nennt seine Mode "Street Couture", also Straßen-Schneiderei. Seine Designs sind ein Mix aus luxuriösem Design und lässiger Street-Wear mit auffälligen Prints. Mittlerweile umfasst das Label fünf Läden in New York, Los Angeles, Berlin und Warschau.

Nobi Talai

Nobieh Talai wuchs bis zu ihrem 12. Lebensjahr mit ihrer Familie in Teheran auf. Schon früh lernte sie von ihrer Großmutter traditionelle Schneiderkunst, die sie bis heute bei ihren Entwürfen inspiriert. Ihr Modestudium absolvierte die Iranerin in Berlin. Schon mit ihrer Abschlusskollektion begeisterte sie die deutsche Modeszene.

Ihre Kleider sind zurückhaltend und dennoch raffiniert. "Mein Design stellt die Verbindung aus skulpturalen und malerischen Elementen dar, die auf archetypischen und puristischen Formen basieren", sagte sie gegenüber dem Magazin "Fashion Daily".



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